Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Stärkt das Immunsystem

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund · Keine Daten

    Keine Humanstudie gefunden und keine zählbare Labor- oder Tierstudie mit Pulver oder Wasser- bzw. Ethanolextrakt. Isolierte Polysaccharidfraktionen aus dem Sklerotium bzw. „Fruchtkörper“ aktivierten Makrophagen in Zellkultur und wirkten bei Mäusen [1][7]; menschliche Blutzellen bildeten im Reagenzglas mehr Zytokine [6] ([6][7] nur Abstract geprüft). Isolierte Fraktionen sind kein Pulver- oder Extraktprodukt und stehen nach der Extrakt-Regel nur als Mechanismus, nicht als Stufe. Eine randomisierte Studie mit Chaga-Arm ist abgeschlossen, wurde aber erst nachträglich registriert und ist ohne veröffentlichte Ergebnisse [13].[1][7]

  • Stärkstes natürliches Antioxidans, schützt vor oxidativem Stress

    nicht untersucht

    Langlebigkeit · gesund · Labor

    Nur ein Reagenzglasvergleich eines Heißwasserauszugs mit drei anderen Heilpilzen [5] (nur Abstract geprüft); die isolierten Phenole stammen aus einem Methanolauszug und zählen nicht. Kein Vergleich mit Lebensmitteln und keine Messung oxidativer Schäden beim Menschen. Bereich „Langlebigkeit“, weil ein allgemeiner Schutz vor Zellschäden versprochen wird.

  • Senkt den Blutzucker

    nicht untersucht

    Energie & Stoffwechsel · Patienten: Typ-2-Diabetes · Keine Daten

    Keine Humanstudie. Der Mausbefund (niedrigerer Blutzucker bei diabetischen Mäusen) stammt von einem Methanolextrakt aus Chaga ohne Angabe des Pilzteils, also nicht von einem im Handel üblichen Wasser- oder Ethanolextrakt, und zählt nach der Extrakt-Regel nicht [8] (Volltext geprüft).

  • Wirkt gegen Krebs

    nicht untersucht

    Langlebigkeit · Patienten: Krebs · Labor

    Zählbar ist nur ein Zellkulturbefund: Ethanolextrakte aus kultiviertem Sklerotium und kultiviertem Fruchtkörper hemmten Tumorzellen im MTT-Test; für wildes Sklerotium nennt die Zusammenfassung nur die Zusammensetzung [4] (nur Abstract geprüft). Mausdaten gibt es nur mit isolierten Polysaccharidfraktionen (Melanom nach oraler Gabe gebremst [7], nur Abstract geprüft; makrophagenvermittelte Hemmung [1]); sie stehen nach der Extrakt-Regel nur als Mechanismus. Keine Humanstudie gefunden. Bereich „Langlebigkeit“ nach K6.

Wirkweise

Evidenzkarte: Chaga (Inonotus obliquus)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Der als Chaga gehandelte schwarze Auswuchs an Birken wird in der Fachliteratur als Sklerotium bezeichnet [1]; der Novel-Food-Katalog nennt ihn Fruchtkörper und stuft ihn samt Wasser- und Ethanolextrakten als nicht neuartig in Nahrungsergänzungsmitteln ein [2]. In der Unionsliste steht Inonotus nicht [3]. Ethanolextrakte aus wildem und kultiviertem Material enthielten vor allem Lanosterol, Inotodiol und Ergosterol; das Wachstum von Tumorzellen in der Zellkultur hemmte am stärksten der Extrakt aus kultiviertem Sklerotium, schwächer der aus kultiviertem Fruchtkörper, Hemmwerte für Wildmaterial nennt die Zusammenfassung nicht [4]. Ein Heißwasserauszug (Abkochung) aus Chaga fing im Reagenzglas Superoxid- und Hydroxylradikale stärker ab als Auszüge aus drei anderen Heilpilzen (Agaricus-Myzel, Ganoderma lucidum, Phellinus linteus). Beim Vergleich der Pilzteile hatte ein Methanolauszug des braunen Anteils (in der Arbeit „fruiting body“, abgegrenzt vom schwarzen Anteil „Sclerotium“) die höchste Aktivität; aus diesem Methanolauszug wurden sieben antioxidativ wirkende kleine Phenole isoliert [5]. Dass sie die Wirkung des Heißwasserauszugs tragen, ist nicht gezeigt, und Methanolauszüge zählen nach der Extrakt-Regel nicht. Ein Vergleich mit Lebensmitteln oder ein Nachweis beim Menschen fehlt.

Isolierte Polysaccharidfraktionen wirken in Zell- und Tierversuchen auf das angeborene Immunsystem; nach der Extrakt-Regel sind sie kein Pulver- oder Extraktprodukt und stehen nur als Mechanismus. Aus Birken-Sklerotien isolierte wasserlösliche Fraktionen aktivierten Makrophagen von Maus und Mensch über TLR2 und TLR4 (schwach über Dectin-1) zur Bildung von NO, TNF-α, IL-6 und, zusammen mit Interferon-γ, IL-12; sie hemmten Krebszellen in der Zellkultur und bei Mäusen [1]. Polysaccharide aus wilden Sklerotien und aus kultiviertem Myzel regten menschliche Blutzellen im Reagenzglas zur Zytokinbildung an [6]. Polysaccharide aus dem „Fruchtkörper“ aktivierten Makrophagen über MAP-Kinasen und NF-κB, teils über TLR2, und bremsten nach oraler Gabe ein Melanom bei Mäusen [7]. Zum Blutzucker gibt es nur Tierversuche mit Extrakten anderer Art: Ein Methanolextrakt aus luftgetrocknetem Chaga (Pilzteil nicht genannt) senkte bei diabetischen Mäusen Blutzucker und Blutfette und veränderte die Darmflora [8].

Das wichtigste belegte Risiko ist die Oxalatnephropathie. Eine 72-jährige Frau, die Chaga-Pulver wegen Leberkrebs über Monate nahm, wurde dialysepflichtig; in der Nierenbiopsie fanden sich Oxalatkristalle [9]. Ein 49-jähriger Mann entwickelte nach jahrelanger Einnahme wegen Neurodermitis ein terminales Nierenversagen; im verbliebenen Pulver maßen die Autorinnen und Autoren einen sehr hohen Oxalatgehalt, andere Ursachen wie Vitamin C oder eine gesteigerte Oxalataufnahme im Darm schlossen sie aus [10]. Ein 69-jähriger Mann, der zusätzlich Vitamin C einnahm, bekam ein akutes Nierenversagen mit nephrotischem Syndrom, das sich unter Dialyse und Cortison zurückbildete [11]. Im Rattenversuch verursachte Chaga-Pulver in der höchsten Dosisgruppe Oxalatablagerungen, Tubulusschäden, Eiweiß im Urin, oxidativen Stress und Zelltod in der Niere [12]. Zum Nutzen beim Menschen ist keine Studie veröffentlicht: Eine von einem Unternehmen gesponserte, randomisierte und placebokontrollierte Studie mit einem Chaga-Arm (Gesunde vor einem Trailmarathon, Stimmung und Atemwegsgesundheit) lief laut Register von Juli 2020 bis Juli 2021, wurde aber erst im August 2022, also nach ihrem Abschluss, registriert; Ergebnisse stehen weder im Register noch in PubMed [13].

Eingeordnet am Wirkort Zelle mit Mitochondrium, Glutathion-Zyklus, Keap1–Nrf2 und Plasmamembran; in der Abbildung dort nicht gezeichnet: nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3).

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Toll-like-Rezeptoren 2 und 4 (TLR2, TLR4)RezeptorAgoniststarke Agonisten (Fraktionen AcF1, AcF3 aus Birken-Sklerotien); Dectin-1 nur schwach (Zellkultur, Maus) Tierversuch[1]
MAPK- und NF-κB-Signalweg in MakrophagenSignalwegAktivatorNO, ROS, TNF-α und Phagozytose ↑; TNF-α teils über TLR2 (RAW-264.7-Zellen) Labor[7]
Superoxid- und HydroxylradikaleSonstigesHemmerstärkere Radikalfängeraktivität als Auszüge aus drei anderen Heilpilzen (in vitro) Labor[5]
Nierentubuli (Calciumoxalat-Ablagerung)StrukturSchädigungOxalatkristalle in Biopsien (Fallberichte) und Tubulusschäden bei Ratten Mensch, nicht randomisiert[9][10][11][12]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativmoduliert · Heißwasserauszug fängt in vitro Radikale ab; bei Ratten nach sehr viel Chaga-Pulver dagegen mehr oxidativer Stress in der Niere[5][12]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemunklar · Keine zählbare Studie mit Pulver oder Wasser- bzw. Ethanolextrakt; isolierte Polysaccharidfraktionen aktivieren Makrophagen über TLR2/TLR4 (Zellkultur, Maus) und stehen nach der Extrakt-Regel nur als Mechanismus; keine Humanstudie[1][6][7]
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Pulver

    Aufnahme der Inhaltsstoffe beim Menschen nicht untersucht. Das Oxalat aus dem Pulver gelangt in die Niere: In drei Fallberichten fanden sich Oxalatkristalle in den Nierentubuli [9][10][11].[9][10][11]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Wasser- oder Ethanolextrakt

    Laut Novel-Food-Katalog in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig [2]; Studien zu Aufnahme oder Wirkung beim Menschen fehlen.

    Keine Daten

Studien am Menschen

  • Keine Studien am Menschen gefunden.

Risiken und Warnhinweise

  • Oxalatnephropathie bis zum Nierenversagen

    Drei Fallberichte: dialysepflichtige Oxalatnephropathie nach monatelanger Einnahme von Chaga-Pulver [9]; terminales Nierenversagen nach jahrelanger Einnahme, sehr hoher Oxalatgehalt im Pulver gemessen, andere Ursachen ausgeschlossen [10]; akutes Nierenversagen mit nephrotischem Syndrom, rückläufig unter Dialyse und Cortison, bei zusätzlicher Vitamin-C-Einnahme [11]. Eine formale Kausalitätsbewertung (Skala) nennen [10] und [11] im Volltext nicht; [9] wurde nur am Abstract geprüft. Im Rattenversuch Oxalatablagerungen und Tubulusschäden in der höchsten Dosisgruppe [12]. Bei Nierenerkrankungen oder Nierensteinen in der Vorgeschichte ist das Risiko nicht untersucht.

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Vitamin C: Vitamin C wird zu Oxalat abgebaut; in einem Fallbericht nahm der Betroffene beides ein [11]. Ob die Kombination das Risiko erhöht, ist nicht untersucht; ein anderer Bericht nennt Vitamin C als auszuschließende Oxalatquelle [10].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Chaga ist das stärkste natürliche Antioxidans“

    Belegt ist nur, dass ein Heißwasserauszug aus Chaga im Reagenzglas Radikale stärker abfing als Auszüge aus drei anderen Heilpilzen [5] (nur Abstract geprüft); ein Vergleich mit anderen Lebensmitteln oder eine Wirkung im Körper ist nicht gezeigt. ORAC-Werte als Werbeargument wurden nicht an einer Primärquelle geprüft.

  • nicht belegt

    „Chaga stärkt das Immunsystem“

    Nur Zell- und Mausversuche mit isolierten Polysacchariden [1][6][7]; keine Humanstudie.

  • widerlegt

    „Chaga ist als natürlicher Birkenpilz unbedenklich“

    Fallberichte schwerer Nierenschäden bis zur Dialysepflicht durch Oxalat [9][10][11], gestützt durch einen Rattenversuch [12].

  • nicht belegt

    „Chaga heilt Krebs“

    Zählbar nur ein Zellkulturbefund mit Ethanolextrakt [4]; Mausversuche nur mit isolierten Polysacchariden [1][7]; keine Humanstudie. Eine Patientin entwickelte unter Chaga gegen Leberkrebs eine dialysepflichtige Nierenschädigung [9].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Beim Menschen nicht untersucht.
Halbwertszeit
Nicht untersucht.
Abbau
Nicht untersucht.
Weg ins Gehirn
Nicht untersucht.

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert (nationale Einstufung und Arzneimittelstatus nicht abgefragt). Für Deutschland gilt das EU-Recht zu neuartigen Lebensmitteln (siehe EU).
EU
Laut Novel-Food-Katalog der EU-Kommission gelten der Fruchtkörper sowie Wasser- und Ethanolextrakte daraus (flüssig oder getrocknet) als „nicht neuartig in Nahrungsergänzungsmitteln“ (Eintrag POL-NF-00430, letzte Änderung 06.10.2026); Konsultationen in Finnland und Tschechien stuften zwei Extraktpulver aus dem Fruchtkörper ebenso ein; die Einstufung betrifft nur Nahrungsergänzungsmittel [2]. Eine weitere Konsultation der finnischen Lebensmittelbehörde (Ref. Ares(2024)8099513, 14.11.2024) zu Chaga als Auswuchs („conk“; gefroren, getrocknet, gemahlen oder als Extrakt) schließt ohne Einschränkung: „Chaga (Inonotus obliquus) is novel food.“ Laut demselben Dokument war die Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln schon früher bestätigt und nicht Gegenstand der Anfrage; für einen nennenswerten Verzehr in anderen Lebensmitteln gebe es keinen Beleg, die Nutzung als Tee- und Kaffeeersatz im 19. Jahrhundert und in Kriegszeiten zähle nicht [14]. Kein Eintrag zu Inonotus in der konsolidierten Unionsliste, Stand 10.08.2026 [3]. Der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt.
USA
Nicht verifiziert.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Gibt es überhaupt einen messbaren Nutzen beim Menschen, etwa auf Infekte oder Blutzucker?
  • Wie stark schwankt der Oxalatgehalt zwischen Pulver, Tee und Extrakten, und wie viel geht in einen Aufguss über?
  • Beeinflusst Chaga die Blutgerinnung oder die Wirkung von Antidiabetika? Primärquellen dazu wurden nicht gefunden.

Referenzen

  1. Wold CW, Christopoulos PF, Arias MA, Dzovor DE, Øynebråten I, Corthay A, et al. Fungal polysaccharides from Inonotus obliquus are agonists for Toll-like receptors and induce macrophage anti-cancer activity. Commun Biol. 2024;7(1):222. doi:10.1038/s42003-024-05853-y · PubMed
  2. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Inonotus obliquus (Fr.) Pilát [Datenbank]. POL-NF-00430, letzte Änderung 06.10.2026 [zitiert 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
  3. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  4. Sun Y, Yin T, Chen XH, Zhang G, Curtis RB, Lu ZH, et al. In vitro antitumor activity and structure characterization of ethanol extracts from wild and cultivated Chaga medicinal mushroom, Inonotus obliquus (Pers.:Fr.) Pilát (Aphyllophoromycetideae). Int J Med Mushrooms. 2011;13(2):121–30. doi:10.1615/intjmedmushr.v13.i2.40 · PubMed
  5. Nakajima Y, Sato Y, Konishi T. Antioxidant small phenolic ingredients in Inonotus obliquus (persoon) Pilat (Chaga). Chem Pharm Bull (Tokyo). 2007;55(8):1222–6. doi:10.1248/cpb.55.1222 · PubMed
  6. Xu X, Li J, Hu Y. Polysaccharides from Inonotus obliquus sclerotia and cultured mycelia stimulate cytokine production of human peripheral blood mononuclear cells in vitro and their chemical characterization. Int Immunopharmacol. 2014;21(2):269–78. doi:10.1016/j.intimp.2014.05.015 · PubMed
  7. Won DP, Lee JS, Kwon DS, Lee KE, Shin WC, Hong EK. Immunostimulating activity by polysaccharides isolated from fruiting body of Inonotus obliquus. Mol Cells. 2011;31(2):165–73. doi:10.1007/s10059-011-0022-x · PubMed
  8. Ye X, Wu K, Xu L, Cen Y, Ni J, Chen J, et al. Methanol extract of Inonotus obliquus improves type 2 diabetes mellitus through modifying intestinal flora. Front Endocrinol (Lausanne). 2022;13:1103972. doi:10.3389/fendo.2022.1103972 · PubMed
  9. Kikuchi Y, Seta K, Ogawa Y, Takayama T, Nagata M, Taguchi T, et al. Chaga mushroom-induced oxalate nephropathy. Clin Nephrol. 2014;81(6):440–4. doi:10.5414/CN107655 · PubMed
  10. Lee S, Lee HY, Park Y, Ko EJ, Ban TH, Chung BH, et al. Development of end stage renal disease after long-term ingestion of chaga mushroom: case report and review of literature. J Korean Med Sci. 2020;35(19):e122. doi:10.3346/jkms.2020.35.e122 · PubMed
  11. Kwon O, Kim Y, Paek JH, Park WY, Han S, Sin H, et al. Chaga mushroom-induced oxalate nephropathy that clinically manifested as nephrotic syndrome: a case report. Medicine (Baltimore). 2022;101(10):e28997. doi:10.1097/MD.0000000000028997 · PubMed
  12. Lee S, Cui S, Fang X, Lee H, Lim SW, Shin YJ, et al. Kidney injury induced by high-dose chaga mushroom consumption: experimental evidence in a rat model. J Korean Med Sci. 2026;41(3):e37. doi:10.3346/jkms.2026.41.e37 · PubMed
  13. ClinicalTrials.gov. Natural Modulators of Immune Function and Mood. NCT05508529 [Registereintrag, zitiert 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/study/NCT05508529 NCT05508529 · NCT05508529
  14. Finnish Food Authority. Application for consultation to determine the status of a novel food pursuant to Article 4(2) of Regulation (EU) 2015/2283: Chaga (Inonotus obliquus). Ergebnis: novel food. Ref. Ares(2024)8099513 vom 14.11.2024 [Internet]. Europäische Kommission, Konsultationsverfahren zum Novel-Food-Status. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://food.ec.europa.eu/document/download/bc4d6da9-87ae-4198-8bde-78ea71d3863f_en?filename=novel-food_consult-status_chaga_fin.pdf
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Neues Profil (Welle 3, Paket P5, Tier 1); Slug nach E-7 wissenschaftlich. Extrakt-Regel E-13: gezählt werden nur Pulver bzw. Wasser- und Ethanolextrakte aus dem Sklerotium („Fruchtkörper“); isolierte Polysaccharidfraktionen [1][6][7] stehen als Mechanismus, der Methanolextrakt ohne Pilzteilangabe [8] zählt nicht. Gegenprüfung 25.10.2026: Stufen und systeme folgen jetzt dieser Regel (Immun 2 → 0, Krebs 2 → 1, systeme.immunsystem 2 → 0); [4] zählt mit dem Ethanolextrakt aus kultiviertem Sklerotium (die Extrakt-Regel trennt Pilzteile und Auszüge, nicht Wild- und Zuchtware); die Phenole aus [5] stammen aus einem Methanolauszug und zählen nicht.
  • Humanstudien gesucht (25.10.2026): PubMed „Inonotus obliquus“/„chaga mushroom“ mit randomized, trial, volunteers, participants, humans[mh] (147 Treffer) bzw. mit Niere/Oxalat; nur drei Fallberichte [9][10][11], keine Interventionsstudie. ClinicalTrials.gov („Inonotus obliquus“, „chaga mushroom“, 25.10.2026): 4 Einträge. NCT05508529 (randomisiert, vierfach verblindet, 120 Gesunde, Chaga als einer von fünf Armen gegen Placebo, Sponsor ein Unternehmen, Studienzeitraum laut API v2 07/2020 bis 07/2021, erstmals eingereicht am 13.08.2022 und veröffentlicht am 19.08.2022, also nachträglich registriert; keine Ergebnisse im Register, keine Publikation über die NCT-Nummer in PubMed oder Europe PMC, 0 Treffer am 25.10.2026); NCT07127705 (Chaga-Arm gegen Placebo, rekrutiert noch); NCT04821258 (Mischpräparat aus neun Pilzextrakten, zählt nicht); NCT05252598 (Chaga als Vergleichspräparat einer Psilocybin-Studie, zurückgezogen). PubMed-Suche nicht systematisch.
  • Volltexte: [1] PMC10891174 „Sclerotia (dense fungal conks) of I. obliquus were harvested from a birch (Betula pubescens)“; [8] PMC9852891 luftgetrocknetes I. obliquus eines Händlers, Pilzteil nicht genannt, Methanolextraktion; [10] PMC7234858 Oxalatgehalt im verbliebenen Pulver gemessen, Vitamin C und enterale Hyperoxalurie ausgeschlossen, laut Autorinnen und Autoren zweiter beschriebener Fall weltweit; [11] PMC8913114 zusätzliche Vitamin-C-Einnahme; [12] PMC12815897 Pulver ohne Herkunftsangabe, zwei Dosisgruppen und Kontrolle, je sechs Ratten. In [10] und [11] (Volltexte) keine formale Kausalitätsskala (RUCAM, Naranjo, WHO-UMC); [9] nur am Abstract geprüft.
  • Am Abstract: [4] Lanosterol, Inotodiol, Ergosterol in Wild- und Zuchtmaterial, Hemmwerte im MTT-Test nur für kultiviertes Sklerotium und kultivierten Fruchtkörper; [5] Heißwasserauszug im Vergleich mit Agaricus-blazei-Myzel, G. lucidum und Phellinus linteus, sieben Phenole aus dem 80-%-Methanolauszug des braunen Anteils („fruiting body“), abgegrenzt vom schwarzen Anteil („Sclerotium“); [6] Sklerotien- und Myzelpolysaccharide, TNF-α, IFN-γ, IL-1β, IL-2; [7] MAPK, NF-κB, Anti-TLR2, Melanom nach oraler Gabe; [9] 72-jährige Patientin, Hämodialyse, Oxalatkristalle.
  • Novel-Food-Katalog selbst abgerufen am 25.10.2026 über die Backend-Schnittstelle der Katalogseite (979 Einträge): POL-NF-00430 „Inonotus obliquus (Fr.) Pilát“, letzte Änderung 06.10.2026; Teil „Fruiting body, and water and ethanol extract thereof (liquid or dried)“ = NOT_NOVEL_IN_FOOD_SUPPLEMENTS; Beschreibung mit Konsultationen in FI und CZ. Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810 (Cellar, deutsch): 0 Treffer für Inonotus und Chaga. AMVV Anlage 1 (25.10.2026): kein Eintrag.
  • 26.10.2026, Sachkorrektur nach Prüfbericht E-20 (Block D, Entscheidung n021): Konsultations-PDF der finnischen Behörde selbst abgerufen und gelesen (Ref. Ares(2024)8099513 - 14/11/2024; Recipient Member State: Finnish Food Authority; Kategorie 3(2)(a)(ii)); wörtlich „The history of the consumption of chaga in food supplements has been confirmed earlier and was not part of this consultation request“, „there is no evidence of the significant use of chaga in other foods than in food supplements“, Schluss „Chaga (Inonotus obliquus) is novel food.“ [14]. Novel-Food-Katalog am 26.10.2026 erneut abgerufen: POL-NF-00430 unverändert (letzte Änderung 06.10.2026, NOT_NOVEL_IN_FOOD_SUPPLEMENTS); seine Beschreibung nennt nur die FI-Extrakt- und die CZ-Konsultation, nicht diese. Der frühere Satz, zu Tee und anderen Lebensmitteln treffe der Eintrag keine Aussage, ist damit ergänzt.

Nicht verifiziert

  • Ob Ethanolextrakte aus kultiviertem Myzel unter den Katalogeintrag fallen; Rechtsstatus in den USA.
  • Pilzteil in [7] (im Titel „fruiting body“; vermutlich das gehandelte Sklerotium) und Herkunft des Pulvers in [9] und [12].
  • Was [5] mit braunem „fruiting body“ und schwarzem „Sclerotium“ genau meint (Innen- und Außenschicht desselben Auswuchses oder getrennte Strukturen); nur Abstract geprüft.
  • Ob [9] eine formale Kausalitätsbewertung nennt (nur Abstract geprüft).
  • Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern oder Antidiabetika und ORAC-Werte: oft behauptet, keine Primärquelle gefunden bzw. gesucht.
  • Inhaltsstoffangaben stützen sich auf einzelne Analysen [4][5]; Melanin und Betulin/Betulinsäure, die in Übersichten genannt werden, sind nicht an einer Primärquelle geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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