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Vom Molekül bis zur Studienlage

Was Wirkstoffe wirklich tun.

Synaptik ist ein Nachschlagewerk für Wirkstoffe. Jedes Profil nennt Angriffspunkt, Wirkmechanismus und Aufnahme, belegt mit Primärquellen, und zeigt, ob der Wirkstoff am Menschen untersucht wurde und mit welchem Ergebnis.

  • 350 Wirkstoffprofile
  • 5275 Quellenangaben
  • Keine Dosierungen, keine Shops

Vergleich

Dopaminerge Synapse: Modafinil und Methylphenidat

Wirkstoff

Dopamin  Noradrenalin  Serotonin  cAMP  Wirkstoff  Kreuz = Transporter gesperrt

Normalzustand

Dopamin im Spalt (Modell): Ausgangslage

Modafinil

Dopamin im Spalt (Modell): mehr

Das Feld „Normalzustand“ läuft ohne Wirkstoff, das zweite mit dem gewählten Wirkstoff; beide mit derselben Freisetzung. Wort und Balken unter den Feldern zeigen ohne Zahl nur die Richtung: laut Studienlage, bei Phenylpiracetam (Racemat) aus der DAT-Hemmung abgeleitet, weil die Quellen des Profils dort kein Dopamin gemessen haben. Das Teilchenmodell ist illustrativ, keine Messung, und sagt nichts über das Ausmaß beim Menschen.

Haltung

Frei lesbar, mit Quellen belegt und vom Molekül bis zur Studienlage erklärt.

350 Profile, jeder Strich ein Wirkstoff

Klick öffnet das Profil, Pfeiltasten wechseln den Strich.Antippen zeigt den Wirkstoff, erneutes Antippen öffnet das Profil.

Farbe: Ergebnis des Hauptversprechens
  • Nutzen belegt
  • kleiner Nutzen
  • eingeschränkt oder uneinheitlich
  • kein Nutzen
  • Verschlechterung
  • nicht untersucht
Profile

So liest du ein Profil.

Die drei Beispiele stammen unverändert aus dem Profil zu Modafinil.

01

Angriffspunkt

Woran der Wirkstoff bindet und was er dort tut, mit Messwert, Evidenzstufe und Quelle.

Im Profil ansehen

Angriffspunkte

Modafinil
  • Dopamintransporter (DAT)

    Transporter · Hemmer

    IC50 6,4 µM (menschlicher DAT, Zellkultur); IC50 4,0 µM (Rattensynaptosomen); rund 54 % Besetzung im Nucleus caudatus (Mensch, PET)

    Mensch, randomisiert[1][2][3]

  • Noradrenalintransporter (NET)

    Transporter · Hemmer

    IC50 35,6 µM (menschlicher NET, Zellkultur); Besetzung im Thalamus (Rhesusaffe, PET)

    Tierversuch[1]

02

Aufnahme

Wie viel davon ins Blut gelangt, wie lange es dort bleibt und ob es das Gehirn erreicht.

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Pharmakokinetik

Modafinil
Aufnahme
Gut resorbiert, höchste Plasmaspiegel nach 2–4 Stunden [7].
Halbwertszeit
Etwa 12–15 Stunden, vor allem bestimmt durch das langlebigere R-Enantiomer [7].
Weg ins Gehirn
Besetzt Dopamintransporter im menschlichen Striatum (PET) [3].
03

Studienlage

Was Studien am Menschen zum Hauptversprechen zeigen, an wem sie gemacht wurden und wie sicher das Ergebnis ist.

Im Profil ansehen

Hauptversprechen

Modafinil

Bessere geistige Leistung bei Gesunden

Untersucht an
gesund
Evidenzstufe
Mensch, randomisiert
Ergebnis
kleiner Nutzen

Zwei Metaanalysen placebokontrollierter Studien zeigen bei ausgeschlafenen Gesunden nur kleine Effekte (g = 0,10 bzw. SMD 0,12) [11][12]. Die Studien prüfen fast nur Einzelgaben unter Laborbedingungen; Nutzen und Sicherheit bei wiederholter Anwendung durch Gesunde sind nicht untersucht.

Synaptik-Bibliothek

Was Studien an gesunden Menschen zu 38 Nootropika zeigen

Jedes Profil zeigt, wo ein Wirkstoff ansetzt, wie viel davon ankommt, welche Studien es gibt und was dabei herauskam, darunter Modafinil, Piracetam, Tongkat Ali und BPC-157. Alle Kennzahlen in dieser Übersicht werden aus den Profilen berechnet; jede Zahl zu Stoffgruppe und Ergebnis führt in die passend gefilterte Bibliothek.

16 von 38 Nootropika: Hauptversprechen bei Gesunden nicht untersucht

Evidenzstufe des Hauptversprechens, alle Profile

  • 4 · Mensch, randomisiert190
  • 3 · Mensch, nicht randomisiert15
  • 2 · Tierversuch31
  • 1 · Labor3
  • 0 · Keine Daten111

Quellenangaben in der Bibliothek

5275in 350 Substanzprofilen
Interaktiv

Was in einer Synapse passiert und wo Wirkstoffe eingreifen

Dopamin wird freigesetzt, bindet, wird zurückgeholt und abgebaut. Tippe auf Transporter, Enzym oder Rezeptoren, um zu sehen, welche Wirkstoffe dort ansetzen und wie gut das belegt ist.

Wie Wirkstoffe überhaupt ins Gehirn kommen
Evidenz-Leiter

Wie stark ist ein Beleg?

Ein Effekt in der Zellkultur ist etwas anderes als ein Effekt bei gesunden Menschen. Deshalb trägt jeder Befund auf Synaptik seine Evidenzstufe.

  1. 5

    Systematische Reviews & Meta-Analysen

    Kann zeigen: das Gesamtbild vieler Studien und eine präzisere Effektschätzung. Kann nicht: Schwächen der eingeschlossenen Einzelstudien ausgleichen.

  2. 4

    Randomisierte kontrollierte Studien (RCT)

    Kann zeigen: Ursache und Wirkung, weil der Zufall die Gruppen einteilt. Kann nicht: immer lange Zeiträume oder harte Endpunkte abbilden; Ergebnisse gelten zunächst für die untersuchte Gruppe.

  3. 3

    Kohorten- und offene Studien

    Kann zeigen: Zusammenhänge und erste Hinweise beim Menschen. Kann nicht: Kausalität belegen; Störfaktoren, Erwartungseffekte und Auswahl bleiben möglich.

    3 · nur Fallberichte: Stufe 3, aber nur aus Einzelfallberichten: Beobachtungen an einzelnen Menschen ohne Vergleichsgruppe. Sie zeigen, dass etwas vorkommen kann, nicht, wie oft oder ob der Wirkstoff die Ursache war.

  4. 2

    Tierversuche

    Kann zeigen: Wirkmechanismen im lebenden Organismus. Kann nicht: sagen, ob Menschen dieselbe Wirkung erleben, in welcher Stärke und mit welchen Risiken.

  5. 1

    Labor: Zellkultur & Reagenzglas

    Kann zeigen: Angriffspunkte und biologische Plausibilität. Kann nicht: direkt sagen, was im Körper passiert.

Porträt von Tilman Finley Winter
Tilman Finley WinterGründer · B.Sc. Ernährungswissenschaft, Universität HohenheimLinkedIn-Profil
Über Synaptik

Warum es Synaptik gibt

Synaptik ist ein unabhängiges Projekt von Tilman Finley Winter, Ernährungswissenschaftler mit Schwerpunkt Biochemie. Über viele Wirkstoffe kursieren Versprechen, die selten jemand an der Studienlage misst. Synaptik erklärt, wo und wie sie im Körper wirken, und zeigt, wie gut das belegt ist.

Tilman hat an der Universität Hohenheim Ernährungswissenschaft studiert, mit Schwerpunkten in Ernährungsphysiologie, Biochemie, Immunologie und Lebensmittelrecht. In seiner Bachelorarbeit in der klinischen Humanstudie CAPE hat er RNA-Seq-Daten zu postprandialen Veränderungen des Monozyten-Transkriptoms ausgewertet. Aus der Praxis bringt er Qualitätssicherung nach HACCP und IFS Food mit sowie die Prüfung von Gesundheitsaussagen nach der Health-Claims-Verordnung.

Unsere Grundsätze

  1. 01Jede Wirkung wird bis zum Angriffspunkt erklärt: Rezeptor, Transporter, Enzym oder Signalweg.
  2. 02Neben der Evidenzstufe steht immer, was die Studien gefunden haben, auch wenn es ein Nullbefund war.
  3. 03Keine Kaufempfehlungen, keine Shops: Bewertungen folgen nur der Studienlage. Dosierungen oder Einnahmeempfehlungen gibt es nicht, Risiken nennen wir mit Beleg.
  4. 04Recherche und Entwürfe entstehen mit KI-Unterstützung. Jede Quelle mit DOI oder PMID wird automatisch über Crossref und PubMed aufgelöst, die Kernaussagen werden zusätzlich von Hand geprüft.
So prüft Synaptik: Quellen, Regeln, FinanzierungE-Mail schreiben

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