Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten. Herstellung, Besitz, Handel oder Anwendung können verboten sein; Einzelheiten unter „Rechtlicher Status“.
Wirkweise
Evidenzkarte: Flmodafinil
Flmodafinil (CRL-40,940) unterscheidet sich von Modafinil nur durch je ein Fluoratom in para-Stellung an beiden Phenylringen; es gilt als strukturelles Analogon von Modafinil [1]. Nach Angaben der Entwicklergruppe wurde es im Laboratoire Lafon entworfen, aber nie weiterentwickelt [2]. Die einzige veröffentlichte pharmakologische Studie untersuchte unter dem Namen Lauflumid (NLS-4) die R-Form: Bei Mäusen führte sie bei weniger als halb so hoher Menge zu längerem Wachsein als Modafinil. Wie nach Modafinil folgte kein messbarer Rebound-Schlaf; der Erholungsschlaf enthielt aber weniger Tiefschlafanteil und Delta-Aktivität als nach Modafinil [2]. Dass Lauflumid selektiv den Dopamintransporter hemmt, stützt sich in dieser Arbeit auf unveröffentlichte Auftragsdaten [2].
In einer Struktur-Wirkungs-Studie hatten Modafinil-Amide mit Halogenen an den Phenylringen allgemein eine höhere Affinität zum Dopamintransporter und eine deutliche Selektivität gegenüber dem Serotonintransporter [3]; ob Flmodafinil selbst untersucht wurde, ließ sich am Abstract nicht prüfen. Beim Menschen gibt es nur eine Ausscheidungsstudie für Dopingkontrollen: Nach Einnahme fanden sich in Urin und Blut Flmodafinil sowie seine Metabolite Flmodafinilsäure und Flmodafinilsulfon, analog zu den Abbauprodukten von Modafinil [1]. Fladrafinil (CRL-40,941) wirkt dabei als Vorstufe von Flmodafinil [1].
Eingeordnet am Wirkort Monoamintransporter DAT, NET und SERT an einer dopaminergen Synapse; in der Abbildung dort nicht gezeichnet: DAT-Hemmung nur aus unveröffentlichten Auftragsdaten (Evidenzstufe 0).
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Dopamintransporter (DAT) | Transporter | Hemmer | nur unveröffentlichte Daten; für halogenierte Analoga allgemein höhere DAT-Affinität (Labor) | Keine Daten[2][3] |
Wirkprofil
- DopaminDAT-Hemmung nur nach unveröffentlichten Daten behauptet; Dopamin selbst nie gemessen[2][3]
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Studien am Menschen
Ausscheidung für Dopingkontrollen
Gemessen: Metabolite in Urin und Blut
Ergebnis: Nachweis von Flmodafinil, Flmodafinilsäure und Flmodafinilsulfon; Fladrafinil wird zu Flmodafinil umgewandelt. Keine Wirkungs- oder Sicherheitsendpunkte.[1]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Fehlende Sicherheitsdaten
Keine Studie zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Langzeitsicherheit beim Menschen; als Modafinil-Analogon sind ähnliche Risiken denkbar, aber nicht untersucht.
Keine Daten
Unkontrollierter Verkauf
Wird als Nootropikum online angeboten [5][6]; ein FDA-Labor entwickelte eigens eine Nachweismethode, weil Modafinil-Analoga in Nahrungsergänzungsmitteln auftauchen [4].
Keine Daten
Dopingverstoß
Im Wettkampf verboten; Flmodafinil und seine Metabolite sind lange nachweisbar [1].
Mensch, nicht randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Flmodafinil ist stärker als Modafinil“
Nur bei Mäusen und nur für die R-Form gezeigt: längeres Wachsein bei geringerer Menge [2]. Beim Menschen nicht untersucht.
- nicht belegt
„Flmodafinil verbessert Fokus und Konzentration“
Keine Studie mit kognitiven Endpunkten, weder beim Menschen noch im Tier.
- nicht belegt
„Flmodafinil wirkt ohne nachfolgende Müdigkeit („Crash“)“
Bei Mäusen kein messbarer Rebound-Schlaf, allerdings auch nicht nach Modafinil [2]; beim Menschen nicht untersucht.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Nach Einnahme in Blut und Urin nachweisbar [1].
- Halbwertszeit
- Nicht untersucht.
- Abbau
- Metabolite Flmodafinilsäure und Flmodafinilsulfon, analog zu Modafinil [1].
- Weg ins Gehirn
- Nicht untersucht; die Wachwirkung bei Mäusen spricht für eine Wirkung im Gehirn [2].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- In AMIce kein Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Flmodafinil gefunden, weder unter den verkehrsfähigen noch unter allen, auch erloschenen Einträgen (Suche nach Stoffname „Flmodafinil“, Abruf 26.10.2026; Versagungen und Rücknahmen sind im öffentlichen Teil nicht enthalten) [7]; kein Eintrag in AMVV Anlage 1 [8]. Doping: Die im Bundesgesetzblatt bekannt gemachte Verbotsliste 2026 nennt Flmodafinil (2-[Bis(4-fluorphenyl)methylsulfinyl]acetamid) unter S6.A (nichtspezifische Stimulanzien, innerhalb des Wettkampfes verboten) [10]. Damit gilt § 2 Absatz 1 und 2 AntiDopG: Verboten ist, Dopingmittel mit diesem Stoff zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport herzustellen, mit ihnen Handel zu treiben, sie abzugeben oder sonst in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei einer anderen Person anzuwenden. In der Anlage zum AntiDopG, an die das Verbot von Erwerb und Besitz in nicht geringer Menge anknüpft (§ 2 Absatz 3), ist Flmodafinil nicht aufgeführt [11]. Der lebensmittelrechtliche Status ist nicht verifiziert.
- EU
- Kein zentral zugelassenes oder bewertetes Arzneimittel, kein Referral und keine Orphan-Ausweisung mit Flmodafinil in den EMA-Datenexporten (Zeitstempel 25.10.2026) [9]; nationale Zulassungen anderer Mitgliedstaaten erfasst der Export nicht. Lebensmittelrechtlicher Status nicht verifiziert.
- USA
- Nicht zugelassen und laut einem FDA-Labor nicht betäubungsmittelrechtlich erfasst [4].
- Andere Länder
- Sport: Die Verbotsliste 2026 nennt Flmodafinil unter S6.A (nichtspezifische Stimulanzien), innerhalb des Wettkampfes verboten [1][10].
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Wie stark hemmt Flmodafinil den Dopamintransporter, und wirkt es auf weitere Ziele?
- Unterscheiden sich R- und S-Flmodafinil wie bei Modafinil?
- Wie sicher ist Flmodafinil beim Menschen?
Referenzen
- Krug O, Guddat S, Görgens C, Walpurgis K, Toma F, Thomas A, et al. Investigations into the metabolism and elimination of flmodafinil and fladrafinil for sports drug testing purposes. Drug Test Anal. 2026;18(8):1076–87. doi:10.1002/dta.70100 · PubMed
- Luca G, Bandarabadi M, Konofal E, Lecendreux M, Ferrié L, Figadère B, et al. Lauflumide (NLS-4) is a new potent wake-promoting compound. Front Neurosci. 2018;12:519. doi:10.3389/fnins.2018.00519 · PubMed
- Okunola-Bakare OM, Cao J, Kopajtic T, Katz JL, Loland CJ, Shi L, et al. Elucidation of structural elements for selectivity across monoamine transporters: novel 2-[(diphenylmethyl)sulfinyl]acetamide (modafinil) analogues. J Med Chem. 2014;57(3):1000–13. doi:10.1021/jm401754x · PubMed
- Bakota EL, Nandrea JM. Development and validation of an analytical method to identify and quantitate novel modafinil analogs in products marketed as dietary supplements. J Diet Suppl. 2025;22(2):329–44. doi:10.1080/19390211.2024.2417673 · PubMed
- Dowling G, Kavanagh PV, Talbot B, O'Brien J, Hessman G, McLaughlin G, et al. Outsmarted by nootropics? An investigation into the thermal degradation of modafinil, modafinic acid, adrafinil, CRL-40,940 and CRL-40,941 in the GC injector: formation of 1,1,2,2-tetraphenylethane and its tetra fluoro analog. Drug Test Anal. 2017;9(3):518–28. doi:10.1002/dta.2142 · PubMed
- Napoletano F, Schifano F, Corkery JM, Guirguis A, Arillotta D, Zangani C, et al. The psychonauts' world of cognitive enhancers. Front Psychiatry. 2020;11:546796. doi:10.3389/fpsyt.2020.546796 · PubMed
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Flmodafinil“, Humanarzneimittel, nur verkehrsfähige sowie ohne Einschränkung (alle Einträge, auch erloschene), jeweils ohne Treffer [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (kein Eintrag zu „Flmodafinil“).
- European Medicines Agency. Datenexporte (JSON) Medicines, Referrals und Orphan designations, Zeitstempel 25.10.2026. Amsterdam: EMA; abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json, https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/referrals-output-json-report_en.json und https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-orphan_designations-json-report_en.json (Suche nach „flmodafinil“ ohne Treffer).
- Bekanntmachung der Neufassung der Anlage I zu dem Internationalen Übereinkommen vom 19. Oktober 2005 gegen Doping im Sport/des Anhangs zu dem Übereinkommen vom 16. November 1989 gegen Doping vom 18. Dezember 2025 (Verbotsliste 2026, gültig ab 1. Januar 2026, mit amtlicher deutscher Übersetzung), Abschnitt S6 „Stimulanzien“. BGBl. 2025 II Nr. 312, ausgegeben am 23.12.2025. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.recht.bund.de/bgbl/2/2025/312/regelungstext.pdf
- Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG), § 2 und Anlage (zu § 2 Absatz 3). Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 10.3.2023 (BGBl. 2023 I Nr. 67). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 26.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/__2.html und https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html (kein Eintrag „Flmodafinil“ in der Anlage).
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- 26.10.2026 (Entscheidung n017, Prüfbericht E-20 Frage 12, erster Schritt, Primärbeleg WADA-Liste): `kategorie` von Nootropikum auf „Nicht zugelassener Wirkstoff“ umgestellt, Versprechen, Stufen und Ergebnisse unverändert. F1 (in DE/EU kein Arzneimittel): AMIce, Stoffname „Flmodafinil“, Humanarzneimittel, nur verkehrsfähige und ohne Einschränkung jeweils 0 Treffer (Abruf 26.10.2026 im Browser; Kontrolle „Modafinil“ 21 bzw. 32 Treffer) [7]; AMVV Anlage 1 im Volltext ohne Eintrag (Stand Art. 1 V v. 19.5.2026, BGBl. 2026 I Nr. 149) [8]; EMA-Exporte Medicines, Referrals und Orphan designations (Zeitstempel 25.10.2026) ohne Treffer für „flmodafinil“ [9]. F2 (Lebensmittel): kein lebensmittelrechtlicher Beleg, bleibt „nicht verifiziert“. F3 (Umlauf): Verbotsliste 2026 in der deutschen Bekanntmachung BGBl. 2025 II Nr. 312 am PDF gelesen, S6.A nennt „Flmodafinil (2-[Bis(4-fluorphenyl)methylsulfinyl]acetamid)“ [10]; § 2 AntiDopG und Anlage gelesen, Flmodafinil nicht in der Anlage [11]. Nachweis in als Nahrungsergänzung vermarkteten Produkten durch ein FDA-Labor [4] (nur Abstract geprüft, nicht neu gelesen); in der Marktüberwachung der amtlichen Kontrolllabore (Vanhee 2025, Tabelle A1) nicht aufgeführt. Grundlage: Prüfbericht docs/pruefberichte/rechtsstatus-e20.md, Blöcke C und F; alle Abfragen am 26.10.2026 selbst wiederholt.
- 26.10.2026 (Gegenprüfung n017): AMIce-Formel in `status.deutschland` umformuliert. Der AMIce-Filter „ohne Einschränkung“ der Verkehrsfähigkeit umfasst alle Einträge einschließlich erloschener (Kontrolle „Modafinil“: 21 Treffer unter „nur verkehrsfähige“, 32 ohne Einschränkung); der frühere Wortlaut „ohne Einschränkung der Verkehrsfähigkeit“ ließ sich als „uneingeschränkt verkehrsfähig“ missverstehen. Jetzt wie im Prüfbericht (Block A, Armodafinil): weder unter den verkehrsfähigen noch unter allen, auch erloschenen Einträgen.
- Alle 6 DOIs über Crossref und alle PMIDs über PubMed mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
- Abstracts: Struktur, CRL-Nummern, Metabolite, WADA S6, Fladrafinil als Vorstufe, sechs Freiwillige [1]; Wachheit bei Mäusen, kein Rebound [2]; halogenierte Amide mit höherer DAT-Affinität [3]; CRL-40,940 nicht betäubungsmittelrechtlich erfasst [4]; Verkauf in Online-Shops [5].
- Im Volltext [2]: Lauflumid = 2-((bis(4-fluorophenyl)methane)sulfinyl)acetamide, hergestellt als (R)-Sulfoxid; DAT-Hemmung (83 %) nur aus unveröffentlichten Daten (CEREP 2014).
- Im Volltext [6]: Flmodafinil in der Liste der von „Psychonauten“ diskutierten Psychostimulanzien.
- PubMed: 1 Treffer zu „flmodafinil“, 1 zu Lauflumid/NLS-4; ClinicalTrials.gov: 0 Einträge zu Flmodafinil und Lauflumid (23.10.2026).
Nicht verifiziert
- Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, BtMG, lebensmittelrechtlicher Status und nationale Zulassungen anderer EU-Staaten nicht geprüft.
- Ob Flmodafinil selbst in der Struktur-Wirkungs-Studie [3] oder der Vorgängerarbeit (Cao et al. 2010, ACS Med Chem Lett) vermessen wurde; der Volltext war nicht abrufbar.
- Ob online verkauftes Flmodafinil racemisch ist; die Tierstudie verwendete die R-Form.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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