Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Für eine gesunde Schilddrüse
uneinheitlichFormspezifisch (RCT mit Kaliumiodid, thailändische Teilgruppe): Statusmarker Thyreoglobulin gesunken (nur Marker), Schilddrüsenvolumen und TSH unverändert, Thyroxin sank etwas stärker als unter Placebo; die Schilddrüsenfunktion der Mütter verbesserte sich nicht [12]. Formübergreifend (Metaanalyse über alle Jodquellen und Studiendesigns, zählt nicht für die Stufe): Thyreoglobulin sinkt, in drei RCTs geringere Zunahme des Schilddrüsenvolumens, TSH und freies Thyroxin meist unverändert [13]. Klinische Endpunkte bei Gesunden ohne Mangel nicht untersucht.
Jod in der Schwangerschaft fördert die Gehirnentwicklung des Kindes
kein NutzenGroße RCT mit Kaliumiodid: kein Unterschied in Verbal- und Handlungs-IQ oder Exekutivfunktionen mit fünf bis sechs Jahren [11]; Metaanalyse von zwei RCTs über alle Jodquellen ohne Wirkung (zählt nicht für die Stufe) [13]. Bei schwerem Mangel nicht übertragbar.
Verkleinert Schilddrüsenknoten
kein NutzenLISA: Kaliumiodid allein ohne signifikante Verkleinerung von Knoten (−4,0 %) und Schilddrüse. Als Zusatz trägt Iodid offenbar bei: Levothyroxin plus Iodid verkleinerte die Knoten stärker als Levothyroxin allein (P = 0,018), das Schilddrüsenvolumen nicht signifikant stärker (P = 0,19) [9]. Herstellerunterstützt.
Verkleinert einen Jodmangelkropf
nicht untersuchtKeine Studie mit ausdrücklich Kaliumiodid gefunden. Die einzige ausgewertete RCT (62 Erwachsene, doppelblind) nennt nur „Iodid“, nicht das Salz, und zählt nach der Familienregel deshalb nicht für die Stufe; dort sank das Schilddrüsenvolumen nach zwölf Monaten um 38 %, der Effekt hielt sechs Monate nach Ende an, und knapp 10 % hatten vorübergehende jodinduzierte Funktionsstörungen und Autoimmunität [10]. Weitere Studien zum Jodmangelkropf wurden nicht ausgewertet.
Wirkweise
Evidenzkarte: Kaliumiodid
Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin. Jodmangel verursacht Kropf und Unterfunktion und kann in Schwangerschaft und Kindheit Wachstum und geistige Entwicklung beeinträchtigen; etwa die Hälfte Europas galt 2009 als leicht jodunterversorgt, die wichtigste Gegenmaßnahme ist jodiertes Speisesalz [1]. Iodid gelangt über den Natrium-Iodid-Symporter (NIS) in der basolateralen Membran der Schilddrüsenzellen in die Drüse; NIS transportiert Iodid auch in Speicheldrüsen, Magenschleimhaut und laktierende Brustdrüse [2]. Die EFSA rechnet bei Jod mit einer Aufnahmequote von 92 % [3].
Kaliumiodid steht in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG, neben Kaliumiodat, Natriumiodid und Natriumiodat [4]. In einer randomisierten Überkreuzstudie mit 20 jungen Frauen wurden aus einer Kaliumiodid-Tablette in 24 Stunden 97 % des Jods im Urin wiedergefunden, aus einer Mahlzeit aus Sushi mit Nori und Wakame-Salat mit fast gleicher Jodmenge 75 %; den Vorsprung von Kaliumiodid nennen die Autoren knapp [5]. In einer schottischen Studie mit 22 Frauen lag die Ausscheidung nach Kaliumiodid bei 59 %, nach Knotentang (Ascophyllum nodosum) bei 33 % [6]; in einer chinesischen Studie mit 18 Ausgewerteten in zwei Parallelgruppen mit unterschiedlichen Jodmengen bei 83,5 bzw. 63,7 % nach Kaliumiodid gegenüber 29,5 bzw. 23,7 % nach Kombu [7]. Iodat wird laut einer toxikologischen Übersicht im Körper und in Lebensmitteln zu Iodid reduziert und ist oral praktisch gleich gut verfügbar [8].
Klinisch: In der deutschen LISA-Studie mit 1024 Erwachsenen mit Schilddrüsenknoten verkleinerte Kaliumiodid allein die Knoten nach einem Jahr nicht signifikant (−4,0 % gegenüber Placebo), Kaliumiodid zusammen mit Levothyroxin um 17,3 % und damit signifikant stärker als Levothyroxin allein (P = 0,018); die Studie wurde von Sanofi-Aventis unterstützt [9]. In einer RCT mit 62 Erwachsenen mit diffusem endemischem Kropf und Jodmangel verkleinerte Iodid in geringer Menge die Schilddrüse nach zwölf Monaten um 38 %; bei knapp 10 % traten vorübergehende jodinduzierte Funktionsstörungen und Autoimmunität auf. Welches Iodidsalz verwendet wurde, nennt das Abstract nicht [10]. In einer RCT mit 832 leicht jodunterversorgten Schwangeren in Indien und Thailand änderte Kaliumiodid Intelligenz und Exekutivfunktionen der Kinder mit fünf bis sechs Jahren nicht [11]; in der thailändischen Teilgruppe sank das Thyreoglobulin, Schilddrüsenvolumen und TSH unterschieden sich nicht, und freies und Gesamt-Thyroxin der Mütter sanken etwas stärker als unter Placebo [12]. Merck stellte Kaliumiodid-Tabletten und Placebo kostenlos bereit; finanziert wurde die Studie vom Schweizerischen Nationalfonds, der Nestlé Foundation, der Universität Wageningen und der ETH Zürich [11][12]. Eine Metaanalyse über alle Jodquellen und Studiendesigns (10 RCTs, 4 nicht randomisierte Interventionsstudien, 23 Beobachtungsstudien) fand bei leicht bis mäßig unterversorgten Schwangeren überwiegend keine Wirkung auf TSH und freies Thyroxin, aber sinkendes Thyreoglobulin und in drei RCTs weniger Zunahme des Schilddrüsenvolumens; auf die kindliche Entwicklung keine Wirkung [13]. Die EU erlaubt für jede ausreichende Jodquelle die Angabe, Jod trage zu normaler Schilddrüsenhormon-Produktion und Schilddrüsenfunktion bei [14]. Zu viel Jod kann bei empfindlichen Menschen, etwa mit vorbestehender Schilddrüsenerkrankung, im Alter oder bei Feten und Neugeborenen, eine Unter- oder Überfunktion auslösen [15].
Jodblockade: Bei Reaktorunfällen soll Kaliumiodid in pharmakologischen Mengen, um Größenordnungen über der üblichen Zufuhr, die Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse sperren; nach Modellrechnungen wirkt das nur in einem engen Zeitfenster vor bis kurz nach der Exposition [16]. In einer Fall-Kontroll-Studie in Belarus und Russland war das strahlenbedingte Schilddrüsenkrebsrisiko nach Tschernobyl bei Kindern, die Kaliumiodid als Ergänzung erhalten hatten, etwa um den Faktor drei geringer (RR 0,34) und in Jodmangelgebieten dreimal höher [17].
Formulierungen und Herkunft: Jod aus Meeresalgen (Kelp, Kombu, Knotentang) ist chemisch kein Kaliumiodid; es liegt teils als Iodid, teils organisch gebunden vor (in Kombu 50,9–55,0 % anorganisches Iodid) [7]. Es wurde in allen gefundenen Vergleichen schlechter aufgenommen als Kaliumiodid [5][6][7]. Der Jodgehalt von Algen schwankt extrem: Zwischen 12 Arten unterschied er sich um mehr als das 500-Fache, und auch bei derselben Art hingen die Werte von Blattalter, Sonnenbleiche und Lagerung ab [18]. Nach zwei Wochen Algenkapseln stieg der TSH-Wert bei 42 Frauen im Mittel an, bei zwei über den Normbereich [6]; ein kelphaltiger Tee löste bei einer Frau mit Knotenstruma eine Schilddrüsenüberfunktion aus [19]. Vergleichende Daten zu anderen Darreichungsformen von Kaliumiodid (Tablette, Tropfen) wurden nicht gefunden. Gängige Speisealgen wie Laminaria-, Saccharina- und Fucus-Arten oder Ascophyllum nodosum gelten laut Novel-Food-Katalog der Kommission nicht als neuartige Lebensmittel; über ihren Jodgehalt sagt das nichts [21].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Natrium-Iodid-Symporter (NIS) | Transporter | Bindung | Substrat; aktiver Transport in Schilddrüse, Speicheldrüsen, Magen, laktierende Brustdrüse | Labor[2] |
| Schilddrüsenhormon-Synthese (T4, T3) | Hormonachse | Aktivator | Iod ist Bestandteil der Hormone; Wirkung nur bei Mangel | Mensch, randomisiert[1][13] |
| Thyreoglobulin (Serum) | Sonstiges | Expression ↓ | sinkt in der RCT mit Kaliumiodid bei Schwangeren mit leichtem Jodmangel und in den meisten RCTs der Metaanalyse über alle Jodquellen | Mensch, randomisiert[12][13] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselÜber die Schilddrüsenhormone; in der RCT mit Kaliumiodid bei leichtem Mangel keine Wirkung auf TSH, Thyroxin sank etwas[1][12]
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Kaliumiodid-Tablette (Referenz)
≈ 97 % (Urin, 24 h; Sushi mit Nori und Wakame-Salat 75 %)Randomisierte Überkreuzstudie mit 20 jungen Frauen bei fast gleicher Jodmenge; laut Autoren nur knapper Vorsprung von Kaliumiodid [5].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Kaliumiodid vs. Algen (Ascophyllum, Kombu)
59 % vs. 33 % bzw. 63,7–83,5 % vs. 23,7–29,5 % (Urinausscheidung)Zwei weitere Vergleiche mit 22 bzw. 18 Ausgewerteten; Randomisierung in den Abstracts nicht beschrieben, in [7] unterschiedliche Jodmengen in den Gruppen [6][7].[6]
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
LISA (Schilddrüsenknoten)
Gemessen: Knotenvolumen, Schilddrüsenvolumen
Ergebnis: Kaliumiodid allein −4,0 % (n. s.), Kombination mit Levothyroxin −17,3 % (p < 0,001) und stärker als Levothyroxin allein (P = 0,018).[9]
Mensch, randomisiert
Diffuser Jodmangelkropf
Gemessen: Schilddrüsenvolumen (Sonografie), Funktion, Antikörper
Ergebnis: Volumen −38 % unter Iodid, unter Placebo unverändert; 3 von 31 mit vorübergehender Funktionsstörung und Autoimmunität. Iodidsalz im Abstract nicht genannt.[10]
Mensch, randomisiert
Schwangerschaft und kindliche Entwicklung
Gemessen: Verbal- und Handlungs-IQ, Exekutivfunktion
Ergebnis: Keine Unterschiede (313 bzw. 315 Kinder ausgewertet).[11]
Mensch, randomisiert
Thailändische Teilgruppe
Gemessen: Schilddrüsenfunktion der Mütter, Entwicklung der Kinder
Ergebnis: Thyreoglobulin gesunken; Schilddrüsenvolumen und TSH ohne Unterschied; Thyroxin sank etwas stärker (p < 0,05); kindliche Entwicklung mit 5,7 Jahren ohne Unterschied.[12]
Mensch, randomisiert
Kaliumiodid vs. Sushi und Wakame
Gemessen: Jod im Urin
Ergebnis: Geschätzte Verfügbarkeit 97 vs. 75 %; Vorsprung laut Bioäquivalenzanalyse knapp.[5]
Mensch, randomisiert
Tschernobyl, Schilddrüsenkrebs
Gemessen: strahlenbedingter Schilddrüsenkrebs
Ergebnis: Mit Kaliumiodid-Ergänzung RR 0,34 (0,1–0,9); in Jodmangelgebieten RR 3,2.[17]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Jodinduzierte Schilddrüsenfunktionsstörung
Bei empfindlichen Gruppen (vorbestehende Schilddrüsenerkrankung, Ältere, Feten und Neugeborene) kann überhöhte Jodzufuhr Unter- oder Überfunktion auslösen, die Quelle ist oft nicht offensichtlich [15]. In einer RCT beim Jodmangelkropf traten unter Iodid bei knapp 10 % vorübergehende Funktionsstörungen und Autoimmunität auf [10].
Mensch, randomisiert
Leicht sinkendes Thyroxin in der Schwangerschaft
In der thailändischen Teilgruppe einer RCT sank freies und Gesamt-Thyroxin unter Kaliumiodid etwas stärker als unter Placebo; die Kinder entwickelten sich gleich [12].
Mensch, randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- widerlegt
„Natürliches Jod aus Algen ist besser als Kaliumiodid“
In allen gefundenen Vergleichen wurde Algenjod schlechter aufgenommen, in der randomisierten Studie aber nur knapp [5][6][7]. Der Gehalt von Algen schwankt extrem [18]; unter Algenkapseln stieg der TSH-Wert [6], und ein Kelp-Tee löste eine Überfunktion aus [19].
- teilweise belegt
„Jodtabletten als Nahrungsergänzung schützen bei einem Atomunfall“
In einer Fall-Kontroll-Studie nach Tschernobyl war das strahlenbedingte Schilddrüsenkrebsrisiko bei Kindern, die Kaliumiodid als Ergänzung erhalten hatten, etwa dreifach geringer (RR 0,34), in Jodmangelgebieten dreimal höher [17]. Das sind Beobachtungsdaten aus Jodmangelgebieten, eine RCT gibt es nicht. Die akute Jodblockade ist etwas anderes: Sie arbeitet mit pharmakologischen Mengen weit über üblichen Ergänzungsmengen und nur in einem engen Zeitfenster [16].
- widerlegt
„Mehr Jod ist immer gut für die Schilddrüse“
Zu viel Jod kann Unter- und Überfunktion auslösen [15]; selbst bei leichtem Mangel sank Thyroxin in der Schwangerschaft etwas [12].
- teilweise belegt
„Kaliumiodid lässt Kropf und Knoten schrumpfen“
Beim diffusen Kropf mit Jodmangel verkleinerte Iodid die Schilddrüse in einer RCT um 38 % (Salz im Abstract nicht genannt) [10]. Bei Knotenstruma mit ausreichender Jodversorgung blieb Kaliumiodid allein ohne signifikanten Effekt, verstärkte aber als Zusatz die Knotenverkleinerung durch Levothyroxin [9].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Nahezu vollständig; Urin-Wiederfindung 97 % in 24 h [5]; die EFSA rechnet mit 92 % [3].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Iodid wird über NIS in die Schilddrüse aufgenommen und in die Hormone eingebaut [2]; der Rest wird vor allem über den Urin ausgeschieden [5].
- Weg ins Gehirn
- Keine Daten zur Hirngängigkeit gefunden.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Kaliumiodid verzeichnet, darunter Kaliumiodid-Tabletten mehrerer Hersteller und ein Präparat zur Jodblockade (Abruf 24.10.2026) [20]; als Jodquelle nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [4]. Die Jodblockade der Schilddrüse bei Strahlenunfällen arbeitet mit pharmakologischen Mengen [16] und ist vom Nahrungsergänzungsmittel zu trennen.
- EU
- Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Kaliumiodid“; im EU-Recht „Iod“); damit als Jodquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [4]. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben stehen unter health_claims.
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei“
- Nährstoff
- Jod
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[14]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; mit dieser Form bei leicht unterversorgten Schwangeren geprüft, siehe Versprechen „Für eine gesunde Schilddrüse“
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Nützt Kaliumiodid Schwangeren mit mäßigem Jodmangel (Urinjod unter 100 µg/l) für die kindliche Entwicklung?
- Welche Folgen hat die leichte Thyroxinabnahme unter Jodgabe in der Schwangerschaft?
- Wie lässt sich der Jodgehalt von Algenprodukten zuverlässig begrenzen?
Referenzen
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- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
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- Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Laminaria digitata; Ascophyllum nodosum; Fucus vesiculosus und weitere Speisealgen [Datenbank]. POL-NF-00452, POL-NF-00159, POL-NF-00368 u. a. [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
- Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG, konsolidierte Fassung CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): „Natriumiodid, Natriumiodat, Kaliumiodid, Kaliumiodat“.
- VO (EU) 432/2012 (CELEX 32012R0432, Ursprungsfassung): Angabe „Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei“.
- Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810: keine Einträge zu Kelp, Laminaria oder Ascophyllum; nur Fucoidin-Extrakte aus Fucus und Undaria (nicht als Jodquelle).
- Am Abstract: halb Europa leicht unterversorgt [1]; NIS-Lokalisation [2]; Aufnahmequote 92 % [3]; 20 Frauen, 97 vs. 75 % [5]; 22 Frauen, 59 vs. 33 %; 42 Frauen, TSH 1,5 → 2,1, zwei über Norm [6]; 18 Ausgewertete, 83,5/63,7 vs. 29,5/23,7 %, 50,9–55,0 % Iodid in Kombu [7]; Iodat ↔ Iodid [8]; 1024 Patienten, −17,3 %, −7,3 %, −4,0 % [9]; 832 Schwangere, IQ-Differenzen [11]; 514 Thailänderinnen, Thyroxin [12]; 37 Publikationen, 10 RCTs [13]; empfindliche Gruppen [15]; Zeitfenster der Blockade [16]; 276 Fälle, 1300 Kontrollen, RR 0,34 und 3,2 [17]; 12 Arten, Spanne vom Nori bis zu Kelp-Granulat [18]; Fallbericht [19].
- Im Volltext von [12] (Europe PMC): Prüfpräparat der Studie [11] waren Kaliumiodid-Tabletten (Merck).
- Im Volltext von [9] (Europe PMC): Prüfpräparat Kaliumiodid; Unterstützung durch Sanofi-Aventis, Honorare an Autoren.
- PubChem: CID 4875, IK.
- ClinicalTrials.gov: 96 Studien mit „potassium iodide“ als Intervention (24.10.2026).
- Gegenprüfung (24.10.2026): Volltext von [12] (Europe PMC): Thyreoglobulin im Jodarm niedriger (p = 0,0006), Schilddrüsenvolumen (p = 0,59) und TSH ohne Gruppenunterschied; „Merck (Darmstadt, Germany) supplied the iodine supplements and placebos in-kind“; Finanzierung laut Abstract von [11]: Swiss National Science Foundation, Nestlé Foundation, Wageningen University and Research, ETH Zurich. Abstract [13]: alle Jodquellen, 10 RCTs, 4 nicht randomisierte Interventionen, 23 Beobachtungsstudien. Abstract [5]: Sushi mit Nori und Wakame-Salat, fast gleiche Jodmenge in beiden Armen, Vorsprung „with small margins“. Abstract [7]: zwei Parallelgruppen mit unterschiedlichen Jodmengen. Abstract [9]: Levothyroxin plus Iodid besser als Levothyroxin allein (P = 0,018). Abstract [10]: 62 Personen, −38 %, 3 von 31 mit Funktionsstörung und Autoimmunität. Abstract [17]: „potassium iodide as a dietary supplement“, RR 0,34.
- VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angabe zu Schilddrüsenhormonen und Schilddrüsenfunktion [14].
- Kahaly 1997 [10], Abstract erneut geprüft (PubMed, 24.10.2026): nur „iodide“ bzw. „I“, kein Salz genannt; Volltext beim Verlag nicht abrufbar (HTTP 403).
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Kaliumiodid“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 144 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [20]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- Novel-Food-Katalog (Backend-API, 24.10.2026): Status „Not novel in food“ u. a. für Laminaria digitata (POL-NF-00452), L. hyperborea, L. longicruris, Saccharina japonica, S. latissima, Ascophyllum nodosum (POL-NF-00159), Fucus vesiculosus (POL-NF-00368), F. serratus, F. spiralis, Undaria pinnatifida [21]. AMIce: Kaliumiodid als Wirkstoff in 144 verkehrsfähigen Humanarzneimitteln, darunter viele Homöopathika; die Suche nach Arzneimittelnamen zeigt Kaliumiodid- bzw. Jodid-Tabletten mehrerer Hersteller und ein Präparat zur Jodblockade [20].
Nicht verifiziert
- Rechtsstatus in den USA; Anwendungsgebiete der in AMIce verzeichneten Kaliumiodid-Tabletten nicht in den Dokumentanzeigen gelesen.
- Ob in [6] und [7] randomisiert wurde (in den Abstracts nicht beschrieben); deshalb Evidenzstufe 3.
- Der „um mehr als das 500-Fache“ schwankende Algenjodgehalt ist aus den im Abstract von [18] genannten Extremwerten berechnet.
- Die Aussage „um Größenordnungen über der üblichen Zufuhr“ beruht auf dem Vergleich der in [16] genannten Blockademengen mit der in [15] genannten Zufuhrempfehlung; Zahlen absichtlich nicht genannt.
- Gängige Speisealgen (z. B. Laminaria-, Saccharina-, Fucus-Arten, Ascophyllum nodosum) laut Novel-Food-Katalog nicht neuartig (24.10.2026); die jodrechtliche Einordnung einzelner Algenprodukte wurde nicht geprüft.
- Salzform des Iodids in [10] (Abstract: nur „iodide“); Volltext nicht über Europe PMC geprüft. Weitere ältere Studien zum Jodmangelkropf wurden nicht ausgewertet.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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