Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Oral eingenommenes Glutathion entgiftet den Körper
nicht untersuchtKeine Studie an Gesunden mit einem klinischen Endpunkt zur „Entgiftung“ gefunden; die vorhandenen Studien messen nur Glutathionspiegel und Oxidationsmarker (nächstes Versprechen) [2][3][4]. Das Werbeversprechen „füllt die Speicher auf und entgiftet“ ist nach K4 zerlegt. Bereich Langlebigkeit als Ersatzbereich, weil es keinen Bereich „Entgiftung“ gibt und Glutathion nicht im Darmlumen binden, sondern im Körper wirken soll.[2][3][4]
Oral eingenommenes Glutathion füllt die Glutathionspeicher auf (nur Marker)
uneinheitlichNur Marker. Nach einer Einzelgabe kein Anstieg im Plasma (sieben Gesunde, nicht randomisiert) [2]; nach vier Wochen im Vergleich der Gruppen keine Änderung des Glutathionstatus (RCT, 40 Gesunde) [3]; nach sechs Monaten zeit- und dosisabhängig 17 bis 35 % mehr Glutathion in Blut und Blutzellen, nach einem Monat Pause wieder Ausgangswert (RCT, 54 Gesunde) [4]. Diese Anstiege gibt das Abstract von [4] nur gegenüber dem Ausgangswert an; einen Unterschied zu Placebo nennt es nur für die NK-Zytotoxizität. Ein Gruppenunterschied beim Glutathion ist damit nicht belegt, im Gegensatz zum direkten Gruppenvergleich in [3]. Liposomales Glutathion nur in einer unkontrollierten, herstellerfinanzierten Pilotstudie [13].
Stärkt das Immunsystem (nur Marker)
Einzelbefund, unbestätigtNur Marker: In der sechsmonatigen RCT stieg die Zytotoxizität natürlicher Killerzellen in der höheren Dosisgruppe nach drei Monaten auf mehr als das Doppelte [4]; in der unkontrollierten liposomalen Pilotstudie ebenfalls [13]. Infekte oder andere klinische Endpunkte wurden nicht gemessen.
Glutathion-Kapseln hellen die Haut auf
uneinheitlichZwei placebokontrollierte RCTs mit oralem Glutathion allein an Gesunden: Bei 60 Medizinstudierenden nahm der Melaninindex nach vier Wochen an allen sechs Messstellen ab, stärker als unter Placebo aber nur an zwei Stellen [6]; bei 60 Frauen über zwölf Wochen lag er nur tendenziell niedriger als unter Placebo, signifikant nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einer Stelle (vom Hersteller Kyowa Hakko Bio finanziert) [7]. Eine systematische Übersicht nennt die Befunde uneinheitlich und nicht schlüssig [8], eine andere berichtet für fünf RCTs, teils mit Kombinationen, signifikante Abnahmen [9]. Langzeitdaten fehlen [5].
Glutathion-Infusionen hellen die Haut auf
kein NutzenEine placebokontrollierte, nicht randomisierte Studie mit 50 gesunden Frauen (Kombinationspräparat mit Vitamin C und Kollagenhydrolysat, Kontrollen nach Hautton und Alter zugeordnet): Besserung des Hauttons bei 6 von 16 gegenüber 3 von 16 unter Placebo (p = 0,054), danach fast vollständiger Verlust des Effekts; nur 32 von 50 ausgewertet, weil 9 Behandelte wegen Nebenwirkungen abbrachen und ihre Kontrollen mit ausgeschlossen wurden [10]. Eine Übersicht hält Design und Auswertung für fragwürdig [11], eine systematische Übersicht sieht keinen Wirksamkeitsnachweis [9]. Weitere Studien fehlen; Sicherheitsdaten zu wiederholten Infusionen sind unzureichend [12].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: Glutathion
Glutathion (GSH) ist das häufigste nicht an Proteine gebundene Thiol in Säugetierzellen; es schützt vor oxidativem Stress, wirkt bei der Entgiftung von Fremdstoffen mit und wird im Zytosol gebildet. Die Syntheserate bestimmen vor allem das Angebot an Cystein und die Glutamat-Cystein-Ligase, deren Gene unter anderem über Nrf2 reguliert werden [1]. Die ungewöhnliche γ-Peptidbindung kann nur die γ-Glutamyltransferase spalten, die an der Außenseite bestimmter Zellen sitzt; außerhalb der Zelle wird Glutathion deshalb abgebaut und seine Bausteine werden wieder aufgenommen [1].
Daraus folgt die Kernfrage oraler Präparate: Kommt Glutathion intakt an? Bei sieben Gesunden stiegen Glutathion, Cystein und Glutamat im Plasma nach einer hohen Einzelgabe nicht signifikant; die Autoren hielten die systemische Verfügbarkeit wegen der Spaltung durch γ-Glutamyltransferase in Darm und Leber für vernachlässigbar [2]. In einer RCT mit 40 Gesunden änderten sich nach vier Wochen weder Oxidationsmarker im Urin noch der Glutathionstatus der Erythrozyten [3]. Eine sechsmonatige RCT mit 54 Nichtrauchenden fand dagegen zeit- und dosisabhängig höhere Glutathionspiegel in Blut, Erythrozyten, Plasma, Lymphozyten und Wangenschleimhaut, die nach einem Monat Pause zum Ausgangswert zurückkehrten; diese Anstiege gibt das Abstract gegenüber dem Ausgangswert an, einen Unterschied zu Placebo nennt es nur für die Immunzellaktivität: in der höheren Dosisgruppe stieg die Aktivität natürlicher Killerzellen nach drei Monaten [4]. Alle drei Studien messen Marker; eine Wirkung auf Gesundheit oder „Entgiftung“ prüfte keine.
Bei der Hautaufhellung, für die Glutathion vor allem in Asien beworben wird, wird eine Hemmung der Tyrosinase und eine Verschiebung von braunem Eumelanin zu rötlichem Phäomelanin angenommen [5]. Eine RCT mit 60 gesunden Medizinstudierenden fand nach vier Wochen oraler Einnahme eine stärkere Abnahme des Melaninindex als unter Placebo nur an zwei von sechs Messstellen [6]. In einer zweiten RCT mit 60 gesunden Frauen über zwölf Wochen lag der Melaninindex unter reduziertem wie oxidiertem Glutathion nur tendenziell niedriger als unter Placebo; signifikant war der Unterschied nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einem Unterarm. Die Studie finanzierte der Hersteller Kyowa Hakko Bio, der auch die Präparate stellte [7]. Zwei systematische Übersichten werten die Lage unterschiedlich: Die eine hält die Evidenz wegen uneinheitlicher Befunde und geringer Studienqualität für nicht schlüssig, mit einem möglichen Effekt nur an sonnenexponierter Haut [8]; die andere berichtet für fünf RCTs zu oralem Glutathion, teils in Kombination, eine signifikante Abnahme des Melaninindex gegenüber Placebo [9]. Zu intravenösem Glutathion gibt es eine placebokontrollierte, nicht randomisierte Studie mit 50 gesunden Frauen; als Kontrolle diente je eine Frau mit gleichem Hautton und Alter, die Kochsalzlösung erhielt. Gegeben wurde ein Kombinationspräparat mit Glutathion, Vitamin C und Kollagenhydrolysat. Nach zwölf Injektionen hatte sich der Hautton bei 6 von 16 ausgewerteten Frauen gebessert, unter Placebo bei 3 von 16 (p = 0,054), und der Effekt ging nach dem Absetzen fast vollständig verloren. Alle 25 behandelten Frauen hatten Nebenwirkungen; 8 brachen wegen erhöhter Leberwerte ab, eine wegen eines anaphylaktischen Schocks [10]. Eine Übersicht beschreibt Design und Auswertung dieser Studie als fragwürdig [11]. Zur Sicherheit wiederholter Infusionen fehlen weitere Daten [12]; eine Übersicht weist zudem darauf hin, dass der Wechsel zu Phäomelanin das Risiko sonnenbedingter Hautkrebse erhöhen könnte, was nicht untersucht ist [12].
Formulierungen und Herkunft: Neben Kapseln mit reduziertem Glutathion gibt es liposomale, sublinguale und S-acetylierte Zubereitungen. Liposomales Glutathion hob in einer offenen Pilotstudie mit zwölf Gesunden ohne Kontrollgruppe nach ein bis zwei Wochen die Glutathionspiegel im Blut; die Studie wurde von einem Anbieter liposomalen Glutathions finanziert, der auch das Präparat stellte [13]. Randomisierte Vergleiche liposomal gegen nicht liposomal wurden nicht gefunden; zu S-Acetylglutathion und sublingualen Formen wurden keine geprüften Humandaten gefunden.
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
Nährstoff aus der Nahrung gewählter Wirkstoff (bzw. seine Spaltprodukte) Hemmstoff gebunden Kreuz = gehemmt · gestrichelter Kreis = Weg ohne gezeigtes Protein
Normalzustand
Aufnahme in dieser Zelle (Modell): Ausgangslage
Glutathion
Aufnahme in dieser Zelle (Modell): mehr
Beide Felder zeigen dieselbe Zelle, links ohne, rechts mit dem gewählten Wirkstoff. Wort und Balken unter den Feldern zeigen ohne Zahl nur die Richtung (z. B. weniger Glucose bei gehemmten Enzymen, mehr Aufnahmen, wenn der Wirkstoff selbst aufgenommen wird). Das Teilchenmodell ist illustrativ, keine Messung, und sagt nichts über das Ausmaß beim Menschen.
Die γ-Glutamyl-Bindung des Glutathions spaltet nur die γ-Glutamyltransferase an der Außenseite von Zellen; außerhalb der Zelle wird Glutathion deshalb abgebaut und seine Bausteine werden wieder aufgenommen [17]. Bei 7 Gesunden stiegen Glutathion, Cystein und Glutamat im Plasma nach einer hohen Einzelgabe nicht signifikant [18]. Gezeigt: γ-Glutamylrest über den Aminosäuretransporter, Cysteinylglycin als Dipeptid über PepT1 [13].
Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.
Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- Magnesiumglycinat: Aufnahme über den Dipeptidweg im Profil nur vermutet
- Nicotinamidmononukleotid (NMN): vorgeschlagener Transporter Slc12a8 umstritten
Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.
Superoxid, H₂O₂, Radikale Glutathion (GSH) gewählter Wirkstoff Gold = Angriffspunkt des Wirkstoffs
Normalzustand
Glutathion (oral)
Das Feld „Normalzustand“ zeigt die Zelle ohne Wirkstoff, das zweite dieselbe Zelle mit dem gewählten Wirkstoff. Beide Felder laufen mit demselben Modell; Teilchen und Geschwindigkeiten zeigen nur, wo der Wirkstoff ansetzt und in welche Richtung er wirkt, nicht das Ausmaß beim Menschen.
Die γ-Bindung des Glutathions spaltet nur die γ-Glutamyltransferase (GGT), ein Ektoenzym an der Außenseite bestimmter Zellen; das entstandene Cysteinylglycin zerlegt eine Dipeptidase in Cystein und Glycin, die wieder in die Zelle aufgenommen werden [1]. Nach einer hohen Einzelgabe stieg das Plasma-Glutathion bei sieben Gesunden nicht signifikant [21], nach vier Wochen änderte sich in einer RCT mit 40 Gesunden nichts [22]; eine sechsmonatige RCT mit 54 Nichtrauchenden fand in der höheren Mengenstufe 30–35 % mehr in Erythrozyten, Plasma und Lymphozyten gegenüber dem Ausgangswert [23]. Alles Marker.
Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.
Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet
- Alpha-Liponsäure (Racemat): nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
- Centrophenoxin: nur ein Tierbefund (Rattenhirn)
- Coenzym Q10: gleiche Aussage wie Ubichinol, das gezeichnet ist
- Emoxypin: nur eine russische Übersicht
- Hericium erinaceus (Erinacin-A-angereichertes Myzel): nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
- Chaga (Inonotus obliquus): nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
- L-Ergothionein: Transporter ETT (OCTN1) nicht in der Szene
- MOTS-c: nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
- N-Acetyl-L-Tyrosin: nur ein Befund an Fruchtfliegen
- Pinealon: nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
- Tocotrienol-Tocopherol-Gemisch: nicht ausgewählt (Evidenzstufe unter 3)
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Glutathionsynthese (Glutamat-Cystein-Ligase, Glutathion-Synthetase) | Enzym | Bindung | Endprodukt; GCL-Aktivität und Cysteinangebot bestimmen die Synthese; GSH hemmt GCL rückkoppelnd | Labor[1] |
| γ-Glutamyltransferase (Darm, Leber, Zelloberflächen) | Enzym | Bindung | einziges Enzym, das die γ-Bindung spaltet; Abbau vor der systemischen Aufnahme | Mensch, nicht randomisiert[1][2] |
| Tyrosinase (Melaninbildung) | Enzym | Hemmer | direkte und indirekte Hemmung, Verschiebung zu Phäomelanin (Übersicht) | Labor[5] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativOxidationsmarker nach vier Wochen unverändert; GSSG/GSH-Verhältnis nach sechs Monaten gesunken (nur Marker)[3][4]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- ImmunsystemAktivität natürlicher Killerzellen in einer RCT nach drei Monaten erhöht (Hochdosisgruppe, nur Marker)[4]
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · reduziertes Glutathion (Kapseln)
nach Einzelgabe kein messbarer Plasmaanstieg (Mensch)Spaltung durch γ-Glutamyltransferase [1][2]; nach monatelanger Einnahme in einer RCT höhere Spiegel in Blutzellen [4], nach vier Wochen in einer anderen RCT nicht [3].[1][2]
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · liposomal
Glutathion im Vollblut nach zwei Wochen bis 40 % höher; offene Pilotstudie mit zwölf Personen ohne Kontrollgruppe, vom Anbieter finanziert [13].
Mensch, nicht randomisiert
Intravenös · Infusion (zur Hautaufhellung beworben)
Zur Hautaufhellung in der einzigen placebokontrollierten Studie nicht signifikant wirksam (Kombinationspräparat, nicht randomisiert); Nebenwirkungen bei allen Behandelten, darunter Leberwertanstiege und ein anaphylaktischer Schock [10]. Sicherheit wiederholter Anwendung sonst kaum untersucht [12].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Systemische Verfügbarkeit
Gemessen: Glutathion, Cystein, Glutamat im Plasma
Ergebnis: Kein signifikanter Anstieg.[2]
Mensch, nicht randomisiert
Oxidationsmarker
Gemessen: F2-Isoprostane und 8-OHdG im Urin, Erythrozyten-Glutathion
Ergebnis: Keine Änderung gegenüber Placebo.[3]
Mensch, randomisiert
Körperspeicher über sechs Monate
Gemessen: Glutathion in Blut, Zellen, Wangenschleimhaut; Immunmarker
Ergebnis: Hochdosisgruppe 30–35 % mehr in Erythrozyten, Plasma und Lymphozyten (gegenüber dem Ausgangswert); NK-Zytotoxizität nach 3 Monaten mehr als verdoppelt (gegenüber Placebo); nach Pause zurück.[4]
Mensch, randomisiert
Liposomales Glutathion
Gemessen: Glutathion in Blut und Zellen, Oxidations- und Immunmarker
Ergebnis: Anstieg bis 40 % im Vollblut; finanziert von einem Anbieter liposomalen Glutathions.[13]
Mensch, nicht randomisiert
Hautaufhellung oral
Gemessen: Melaninindex an sechs Stellen
Ergebnis: Signifikant stärkere Abnahme als unter Placebo nur an zwei Stellen.[6]
Mensch, randomisiert
Hautaufhellung oral, zwei Formen
Gemessen: Melaninindex (primär), Falten, Elastizität
Ergebnis: Melaninindex nur tendenziell niedriger als unter Placebo; signifikant nur in einer Untergruppe über 40 Jahren an einer Stelle; finanziert von Kyowa Hakko Bio.[7]
Mensch, randomisiert
Hautaufhellung intravenös
Gemessen: Hautton (Taylor-Skala)
Ergebnis: Besserung bei 6/16 gegenüber 3/16 (p = 0,054), danach verloren; 32 ausgewertet; Nebenwirkungen bei allen 25 Behandelten, 8 mit Leberwertanstieg, 1 anaphylaktischer Schock.[10]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Glutathion-Infusionen zur Hautaufhellung
In der einzigen placebokontrollierten Studie hatten alle 25 Frauen unter Glutathion-Infusionen Nebenwirkungen (unter anderem Wärmegefühl, Bauchkrämpfe, Herzklopfen, Durchfall); 8 brachen wegen erhöhter Leberwerte ab, eine erlitt einen anaphylaktischen Schock; unter Kochsalz traten keine Nebenwirkungen auf [10]. Daten zur Sicherheit wiederholter oder langfristiger Infusionen fehlen sonst [12]. Laut einer Übersicht warnte die philippinische Arzneimittelbehörde wegen Nebenwirkungen vor diesem Gebrauch [5].
Mensch, randomisiert
Möglicher Hautkrebs durch Phäomelanin (Hypothese)
Eine Übersicht hält es für möglich, dass die Verschiebung zu Phäomelanin das Risiko sonnenbedingter Hautkrebse erhöht; untersucht ist das nicht [12].
Keine Daten
Orale Einnahme
In den Hautaufhellungs-RCTs war orales Glutathion gut verträglich, ohne schwere Nebenwirkungen [6][7]; Langzeitdaten über sechs Monate hinaus fehlen.
Mensch, randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- teilweise belegt
„Oral eingenommenes Glutathion wird im Darm vollständig abgebaut und ist wirkungslos“
Nach einer Einzelgabe stieg der Plasmaspiegel nicht [2], nach vier Wochen änderte sich nichts [3]; nach sechs Monaten stiegen die Spiegel in Blutzellen aber messbar [4]. Wirkungslos im klinischen Sinn ist nicht geprüft.
- nicht belegt
„Liposomales Glutathion wird viel besser aufgenommen“
Nur eine unkontrollierte, vom Anbieter finanzierte Pilotstudie mit zwölf Personen [13]; kein randomisierter Vergleich mit nicht liposomalem Glutathion.
- nicht belegt
„Glutathion entgiftet den Körper von Schwermetallen und Umweltgiften“
Glutathion ist an der zellulären Entgiftung beteiligt [1]; dass zugeführtes Glutathion bei Gesunden mehr entgiftet, wurde nicht untersucht [2][3][4].
- widerlegt
„Glutathion-Infusionen sind ein sicherer Weg zu hellerer Haut“
In der einzigen placebokontrollierten Studie war die Wirkung nicht signifikant und nicht anhaltend, und alle Behandelten hatten Nebenwirkungen, darunter Leberwertanstiege und ein anaphylaktischer Schock [10]; Daten zu wiederholten Infusionen fehlen [12].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Abbau durch γ-Glutamyltransferase in Darm und Leber; nach Einzelgabe kein Plasmaanstieg [2]. Nach monatelanger Einnahme höhere Spiegel in Blutzellen in einer RCT [4].
- Abbau
- Extrazelluläre Spaltung durch γ-Glutamyltransferase, Wiederaufnahme der Bausteine (γ-Glutamylzyklus) [1].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Kein Eintrag „Glutathion“ in AMVV Anlage 1 [15]. Einstufung als Nahrungsergänzungsmittel und etwaige Arzneimittelzulassungen (AMIce) nicht verifiziert.
- EU
- Kein Eintrag „Glutathion“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [14]. Der Novel-Food-Katalog wurde nicht geprüft; daraus folgt keine Aussage zur Verkehrsfähigkeit.
- USA
- Nicht verifiziert.
- Andere Länder
- Philippinen: Laut einer Übersicht warnte die dortige Arzneimittelbehörde wegen Nebenwirkungen vor intravenösem Glutathion zur Hautaufhellung [5]; das Originaldokument wurde nicht geprüft.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Bringt ein höherer Glutathionspiegel in Blutzellen nach monatelanger Einnahme einen klinischen Nutzen?
- Erklären Unterschiede bei Dauer, Menge oder Ausgangsstatus die gegensätzlichen RCTs?
- Wie sicher sind wiederholte Glutathion-Infusionen, und tritt der Leberwertanstieg auch mit reinen Glutathion-Präparaten auf?
Referenzen
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- Witschi A, Reddy S, Stofer B, Lauterburg BH. The systemic availability of oral glutathione. Eur J Clin Pharmacol. 1992;43(6):667–9. doi:10.1007/BF02284971 · PubMed
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- Sinha R, Sinha I, Calcagnotto A, Trushin N, Haley JS, Schell TD, et al. Oral supplementation with liposomal glutathione elevates body stores of glutathione and markers of immune function. Eur J Clin Nutr. 2018;72(1):105–11. doi:10.1038/ejcn.2017.132 · PubMed
- Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5): Stoffe und Zubereitungen nach § 1 Nr. 1. Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle PMIDs per PubMed efetch aufgelöst; DOIs aus dem PubMed-Datensatz übernommen und mit tools/pruefe_profile.py über Crossref geprüft.
- Abstracts: [2] n = 7, kein signifikanter Anstieg, GGT-Spaltung; [3] n = 40 (39 ausgewertet), vier Wochen, keine Änderung; [4] n = 54, sechs Monate, Hochdosis 30–35 % (Erythrozyten, Plasma, Lymphozyten), Niedrigdosis 17 bzw. 29 % (Blut, Erythrozyten), NK-Zytotoxizität mehr als verdoppelt, Rückkehr nach Pause; [13] n = 12, offene Pilotstudie, bis 40 % im Vollblut, COI (Finanzierung und Präparat von Researched Nutritionals); [5] Tyrosinase, Phäomelanin, keine Evidenz für i.v., Warnung der philippinischen FDA; [12] keine Studien zu i.v.-Glutathion zur Hautaufhellung, Hautkrebs-Hypothese; [6] n = 60, zwei von sechs Stellen signifikant, gut verträglich.
- Volltext [1] (PMC3549305): GGT als einziges spaltendes Enzym, γ-Glutamylzyklus, Cystein und GCL als Hauptdeterminanten.
- Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) und AMVV Anlage 1 (24.10.2026): keine Treffer für „Glutathion“.
- PubChem: CID 124886.
- Fix-Runde 24.10.2026: Volltext [10] (PDF der Zeitschrift, über Crossref-Link) gelesen: 25 + 25 Frauen, Kontrollen nach Hautton und Alter zugeordnet, Teilnehmende zahlten die Injektionen selbst, Kombinationspräparat (Glutathion, Ascorbinsäure, Kollagenhydrolysat), 6/16 gegenüber 3/16 (p = 0,054), Tabelle 2 der Nebenwirkungen; keine Angabe zu Randomisierung oder Verblindung. Volltext [11] (PMC5808366): Studie [10] als einzige zu i.v.-Glutathion, „open-label, placebo-controlled“, Design „dubious“.
- Abstracts [8] (vier Studien, „inconclusive … inconsistent findings“, Effekt nur an sonnenexponierter Haut) und [9] (fünf RCTs oral, signifikante Abnahme des Melaninindex; einzige i.v.-Studie p = 0,054) per efetch; Volltext [7] (PMC5413479): primäre Analyse nicht signifikant, Untergruppe > 40 Jahre p = 0,031, Finanzierung und Präparate von Kyowa Hakko Bio.
- Abstract [4] erneut: Glutathion-Anstiege „versus baseline“, NK-Zytotoxizität „versus placebo“; Abstract [3] erneut: Vergleich zwischen den Gruppen, Glutathionstatus unverändert.
- 25.10.2026: Entscheidung q070 (klasse „Aminosäure/Vorstufe“ bleibt; der Leitfaden fasst darunter Aminosäuren, ihre Derivate und Vorstufen) sowie q068 (K4-Zerlegung des Detox-Versprechens freigegeben: „entgiftet“ 0 · nicht untersucht, „füllt die Speicher auf (nur Marker)“ 4 · uneinheitlich) und q002 (Ersatzbereich „Langlebigkeit“ bleibt, kein eigener Bereich „Schadstoffe & Entgiftung“) bestätigt; keine inhaltliche Änderung. q012: Volltexte gelesen [1], [7], [10], [11]; alle übrigen Studienbefunde nur Abstract geprüft.
- Präzisions-Flags (m004, Regeln vorläufig, zur Bestätigung durch Tilman), am 26.10.2026 an den Quellen geprüft (PubMed efetch, Volltexte wie angegeben): „Oral eingenommenes Glutathion füllt die Glutathionspeicher auf (nur Marker)“ → kleine_studien: [2] 7, [3] 40, [4] 54, [13] 12 (Abstracts); „Stärkt das Immunsystem (nur Marker)“ → kleine_studien: [4] 54, [13] 12 (Abstracts); nicht herstellerfinanziert, weil die Finanzierung von [4] im Abstract nicht angegeben ist; „Glutathion-Infusionen hellen die Haut auf“ → kleine_studien: einzige Studie [10] mit 16 gegenüber 16 Ausgewerteten laut Abstract der systematischen Übersicht [9].
Nicht verifiziert
- Finanzierung und Interessenkonflikte von [4] (Volltext nicht frei zugänglich; im PubMed-Datensatz keine Angaben).
- Die Warnung der philippinischen Arzneimittelbehörde nur aus der Übersicht [5], Originaldokument nicht geprüft.
- Humandaten zu S-Acetylglutathion und sublingualem Glutathion nicht recherchiert.
- Lebensmittelrechtliche Einstufung von Glutathion als Nahrungsergänzungsmittel (Novel-Food-Katalog nicht geprüft).
- Welche fünf oralen RCTs die Übersicht [9] einschließt (Volltext nicht frei zugänglich); einzeln geprüft sind nur [6] und [7].
- Finanzierung von [6] (nur Abstract gelesen).
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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