Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Chelat-Zink: beste Aufnahme aller Zinkformen

    Einzelbefund, unbestätigt

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Nur Marker: Das Ergebnis bezieht sich nur auf Blutmarker im Vergleich mit Gluconat, und zwar auf die höhere Bioverfügbarkeit nach Einzelgabe von ausdrücklich Bisglycinat (12 Frauen) [3]. Das höhere Plasmazink über sechs Wochen unter „Glycinat“ ohne nähere Formangabe (je 10 Frauen) [4] zählt nach der Familienregel nicht für die Stufe. Der Superlativ ist ungeprüft: kein Vergleich mit Citrat, Sulfat, Oxid oder Picolinat am Menschen, keine Isotopenstudie. Bereich gewählt, weil das Versprechen nur die Aufnahme betrifft.

  • Magenfreundlicher als andere Zinkformen

    nicht untersucht

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Keine Daten

    Die Magenverträglichkeit wurde nie direkt mit einer anderen Zinkform verglichen; in einer ADHS-Studie wird sie nur als Grund genannt, Glycinat statt Sulfat zu wählen [13]. Bereich gewählt, weil das Versprechen nur die Verträglichkeit betrifft.

  • Weniger und kürzere Erkältungen

    uneinheitlich

    Immunsystem & Infekte · gesund (Schul- und Kita-Kinder) · Mensch, randomisiert

    Bei 100 Schulkindern keine Vorbeugung, aber kürzerer Husten und Schnupfen [9]. Eine Kita-Studie mit einem Zink-Aminosäure-Chelat unklarer Form (Atemwegsinfekte seltener als unter Placebo, nicht seltener als unter Sulfat) wird hier nicht gewertet, weil die Form nicht als Bisglycinat belegt ist [10].

  • Kürzere Krankheitsdauer bei Durchfall und Lungenentzündung

    Einzelbefund, unbestätigt

    Immunsystem & Infekte · Patienten: Kinder im Krankenhaus mit akutem Durchfall oder Lungenentzündung · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Je eine RCT aus derselben thailändischen Klinik (86 bzw. 91 Kinder): Durchfall im Median 44 statt 52 Stunden [11], Lungenentzündung 48 statt 72 Stunden [12]. Nicht unabhängig wiederholt.

  • Hilft bei ADHS

    nicht untersucht

    Kognition & Fokus · Patienten: Kinder mit ADHS · Keine Daten

    Keine Studie mit ausdrücklich Bisglycinat. Die einzige gefundene Pilot-RCT mit 52 Kindern nennt nur „Glycinat“ ohne nähere Formangabe und zählt nach der Familienregel deshalb nicht für die Stufe; dort waren die klinischen Endpunkte uneinheitlich, neuropsychologische Tests teils besser und die optimale Amphetamindosis nur unter der höheren Gabe niedriger [13].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Zinkbisglycinat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Zink wird im Dünndarm als Ion vor allem über den Transporter ZIP4 in die Darmzellen aufgenommen und über ZnT-1 ins Pfortaderblut abgegeben; Phytat aus Getreide und Hülsenfrüchten gilt als wichtigster Hemmstoff der Aufnahme aus der Nahrung [1]. Zinkbisglycinat steht als „Zinkbisglycinat“ in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG und ist damit als Zinkquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2]. Rechnerisch enthält es etwa 31 % Zink (aus der Summenformel in PubChem). Ob das Chelat den Darm intakt passiert und über andere Wege aufgenommen wird als freies Zink, wurde am Menschen nicht gezeigt.

Die Humandaten zur Aufnahme beschränken sich auf zwei kleine Vergleiche mit Gluconat. In einer randomisierten Überkreuzstudie mit zwölf Frauen lag die Bioverfügbarkeit nach einer Einzelgabe von Bisglycinat um 43,4 % höher als nach Gluconat; Bisglycinat war dort als „neue Formulierung“ das Prüfprodukt [3]. Über sechs Wochen stieg das Plasmazink unter „Glycinat“ (Form im Abstract nicht näher angegeben) bei allen zehn Frauen, unter Gluconat und Placebo im Mittel nicht; ein Kupfermarker (Superoxiddismutase der Erythrozyten) blieb in allen Gruppen unverändert [4]. Eine Isotopenstudie mit fraktioneller Absorption oder ein Vergleich mit Citrat oder Sulfat am Menschen wurde nicht gefunden. Bei Ratten mit phytatreicher Kost wurde aus Glycinat etwa 16 % mehr Zink verwertet als aus Sulfat; der Erstautor ist laut PubMed bei der Firma Pancosma SA tätig [5]. In einem Verdauungsmodell senkte Phytat die Löslichkeit (Bioakzessibilität) von Zink aus Bisglycinat erst bei höherem Phytatanteil als aus Sulfat, die Aufnahme in Darmzelllinien blieb dagegen von Phytat unbeeinflusst (Studie mit Beteiligung und Teilfinanzierung eines Futtermittelherstellers) [6], und in einem Vergleich von zehn Handelsprodukten war Zink aus einem Bisglycinat-Präparat am besten löslich, aus Sulfat am schlechtesten [7]. Ein Übersichtsartikel von Beschäftigten eines Supplementherstellers folgert, dass Glycinat und Gluconat besser aufgenommen werden als andere Formen [8]. Alle diese Daten betreffen Blutmarker oder Modelle, keine klinischen Endpunkte.

Klinisch wurde Bisglycinat vor allem bei Kindern in Thailand geprüft, jeweils von derselben Arbeitsgruppe. Bei 100 Schulkindern verhinderte es über drei Monate keine Erkältungen (84 vs. 82 % mit mindestens einem Symptom), Husten und Schnupfen dauerten aber kürzer [9]. In einer Studie an Kitas in Kolumbien mit 301 Kindern war die Rate an Atemwegsinfekten unter einem Zink-Aminosäure-Chelat niedriger als unter Placebo, aber nicht niedriger als unter Zinksulfat; ob es sich um Bisglycinat handelte, nennt der Abstract nicht, und ein Mitautor ist bei der Firma PREMEX (Medellín) angegeben [10]. Bei 86 Kindern mit akutem Durchfall verkürzte Bisglycinat die Zeit bis zur Erholung (Median 44 vs. 52 Stunden) [11], bei 91 Kindern mit Lungenentzündung die Zeit bis zum Abklingen (48 vs. 72 Stunden) und den Krankenhausaufenthalt [12]. In einer Pilotstudie mit 52 Kindern mit ADHS war die Wirkung von „Glycinat“ (Form nicht näher angegeben) uneinheitlich; unter der höheren Gabe kamen die Kinder mit einer niedrigeren Amphetamindosis aus, und Kupfer- und Eisenwerte blieben über acht Wochen unverändert. Glycinat wurde dort gewählt, weil es als magenfreundlicher als Sulfat gilt; geprüft wurde das nicht [13].

Wie bei allen Zinkformen hemmt anhaltend hohe Zufuhr die Kupferaufnahme und kann einen Kupfermangel mit Anämie und Neutropenie auslösen; die EFSA hat eine tolerierbare Obergrenze für die Zinkzufuhr festgelegt [14].

Formulierungen und Herkunft: In einer Analyse von zehn Zinkpräparaten, darunter vier mit Bisglycinat, lag der gemessene Zinkgehalt bei neun über der Deklaration [7]. Vergleichende Humandaten zu Herstellungsqualitäten (vollständiges Chelat oder Mischung aus Zinksalz und Glycin) oder zu Kapseln gegenüber Tabletten wurden nicht gefunden.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
ZIP4 (SLC39A4), Zinkimporter der DarmzelleTransporterBindungHauptweg der Zinkaufnahme Labor[1]
ZnT-1 (SLC30A1), basolateraler ZinkexporterTransporterBindungAbgabe ins Pfortaderblut Labor[1]
Kupferaufnahme im DarmSonstigesHemmerbei anhaltend hoher Zinkzufuhr (Übersichtsarbeit); in zwei kurzen Studien mit Glycinat blieben Kupfermarker unverändert Mensch, nicht randomisiert[14]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Keine Studie mit ausdrücklich Bisglycinat; in einer Studie mit „Glycinat“ ohne nähere Formangabe blieb die Superoxiddismutase der Erythrozyten über sechs Wochen unverändert (zählt nach der Familienregel nicht). Klinische Infektbefunde stehen unter Versprechen[4]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Bisglycinat vs. Gluconat, Einzelgabe

    +43,4 % gegenüber Gluconat (Serumzink, AUC)

    Randomisierte Überkreuzstudie an zwölf gesunden Frauen; Bisglycinat war das Prüfprodukt [3].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Glycinat über sechs Wochen

    Plasmazink stieg nur unter Glycinat, nicht unter Gluconat oder Placebo (je zehn junge Frauen); die Form ist im Abstract nur als „Glycinat“ angegeben [4].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Bisglycinat vs. Gluconat, Einzelgabe

    randomisiert, Überkreuz · gesund (Frauen) · n = 12 · Einzelgaben, 7 Tage Pause

    Gemessen: Serumzink (Cmax, AUC)

    Ergebnis: Bioverfügbarkeit von Bisglycinat um 43,4 % höher; gut verträglich.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Glycinat vs. Gluconat vs. Placebo

    placebokontrolliert, Parallelgruppen (Randomisierung im Abstract nicht beschrieben) · gesund (junge Frauen) · n = 30 · 6 Wochen

    Gemessen: Plasmazink, Erythrozyten-SOD

    Ergebnis: Plasmazink nur unter Glycinat gestiegen; SOD unverändert. Form nur als „Glycinat“ angegeben.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Erkältungsvorbeugung bei Schulkindern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Kinder, 8–13 Jahre) · n = 100 · 3 Monate

    Gemessen: Erkältungssymptome, Dauer, Fehltage

    Ergebnis: 84 vs. 82 % mit Erkältungssymptomen; Husten und Schnupfen kürzer.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Aminosäure-Chelat vs. Sulfat in Kitas

    RCT, dreifach verblindet, drei Arme · gesund (Kinder, 2–5 Jahre) · n = 301 · 16 Wochen

    Gemessen: Atemwegsinfekte, Durchfall

    Ergebnis: Atemwegsinfekte seltener als unter Placebo (RR 0,43), nicht seltener als unter Sulfat; Durchfall ohne signifikanten Unterschied. Chelatform nicht angegeben; ein Mitautor bei PREMEX.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Akuter Durchfall im Krankenhaus

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Kinder mit akutem Durchfall · n = 86 · Krankenhausaufenthalt

    Gemessen: Zeit bis zur Erholung

    Ergebnis: Median 44 vs. 52 Stunden; weniger Stühle, kürzerer Aufenthalt.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Lungenentzündung im Krankenhaus

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Kinder mit Lungenentzündung · n = 91 · Krankenhausaufenthalt

    Gemessen: Zeit bis zum Abklingen

    Ergebnis: 48 vs. 72 Stunden (HR 0,585); kürzerer Aufenthalt.[12]

    Mensch, randomisiert

  • ADHS mit und ohne Amphetamin

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Pilotstudie · Patienten: Kinder mit ADHS (6–14 Jahre) · n = 52 · 13 Wochen

    Gemessen: ADHS-Symptome, optimale Amphetamindosis

    Ergebnis: Klinische Endpunkte uneinheitlich; optimale Amphetamindosis 37 % niedriger nur unter der höheren Gabe. Form nur als „Glycinat“ angegeben.[13]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Kupfermangel bei anhaltend hoher Zufuhr

    Anhaltend hohe Zinkzufuhr kann einen Kupfermangel mit Anämie und Neutropenie auslösen; die EFSA hat eine tolerierbare Obergrenze festgelegt [14]. In zwei kurzen Studien mit Glycinat blieben Kupfermarker unverändert [4][13].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Abweichender Zinkgehalt von Präparaten

    In einer Analyse von zehn Zinkpräparaten (vier mit Bisglycinat) enthielten neun mehr Zink als deklariert [7].

    Labor

Wechselwirkungen

  • Kupfer: Anhaltend hohe Zinkzufuhr hemmt die Kupferaufnahme [14].
  • Phytat (Getreide, Hülsenfrüchte): Phytat ist der wichtigste Hemmstoff der Zinkaufnahme aus der Nahrung [1]. In einem Verdauungsmodell blieb Zink aus Bisglycinat bei Phytat länger löslich als aus Sulfat (Bioakzessibilität), die Aufnahme in Darmzelllinien änderte Phytat nicht [6]; bei Ratten mit phytatreicher Kost wurde Glycinat besser verwertet als Sulfat [5]. Beide Studien mit Firmenbeteiligung; Humandaten fehlen.
  • Amphetamin: In einer Pilot-RCT bei Kindern mit ADHS war die optimale Amphetamindosis unter der höheren Zinkgabe niedriger [13].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Bisglycinat ist die am besten aufnehmbare Zinkform“

    Am Menschen nur gegen Gluconat verglichen, dort besser [3][4] (in [4] nur „Glycinat“ ohne nähere Formangabe); ein Übersichtsartikel mit diesem Fazit stammt von Beschäftigten eines Herstellers [8].

  • nicht belegt

    „Chelat-Zink ist magenfreundlicher als Zinksalze“

    Kein direkter Vergleich der Verträglichkeit gefunden; die Annahme dient in Studien nur als Begründung für die Wahl der Form [13].

  • teilweise belegt

    „Chelat-Zink ist gegen Phytat geschützt“

    In einem Verdauungsmodell (Bioakzessibilität) weniger phytatempfindlich als Sulfat, die Aufnahme in Zelllinien blieb von Phytat unbeeinflusst [6]; bei Ratten mit phytatreicher Kost besser verwertet als Sulfat, die Phytatempfindlichkeit selbst wurde dort nicht verglichen [5]. Beide Studien mit Firmenbeteiligung (Alltech bzw. Pancosma); am Menschen nicht geprüft.

  • nicht belegt

    „Zinkbisglycinat schützt Kinder vor Erkältungen“

    In der einzigen RCT mit ausdrücklich Bisglycinat (100 Kinder) erkrankten gleich viele Kinder wie unter Placebo, nur Husten und Schnupfen dauerten kürzer; die Studie war klein [9]. Eine Kita-RCT mit einem Zink-Aminosäure-Chelat unklarer Form fand weniger Atemwegsinfekte als unter Placebo [10].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Im Dünndarm über ZIP4 [1]; nach Einzelgabe höhere Serumkurve als unter Gluconat [3]. Fraktionelle Absorption am Menschen nicht gemessen.
Halbwertszeit
Nicht verifiziert.
Abbau
Zink wird als Element nicht abgebaut; die Darmzelle reguliert Aufnahme und Abgabe über Transporter und Metallothionein [1]. Ob das Chelat intakt aufgenommen wird, ist nicht verifiziert.
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Zinkbisglycinat gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [16]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [2].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Zinkbisglycinat“); damit als Zinkquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Zink
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[15]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; mit dieser Form nur zu Infekten bei Kindern geprüft, siehe Versprechen

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie hoch ist die fraktionelle Absorption aus Bisglycinat in einer Isotopenstudie, verglichen mit Citrat und Sulfat?
  • Ist Bisglycinat tatsächlich besser verträglich als Sulfat oder Gluconat, wenn man es direkt vergleicht?
  • Bestätigen sich die thailändischen Befunde zu Durchfall und Lungenentzündung in unabhängigen Studien?

Referenzen

  1. Maares M, Haase H. A guide to human zinc absorption: general overview and recent advances of in vitro intestinal models. Nutrients. 2020;12(3):762. doi:10.3390/nu12030762 · PubMed
  2. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  3. Gandia P, Bour D, Maurette JM, Donazzolo Y, Duchène P, Béjot M, et al. A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers. Int J Vitam Nutr Res. 2007;77(4):243–8. doi:10.1024/0300-9831.77.4.243 · PubMed
  4. DiSilvestro RA, Koch E, Rakes L. Moderately high dose zinc gluconate or zinc glycinate: effects on plasma zinc and erythrocyte superoxide dismutase activities in young adult women. Biol Trace Elem Res. 2015;168(1):11–4. doi:10.1007/s12011-015-0334-3 · PubMed
  5. Schlegel P, Windisch W. Bioavailability of zinc glycinate in comparison with zinc sulphate in the presence of dietary phytate in an animal model with Zn labelled rats. J Anim Physiol Anim Nutr (Berl). 2006;90(5-6):216–22. doi:10.1111/j.1439-0396.2005.00583.x · PubMed
  6. Rock N, Clynes M, Horgan K, Murphy R, O'Sullivan F, Keenan J. The antagonistic influence of phytic acid on zinc absorption: an in vitro comparison of inorganic and chelated trace mineral sources. Nutrients. 2025;18(1):46. doi:10.3390/nu18010046 · PubMed
  7. Ośko J, Pierlejewska W, Grembecka M. Comparison of the potential relative bioaccessibility of zinc supplements – in vitro studies. Nutrients. 2023;15(12):2813. doi:10.3390/nu15122813 · PubMed
  8. Devarshi PP, Mao Q, Grant RW, Hazels Mitmesser S. Comparative absorption and bioavailability of various chemical forms of zinc in humans: a narrative review. Nutrients. 2024;16(24):4269. doi:10.3390/nu16244269 · PubMed
  9. Rerksuppaphol S, Rerksuppaphol L. A randomized controlled trial of chelated zinc for prevention of the common cold in Thai school children. Paediatr Int Child Health. 2013;33(3):145–50. doi:10.1179/2046905513Y.0000000064 · PubMed
  10. Sánchez J, Villada OA, Rojas ML, Montoya L, Díaz A, Vargas C, et al. Efecto del zinc aminoquelado y el sulfato de zinc en la incidencia de la infección respiratoria y la diarrea en niños preescolares de centros infantiles [Effect of zinc amino acid chelate and zinc sulfate in the incidence of respiratory infection and diarrhea among preschool children in child daycare centers]. Biomedica. 2014;34(1):79–91. PubMed
  11. Rerksuppaphol L, Rerksuppaphol S. Efficacy of zinc supplementation in the management of acute diarrhoea: a randomised controlled trial. Paediatr Int Child Health. 2020;40(2):105–10. doi:10.1080/20469047.2019.1673548 · PubMed
  12. Rerksuppaphol L, Rerksuppaphol S. Efficacy of adjunctive zinc in improving the treatment outcomes in hospitalized children with pneumonia: a randomized controlled trial. J Trop Pediatr. 2020;66(4):419–27. doi:10.1093/tropej/fmz082 · PubMed
  13. Arnold LE, Disilvestro RA, Bozzolo D, Bozzolo H, Crowl L, Fernandez S, et al. Zinc for attention-deficit/hyperactivity disorder: placebo-controlled double-blind pilot trial alone and combined with amphetamine. J Child Adolesc Psychopharmacol. 2011;21(1):1–19. doi:10.1089/cap.2010.0073 · PubMed
  14. Schoofs H, Schmit J, Rink L. Zinc toxicity: understanding the limits. Molecules. 2024;29(13):3130. doi:10.3390/molecules29133130 · PubMed
  15. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  16. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Zinkbisglycinat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript, online).
  • Lesart „Glycinat“/„Glycinchelat“ ohne „Bis-“ zählt nicht als Bisglycinat: von Tilman am 24.10.2026 bestätigt (Leitfaden, K2, „Mehrdeutige Formnamen“). Einstufungen zu ADHS und systeme.entzuendung_oxidativ bleiben deshalb bei Stufe 0.
  • Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG, konsolidierte Fassung CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): Eintrag „Zinkbisglycinat“.
  • Im Volltext (Europe PMC): ZIP4, ZnT-1, Metallothionein, Phytat [1]; Kupfermangel, Existenz einer EFSA-Obergrenze [14]; Produktliste mit vier Bisglycinat-Präparaten, höchste Bioakzessibilität bei einem Diglycinat-Präparat [7].
  • Am Abstract: 12 Frauen, +43,4 %, „neue Formulierung“ [3]; je 10 Frauen, Plasmazink nur unter Glycinat, SOD unverändert [4]; Ratten, +16 % Bioverfügbarkeit gegenüber Sulfat bei Phytat [5]; Bisglycinat weniger phytatempfindlich als Sulfat, Mitarbeitende von Alltech [6]; 9 von 10 Präparaten über Deklaration [7]; Autorinnen und Autoren bei Pharmavite [8]; 100 Kinder, 84 vs. 82 % [9]; 301 Kinder, RR 0,43 vs. Placebo, RR 0,90 vs. Sulfat [10]; 86 Kinder, 44 vs. 52 Stunden [11]; 91 Kinder, 48 vs. 72 Stunden, HR 0,585 [12]; 52 Kinder, 37 % niedrigere Amphetamindosis, Glycinat wegen vermuteter besserer Verträglichkeit gewählt, Kupfer und Eisen unverändert [13].
  • PubChem: CID 151910, C4H8N2O4Zn, Molmasse 213,5; Zinkanteil daraus berechnet.
  • Gegenprüfung (24.10.2026), PubMed-Einträge: Erstautor von [5] bei „Pancosma SA, Le Grand-Saconnex“; beide Diäten in [5] mit Natriumphytat. [6]: Phytat beeinflusste nur die Bioakzessibilität, nicht die Zellaufnahme in Caco-2/IPEC-J2; Alltech-Beschäftigte, Teilfinanzierung durch Alltech. [10]: Mitautor bei „Centro de Investigación y Medición, PREMEX, Medellín“; unter dieser Affiliation finden sich in PubMed sonst nur Arbeiten zu Geflügelfutter. [4] und [13] nennen nur „Glycinat“; Volltexte über Europe PMC nicht als Open Access abrufbar.
  • VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angabe zum Immunsystem [15].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Zinkbisglycinat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [16]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Chelat-Zink: beste Aufnahme aller Zinkformen“: kleine_studien – [3] 12 Frauen (Abstract); [4] zählt nach der Familienregel nicht. „Kürzere Krankheitsdauer bei Durchfall und Lungenentzündung“: kleine_studien – [11] 86 Kinder, [12] 91 Kinder (Abstracts). Gegenprüfung 26.10.2026: Belege der Flags (Teilnehmendenzahlen, Richtung, Finanzierung) in die begruendung übernommen und an Abstracts bzw. Volltexten erneut geprüft.

Nicht verifiziert

  • Rechtsstatus in den USA.
  • Sponsor und Hersteller des Prüfprodukts in [3]; in [4] und [13] wird „Glycinat“ genannt, ob es sich um Bisglycinat handelt, ist im Abstract nicht angegeben (Volltexte nicht frei verfügbar).
  • Ob Pancosma SA (Erstautor in [5]) das geprüfte Glycinat herstellte oder lieferte und ob PREMEX (Mitautor in [10]) das Chelat lieferte; ein Produktbezug ist in den Abstracts nicht genannt.
  • Chemische Form des „Zink-Aminosäure-Chelats“ in [10] (Form im Abstract nicht benannt). Die in PubMed angegebene DOI dieser Arbeit (10.1590/S0120-41572014000100011) ist bei Crossref nicht registriert und wurde deshalb weggelassen.
  • Finanzierung der thailändischen Studien [9][11][12].
  • Ob das Chelat im Darm intakt aufgenommen wird (keine Humandaten gefunden).
  • Die Obergrenze wird gemäß Leitfaden nicht als Zahl genannt.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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