Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Gegen Migräne

    Einzelbefund, unbestätigt

    Schmerz · Patienten: Migräne (Erwachsene) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Das beworbene Gesamtversprechen „gegen Migräne und Müdigkeit“ ist hier aufgeteilt; dieser Eintrag bewertet nur den Migräne-Teil, die Müdigkeit folgt als eigenes Versprechen. Stufe und Ergebnis stützen sich nur auf die einzige placebokontrollierte RCT mit Riboflavin allein bei Erwachsenen: 55 Patienten, weniger Attacken und Kopfschmerztage, Responder 59 vs. 15 % [5]. Eine zweite placebokontrollierte Studie bei Erwachsenen, die das bestätigt, wurde nicht gefunden; daher „Einzelbefund, unbestätigt“. Neu geprüft am 25.10.2026, weil nach der Standardform-Regel nun auch „Vitamin B2“ ohne Formangabe für diese Form zählt: Ein einfach verblindeter randomisierter Vergleich mit Valproat (90 Patienten, 15 bis 55 Jahre) nennt nur „Vitamin B2“ und zählt damit; Häufigkeit, Dauer und Schwere der Attacken nahmen in beiden Gruppen ab, ohne Unterschied zwischen den Gruppen (Volltext gelesen) [14]. Ohne Placeboarm trennt dieser Vergleich den Effekt nicht vom Placeboeffekt und bestätigt [5] deshalb nicht. Eine Metaanalyse nur mit Riboflavin allein (12 Studien, 749 Personen) fand gegenüber den Kontrollen weniger und kürzere Attacken bei sehr hoher Heterogenität (I² 91,7 % bzw. 90,4 %); sie schließt Kinder und Erwachsene, Vergleiche mit Placebo und mit Arzneimitteln sowie Studien ohne Kontrollgruppe ein, und unter ihren Studien an Erwachsenen ist [5] die einzige placebokontrollierte [15]. Stufe und Ergebnis bleiben deshalb unverändert. Nicht formspezifisch und deshalb nicht gezählt: Die Metaanalyse [6] fand weniger Migränetage und Attacken bei hoher Heterogenität, ihre Literaturliste enthält aber auch Kombinationspräparate (mit Magnesium und Coenzym Q10 bzw. Mutterkraut) und Vergleiche mit Valproat oder Betablockern; welche Studien gepoolt wurden, ließ sich ohne Volltext nicht klären. Für die zweite Metaanalyse [7] ist die Studienauswahl nicht geprüft. Die Leitlinien-Einstufung „wahrscheinlich wirksam“ [9] ist eine Bewertung, keine eigene Studie. Bei Kindern sind die placebokontrollierten RCTs mit Riboflavin allein uneinheitlich: zwei fanden keinen Effekt [8][17], eine fand weniger und kürzere Attacken nur in der höheren von zwei Mengenstufen [16]; eine weitere placebokontrollierte Studie an Jugendlichen (Athaillah 2012) ist nur aus der Studientabelle von [15] bekannt und nicht selbst geprüft. Das ist eine andere Population und ändert die Bewertung für Erwachsene nicht.[8][17]

  • Weniger Müdigkeit

    nicht untersucht

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Keine Daten

    Keine RCT mit Riboflavin allein gegen Müdigkeit bei ausreichend versorgten Gesunden gefunden (PubMed-Suche ohne Treffer). Die zugelassene Angabe beruht auf der Funktion des Nährstoffs [11].

  • Senkt den Blutdruck bei MTHFR-Genvariante

    Einzelbefund, unbestätigt

    Herz & Gefäße · Patienten: Bluthochdruck mit MTHFR-677TT-Genotyp · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    RCT mit 91 Personen mit behandelter Hypertonie und TT-Genotyp: systolisch −5,6 mmHg gegenüber Placebo (p = 0,033), diastolisch kein Effekt [10]. Befund aus einer Arbeitsgruppe; bei anderen Genotypen nicht geprüft. Drei der elf Mitglieder der Autorengruppe waren laut den Verlagsmetadaten beim Unternehmen DSM Nutritional Products tätig; die Finanzierung der Studie wurde nicht geprüft.

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Riboflavin

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Riboflavin ist Bestandteil der Coenzyme Flavinmononukleotid (FMN) und Flavin-Adenin-Dinukleotid (FAD). Sie übertragen Elektronen und Protonen in Redoxreaktionen des Energiestoffwechsels und sind Cofaktoren unter anderem der Glutathionreduktase, der Pyridox(am)in-5′-phosphat-Oxidase (Umwandlung von Vitamin B6 zu PLP) und der Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) im Folat- und Homocysteinstoffwechsel [1]. Als funktioneller Statusmarker dient die Aktivierbarkeit der Erythrozyten-Glutathionreduktase (EGRAC) [1].

In der Nahrung liegt Vitamin B2 überwiegend als FMN und FAD vor; beide werden im oberen Dünndarm zu freiem Riboflavin gespalten, das über einen sättigbaren, trägervermittelten Transport aufgenommen und in den Enterozyten wieder zu FMN und FAD umgebaut wird [1]. Das gilt auch für Natrium-Riboflavin-5′-phosphat, die zweite B2-Form in Anhang II: Als Salz von FMN wird es vor der Aufnahme ebenfalls zu Riboflavin gespalten [1]. Die Aufnahme steigt mit der Menge zunächst linear und erreicht dann ein Plateau; in einer randomisierten Überkreuzstudie mit neun Gesunden ließ sich eine maximal aufnehmbare Menge pro Einzelgabe berechnen, die Halbwertszeit der Aufnahme betrug 1,1 Stunden [2][1]. Gespeichert wird wenig; Überschuss wird über den Urin ausgeschieden [1]. Im Darm sind die Transporter RFVT1 und RFVT3 zuständig; Mutationen in RFVT2 und RFVT3 verursachen den Riboflavin-Transporter-Mangel, eine fortschreitende Neuropathie, bei der ein Review von Fallberichten orales Riboflavin als lebensrettend beschreibt [3]. Ein systematischer Review fand ein Ansprechen bei rund 90 % von 94 Betroffenen und bei weiteren Flavoprotein-Defekten wie der MADD Typ 3 [4].

Das Migräne-Versprechen geht auf die Hypothese eines mitochondrialen Energiedefizits zurück. In einer RCT mit 55 Erwachsenen senkte Riboflavin über drei Monate Attackenfrequenz und Kopfschmerztage; 59 % gegenüber 15 % unter Placebo erreichten mindestens eine Halbierung [5]. Eine Metaanalyse von acht RCTs und einer kontrollierten Studie (673 Personen), deren Literaturliste auch Kombinationspräparate und Vergleiche mit Arzneimitteln enthält, fand weniger Migränetage, kürzere und seltenere Attacken und geringere Schmerzen, bei teils hoher Heterogenität [6]; eine weitere Metaanalyse beziffert die Abnahme der Attackenfrequenz mit einer mittleren Differenz von 1,34 Attacken (Zeitbezug im Abstract nicht angegeben) [7]. Bei 48 Kindern war Riboflavin nicht wirksamer als Placebo, das selbst eine hohe Ansprechrate hatte [8]. Die US-Fachgesellschaften stuften Riboflavin 2012 als „wahrscheinlich wirksam“ zur Migräneprophylaxe ein (Level B) [9]. Bei Menschen mit Bluthochdruck und dem MTHFR-677TT-Genotyp senkte Riboflavin in einer niedrigen Tagesmenge den systolischen Blutdruck gegenüber Placebo um 5,6 mmHg [10]. Die zugelassene Angabe „trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“ beschreibt die Rolle im Energiestoffwechsel; Studien bei ausreichend versorgten Gesunden wurden nicht gefunden [11]. Zur Migräne bei Kindern kamen neben [8] zwei weitere placebokontrollierte RCTs zu gegensätzlichen Ergebnissen: weniger und kürzere Attacken nur in der höheren von zwei Mengenstufen [16], kein Effekt auf die Migräneattacken in einer Überkreuzstudie [17].

Formulierungen und Herkunft: Weil die Aufnahme pro Einzelgabe sättigbar ist [1][2], werden Retard- und verteilte Gaben beworben; vergleichende Humandaten zu Retard-, liposomalen oder anderen Riboflavin-Zubereitungen wurden nicht gefunden.

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch fünf Enterozyten des Dünndarms, nicht maßstabsgetreu: Mikrovilli und Proteine stark vergrößert, Zellen gekürzt. Jede Zelle trägt hier eine Gruppe von Angriffspunkten; tatsächlich trägt ein Enterozyt viele davon zugleich, und den B12-Rezeptor Cubam gibt es nur im Ileum. Teilchenzahlen, Geschwindigkeiten, Wartezeiten an den Transportern und Anteile abgewiesener Teilchen sind Ausgaben eines einfachen Modells und illustrativ, keine Messungen; die Abbildung nennt sie nicht als Zahl.
Wirkstoff
Ansicht

Nährstoff aus der Nahrung  gewählter Wirkstoff (bzw. seine Spaltprodukte)  Hemmstoff gebunden  Kreuz = gehemmt · gestrichelter Kreis = Weg ohne gezeigtes Protein

In der Nahrung liegt Vitamin B2 überwiegend als FMN und FAD vor; beide werden im oberen Dünndarm zu freiem Riboflavin gespalten, das ein sättigbarer, trägervermittelter Transport aufnimmt; in den Enterozyten entstehen wieder FMN und FAD [27]. Das Profil nennt die Transporter RFVT1 und RFVT3; Defekte der Riboflavintransporter verursachen eine seltene Erbkrankheit [29]. Gezeigt ist ein Transporter als Sammelsymbol.

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Synaptik dient ausschließlich der biochemischen und pharmakologischen Aufklärung und ist keine medizinische Beratung oder Einnahmeempfehlung.

Nur Wirkmechanismus. Schematischer Schnitt durch eine Zelle, nicht maßstabsgetreu; die Membran in der Lupe ist stark vergrößert, das Nebenfeld zeigt das α-Tocopherol-Transferprotein (α-TTP) der Leber. Teilchen, Geschwindigkeiten und die Modellanzeige unten sind illustrativ und keine Messung. Die Werte oben rechts stammen aus den Synaptik-Profilen; viele davon sind Marker (Spiegel, Enzymaktivität), kein klinischer Nutzen.
Wirkstoff
Ansicht

Superoxid, H₂O₂, Radikale  Glutathion (GSH)  gewählter Wirkstoff  Gold = Angriffspunkt des Wirkstoffs

Riboflavin ist die Vorstufe von FAD, dem Cofaktor der Glutathionreduktase, die GSSG mit NADPH zu GSH zurückführt [1, 49]. Wie gut die Erythrozyten-Glutathionreduktase durch FAD aktivierbar ist (EGRAC), dient als funktioneller Statusmarker [49]. Eine Wirkung zusätzlichen Riboflavins auf den Glutathion-Zyklus bei ausreichender Versorgung ist nicht belegt; hier nur als Cofaktor (Stufe 1).

Einen beschrifteten Teil antippen oder fokussieren, um eine kurze Erklärung zu sehen.

Ebenfalls an diesem Wirkort, nicht gezeichnet

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Riboflavintransporter RFVT1 und RFVT3 (Darm)TransporterBindungsättigbare Aufnahme Mensch, nicht randomisiert[1][3]
Umbau zu FMN und FAD (Enterozyten, Gewebe)EnzymBindungSubstrat Labor[1]
Flavoproteine der Atmungskette (über FMN/FAD)EnzymAktivatorCoenzym Labor[1]
Glutathionreduktase (über FAD)EnzymAktivatorCoenzym; EGRAC als Statusmarker Labor[1]
MTHFR (über FAD)EnzymAktivatorCoenzym; Blutdruckeffekt nur beim 677TT-Genotyp geprüft Labor[1][10]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselmoduliert · FMN und FAD sind Elektronenüberträger; bei angeborenen Flavoprotein- und Transporterdefekten spricht die Mehrzahl auf Riboflavin an. Ein Energiegewinn bei Gesunden ist nicht gemessen[1][4]
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Riboflavin (Einzelgaben)

    sättigbar; aus gemischter Kost rund 95 % (EFSA-Annahme)

    Randomisierte Überkreuzstudie mit neun Gesunden: Aufnahme pro Einzelgabe begrenzt, Halbwertszeit der Aufnahme 1,1 h; die Hälfte der Elimination über den Urin [2]. Spaltung von FMN und FAD aus der Nahrung vor der Aufnahme [1].

    Mensch, randomisiert

  • Intravenös · Riboflavin (Bolus)

    100 % (Definition)

    Verteilungs- und Eliminationskonstanten höher als nach oraler Gabe; Freisetzung von Flavocoenzymen ins Plasma gering [2].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Kinetik oral und intravenös

    RCT, Überkreuz · gesund · n = 9 · Einzelgaben im Abstand von 2 Wochen

    Gemessen: Riboflavin und Flavocoenzyme in Plasma, Urin

    Ergebnis: Aufnahme pro Einzelgabe sättigbar; Halbwertszeit der Aufnahme 1,1 h; keine Geschlechtsunterschiede.[2]

    Mensch, randomisiert

  • Migräneprophylaxe bei Erwachsenen

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: Migräne · n = 55 · 3 Monate

    Gemessen: Attackenfrequenz, Kopfschmerztage, Responder (≥ 50 %)

    Ergebnis: Frequenz (p = 0,005) und Kopfschmerztage (p = 0,012) gesenkt; Responder 59 vs. 15 %.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse Migräne

    Metaanalyse (8 RCTs, 1 kontrollierte Studie; laut Literaturliste auch Kombinationspräparate und aktive Vergleiche, deshalb nicht formspezifisch) · Patienten: Migräne · n = 673

    Gemessen: Migränetage, Dauer, Frequenz, Schmerz

    Ergebnis: Alle vier Endpunkte signifikant verbessert; Heterogenität teils hoch (I² bis 89 %).[6]

    Mensch, randomisiert

  • Vitamin B2 gegen Valproat

    RCT, einfach verblindet, aktiver Vergleich ohne Placebo; nur „Vitamin B2“ genannt, zählt nach der Standardform-Regel · Patienten: Migräne (15 bis 55 Jahre) · n = 90 · 3 Monate

    Gemessen: Häufigkeit, Dauer und Schwere der Attacken, Nebenwirkungen

    Ergebnis: In beiden Gruppen Abnahme, kein Unterschied zwischen den Gruppen (p > 0,05); unter Vitamin B2 weniger Nebenwirkungen (p = 0,005).[14]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse Migräne, nur Riboflavin allein

    systematischer Review mit Dosis-Wirkungs-Metaanalyse (12 Studien; Kontrollen Placebo, Carotin, Arzneimittel oder keine) · gemischt: Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Migräne · n = 749

    Gemessen: Häufigkeit, Dauer und Schwere der Attacken

    Ergebnis: Häufigkeit (WMD −1,39; 95 % KI −2,52 bis −0,25; I² 91,7 %) und Dauer (WMD −1,36; I² 90,4 %) gegenüber den Kontrollen gesenkt, Schwere nicht signifikant; laut Autoren mit äußerster Vorsicht zu lesen.[15]

    Mensch, randomisiert

  • Migräneprophylaxe bei Kindern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Kinder mit Migräne · n = 48

    Gemessen: ≥ 50 % weniger Attacken

    Ergebnis: 12/27 vs. 14/21 unter Placebo (p = 0,125); keine Unterschiede in sekundären Endpunkten.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Migräneprophylaxe bei Kindern, zwei Mengenstufen

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert (Carotin im Placebo), drei Arme · Patienten: Kinder mit Migräne (5 bis 13 Jahre) · n = 90 · 12 Wochen

    Gemessen: Häufigkeit, Dauer und Schwere der Attacken

    Ergebnis: Höhere Mengenstufe: Häufigkeit und Dauer gegenüber Placebo signifikant gesenkt; niedrigere Mengenstufe nicht (p = 0,49 bzw. 0,69); Schwere in keiner Gruppe verändert (p = 0,71 bzw. 0,74). Förderung durch die Universität der Autorengruppe, keine Interessenkonflikte erklärt.[16]

    Mensch, randomisiert

  • Migräneprophylaxe bei Kindern, Überkreuzstudie

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · Patienten: Kinder mit Migräne (6 bis 13 Jahre) · n = 42 · 2 × 16 Wochen mit Auswaschphase

    Gemessen: Häufigkeit der Migräneattacken und Kopfschmerzen vom Spannungstyp

    Ergebnis: Migräneattacken nicht seltener als unter Placebo (p = 0,44); Kopfschmerzen vom Spannungstyp seltener (p = 0,04).[17]

    Mensch, randomisiert

  • Blutdruck bei MTHFR-677TT

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: behandelte Hypertonie mit MTHFR-677TT · n = 91 · 16 Wochen

    Gemessen: Blutdruck

    Ergebnis: Systolisch −5,6 ± 2,6 mmHg (p = 0,033), diastolisch nicht signifikant; drei Mitglieder der Autorengruppe bei DSM Nutritional Products.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Riboflavin bei angeborenen Stoffwechselstörungen

    systematischer Review von Fallberichten und Serien · Patienten: angeborene Stoffwechselstörungen (u. a. Riboflavin-Transporter-Mangel)

    Gemessen: Ansprechen

    Ergebnis: Wirksam bei MADD Typ 3 (93,1 %), Riboflavin-Transporter-Mangel 2/3 (90,4 %), ACAD9-Mangel und FAD-Transporter-Mangel.[4]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Geringe Toxizität

    Für Riboflavin wurde keine tolerierbare Obergrenze festgelegt [1]. In der Migräne-RCT traten unter Riboflavin zweimal leichte Nebenwirkungen auf (Durchfall, vermehrtes Wasserlassen), keine schwerwiegenden [5]. Im Review zu Stoffwechselstörungen waren Nebenwirkungen selten und leicht [4].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Riboflavin beugt Migräne vor“

    Bei Erwachsenen eine positive placebokontrollierte RCT mit Riboflavin allein [5]; Metaanalysen ebenfalls positiv, aber heterogen und mit Kombinationspräparaten [6][7] bzw. mit unkontrollierten Studien und Vergleichen ohne Placebo [15]; gegenüber Valproat kein Unterschied ohne Placeboarm [14]; bei Kindern uneinheitlich: kein Effekt in zwei placebokontrollierten RCTs [8][17], weniger und kürzere Attacken nur in der höheren von zwei Mengenstufen einer dritten [16].

  • widerlegt

    „Je höher die Einzelgabe, desto mehr Riboflavin kommt im Körper an“

    Die Aufnahme ist sättigbar; oberhalb einer begrenzten Menge pro Einzelgabe steigt sie nicht weiter [1][2].

  • nicht belegt

    „Vitamin B2 vertreibt Müdigkeit“

    Bei ausreichend versorgten Gesunden nicht untersucht; die zugelassene Angabe beschreibt die Funktion des Nährstoffs [11].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Im proximalen Dünndarm über sättigbaren Transport (RFVT1, RFVT3); Halbwertszeit der Aufnahme 1,1 h [1][2][3].
Halbwertszeit
Für ein körpereigenes Vitamin nicht sinnvoll angebbar; nicht verifiziert.
Abbau
Umbau zu FMN und FAD; wenig Speicherung; Ausscheidung überwiegend über den Urin, die Niere trägt rund die Hälfte der Plasma-Clearance [1][2].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Riboflavin verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [13]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [12].
EU
Anhang II Teil A, Nr. 6 a der RL 2002/46/EG (Riboflavin) [12]. Für Riboflavin ist keine tolerierbare Obergrenze festgelegt [1]. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Riboflavin nach VO (EU) Nr. 432/2012 [11].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

    Nährstoff
    Riboflavin (Vitamin B2)
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[11]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
  • „trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“

    Nährstoff
    Riboflavin (Vitamin B2)
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[11]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht (siehe Versprechen „Weniger Müdigkeit“)

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Hält der Migräne-Effekt in großen, unabhängigen RCTs mit aktuellen Endpunkten stand?
  • Gilt der Blutdruckeffekt beim MTHFR-677TT-Genotyp auch außerhalb der nordirischen Arbeitsgruppe?
  • Haben Retardformen wegen der sättigbaren Aufnahme einen messbaren Vorteil?

Referenzen

  1. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA), Turck D, Bresson JL, Burlingame B, Dean T, Fairweather-Tait S, et al. Dietary reference values for riboflavin. EFSA J. 2017;15(8):e04919. doi:10.2903/j.efsa.2017.4919 · PubMed
  2. Zempleni J, Galloway JR, McCormick DB. Pharmacokinetics of orally and intravenously administered riboflavin in healthy humans. Am J Clin Nutr. 1996;63(1):54–66. doi:10.1093/ajcn/63.1.54 · PubMed
  3. Jaeger B, Bosch AM. Clinical presentation and outcome of riboflavin transporter deficiency: mini review after five years of experience. J Inherit Metab Dis. 2016;39(4):559–64. doi:10.1007/s10545-016-9924-2 · PubMed
  4. Jaeger B, Stolwijk NN, Aaldering F, Ruys CA, Smits M, Wolf NI, et al. Effectiveness of riboflavin in inherited metabolic diseases: a systematic review. J Inherit Metab Dis. 2026;49(3):e70190. doi:10.1002/jimd.70190 · PubMed
  5. Schoenen J, Jacquy J, Lenaerts M. Effectiveness of high-dose riboflavin in migraine prophylaxis. A randomized controlled trial. Neurology. 1998;50(2):466–70. doi:10.1212/wnl.50.2.466 · PubMed
  6. Chen YS, Lee HF, Tsai CH, Hsu YY, Fang CJ, Chen CJ, et al. Effect of vitamin B2 supplementation on migraine prophylaxis: a systematic review and meta-analysis. Nutr Neurosci. 2022;25(9):1801–12. doi:10.1080/1028415X.2021.1904542 · PubMed
  7. Talandashti MK, Shahinfar H, Delgarm P, Jazayeri S. Effects of selected dietary supplements on migraine prophylaxis: a systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Neurol Sci. 2025;46(2):651–70. doi:10.1007/s10072-024-07794-0 · PubMed
  8. MacLennan SC, Wade FM, Forrest KM, Ratanayake PD, Fagan E, Antony J. High-dose riboflavin for migraine prophylaxis in children: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. J Child Neurol. 2008;23(11):1300–4. doi:10.1177/0883073808318053 · PubMed
  9. Holland S, Silberstein SD, Freitag F, Dodick DW, Argoff C, Ashman E. Evidence-based guideline update: NSAIDs and other complementary treatments for episodic migraine prevention in adults: report of the Quality Standards Subcommittee of the American Academy of Neurology and the American Headache Society. Neurology. 2012;78(17):1346–53. doi:10.1212/WNL.0b013e3182535d0c · PubMed
  10. Wilson CP, McNulty H, Ward M, Strain JJ, Trouton TG, Hoeft BA, et al. Blood pressure in treated hypertensive individuals with the MTHFR 677TT genotype is responsive to intervention with riboflavin: findings of a targeted randomized trial. Hypertension. 2013;61(6):1302–8. doi:10.1161/HYPERTENSIONAHA.111.01047 · PubMed
  11. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  12. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  13. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Riboflavin“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  14. Rahimdel A, Zeinali A, Yazdian-Anari P, Hajizadeh R, Arefnia E. Effectiveness of vitamin B2 versus sodium valproate in migraine prophylaxis: a randomized clinical trial. Electron Physician. 2015;7(6):1344–8. doi:10.14661/1344 · PubMed
  15. Amini S, Heidari Z, Clark CCT, Bagherniya M. The effect of riboflavin on the mean attack frequency, severity, and duration of migraine headaches: a systematic review and dose-response meta-analysis of clinical trials. J Res Med Sci. 2026;31:1. doi:10.4103/jrms.jrms_547_24 · PubMed
  16. Talebian A, Soltani B, Banafshe HR, Moosavi GA, Talebian M, Soltani S. Prophylactic effect of riboflavin on pediatric migraine: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Electron Physician. 2018;10(2):6279–85. doi:10.19082/6279 · PubMed
  17. Bruijn J, Duivenvoorden H, Passchier J, Locher H, Dijkstra N, Arts WF. Medium-dose riboflavin as a prophylactic agent in children with migraine: a preliminary placebo-controlled, randomised, double-blind, cross-over trial. Cephalalgia. 2010;30(12):1426–34. doi:10.1177/0333102410365106 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Nacharbeit Standardform-Regel 24.10.2026: Die RCT [5] nennt „riboflavin“ und zählte schon; die Metaanalysen [6][7] zählen wegen der Kombinationspräparate und aktiven Vergleiche weiter nicht. Die Regel ändert keine Einstufung. Abstracts von Rahimdel 2015 (PMID 26516440, „vitamin B2“ gegen Valproat, einfach verblindet, 90 Patienten, kein Gruppenunterschied) und Amini 2026 (PMID 41769676, 12 Studien, 749 Personen, I² = 91,7 %) über PubMed eutils gelesen; am 24.10.2026 noch nicht in das Profil übernommen, seit dem 25.10.2026 als [14] und [15] enthalten.
  • Anhang II Teil A, Nr. 6 a (Riboflavin) im Wortlaut der konsolidierten Fassung CELEX 02002L0046-20251126 über Cellar (XHTML) am 24.10.2026 gelesen.
  • Gesundheitsbezogene Angaben für Riboflavin im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basisfassung CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (beide über Cellar, XHTML, 24.10.2026); die zwei Angaben in health_claims sind in beiden Fassungen wortgleich (K5).
  • EFSA-DRV [1] im Volltext (PMC7010026): Cofaktoren (Glutathionreduktase, PNPO, MTHFR), EGRAC, Spaltung von FMN/FAD vor der Aufnahme, sättigbarer Transport, linearer Anstieg bis zu einem Plateau, keine Obergrenze festgelegt, wenig Speicherung, Ausscheidung über den Urin.
  • Am Abstract: [2] neun Gesunde, randomisiert, Überkreuz, Halbwertszeit der Aufnahme 1,1 h, Urin rund die Hälfte der Clearance; [3] RFVT1/RFVT3 im Darm, 70 Betroffene, Riboflavin lebensrettend; [4] RTD 2/3 n = 94, 90,4 %; MADD Typ 3 93,1 %; [5] 55 Patienten, p = 0,005 und 0,012, 59 vs. 15 %; [6] 8 RCTs + 1 CCT, 673 Personen, I² bis 89 %; [7] MD −1,34 Attacken; [8] 48 Kinder, 12/27 vs. 14/21, p = 0,125; [9] Level B; [10] 91 Teilnehmende, −5,6 ± 2,6 mmHg, p = 0,033, diastolisch p = 0,291.
  • PubMed-Suche „riboflavin supplementation fatigue randomized“ am 24.10.2026 ohne Treffer.
  • Gegenprüfung 24.10.2026: [7] nennt im Abstract nur MD = −1,34 für die Attackenfrequenz ohne Zeiteinheit (Volltext nicht frei zugänglich); [3] „Treatment with oral supplementation of riboflavin is lifesaving“ (Review von Fallberichten); Affiliationen von [10] über die Crossref-Metadaten des Verlags: Hoeft, Weber und Roos bei DSM Nutritional Products Ltd, Kaiseraugst, Schweiz.
  • Querprüfung 24.10.2026, Abstracts: [5] Riboflavin allein gegen Placebo, 55 Patienten, intention-to-treat. Rahimdel 2015 (PMID 26516440, aus der Literaturliste von [6]): einfach verblindet, „Vitamin B2“ gegen Valproat ohne Placebo, Form im Abstract nicht genauer genannt, deshalb am 24.10.2026 nicht gezählt und nicht als Referenz aufgenommen (überholt durch die Neuprüfung vom 25.10.2026). Sándor 2000 (PMID 10759900): Vorher-nachher-Messung evozierter Potenziale ohne Placebo, keine Wirksamkeitsprüfung.
  • Literaturliste der Metaanalyse [6] über Europe PMC (24.10.2026): enthält u. a. Schoenen 1998 [5], Gaul 2015 (Kombination mit Magnesium und Q10, PMID 25916335), Maizels 2004 (Kombination mit Magnesium und Mutterkraut, PMID 15447697), Rahimdel 2015 (gegen Valproat, PMID 26516440), Sándor 2000 (gegen Betablocker, PMID 10759900) und offene Studien. Welche neun Studien gepoolt wurden, nennt der Abstract nicht.
  • 25.10.2026, Entscheidung q011 (Tilman: „Vitamin B2“ ohne Formangabe zählt wie Riboflavin): Stufe und Ergebnis der Versprechen neu geprüft. Abstract von [14] (PMID 26516440) erneut über PubMed eutils gelesen: einfach verblindet, 90 Patienten, „vitamin B2“ ohne weitere Formangabe gegen Valproat, kein Gruppenunterschied. Volltext von [15] über Europe PMC (PMC12949614) gelesen: alle zwölf Studien mit oralem Riboflavin allein, keine Kombination; Kontrollen Placebo, Carotin, Propranolol, Valproat, Betablocker, Riboflavin plus Aspirin oder keine Kontrolle (drei Studien); unter den Studien an Erwachsenen ist [5] die einzige placebokontrollierte, eine weitere placebokontrollierte Studie betraf Jugendliche (Athaillah 2012, nicht in PubMed); Förderung durch die Universität der Autorengruppe, keine Interessenkonflikte erklärt. Ergebnis: Migräne bleibt Stufe 4 „Einzelbefund, unbestätigt“, weil der zusätzlich zählende Vergleich keinen Placeboarm hat und die formspezifische Metaanalyse unkontrollierte und aktive Vergleiche poolt. Kennzeichnung nach q012 (vervollständigt in der Korrekturrunde 25.10.2026): Für [2], [3], [4], [5], [6], [7], [8], [9] und [10] nur Abstract geprüft, ebenso für [17]; Volltexte gelesen für [1], [14], [15] und [16].
  • Korrekturrunde 25.10.2026 (Gegenprüfung): Volltext von [14] über Europe PMC (PMC4623793) gelesen: einfach verblindet, 90 Patienten von 15 bis 55 Jahren, nur „vitamin B2“ ohne weitere Formangabe, gegen Valproat ohne Placebo, kein Gruppenunterschied. Studientabelle von [15] (PMC12949614, Tabelle 2) erneut gelesen: neben [8] weitere placebokontrollierte RCTs an Kindern bzw. Jugendlichen, Talebian 2018 (5 bis 13 Jahre; höhere Mengenstufe Häufigkeit und Dauer ↓, niedrigere ↔), Bruijn 2010 (6 bis 13 Jahre, ↔) und Athaillah 2012 (12 bis 19 Jahre, Häufigkeit und Dauer ↓; nicht in PubMed). Talebian 2018 [16] im Abstract (PMID 29629048) und Volltext (PMC5878019) gelesen: doppelblind, 90 Kinder in drei Gruppen, Placebo mit Carotin, „riboflavin“ ohne andere Form; Bruijn 2010 [17] im Abstract (PMID 20974610) gelesen: doppelblinde, placebokontrollierte Überkreuz-RCT, 42 Kinder, kein Effekt auf die Migräneattacken. Beide zählen nach der Standardform-Regel. Daraufhin die Aussage zu Kindern in kurzfassung, evidenz_gesamt, Wirkweise, Versprechen, Behauptung und Evidenzkarte von „kein Effekt“ auf „uneinheitlich“ umgestellt; die Bewertung für Erwachsene (Stufe 4, „Einzelbefund, unbestätigt“) bleibt. Behauptung „Riboflavin beugt Migräne vor.“ und evmap-Knoten und -Kante „migr“ um [14] und [15] ergänzt.
  • PubChem CID 493570 am 24.10.2026.
  • ClinicalTrials.gov: 351 Studien mit Intervention „riboflavin“ (24.10.2026).
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Riboflavin“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 55 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [13]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Gegen Migräne“: kleine_studien – tragend laut begruendung [5] mit 55 Patienten (Abstract) und [14] mit 90 Patienten (Volltext, siehe oben); die Metaanalysen [6][7][15] und die Kinderstudien tragen Stufe und Ergebnis nicht. „Senkt den Blutdruck bei MTHFR-Genvariante“: kleine_studien – [10] 91 Personen (Abstract). Nicht herstellerfinanziert gesetzt: drei Mitautoren bei DSM Nutritional Products, ob DSM das Prüfpräparat herstellte oder die Studie finanzierte, ist nicht belegt.

Nicht verifiziert

  • Welche Studien die Metaanalysen [6][7] gepoolt haben (Volltexte nicht frei zugänglich); laut Literaturliste von [6] sind Kombinationspräparate darunter.
  • Finanzierung von [10] nicht geprüft (Volltext nicht frei zugänglich, keine Förderangaben in Crossref oder Europe PMC); die Affiliation dreier Mitglieder der Autorengruppe bei DSM Nutritional Products ist über Crossref belegt.
  • Status in den USA nicht im Register geprüft.
  • Nambiar 2011 (offener randomisierter Vergleich mit Propranolol, Neurology Asia, nicht in PubMed) nicht gelesen; als Vergleich ohne Placebo wäre er auch nach der Standardform-Regel kein bestätigender Beleg.
  • Athaillah 2012 (Paediatr Indones, placebokontrollierte Studie an Jugendlichen, nicht in PubMed) nicht selbst gelesen; nur aus der Studientabelle von [15] bekannt und deshalb nicht als Referenz aufgenommen.
  • Dass Riboflavin den Urin gelb färbt, ist verbreitet bekannt, wurde aber nicht an einer Quelle geprüft und deshalb weggelassen.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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