Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Viel Eisen pro Dosis gegen Müdigkeit

    nicht untersucht

    Energie & Stoffwechsel · gesund (Müdigkeit) · Keine Daten

    Der hohe Eisenanteil ist chemisch richtig, sagt aber nichts über die aufgenommene Menge [3][4]. Keine Müdigkeitsstudie mit Fumarat gefunden; die placebokontrollierte Studie dazu verwendete Sulfat und schloss nur Frauen mit niedrigem Ferritin ein [10], ein Review über verschiedene Formen fand nur weniger selbstberichtete Müdigkeit [11]. Die zugelassene EU-Angabe zur Müdigkeit (siehe Abschnitt „Zugelassene EU-Angaben“) gilt für Eisen allgemein und ist keine Evidenzstufe [9].[3][4]

  • So gut aufgenommen wie Eisensulfat

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Mensch, randomisiert

    Nur Marker (Isotopenaufnahme). Bei Erwachsenen und nicht anämischen mexikanischen Kindern kein signifikanter Unterschied [4]; bei Kleinkindern in anderen Studien nur etwa 30 % [3] bzw. 51–64 % der Aufnahme aus Sulfat [5]. Bereich gewählt, weil Eisen vor allem gegen Müdigkeit beworben wird.

Wirkweise

Evidenzkarte: Eisen(II)-fumarat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Eisen(II)-fumarat gehört mit Sulfat und Gluconat zu den häufigsten oralen Eisen(II)-Salzen und wird in der britischen Gastroenterologie-Leitlinie gleichrangig mit ihnen für die Behandlung der Eisenmangelanämie genannt [1]. Wie bei allen Eisen(II)-Salzen wird das Eisen im Zwölffingerdarm als Fe2+ über DMT1 aufgenommen und über Ferroportin ans Blut abgegeben; das Leberhormon Hepcidin bremst diesen Weg [1]. Eisenfumarat steht in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG [2]. Rechnerisch enthält es etwa 33 % Eisen, mehr als Eisensulfat-Heptahydrat (etwa 20 %) oder wasserfreies Eisengluconat (etwa 12,5 %; aus den Summenformeln berechnet). Das bedeutet mehr Eisen pro Gramm Salz, nicht mehr aufgenommenes Eisen.

In Isotopenstudien an Erwachsenen wurde Eisen aus Fumarat etwa so gut aufgenommen wie aus Sulfat; bei Kleinkindern lag die relative Bioverfügbarkeit in späteren Studien nur bei etwa 30 % von Sulfat [3]. Als mögliche Gründe nennt die Übersicht, dass die Aufnahme aus Sulfat bei Eisenmangel stärker hochreguliert wird und dass Kinder weniger Magensäure bilden, die das schwer lösliche Fumarat zum Auflösen braucht [3]. Bei nicht anämischen mexikanischen Frauen, Säuglingen und Kleinkindern unterschied sich die Aufnahme nicht signifikant (Frauen 17,5 vs. 20,5 %, relative Bioverfügbarkeit 86; Säuglinge 97; Kleinkinder 106) [4]. In einer randomisierten Studie mit 17 senegalesischen Mutter-Kind-Paaren erreichte Fumarat bei den Kindern dagegen nur 51 bzw. 64 % der Aufnahme aus Sulfat, bei den Müttern nicht; ein polyphenolreicher Kräutertee senkte die Aufnahme aus beiden Formen deutlich [5].

Zur Verträglichkeit: Eine dänische Auswertung zweier randomisierter, doppelblinder Studien mit Schwangeren fand in der Studie, die nur verschiedene Fumaratmengen miteinander verglich, im unteren Mengenbereich keinen Zusammenhang zwischen Menge und Magen-Darm-Beschwerden; die höchste geprüfte Menge führte aber häufiger zu Verstopfung und Abführmittelgebrauch [6]. Sulfat und Bisglycinat stammen aus der zweiten Studie; Fumarat wurde also nicht randomisiert mit ihnen verglichen. Im Vergleich über beide Studien hinweg hatten Fumarat und Sulfat bei jeweils vorbeugend wirksamen, aber unterschiedlichen Eisenmengen ähnliche, Bisglycinat günstigere Beschwerdeprofile; schwarzer Stuhl trat unter Fumarat bei 22 %, unter Sulfat bei 31 % und unter Bisglycinat bei 8 % auf [6]. Eine systematische Übersicht über 111 Studien fand unter Fumarat die höchste Nebenwirkungsrate aller untersuchten Präparate (47,0 %, davon Magen-Darm 43,4 %), allerdings im Vergleich über Studien hinweg [7]. Eine Auswertung des US-Meldesystems FAERS zeigte für Fumarat dagegen das schwächste Meldesignal für Magen-Darm-Ereignisse; solche Spontanmeldungen eignen sich nicht für Häufigkeitsvergleiche [8].

Die EU erlaubt für Eisenquellen allgemein die Angabe „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“ [9]. Die placebokontrollierten Müdigkeitsstudien bei Frauen ohne Anämie verwendeten aber Eisensulfat, etwa eine RCT mit 198 Frauen mit niedrigem Ferritin [10]; ein systematischer Review über verschiedene Formen fand weniger selbstberichtete Müdigkeit, aber keine bessere messbare Leistungsfähigkeit [11]. Eine Müdigkeitsstudie mit Fumarat wurde nicht gefunden.

Formulierungen und Herkunft: Mikroverkapseltes Fumarat in Pulverbeuteln zum Bestreuen von Beikost („Sprinkles“) behob bei 557 anämischen Kleinkindern in Ghana die Anämie ebenso oft wie Sulfat-Tropfen (58 vs. 56 %); der Sprinkles-Arm erhielt aber mehr Eisen und zusätzlich Ascorbinsäure, sodass das kein Vergleich der Eisenformen ist [12]. Bei 150 US-Säuglingen wurde es nicht besser eingenommen als Tropfen; nach einem Maß war die Einnahmetreue unter Tropfen sogar häufiger hoch (22 vs. 9,5 %) [13]. Als verkapseltes Fumarat in doppelt angereichertem Speisesalz senkte es in einer Studie mit 458 indischen Schulkindern in drei Gruppen die Anämiehäufigkeit in der Fumarat-Gruppe von 15,1 auf 5,0 %, verfärbte aber manche Speisen [14]. In Kenia verbesserten Mikronährstoffpulver mit verkapseltem Fumarat das Hämoglobin bei Kleinkindern, die nicht nach Anämie ausgewählt waren, nicht; Eisenstatus, Anämie und Entzündung zu Studienbeginn veränderten dieses Ergebnis nicht [15]; in zwei weiteren kenianischen RCTs mit Säuglingen erhöhten eisenhaltige Pulver (mit Fumarat bzw. Eisen-Natrium-EDTA, gemeinsam ausgewertet) Enterobakterien und den Entzündungsmarker Calprotectin im Stuhl [16].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
DMT1 (divalenter Metalltransporter 1), ZwölffingerdarmTransporterBindungAufnahmeweg für Fe2+ (Übersichtsarbeit) Labor[1]
Auflösung im sauren MagenSonstigesFreisetzungschwer löslich; geringere Magensäure als vermutete Ursache schlechterer Aufnahme bei Kleinkindern Mensch, nicht randomisiert[3]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Keine formspezifische Auswertung: Eisenhaltige Mikronährstoffpulver erhöhten bei kenianischen Säuglingen Calprotectin im Stuhl und pathogene Darmbakterien nur in der gemeinsamen Auswertung zweier RCTs mit Fumarat bzw. Eisen-Natrium-EDTA; das zählt nach der Familienregel nicht für Fumarat[16]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Fumarat in Getränk (Isotopenstudie)

    17,5 % (nicht anämische Frauen; Sulfat 20,5 %)

    Relative Bioverfügbarkeit gegenüber Sulfat bei Frauen 86, Säuglingen 97, Kleinkindern 106, jeweils nicht signifikant [4]. Bei senegalesischen Kindern 51–64 %, bei ihren Müttern ohne Unterschied [5].

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · mikroverkapselt (Sprinkles)

    Gleiche Heilungsrate der Anämie wie Sulfat-Tropfen bei 557 Kleinkindern, allerdings mit mehr Eisen und zusätzlicher Ascorbinsäure im Sprinkles-Arm [12]; Einnahmetreue nicht besser, nach einem Maß unter Tropfen häufiger hoch [13].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Fumarat vs. Sulfat in Mexiko (Isotope)

    randomisierte Isotopenstudie · gesund (nicht anämische Frauen, Säuglinge, Kleinkinder) · Einzelmahlzeit, Messung nach 14 Tagen

    Gemessen: Einbau der Isotope in Erythrozyten

    Ergebnis: Frauen 17,5 vs. 20,5 %; Säuglinge 7,0 vs. 7,2 %; Kleinkinder 6,3 vs. 5,9 %; jeweils nicht signifikant.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Mutter-Kind-Paare im Senegal

    randomisiert, 2 × 2 faktoriell (Isotope) · gesund (Mütter und Kinder) · n = 34 · Einzelmahlzeiten

    Gemessen: aufgenommener Eisenanteil

    Ergebnis: Kinder: Fumarat 51 bzw. 64 % der Aufnahme aus Sulfat; Mütter ohne Unterschied; Kräutertee senkte die Aufnahme deutlich.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Fumaratmengen in der Schwangerschaft (Gentofte)

    RCT, doppelblind, vier Fumaratmengen · gesund (Schwangere) · n = 404 · ab der 15.–19. Woche bis zur Geburt

    Gemessen: Magen-Darm-Beschwerden, schwarzer Stuhl

    Ergebnis: Im unteren Mengenbereich kein Zusammenhang mit Beschwerden; höchste Menge mehr Verstopfung und Abführmittelgebrauch; schwarzer Stuhl nahm mit der Menge zu.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Formvergleich über zwei dänische Studien

    Vergleich über zwei getrennte RCTs (Fumarat nicht gegen Sulfat oder Bisglycinat randomisiert) · gesund (Schwangere) · n = 482 · ab der 15.–19. Woche bis zur Geburt

    Gemessen: Magen-Darm-Beschwerden, schwarzer Stuhl

    Ergebnis: Fumarat und Sulfat ähnlich, Bisglycinat günstiger, jeweils bei unterschiedlichen Eisenmengen; schwarzer Stuhl 22 vs. 31 vs. 8 %.[6]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Sprinkles vs. Sulfat-Tropfen in Ghana

    RCT · Patienten: anämische Kleinkinder (6–18 Monate) · n = 557 · 2 Monate

    Gemessen: Hämoglobin über 100 g/l

    Ergebnis: 58 vs. 56 % erfolgreich behandelt; Sprinkles-Arm mit mehr Eisen und zusätzlich Ascorbinsäure; kaum Nebenwirkungen.[12]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenhaltige Mikronährstoffpulver und Darmflora (Kenia)

    zwei RCTs, doppelblind (Fumarat bzw. Eisen-Natrium-EDTA) · gesund (Säuglinge, 6 Monate) · n = 115 · 4 Monate

    Gemessen: Darmmikrobiom, Calprotectin, Durchfall

    Ergebnis: Mehr Enterobakterien und pathogene E. coli, Calprotectin ↑ (gemeinsame Auswertung); Durchfallbehandlung in der Fumarat-Studie 27,3 vs. 8,3 % (p = 0,092).[16]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Magen-Darm-Beschwerden

    Im Vergleich über zwei Studien hinweg ähnlich häufig wie unter Sulfat [6]; in einer Übersicht über Studien hinweg die höchste Nebenwirkungsrate (47,0 %) [7]. In einer RCT mit Schwangeren mehr Verstopfung bei der höchsten geprüften Fumaratmenge [6].

    Mensch, randomisiert

  • Darmflora und Entzündung bei Säuglingen

    In zwei kenianischen RCTs erhöhten eisenhaltige Pulver (Fumarat bzw. Eisen-Natrium-EDTA, gemeinsam ausgewertet) Enterobakterien, pathogene E. coli und Calprotectin [16]. Betrifft Säuglinge in Regionen mit hoher Infektionslast.

    Mensch, randomisiert

  • Vergiftung kleiner Kinder

    Eisenpräparate waren in den USA eine Hauptursache tödlicher unbeabsichtigter Vergiftungen bei Kleinkindern; Einzeldosis-Verpackungen senkten die Todesfälle stark [17]. Daten für alle Eisenpräparate.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Eisenüberladung

    Eine Überladung schädigt Organe; eine tolerierbare Obergrenze ließ sich nicht ableiten [18]. Der Körper scheidet Eisen nicht geregelt aus [1].

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Polyphenolreicher Tee: Ein Kräutertee (Combretum micranthum) senkte die Eisenaufnahme aus Fumarat bei Kindern um 72 % (randomisierte Isotopenstudie) [5].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Fumarat liefert mehr Eisen als andere Salze und wirkt deshalb stärker“

    Der Eisenanteil pro Gramm ist höher, die Aufnahme pro Eisenmenge aber bei Erwachsenen gleich und bei Kleinkindern teils geringer als aus Sulfat [3][4][5].

  • nicht belegt

    „Fumarat ist besser verträglich als Sulfat“

    Ein randomisierter Vergleich mit Sulfat fehlt. Im Vergleich über zwei Studien mit Schwangeren hinweg ähnliche Beschwerdeprofile [6]; in einer Übersicht über Studien hinweg die höchste Nebenwirkungsrate [7]; nur Spontanmeldungen deuten auf weniger Meldungen hin [8].

  • teilweise belegt

    „Mikroverkapseltes Fumarat ist besser verträglich und wird lieber genommen als Tropfen“

    Kaum Nebenwirkungen und gleiche Heilungsrate in Ghana, allerdings mit mehr Eisen und zusätzlicher Ascorbinsäure im Sprinkles-Arm [12]; in den USA keine bessere, nach einem Maß sogar seltener hohe Einnahmetreue als mit Tropfen [13].

  • teilweise belegt

    „Mikroverkapseltes Fumarat behebt Anämie bei Kleinkindern“

    Bei anämischen Kleinkindern in Ghana so oft erfolgreich wie Sulfat-Tropfen, allerdings mit mehr Eisen und zusätzlicher Ascorbinsäure im Sprinkles-Arm [12]; als angereichertes Speisesalz senkte es die Anämiehäufigkeit bei Schulkindern [14]; in Kenia keine Wirkung auf das Hämoglobin bei Kleinkindern, die nicht nach Anämie ausgewählt waren [15]. Bei Säuglingen ungünstige Veränderungen der Darmflora [16].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Als Fe2+ über DMT1 [1]; muss sich zuvor im sauren Magen lösen, die Aufnahme bei Kleinkindern ist teils deutlich geringer als aus Sulfat [3][5].
Halbwertszeit
Für ein körpereigenes Spurenelement nicht sinnvoll angebbar.
Abbau
Wie andere Eisen(II)-Salze: Ferroportin, Transferrin, Ferritin; kein geregelter Ausscheidungsweg [1].
Weg ins Gehirn
Nicht untersucht für diese Form.

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Eisen(II)-fumarat verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [19]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [2].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Eisenfumarat“); damit als Eisenquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2]. Kein eigener Eintrag in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel (CELEX 02017R2470-20260810, Suche am 24.10.2026).
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“

    Nährstoff
    Eisen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[9]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht (keine Müdigkeitsstudie mit Fumarat, siehe Hauptversprechen)
  • „Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei“

    Nährstoff
    Eisen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[9]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; mit dieser Form nur Aufnahme-, Anreicherungs- und Behandlungsstudien, überwiegend bei Kindern (siehe Versprechen und Behauptungen)

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Warum wird Fumarat bei Kleinkindern schlechter aufgenommen als bei Erwachsenen, und gilt das auch bei Menschen mit wenig Magensäure (z. B. unter Protonenpumpenhemmern)?
  • Gibt es einen formspezifischen Effekt auf Müdigkeit, wenn Fumarat und Sulfat bei gleicher aufgenommener Eisenmenge verglichen werden?

Referenzen

  1. Pantopoulos K. Oral iron supplementation: new formulations, old questions. Haematologica. 2024;109(9):2790–801. doi:10.3324/haematol.2024.284967 · PubMed
  2. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  3. Hurrell R. Use of ferrous fumarate to fortify foods for infants and young children. Nutr Rev. 2010;68(9):522–30. doi:10.1111/j.1753-4887.2010.00312.x · PubMed
  4. Harrington M, Hotz C, Zeder C, Polvo GO, Villalpando S, Zimmermann MB, et al. A comparison of the bioavailability of ferrous fumarate and ferrous sulfate in non-anemic Mexican women and children consuming a sweetened maize and milk drink. Eur J Clin Nutr. 2011;65(1):20–5. doi:10.1038/ejcn.2010.185 · PubMed
  5. Ndiaye NF, Idohou-Dossou N, Bürkli S, Diouf A, Loucoubar C, Guiro AT, et al. Polyphenol-rich tea decreases iron absorption from fortified wheat bread in Senegalese mother-child pairs and bioavailability of ferrous fumarate is sharply lower in children. Eur J Clin Nutr. 2020;74(8):1221–8. doi:10.1038/s41430-020-0601-z · PubMed
  6. Milman NT, Bergholt T. Low-dose prophylactic oral iron supplementation (ferrous fumarate, ferrous bisglycinate, and ferrous sulphate) in pregnancy is not associated with clinically significant gastrointestinal complaints: results from two randomized studies. J Pregnancy. 2024;2024:1716798. doi:10.1155/2024/1716798 · PubMed
  7. Cancelo-Hidalgo MJ, Castelo-Branco C, Palacios S, Haya-Palazuelos J, Ciria-Recasens M, Manasanch J, et al. Tolerability of different oral iron supplements: a systematic review. Curr Med Res Opin. 2013;29(4):291–303. doi:10.1185/03007995.2012.761599 · PubMed
  8. Tan X, Tian Y, Zhang T, Yao Q, Zhu T, Wang W, et al. Oral iron preparations: gastrointestinal adverse events and medication adherence in female patients with iron deficiency anemia. Front Pharmacol. 2026;17:1727566. doi:10.3389/fphar.2026.1727566 · PubMed
  9. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  10. Vaucher P, Druais PL, Waldvogel S, Favrat B. Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin: a randomized controlled trial. CMAJ. 2012;184(11):1247–54. doi:10.1503/cmaj.110950 · PubMed
  11. Houston BL, Hurrie D, Graham J, Perija B, Rimmer E, Rabbani R, et al. Efficacy of iron supplementation on fatigue and physical capacity in non-anaemic iron-deficient adults: a systematic review of randomised controlled trials. BMJ Open. 2018;8(4):e019240. doi:10.1136/bmjopen-2017-019240 · PubMed
  12. Zlotkin S, Arthur P, Antwi KY, Yeung G. Treatment of anemia with microencapsulated ferrous fumarate plus ascorbic acid supplied as sprinkles to complementary (weaning) foods. Am J Clin Nutr. 2001;74(6):791–5. doi:10.1093/ajcn/74.6.791 · PubMed
  13. Geltman PL, Hironaka LK, Mehta SD, Padilla P, Rodrigues P, Meyers AF, et al. Iron supplementation of low-income infants: a randomized clinical trial of adherence with ferrous fumarate sprinkles versus ferrous sulfate drops. J Pediatr. 2009;154(5):738–43. doi:10.1016/j.jpeds.2008.11.003 · PubMed
  14. Andersson M, Thankachan P, Muthayya S, Goud RB, Kurpad AV, Hurrell RF, et al. Dual fortification of salt with iodine and iron: a randomized, double-blind, controlled trial of micronized ferric pyrophosphate and encapsulated ferrous fumarate in southern India. Am J Clin Nutr. 2008;88(5):1378–87. doi:10.3945/ajcn.2008.26149 · PubMed
  15. Teshome EM, Andang'o PEA, Osoti V, Terwel SR, Otieno W, Demir AY, et al. Daily home fortification with iron as ferrous fumarate versus NaFeEDTA: a randomised, placebo-controlled, non-inferiority trial in Kenyan children. BMC Med. 2017;15(1):89. doi:10.1186/s12916-017-0839-z · PubMed
  16. Jaeggi T, Kortman GA, Moretti D, Chassard C, Holding P, Dostal A, et al. Iron fortification adversely affects the gut microbiome, increases pathogen abundance and induces intestinal inflammation in Kenyan infants. Gut. 2015;64(5):731–42. doi:10.1136/gutjnl-2014-307720 · PubMed
  17. Tenenbein M. Unit-dose packaging of iron supplements and reduction of iron poisoning in young children. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005;159(6):557–60. doi:10.1001/archpedi.159.6.557 · PubMed
  18. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, de Henauw S, Hirsch-Ernst KI, Knutsen HK, et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for iron. EFSA J. 2024;22(6):e8819. doi:10.2903/j.efsa.2024.8819 · PubMed
  19. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Eisen(II)-fumarat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126, Cellar-XHTML): Eintrag „Eisenfumarat“. Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810: kein Eintrag. VO (EU) 432/2012 (CELEX 32012R0432, Ursprungsfassung): Angabe „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“ für Eisenquellen.
  • Am Abstract: RBV 100 bei Erwachsenen, etwa 30 bei Kleinkindern, Erklärungsansätze [3]; 17,5 vs. 20,5 %, RBV 86/97/106 [4]; 17 Mutter-Kind-Paare, RBV 51 und 64 %, Teeeffekt −65 bzw. −72 % bei Kindern [5]; 404 + 78 Schwangere aus zwei getrennten Studien (Gentofte: nur Fumaratmengen randomisiert; Naestved: Bisglycinat gegen Sulfat), schwarzer Stuhl 22/31/8 %, höchste Fumaratmenge mehr Verstopfung [6]; 111 Studien, 47,0 % bzw. 43,4 % [7]; FAERS ROR 0,36 für Fumarat [8]; 198 Frauen, Sulfat [10]; SMD −0,38 [11]; 557 Kinder, 58 vs. 56 %, Sprinkles-Arm mit höherer Eisenmenge plus Ascorbinsäure [12]; 150 Säuglinge, keine bessere Einnahmetreue, hohe Einnahmetreue bei mindestens vier Erhebungen unter Tropfen 22 vs. 9,5 % [13]; 458 Kinder in drei Gruppen, Anämie in der Fumarat-Gruppe 15,1 → 5,0 % [14]; 338 Kinder mit Hämoglobin ab einer Untergrenze, kein Effekt auf Hämoglobin, keine Effektmodifikation durch Eisenstatus, Anämie oder Entzündung [15]; 115 Säuglinge, Calprotectin p = 0,002, Durchfall 27,3 vs. 8,3 % [16]; Todesfälle 29 → 1 [17]; keine Obergrenze ableitbar [18].
  • Im Open-Access-Volltext von [1]: Fumarat unter den häufigsten Eisen(II)-Salzen, Leitlinienempfehlung Sulfat, Fumarat oder Gluconat.
  • Eisenanteile aus den PubChem-Summenformeln berechnet (Fumarat wasserfrei, Sulfat-Heptahydrat, Gluconat wasserfrei).
  • ClinicalTrials.gov: 121 Treffer für „ferrous fumarate“ (24.10.2026).
  • VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angaben zu Müdigkeit sowie roten Blutkörperchen und Hämoglobin [9].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Eisen(II)-fumarat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 3 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [19]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status in den USA.
  • Teilnehmerzahl der mexikanischen Isotopenstudie [4] (im Abstract nicht genannt).
  • Eine Studie, die Fumarat gezielt gegen Müdigkeit testet, wurde in PubMed nicht gefunden (Suche „ferrous fumarate“ mit „fatigue“ oder „tiredness“).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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