Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Besser aufgenommen als Eisensalze

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund · Mensch, randomisiert

    Nur Marker (Isotopenaufnahme, Hämoglobin, Ferritin). Aus phytatreichem Maisbrei etwa viermal besser aufgenommen als Sulfat (Isotopenstudie, zehn Männer) [4]; bei Schwangeren etwas höheres Hämoglobin als unter anderen Präparaten, bei Kindern kein Unterschied [5]; mit deutlich weniger Eisen nicht die Ferritinwerte von Sulfat [10]. Eine Studie nach Magenentfernung mit schlechterem Ergebnis nennt nur ein „Eisenglycinat-Chelat“ und zählt nach der Familienregel nicht [11]. Die meisten Vergleiche setzten im Bisglycinat-Arm weniger Eisen ein. Eine positive Studie wurde zurückgezogen [7]. Bereich gewählt, weil Eisen vor allem gegen Müdigkeit beworben wird.

  • Weniger Magen-Darm-Beschwerden als Eisensalze

    kleiner Nutzen

    Energie & Stoffwechsel · gesund (überwiegend Schwangere) · Mensch, randomisiert

    In der Metaanalyse bei Schwangeren weniger Magen-Darm-Ereignisse (IRR 0,36) [5], ebenso in einer dänischen RCT [8] (in [9] nachausgewertet, vermutlich auch in [5] enthalten, also keine unabhängige Bestätigung) und in einer kleinen RCT bei Krebspatienten (17 vs. 33 %) [12]. Fast immer erhielt der Bisglycinat-Arm weniger Eisen, sodass Form und Menge nicht zu trennen sind; ein Vergleich bei gleicher Eisenmenge fehlt. Gegenüber Fumarat günstiger nur im Vergleich über zwei Studien hinweg [9]. Aus dem gebündelten Auftragsversprechen „besser aufgenommen und ohne Magen-Darm-Beschwerden“ getrennt. Bereich wie beim Hauptversprechen.

  • Wirkt mit weniger Eisen genauso gut

    uneinheitlich

    Energie & Stoffwechsel · gesund (Schwangere und nicht schwangere Frauen) · Mensch, randomisiert

    Nur Marker (Eisenmangel, Ferritin). In der dänischen Schwangerschaftsstudie mit halber Eisenmenge nicht unterlegen [8]; bei Frauen in Kambodscha mit deutlich weniger Eisen beim Ferritin unterlegen [10]. Ähnliche Wirkung bei 24 Krebspatienten [12].

  • Auch nach Magenoperation gut verwertbar

    nicht untersucht

    Energie & Stoffwechsel · Patienten: Eisenmangelanämie nach Magenentfernung · Keine Daten

    Keine Studie mit ausdrücklich Bisglycinat. Die einzige gefundene kontrollierte Studie (18 Patienten, Randomisierung im Abstract nicht beschrieben) nennt nur ein „Eisenglycinat-Chelat“ (ferrous glycinate chelate) und zählt nach der Familienregel deshalb nicht für die Stufe; dort besserte Sulfat die Blutwerte stärker als das Chelat, sechs vs. eine Person blieben anämisch, bei weniger Eisen im Chelat-Arm [11].

Wirkweise

Evidenzkarte: Eisenbisglycinat

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Bisglycinat ist eine der zahlreichen weiteren Eisen(II)-Verbindungen neben Sulfat, Fumarat und Gluconat [1]. Eisenbisglycinat steht in Anhang II Teil B der Richtlinie 2002/46/EG [2]. Rechnerisch enthält die wasserfreie Verbindung etwa 27 % Eisen (aus der Summenformel in PubChem). In Darmzellen (Caco-2) wurde Eisen aus Bisglycinat wie aus Eisensalzen über den Transporter DMT1 aufgenommen und bei eisenbeladenen Zellen ebenso herunterreguliert; die Autoren schließen, dass Chelate denselben Weg nutzen wie Salze [3]. Belege für eine Aufnahme als intaktes Chelat beim Menschen wurden nicht gefunden.

In Maisbrei, der viel Phytat enthält, wurde Eisen aus Bisglycinat bei zehn Männern mit ausreichenden Speichern etwa viermal so gut aufgenommen wie aus Sulfat (6,0 vs. 1,7 %), und es tauschte sich nicht mit dem übrigen Nahrungseisen aus; die Aufnahme hing wie bei anderen Formen stark vom Ferritin ab [4]. Das spricht für einen Schutz vor Nahrungshemmstoffen, nicht für eine Umgehung der Eisenregulation.

Eine Metaanalyse von 17 RCTs fand bei Schwangeren unter Bisglycinat ein höheres Hämoglobin als unter anderen Eisenpräparaten (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,54) und weniger Magen-Darm-Beschwerden (Inzidenzratenverhältnis 0,36); bei Kindern unterschieden sich Hämoglobin und Ferritin nicht [5]. Eine Netzwerk-Metaanalyse zu Eisen in der Schwangerschaft fand dagegen für keine orale Form außer Sulfat genug Daten für einen belastbaren Vergleich [6]. Eine ägyptische Schwangerschaftsstudie mit großem Vorteil für Bisglycinat (187 Frauen) wurde 2026 zurückgezogen [7]; die Literaturliste der Metaanalyse führt sie auf, ob sie in die gepoolten Werte einging, ließ sich ohne Volltext nicht prüfen. In einer dänischen RCT verhinderte Bisglycinat mit halber Eisenmenge Eisenmangel in der Schwangerschaft ebenso gut wie Sulfat, bei weniger Magen-Darm-Beschwerden (80 Frauen) [8]. Eine spätere Auswertung derselben Arbeitsgruppe enthält eine Bisglycinat-Sulfat-Studie mit gleichen Armen, gleichem Zeitraum und 78 ausgewerteten Frauen, sehr wahrscheinlich dieselbe Studie; schwarzer Stuhl trat dort unter Bisglycinat bei 8 % und unter Sulfat bei 31 % auf, unter Fumarat aus einer getrennten Studie bei 22 % (Vergleich über Studien hinweg) [9]. Bei 480 überwiegend eisengesättigten Frauen in Kambodscha erreichte eine deutlich geringere Menge Bisglycinat nach zwölf Wochen dagegen nicht die Ferritinwerte von Sulfat (84 vs. 99 µg/l, Placebo 78 µg/l); Calprotectin im Stuhl und Darmerreger unterschieden sich nicht [10].

Bei Patienten nach Magenentfernung schnitt ein „Eisenglycinat-Chelat“ schlechter ab als Sulfat: Am Ende waren unter dem Chelat noch sechs, unter Sulfat nur eine von insgesamt 18 Personen anämisch [11]. Der Abstract nennt nur „ferrous glycinate chelate“, nicht Bisglycinat; die Metaanalyse [5] führt die Studie zwar in ihrer Literaturliste, nach der Familienregel zählt sie hier aber nicht für die Stufe. Bei 24 Krebspatienten mit leichter Eisenmangelanämie wirkte eine geringere Menge Bisglycinat ähnlich wie Sulfat, Nebenwirkungen traten bei 17 vs. 33 % auf [12]. Die meisten Vergleiche setzten also im Bisglycinat-Arm weniger Eisen ein; ob die bessere Verträglichkeit an der Form oder an der kleineren Eisenmenge liegt, lässt sich daraus nicht trennen.

Formulierungen und Herkunft: Ein Handelsprodukt ist ein markengeschütztes Aminosäurechelat (Ferrochel), das zur Lebensmittelanreicherung und gegen Eisenmangel entwickelt wurde [13]. Vergleichende Humandaten zu unterschiedlichen Darreichungsformen von Bisglycinat wurden nicht gefunden.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
DMT1 (divalenter Metalltransporter 1)TransporterBindungAufnahme aus Bisglycinat über denselben Weg wie aus Salzen, bei Eisenbeladung herunterreguliert (Caco-2) Labor[3]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Bisglycinat in Maisbrei (Isotopenstudie)

    6,0 % (Sulfat 1,7 %; zehn Männer mit ausreichenden Speichern)

    Etwa viermal höhere Aufnahme als aus Sulfat in phytatreichem Mais; kein Austausch mit dem übrigen Nahrungseisen; Aufnahme stark vom Ferritin abhängig [4].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Bisglycinat vs. andere Eisenpräparate

    Metaanalyse von RCTs · Schwangere (9 RCTs), Kinder (4 RCTs), andere (4 RCTs) · 4–20 Wochen

    Gemessen: Hämoglobin, Ferritin, Magen-Darm-Ereignisse

    Ergebnis: Schwangere: Hämoglobin SMD 0,54 (0,15–0,94), Magen-Darm-Ereignisse IRR 0,36 (0,17–0,76); Kinder ohne Unterschied.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Bisglycinat vs. Sulfat in der Schwangerschaft (Dänemark, Naestved)

    RCT, doppelblind · gesund (Schwangere) · n = 80 · 15.–19. Woche bis nach der Geburt

    Gemessen: Eisenmangel, Eisenmangelanämie, Beschwerden

    Ergebnis: Mit halber Eisenmenge nicht unterlegen; weniger Magen-Darm-Beschwerden (p = 0,001).[8]

    Mensch, randomisiert

  • Geringere Menge Bisglycinat vs. Sulfat (Kambodscha)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Nichtunterlegenheit · gesund (nicht schwangere Frauen, überwiegend eisengesättigt) · n = 480 · 12 Wochen

    Gemessen: Ferritin; Calprotectin, Darmerreger

    Ergebnis: Ferritin 84 vs. 99 µg/l (Placebo 78), Nichtunterlegenheit nicht gezeigt; kein Unterschied bei Calprotectin und Erregern.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Eisenglycinat-Chelat nach Magenentfernung

    kontrollierte Studie, zwei Gruppen · Patienten: Eisenmangelanämie nach Gastrektomie · n = 18 · 4 Monate

    Gemessen: Hämoglobin, Ferritin, Eisenwerte

    Ergebnis: Sulfat besser: am Ende eine vs. sechs Personen anämisch, Ferritin über 20 µg/l bei sieben vs. einer; Sulfat-Arm mit mehr Eisen. Form nur als „Glycinat-Chelat“ angegeben.[11]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Krebspatienten mit leichter Eisenmangelanämie

    RCT · Patienten: operierte solide Tumoren, Eisenmangelanämie · n = 24 · 2 Monate

    Gemessen: Hämoglobin, Ferritin, Nebenwirkungen

    Ergebnis: Ähnliche Wirkung mit weniger Eisen; Nebenwirkungen 17 vs. 33 % (jeweils Grad 1).[12]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Eisenüberladung bei Daueranwendung

    Fallbericht aus Japan: Mutter und Tochter entwickelten nach langer Einnahme eines frei verkäuflichen Aminosäurechelat-Eisens eine sekundäre Eisenüberladung, bei beiden mit erhöhtem Ferritin und erhöhter Transferrinsättigung, bei der Tochter mit Eisen in Leber, Milz und Knochenmark (MRT); Behandlung mit Aderlässen über etwa zwei Jahre [13]. Die EFSA konnte keine tolerierbare Obergrenze ableiten; eine Überladung schädigt Organe [14].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Vergiftung kleiner Kinder

    Eisenpräparate waren in den USA eine Hauptursache tödlicher unbeabsichtigter Vergiftungen bei Kleinkindern; Einzeldosis-Verpackungen senkten die Todesfälle stark [15]. Daten für alle Eisenpräparate.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Magen-Darm-Beschwerden

    Seltener als unter Eisensalzen in der Metaanalyse von RCTs mit Schwangeren [5] und in einer dänischen RCT [8], meist bei kleinerer Eisenmenge; schwarzer Stuhl in der Nachauswertung dieser Studie bei 8 % gegenüber 31 % unter Sulfat [9].

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Phytatreiche Nahrung (Mais): Aus Maisbrei wurde Bisglycinat-Eisen besser aufgenommen als Sulfat-Eisen und tauschte sich nicht mit dem Nahrungseisen aus [4].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Bisglycinat wird als intaktes Chelat aufgenommen“

    Beim Menschen nicht untersucht. Im Zellmodell folgt die Aufnahme dem DMT1-Weg der Eisensalze [3]. Dass sich Bisglycinat-Eisen in einer Isotopenstudie nicht mit dem übrigen Nahrungseisen austauschte, passt zu einem Schutz vor Nahrungshemmstoffen, misst aber keine Aufnahme des intakten Chelats [4].

  • widerlegt

    „Bisglycinat umgeht die Eisenregulation“

    Beim Menschen hing die Aufnahme aus Bisglycinat stark vom Ferritin ab, die Autoren sprechen von normaler Regulation durch den Eisenstatus [4]; im Zellmodell wurde die Aufnahme bei Eisenbeladung gedrosselt [3].

  • teilweise belegt

    „Bisglycinat ist besser verträglich als Eisensalze“

    In RCTs weniger Magen-Darm-Beschwerden [5][8][12] (die dänische RCT [8] ist vermutlich auch in der Metaanalyse [5] enthalten), fast immer mit weniger Eisen im Bisglycinat-Arm; ein Vergleich bei gleicher Eisenmenge fehlt.

  • teilweise belegt

    „Mit Bisglycinat genügt ein Bruchteil der Eisenmenge“

    Zur Vorbeugung in der Schwangerschaft reichte die halbe Menge [8]; bei Frauen in Kambodscha war die deutlich geringere Menge beim Ferritin unterlegen [10].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Über DMT1 wie bei Eisensalzen (Zellmodell) [3]; in phytatreicher Mahlzeit höhere Aufnahme als aus Sulfat, abhängig vom Ferritin [4].
Halbwertszeit
Für ein körpereigenes Spurenelement nicht sinnvoll angebbar.
Abbau
Eisen wird wie aus anderen Formen über Ferroportin abgegeben und an Transferrin gebunden; kein geregelter Ausscheidungsweg [1].
Weg ins Gehirn
Nicht untersucht für diese Form.

Rechtlicher Status

Deutschland
In AMIce kein verkehrsfähiges Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Eisenbisglycinat gefunden (Suche nach Stoffname, Abruf 24.10.2026) [17]; als Mineralstoffverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [2].
EU
Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG („Eisenbisglycinat“); damit als Eisenquelle in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen [2]. Kein eigener Eintrag in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel (CELEX 02017R2470-20260810, Suche am 24.10.2026).
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei“

    Nährstoff
    Eisen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[16]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; mit dieser Form nur Blutmarker im Vergleich mit anderen Eisenformen geprüft, siehe Versprechen
  • „Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“

    Nährstoff
    Eisen
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[16]
    Einordnung
    rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Ist Bisglycinat bei gleicher Eisenmenge besser verträglich als Sulfat?
  • Wie viele der Bisglycinat-Studien wurden vom Hersteller des Chelats finanziert oder beliefert, und ändert ein Ausschluss der zurückgezogenen Studie das Ergebnis der Metaanalyse?

Referenzen

  1. Pantopoulos K. Oral iron supplementation: new formulations, old questions. Haematologica. 2024;109(9):2790–801. doi:10.3324/haematol.2024.284967 · PubMed
  2. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  3. Yeung CK, Glahn RP, Miller DD. Inhibition of iron uptake from iron salts and chelates by divalent metal cations in intestinal epithelial cells. J Agric Food Chem. 2005;53(1):132–6. doi:10.1021/jf049255c · PubMed
  4. Bovell-Benjamin AC, Viteri FE, Allen LH. Iron absorption from ferrous bisglycinate and ferric trisglycinate in whole maize is regulated by iron status. Am J Clin Nutr. 2000;71(6):1563–9. doi:10.1093/ajcn/71.6.1563 · PubMed
  5. Fischer JAJ, Cherian AM, Bone JN, Karakochuk CD. The effects of oral ferrous bisglycinate supplementation on hemoglobin and ferritin concentrations in adults and children: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr Rev. 2023;81(8):904–20. doi:10.1093/nutrit/nuac106 · PubMed
  6. Rogozińska E, Daru J, Nicolaides M, Amezcua-Prieto C, Robinson S, Wang R, et al. Iron preparations for women of reproductive age with iron deficiency anaemia in pregnancy (FRIDA): a systematic review and network meta-analysis. Lancet Haematol. 2021;8(7):e503–12. doi:10.1016/S2352-3026(21)00137-X · PubMed
  7. Abbas AM, Abdelbadee SA, Alanwar A, Mostafa S. Efficacy of ferrous bis-glycinate versus ferrous glycine sulfate in the treatment of iron deficiency anemia with pregnancy: a randomized double-blind clinical trial. J Matern Fetal Neonatal Med. 2019;32(24):4139–45. Zurückgezogen in: J Matern Fetal Neonatal Med. 2026;39(1):2649296. doi:10.1080/14767058.2018.1482871 · PubMed
  8. Milman N, Jønsson L, Dyre P, Pedersen PL, Larsen LG. Ferrous bisglycinate 25 mg iron is as effective as ferrous sulfate 50 mg iron in the prophylaxis of iron deficiency and anemia during pregnancy in a randomized trial. J Perinat Med. 2014;42(2):197–206. doi:10.1515/jpm-2013-0153 · PubMed
  9. Milman NT, Bergholt T. Low-dose prophylactic oral iron supplementation (ferrous fumarate, ferrous bisglycinate, and ferrous sulphate) in pregnancy is not associated with clinically significant gastrointestinal complaints: results from two randomized studies. J Pregnancy. 2024;2024:1716798. doi:10.1155/2024/1716798 · PubMed
  10. Fischer JAJ, Pei LX, Elango R, Hou K, Goldfarb DM, Karakochuk CD. Is a lower dose of more bioavailable iron (18-mg ferrous bisglycinate) noninferior to 60-mg ferrous sulfate in increasing ferritin concentrations while reducing gut inflammation and enteropathogen detection in Cambodian women? A randomized controlled noninferiority trial. J Nutr. 2023;153(8):2453–62. doi:10.1016/j.tjnut.2023.05.029 · PubMed
  11. Mimura EC, Breganó JW, Dichi JB, Gregório EP, Dichi I. Comparison of ferrous sulfate and ferrous glycinate chelate for the treatment of iron deficiency anemia in gastrectomized patients. Nutrition. 2008;24(7-8):663–8. doi:10.1016/j.nut.2008.03.017 · PubMed
  12. Ferrari P, Nicolini A, Manca ML, Rossi G, Anselmi L, Conte M, et al. Treatment of mild non-chemotherapy-induced iron deficiency anemia in cancer patients: comparison between oral ferrous bisglycinate chelate and ferrous sulfate. Biomed Pharmacother. 2012;66(6):414–8. doi:10.1016/j.biopha.2012.06.003 · PubMed
  13. Sugimori N, Jinnouchi Y, Mizoguchi T. Secondary iron overload due to amino acid chelated iron supplementation: a case report involving a mother and daughter. Cureus. 2025;17(1):e77251. doi:10.7759/cureus.77251 · PubMed
  14. EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, de Henauw S, Hirsch-Ernst KI, Knutsen HK, et al. Scientific opinion on the tolerable upper intake level for iron. EFSA J. 2024;22(6):e8819. doi:10.2903/j.efsa.2024.8819 · PubMed
  15. Tenenbein M. Unit-dose packaging of iron supplements and reduction of iron poisoning in young children. Arch Pediatr Adolesc Med. 2005;159(6):557–60. doi:10.1001/archpedi.159.6.557 · PubMed
  16. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
  17. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Eisenbisglycinat“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Lesart „Glycinat“/„Glycinchelat“ ohne „Bis-“ zählt nicht als Bisglycinat: von Tilman am 24.10.2026 bestätigt (Leitfaden, K2, „Mehrdeutige Formnamen“). Mimura 2008 [11] zählt deshalb weiter nicht für die Stufe.
  • Anhang II Teil B der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126, Cellar-XHTML): Eintrag „Eisenbisglycinat“. Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810: kein Eintrag.
  • Am Abstract: Caco-2, DMT1-Weg auch für Chelate [3]; 10 Männer, 6,0 vs. 1,7 %, Abhängigkeit vom Ferritin [4]; 17 RCTs, SMD 0,54, IRR 0,36, Kinder ohne Unterschied, Förderung CIHR [5]; FRIDA: unzureichende Daten für andere orale Formen [6]; Rückzug laut PubMed (Retraction 2026) und 187 Frauen [7]; 80 Schwangere, halbe Eisenmenge, p = 0,001 für Beschwerden [8]; Naestved-Studie in [9] mit gleichen Armen (Bisglycinat gegen Sulfat), gleichem Zeitraum (15.–19. Woche bis Geburt) und 78 Frauen wie [8], daher als dieselbe Studie behandelt; schwarzer Stuhl 8/31 %, Fumarat 22 % aus einer getrennten Studie [9]; 480 Frauen, Ferritin 84 vs. 99 vs. 78 µg/l [10]; 18 Patienten, 1 vs. 6 anämisch, 7 vs. 1 mit Ferritin über 20 µg/l [11]; 24 Patienten, Nebenwirkungen 17 vs. 33 % [12]; Fallbericht Mutter und Tochter, Ferrochel genannt, Ferritin und Transferrinsättigung bei beiden erhöht, MRT-Befund (Leber, Milz, Knochenmark) nur bei der Tochter [13]; keine Obergrenze ableitbar [14]; Todesfälle 29 → 1 [15].
  • Im Open-Access-Volltext von [1]: Bisglycinat unter den weiteren Eisen(II)-Verbindungen.
  • Literaturliste von [5] über Europe PMC (MED/36728680/references): enthält Milman 2014 [8], die zurückgezogene Studie [7] und Mimura 2008 [11].
  • Eisenanteil aus der PubChem-Summenformel berechnet (wasserfrei).
  • ClinicalTrials.gov: 8 Treffer für „ferrous bisglycinate“ (24.10.2026).
  • VO (EU) Nr. 432/2012: Wortlaut der eingetragenen Angaben in der Basisfassung (CELEX 32012R0432, Cellar, XHTML) und unverändert in der konsolidierten Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820, Cellar, XHTML) geprüft am 24.10.2026. Angaben zu roten Blutkörperchen und Hämoglobin sowie Müdigkeit [16].
  • Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Eisenbisglycinat“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig): keine Treffer [17]. Ohne Frontmaskierung und bei abweichenden Stoffnamen ist das kein Beweis, dass es kein Arzneimittel gibt.

Nicht verifiziert

  • Rechtlicher Status in den USA. Unter „Eisen(II)-glycin-sulfat“ führt AMIce 6 Treffer; das ist eine andere Verbindung.
  • Ob die zurückgezogene Studie [7] und die dänische RCT [8] in die gepoolten Analysen von [5] eingingen (beide stehen in der Literaturliste) und wie viele der eingeschlossenen Studien vom Chelat-Hersteller finanziert oder beliefert wurden (Volltext von [5] nicht frei zugänglich).
  • Ob die Naestved-Studie in [9] tatsächlich dieselbe Studie wie [8] ist (sehr wahrscheinlich, aber in [9] nicht ausdrücklich gesagt).
  • Finanzierung und Präparateherkunft der Isotopenstudie [4]: PubMed nennt nur „Research Support, Non-U.S. Gov’t“ ohne Geldgeber; ob der Chelat-Hersteller beteiligt war, wurde nicht geprüft.
  • Finanzierung und Präparateherkunft der Studien [8], [11] und [12] (nicht im PubMed-Datensatz).
  • Ob die Gastrektomie-Studie [11] randomisiert war (im Abstract nicht beschrieben).
  • Welcher Anteil der Bisglycinat-Präparate und -Studien auf das markengeschützte Chelat aus [13] zurückgeht; Marktdaten wurden nicht geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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