Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Leitet Quecksilber aus Amalgamfüllungen und andere Schwermetalle bei Gesunden aus

    nicht untersucht

    Langlebigkeit · gesund · Keine Daten

    Keine Studie mit klinischem Endpunkt an Gesunden gefunden; Bereich nach der Ersatzregel. Mehr Quecksilber im Urin ist ein Marker (nächstes Versprechen) und zeigt laut medizinischer Toxikologie keine verborgene Belastung [4][8][9].[4][8][9]

  • Steigert die Quecksilberausscheidung im Urin (nur Marker, auch ohne Belastung)

    nur Marker belegt

    Langlebigkeit · gesund (mit und ohne Amalgamfüllungen) · Mensch, nicht randomisiert

    Nur Marker, nicht randomisiert: Nach einer Einzelgabe stieg die Quecksilberausscheidung im Urin bei Menschen mit und ohne Amalgam deutlich [4]; laut der toxikologischen Übersicht steigt sie nach einem Chelatbildner unabhängig von der Vorbelastung und in unvorhersehbarem Ausmaß [8]. Die Markeränderung selbst ist damit gerichtet und gesichert (Tilman, 25.10.2026: „nur Marker belegt“). Widersprüchlich ist nur, ob sie gespeichertes Quecksilber abbildet: Die Ursprungsstudie fand eine Korrelation mit der Zahl der Füllungen [4], laut der Übersicht zeigt der Test eine frühere Belastung nicht an [8]; Quecksilber im Blut fiel nach intravenöser Gabe nur kurz [5]. Ein gesundheitlicher Nutzen folgt aus dem Marker nicht. Bereich nach der Ersatzregel für Binder und Chelatoren (Ausleitung ohne Organbezug). Vorher „uneinheitlich“ (Gegenprüfung 25.10.2026), davor „Nutzen belegt“. Nur Abstract geprüft.

  • Bessert Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden

    nicht untersucht

    Stimmung & Stress · Patienten: Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden · Keine Daten

    Keine Behandlungsstudie mit DMPS gefunden. In einer placebokontrollierten Studie ließen sich Beschwerden nicht über Quecksilberwerte zuordnen, Nebenwirkungen waren unter DMPS häufiger [7]; Betroffene unterschieden sich im Blutquecksilber nicht von Vergleichsgruppen [5]. Die negativen RCTs mit DMSA stehen im Profil Succimer und zählen nicht für DMPS.

  • Behandelt eine chronische Arsenvergiftung

    Einzelbefund, unbestätigt

    Langlebigkeit · Patienten: chronische Arsenvergiftung durch Trinkwasser · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Eine kleine RCT (n = 21): klinische Scores unter DMPS stärker gesunken als unter Placebo, Arsenausscheidung gestiegen [10]. Keine Bestätigung gefunden. Bereich nach der Ersatzregel für Binder und Chelatoren: Endpunkt ist ein klinischer Gesamtscore der Arsenvergiftung, kein einzelner Organbereich; am deutlichsten gebessert waren Schwäche, Pigmentierung und Lungenbefunde [10]. Nur Abstract geprüft.

  • Bessert die Beschwerden einer chronischen Quecksilbervergiftung

    Einzelbefund, unbestätigt

    Nervensystem · Patienten: chronische Quecksilbervergiftung (Goldbergbau) · Mensch, nicht randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Unkontrollierte Behandlungsstudie mit 95 Personen: Beschwerden und einige neurologische Tests besser, Quecksilber in Blut und Urin meist nicht deutlich gesunken [11]. Bereich Nervensystem (seit 25.10.2026) statt der Ersatzregel: Die Beschwerden (z. B. Tremor, Gedächtnisverlust) und die gebesserten Messgrößen (Hypomimie, Romberg-Test, Tremor- und Ataxietests, zwei neuropsychologische Tests) sind überwiegend neurologisch [11]. Nur Abstract geprüft.

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Unithiol (DMPS)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Unithiol ist das Natriumsalz der 2,3-Dimercapto-1-propansulfonsäure, ein wasserlöslicher Chelatbildner mit zwei benachbarten Thiolgruppen, der in Europa zur oralen und intravenösen Behandlung von Schwermetallvergiftungen eingesetzt wird [1]. Er bildet mit Metallionen Chelatkomplexe; beim Menschen ist eine höhere Ausscheidung im Urin für Quecksilber gezeigt [2], bei chronischer Arsenvergiftung auch für Arsen (siehe unten). Blei ist laut deutscher Fachinformation ein Anwendungsgebiet (chronische Bleivergiftung, Beleg unter „Rechtlicher Status“); Humanstudien zu Blei enthält dieses Profil nicht. In einer Phase-I-Studie mit 64 gesunden Erwachsenen lag die höchste Konzentration nach oraler Gabe nach etwa 3 Stunden vor, die Halbwertszeit bei 18,4 Stunden; der Hersteller Heyl stellte das Studienpräparat kostenlos zur Verfügung, drei Autorinnen und Autoren sind Erfinder einer Patentanmeldung zu Unithiol bei Schlangenbissen [3].

Amalgam und Gesunde: Nach einer Einzelgabe stieg die Quecksilberausscheidung im Urin bei Menschen mit Amalgamfüllungen und, auf niedrigerem Niveau, auch bei Menschen ohne Amalgam; die Menge korrelierte mit der Zahl der Füllungen [4]. Nach intravenöser Gabe fiel das Quecksilber im Blut in allen Gruppen um 24–30 % und erreichte nach zwei Stunden fast wieder den Ausgangswert; Menschen mit Beschwerden, die sie auf Amalgam zurückführten, unterschieden sich nicht von beschwerdefreien Vergleichsgruppen [5]. Kupfer und Zink im Urin stiegen kurzfristig, die Ausscheidung über 24 Stunden betrug aber nur 0,1–0,7 % des Körperbestands; die Autorinnen und Autoren schließen, dass eine Einzelgabe die Körperspeicher von Kupfer, Zink und Selen nicht beeinflusst [6]. In einer Studie mit 120 Personen mit DMPS oder Placebo half der Chelatbildner nicht, Beschwerden einer Quecksilberbelastung zuzuordnen; Nebenwirkungen meldeten 42 % unter DMPS und 27 % unter Placebo [7].

Provokationstest: Bei der „Provokation“ wird nach Gabe eines Chelatbildners Urin gesammelt. Eine Übersicht der medizinischen Toxikologie fasst zusammen, dass die Quecksilberausscheidung nach einem Chelatbildner unabhängig von der Vorbelastung und unvorhersehbar steigt, dass es keine Referenzwerte für provozierten Urin gibt und dass der Test eine frühere Belastung nicht zeigt [8]; trotz gegenteiliger Empfehlungen würden solche Tests, auch mit DMPS, von einzelnen Behandelnden weiterhin verwendet [8]. Die US-amerikanische Fachgesellschaft für medizinische Toxikologie (ACMT) rät von solchen Tests ab [9]. Auf die Haut aufgetragenes DMPS war bei acht Freiwilligen weder im Blut noch im Urin nachweisbar und steigerte die Quecksilberausscheidung nicht [1].

Vergiftungen: In einer kleinen RCT mit 21 Menschen mit chronischer Arsenvergiftung durch Trinkwasser sanken die klinischen Scores unter DMPS stärker als unter Placebo, beide Gruppen hatten das belastete Wasser abgesetzt [10]. Bei 95 quecksilberbelasteten Bewohnern eines Goldbergbaugebiets besserten sich Beschwerden und einige neurologische Befunde nach 14 Tagen oral, ohne Kontrollgruppe; Quecksilber in Blut und Urin sank meist nicht deutlich [11].

Nebenwirkungen in Fallberichten: Ein Stevens-Johnson-Syndrom bei einem Jungen unter DMPS [12], ein fixes Arzneimittelexanthem bei einem Arbeiter [13] und bei drei Menschen mit Quecksilberbelastung und Autoimmunenzephalitis eine akute Verschlechterung wenige Tage nach Beginn der Chelattherapie [14].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Quecksilber- und ArsenionenSonstigesBindung (Chelatbildung), renale AusscheidungUrin-Quecksilber nach Einzelgabe erhöht, auch ohne Belastung; Arsenausscheidung bei chronischer Arsenvergiftung erhöht Mensch, nicht randomisiert[2][4][10]
Kupfer und ZinkSonstigesBindung, vermehrte Ausscheidung0,1–0,7 % des Körperbestands nach Einzelgabe Mensch, nicht randomisiert[6]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Kapseln

    Höchste Plasmakonzentration nach etwa 3 Stunden, Halbwertszeit 18,4 Stunden (Phase-I-Studie, Gesunde) [3].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Intravenös · Injektionslösung

    In Studien zur Quecksilbermobilisierung bei Amalgamträgern verwendet [5][6].[5][6]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Transdermal (über die Haut) · Creme bzw. Tropfen (alternativmedizinisch)

    nicht nachweisbar

    Bei acht Freiwilligen weder im Blut noch im Urin nachweisbar, keine vermehrte Quecksilberausscheidung [1].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Chronische Arsenvergiftung

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: chronische Arsenvergiftung (Trinkwasser) · n = 21 · 8 Wochen

    Gemessen: klinischer Score, Arsen im Urin

    Ergebnis: Score 3,27 gegenüber 5,40 nach Behandlung; Arsenausscheidung nur unter DMPS gestiegen.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Chelator und Amalgam-Beschwerden

    Studie mit DMPS oder Placebo (Zuordnung laut Datenbank randomisiert) · Personen mit Amalgamfüllungen, teils mit Beschwerden · n = 120 · Einzelgabe

    Gemessen: Quecksilber in Urin und Plasma, Beschwerden

    Ergebnis: Kein Zusammenhang zwischen Beschwerden und Quecksilber; Nebenwirkungen 42 % gegenüber 27 %.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Blutquecksilber nach DMPS

    nicht randomisiert, vier Gruppen · gesund und Patienten mit Amalgam-Beschwerden · n = 80 · Einzelgabe, 24 Stunden

    Gemessen: Blutquecksilber

    Ergebnis: Abfall um 24–30 % in allen Gruppen; Beschwerdegruppe nicht verschieden.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Mt.-Diwata-Studie

    unkontrollierte Behandlungsstudie · Patienten: chronische Quecksilbervergiftung (Goldbergbau) · n = 95 · 14 Tage

    Gemessen: Beschwerden, neurologische und neuropsychologische Tests, Quecksilber

    Ergebnis: Beschwerden und einige Tests besser; Quecksilber meist nicht deutlich gesunken; eine allergische Hautreaktion.[11]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Transdermales DMPS

    Pharmakokinetik, unkontrolliert · gesund · n = 8 · Einzelanwendung

    Gemessen: DMPS in Plasma und Urin, Quecksilberausscheidung

    Ergebnis: Nicht aufgenommen, keine Mehrausscheidung.[1]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Schwere Hautreaktionen

    Stevens-Johnson-Syndrom bei einem Kind [12], fixes Arzneimittelexanthem bei einem Erwachsenen [13], allergische Hautreaktion mit Therapieabbruch bei einer von 95 Behandelten [11].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Nebenwirkungen bei Menschen ohne Vergiftung

    In der Studie mit Amalgamträgern meldeten 42 % unter DMPS und 27 % unter Placebo Nebenwirkungen [7].

    Mensch, randomisiert

  • Ausscheidung essenzieller Metalle (nach Einzelgabe gering)

    Kupfer und Zink im Urin steigen kurzfristig; über 24 Stunden wurden nach einer Einzelgabe nur 0,1–0,7 % des Körperbestands ausgeschieden, und die Autorinnen und Autoren schließen, dass eine Einzelgabe die Körperspeicher von Kupfer, Zink und Selen nicht beeinflusst [6]. Wiederholte Gaben wurden dazu nicht untersucht.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Akute Verschlechterung bei Autoimmunenzephalitis

    Fallserie mit drei Menschen mit Quecksilberbelastung und Anti-LGI1/Caspr2-Enzephalitis: Verschlechterung ein bis drei Tage nach Beginn der Chelattherapie [14].

    Mensch, nicht randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Ein DMPS-Provokationstest zeigt eine verborgene Quecksilberbelastung“

    Die Ausscheidung steigt nach Chelatbildnern unabhängig von der Vorbelastung, Referenzwerte für provozierten Urin fehlen, und der Test zeigt frühere Belastungen nicht [8]; die ACMT rät ab [9].

  • widerlegt

    „Auf die Haut aufgetragenes DMPS leitet Schwermetalle aus“

    Bei acht Freiwilligen nicht aufgenommen und keine vermehrte Quecksilberausscheidung [1].

  • widerlegt

    „DMPS ist harmlos, weil es nur Giftstoffe bindet“

    Mehr Nebenwirkungen als unter Placebo [7] und schwere Hautreaktionen in Fallberichten [12][13]. Kupfer und Zink werden kurzfristig mit ausgeschieden, nach einer Einzelgabe laut den Autorinnen und Autoren aber ohne Einfluss auf die Körperspeicher [6]; das trägt die Bewertung nicht.

  • nicht belegt

    „Eine Amalgamausleitung mit DMPS bessert unklare Beschwerden“

    Keine Behandlungsstudie mit DMPS gefunden; Beschwerden ließen sich Quecksilberwerten nicht zuordnen [5][7].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Oral aufgenommen, höchste Plasmakonzentration nach etwa 3 Stunden [3]; über die Haut nicht aufgenommen [1].
Halbwertszeit
18,4 Stunden (oral, Gesunde, Phase-I-Studie) [3].
Abbau
Ausscheidung gebundener Metalle überwiegend über die Niere [2].
Weg ins Gehirn
Nicht untersucht.

Rechtlicher Status

Deutschland
Verschreibungspflichtig als Arzneimittel: AMVV Anlage 1 führt „2,3-Dimercapto-1-propansulfonsäure“ [15]. Laut deutscher Fachinformation zugelassen sind die Hartkapseln Dimaval (DMPS) (Zulassungsnummer 6813507.00.00; Anwendungsgebiete: klinisch manifeste, chronische und akute Quecksilbervergiftungen sowie chronische Bleivergiftungen) und die Injektionslösung Dimaval (Zulassungsnummer 25465.00.00; akute Quecksilbervergiftung, wenn eine orale Behandlung nicht möglich ist), beide verschreibungspflichtig; Zulassungsinhaber ist die Heyl Chemisch-pharmazeutische Fabrik [16][17]. In AMIce nicht gegengeprüft.
EU
Kein Eintrag im EMA-Datenexport (24.10.2026), also keine zentrale EU-Zulassung; national zugelassen u. a. in Deutschland (siehe deutschland) [16][17]. Laut einer toxikologischen Studie ist DMPS in Europa zur oralen und intravenösen Behandlung von Schwermetallvergiftungen zugelassen [1]; weitere nationale Zulassungen nicht verifiziert.
USA
Nicht verifiziert.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Bessert DMPS bei Menschen mit nachgewiesener chronischer Quecksilber- oder Arsenvergiftung in kontrollierten Studien die Beschwerden?
  • Wie groß sind die Verluste von Kupfer und Zink bei wiederholter Gabe?
  • Welche Nebenwirkungen nennt die deutsche Fachinformation (nicht gelesen)?

Referenzen

  1. Cohen JP, Ruha AM, Curry SC, Biswas K, Westenberger B, Ye W, et al. Plasma and urine dimercaptopropanesulfonate concentrations after dermal application of transdermal DMPS (TD-DMPS). J Med Toxicol. 2013;9(1):9-15. doi:10.1007/s13181-012-0272-9 · PubMed
  2. Aposhian HV, Maiorino RM, Rivera M, Bruce DC, Dart RC, Hurlbut KM, et al. Human studies with the chelating agents, DMPS and DMSA. J Toxicol Clin Toxicol. 1992;30(4):505-28. doi:10.3109/15563659209017938 · PubMed
  3. Abouyannis M, Nyambura YK, Ngome S, Riako D, Musyoki J, Muiruri C, et al. Development of an oral regimen of unithiol for the treatment of snakebite envenoming: a phase 1 open-label dose-escalation safety trial and pharmacokinetic analysis in healthy Kenyan adults. EBioMedicine. 2025;113:105600. doi:10.1016/j.ebiom.2025.105600 · PubMed
  4. Aposhian HV, Bruce DC, Alter W, Dart RC, Hurlbut KM, Aposhian MM. Urinary mercury after administration of 2,3-dimercaptopropane-1-sulfonic acid: correlation with dental amalgam score. FASEB J. 1992;6(7):2472-6. doi:10.1096/fasebj.6.7.1563599 · PubMed
  5. Vamnes JS, Eide R, Isrenn R, Höl PJ, Gjerdet NR. Blood mercury following DMPS administration to subjects with and without dental amalgam. Sci Total Environ. 2003;308(1-3):63-71. doi:10.1016/S0048-9697(02)00630-7 · PubMed
  6. Høl PJ, Vamnes JS, Gjerdet NR, Eide R, Isrenn R. Copper, zinc, and selenium in human blood and urine after injection of sodium 2,3-dimercaptopropane-1-sulfonate: a study on subjects with dental amalgam. Biol Trace Elem Res. 2003;91(1):19-31. doi:10.1385/BTER:91:1:19 · PubMed
  7. Schuurs A, Exterkate R, ten Cate JM. Biological mercury measurements before and after administration of a chelator (DMPS) and subjective symptoms allegedly due to amalgam. Eur J Oral Sci. 2000;108(6):511-22. doi:10.1034/j.1600-0722.2000.00880.x · PubMed
  8. Ruha AM. Recommendations for provoked challenge urine testing. J Med Toxicol. 2013;9(4):318-25. doi:10.1007/s13181-013-0350-7 · PubMed
  9. American College of Medical Toxicology. ACMT recommends against use of post-chelator challenge urinary metal testing. J Med Toxicol. 2017;13(4):352-4. doi:10.1007/s13181-017-0624-6 · PubMed
  10. Guha Mazumder DN, De BK, Santra A, Ghosh N, Das S, Lahiri S, et al. Randomized placebo-controlled trial of 2,3-dimercapto-1-propanesulfonate (DMPS) in therapy of chronic arsenicosis due to drinking arsenic-contaminated water. J Toxicol Clin Toxicol. 2001;39(7):665-74. doi:10.1081/clt-100108507 · PubMed
  11. Böse-O'Reilly S, Drasch G, Beinhoff C, Maydl S, Vosko MR, Roider G, et al. The Mt. Diwata study on the Philippines 2000 – treatment of mercury intoxicated inhabitants of a gold mining area with DMPS (2,3-dimercapto-1-propane-sulfonic acid, Dimaval). Sci Total Environ. 2003;307(1-3):71-82. doi:10.1016/s0048-9697(02)00547-8 · PubMed
  12. Van der Linde AA, Pillen S, Gerrits GP, Bouwes Bavinck JN. Stevens-Johnson syndrome in a child with chronic mercury exposure and 2,3-dimercaptopropane-1-sulfonate (DMPS) therapy. Clin Toxicol (Phila). 2008;46(5):479-81. doi:10.1080/15563650701779687 · PubMed
  13. Erden F, Agis ER, Gunduzoz M, Yilmaz OH. Fixed drug eruption due to 2,3-dimercapto-1-propanesulfonic acid (DMPS) treatment for mercury poisoning: a rare adverse effect. Acta Clin Belg. 2019;74(3):200-2. doi:10.1080/17843286.2018.1484983 · PubMed
  14. Huang C, Chen T, Tan G, Li J, Liu L. Case report: mercury exposure and anti-LGI1/Caspr2 autoimmune encephalitis: a case series and literature review on the paradoxical worsening after chelation therapy. Front Immunol. 2026;17:1855642. doi:10.3389/fimmu.2026.1855642 · PubMed
  15. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
  16. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Fachinformation Dimaval (DMPS) 100 mg Hartkapseln. Zulassungsnummer 6813507.00.00. Stand der Information: September 2021 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://www.heyl-berlin.de/img_upload/pdf/FI_Dimaval-kps-DE_2021-09-1.pdf
  17. Heyl Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG. Fachinformation Dimaval 250 mg DMPS-Na/5 ml Injektionslösung. Zulassungsnummer 25465.00.00. Stand der Information: April 2021 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://www.heyl-berlin.de/img_upload/pdf/FI_Dimaval-inj_DE_2021-04.pdf
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Am Abstract: Cohen 2013 (n = 8 transdermal, 1 orale Kontrolle; „approved in Europe for oral or intravenous use for heavy metal poisoning“) [1]; Aposhian 1992 (Übersicht, Urin-Quecksilber nach DMPS) [2]; Abouyannis 2025 (n = 64, Tmax 2,9 h, T½ 18,4 h; Heyl stellte das Präparat; Patentanmeldung dreier Autorinnen bzw. Autoren) [3]; Aposhian 1992 FASEB (mit und ohne Amalgam, Korrelation mit Amalgam-Score) [4]; Vamnes 2003 (n = 80, Blut-Hg −24 bis −30 %) [5]; Høl 2003 (n = 80, Cu und Zn 0,1–0,7 %) [6]; Schuurs 2000 (n = 120, Nebenwirkungen 42 vs. 27 %) [7]; Ruha 2013 [8]; Guha Mazumder 2001 (n = 21, Score 3,27 vs. 5,40) [10]; Böse-O'Reilly 2003 (n = 95) [11]; Fallberichte [12][13]; Huang 2026 (Fallserie n = 3) [14].
  • AMVV Anlage 1 (gesetze-im-internet.de, 24.10.2026): „2,3-Dimercapto-1-propansulfonsäure“ (Korrektur aus AUFTRAG/kritik.md k8 Nr. 1). EMA-Datenexport (24.10.2026): kein Treffer für „dimercapto“, „unithiol“.
  • PubChem (24.10.2026): CID 2724039, C3H7NaO3S3.
  • Gegenprüfung 25.10.2026, Abstracts: Høl 2003 [6] „Administration of a single dose of DMPS does not affect the body stores of the essential elements Cu, Zn, and Se“; Ruha 2013 [8] „rises after administration of a chelator, regardless of exposure history and in an unpredictable fashion“, Tests „still commonly used and recommended by some practitioners“; Aposhian 1992 [2][4] nur Quecksilber im Urin; Guha Mazumder 2001 [10] Arsenausscheidung unter DMPS erhöht.
  • 25.10.2026, q009 (Tilman): Marker-Zweitversprechen von „uneinheitlich“ auf „nur Marker belegt“ (Stufe 3 bleibt). Geprüft an den Abstracts: Aposhian 1992 [4] Quecksilber im Urin nach DMPS mit Amalgam 0,70 → 17,2 µg, ohne Amalgam 0,27 → 5,1 µg (9 h); Ruha 2013 [8] „urinary mercury excretion rises after administration of a chelator, regardless of exposure history and in an unpredictable fashion“. Der Marker steigt in allen Quellen; strittig ist nur seine Deutung als Körperlast, die das Versprechen nicht behauptet.
  • 25.10.2026, q018: Handelsname „Dimaval“ (bereits in synonyme) jetzt mit Beleg: deutsche Fachinformationen der Hartkapseln (Stand September 2021, Zulassungsnummer 6813507.00.00) und der Injektionslösung (Stand April 2021, Zulassungsnummer 25465.00.00), Abschnitte 1, 4.1, 7, 8, 11 [16][17]; status.deutschland ergänzt.
  • 25.10.2026, q012 (Tilman): Bei den Versprechen steht der Prüfstand in der begruendung („nur Abstract geprüft“ bzw. „im Volltext“), soweit die Bewertung auf Studienbefunden beruht; Versprechen mit Stufe 0 „nicht untersucht“ stützen sich auf das Fehlen passender Studien. Bei den Behauptungen ergibt sich der Prüfstand aus den Quellenvermerken unter geprueft („Am Abstract“ bzw. „Volltext“) und nicht_verifiziert.
  • 25.10.2026, Gegenprüfung: Fachinformation Dimaval (DMPS) 100 mg Hartkapseln [16] erneut abgerufen: Abschnitt 4.1 „klinisch manifeste, chronische und akute Vergiftungen mit Quecksilber … chronische Vergiftungen mit Blei“, Zulassungsnummer 6813507.00.00, Stand September 2021, verschreibungspflichtig. wirkweise_text und nicht_verifiziert zu Blei daran angepasst; status.eu an status.deutschland angeglichen (nationale Zulassung in Deutschland).
  • 25.10.2026, Gegenprüfung: offene Rückfrage zum Bereich erledigt; die Ersatzregel für Binder und Chelatoren (Leitfaden „Binder und Chelatoren“, kein Bereich „Schadstoffe & Entgiftung“, E-3) hat Tilman bestätigt, die Wahl steht in der jeweiligen begruendung (bei den Versprechen zu Marker, Arsen- und Quecksilbervergiftung nachgetragen nach Gegenprüfung, 25.10.2026).
  • 25.10.2026, q010 (Bereich Nervensystem): Versprechen „Bessert die Beschwerden einer chronischen Quecksilbervergiftung“ von Bereich „Langlebigkeit“ (Ersatzregel für Binder und Chelatoren) nach „Nervensystem“, weil der versprochene Nutzen die Beschwerden der Vergiftung betrifft und diese laut Abstract [11] (erneut gelesen) überwiegend neurologisch sind und neurologisch gemessen wurden: Tremor, Gedächtnisverlust, Schlaflosigkeit; Hypomimie, Romberg-Test, Tremor- und Ataxietests sowie zwei neuropsychologische Tests. „Behandelt eine chronische Arsenvergiftung“ bleibt „Langlebigkeit“: Laut Abstract [10] besserten sich vor allem Schwäche, Pigmentierung und Lungenbefunde, ein neurologischer Endpunkt wird nicht genannt. Stufen und Ergebnisse unverändert.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Behandelt eine chronische Arsenvergiftung“: kleine_studien – [10] 21 Patienten (Abstract). „Bessert die Beschwerden einer chronischen Quecksilbervergiftung“: kleine_studien – [11] 95 Personen (Abstract).

Nicht verifiziert

  • ACMT 2017 [9]: Volltext in dieser Sitzung nicht abrufbar (Verlag erlaubt keinen XML-Download, Europe PMC HTTP 500); zitiert wird nur die im Titel ausgesprochene Empfehlung gegen Provokationstests. Der Wortlaut wurde im Paket kat-p6 für das Profil succimer am Volltext geprüft (dort im Prüfvermerk).
  • Deutsche Fachinformationen (Dimaval) am 25.10.2026 nur für Handelsname, Zulassung, Anwendungsgebiete und Verschreibungspflicht ausgewertet [16][17]; Risiken stammen weiter aus Studien und Fallberichten, ein Abgleich mit Abschnitt 4.8 der Fachinformationen steht aus.
  • Nationale Zulassungen in Deutschland (AMIce) und Status in den USA.
  • Randomisierung der Studie [7]: im PubMed-Datensatz als RCT verschlagwortet, im Abstract nicht beschrieben.
  • Verbreitung der DMPS-„Amalgamausleitung“ und von DMPS-Provokationstests in Deutschland (Marktaussage aus der Scope-Datei k8, dort selbst als nicht verifiziert markiert); im Profil deshalb nicht als Tatsache.
  • Bindung und Ausscheidung von Blei unter DMPS beim Menschen: Blei ist laut Fachinformation ein Anwendungsgebiet [16]; Humanstudien dazu enthält dieses Profil nicht.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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