Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Leitet Quecksilber und Blei bei Gesunden aus

    nicht untersucht

    Langlebigkeit · gesund · Keine Daten

    Keine Studie mit klinischem Endpunkt an Gesunden gefunden. Mehr Metall im Urin ist ein Marker (nächstes Versprechen) und tritt auch ohne Belastung auf (Quecksilber nach DMSA auch bei Unbelasteten im Mittel fast verdoppelt) [5]; in zwei placebokontrollierten Studien stieg die Ausscheidung, ohne dass sich Beschwerden besserten [6][7]. Tierbefund: Bei Ratten ohne Bleibelastung verursachte Succimer anhaltende kognitive und affektive Störungen (Stufe 2) [4]. Bereich „Langlebigkeit“ nach der Ersatzregel des Leitfadens.[6][7]

  • Steigert die Ausscheidung von Blei und Quecksilber im Urin (nur Marker)

    nur Marker belegt

    Langlebigkeit · gemischt: Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden, ehemals quecksilberbelastete und unbelastete Erwachsene, Bleivergiftung · Mensch, randomisiert

    Nur Marker: In zwei placebokontrollierten Studien stieg die Quecksilberausscheidung im Urin deutlich (in der kleineren im Mittel um 65 %), in der größeren auch die Bleiausscheidung [6][7]; nach DMSA verdoppelte sich die Quecksilberausscheidung im Mittel fast, auch bei Unbelasteten und unabhängig von der früheren Belastung [5]; bei Bleivergiftung steigert Succimer die Bleiausscheidung ähnlich wie Natriumcalciumedetat [1]. Die Markeränderung ist gerichtet und gesichert; ein gesundheitlicher Nutzen folgt daraus nicht: Die Beschwerden besserten sich nicht stärker als mit Placebo [6][7], und mehr Metall im Urin zeigt keine verborgene Belastung an [10]. Bereich nach der Ersatzregel des Leitfadens. Neu nach Entscheidung 25.10.2026 (Bleivergiftung als zugelassene Indikation nur noch in Text und status). Für [1][6][7] nur Abstract geprüft, [5][10] im Volltext.[6][7]

  • Ausleitung bessert Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden

    kein Nutzen

    Stimmung & Stress · Patienten: Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Zwei placebokontrollierte Studien (n = 20 und n = 50): mehr Quecksilber im Urin, aber keine stärkere Besserung von Beschwerden und Befinden als mit Placebo; in der größeren Studie besserten sich beide Gruppen deutlich [6][7]. Bereich nach den gemessenen Endpunkten (Beschwerde- und Befindlichkeitsskalen). Nur Abstract geprüft.[6][7]

  • Schützt bleibelastete Kinder vor Entwicklungsschäden

    kein Nutzen

    Kognition & Fokus · Patienten: Kleinkinder mit mäßig erhöhtem Blutblei (1,0–2,1 µmol/l) · Mensch, randomisiert

    TLC-RCT (n = 780): Blutblei gesenkt, aber kein Nutzen für IQ, Verhalten oder neuropsychologische Tests nach drei und sieben Jahren [2][3]. Nur Abstract geprüft.[2][3]

  • Bessert Autismus durch Ausleitung von Schwermetallen

    kein Nutzen

    Kognition & Fokus · Patienten: Autismus-Spektrum-Störung (Kinder) · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Cochrane-Review: eine einzige RCT mit methodischen Schwächen (77 Kinder in der ersten, 49 in der zweiten Phase), kein Hinweis auf eine Wirkung von DMSA; die Risiken überwiegen [8]. Bereich nach den Endpunkten (Verhaltens- und Entwicklungsskalen). Nur Abstract geprüft.

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: DMSA (Succimer)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Succimer ist meso-2,3-Dimercaptobernsteinsäure. Es wird oral besser aufgenommen als Natriumcalciumedetat, verteilt sich vorwiegend außerhalb der Zellen und hat wie dieses eine Eliminationshalbwertszeit unter 60 Minuten. Im Körper wird es weitgehend zu gemischten Disulfiden mit Cystein umgebaut, die vermutlich die eigentliche chelatbildende Form sind; die Bindung fände dann vor allem in der Niere statt. Für einen nennenswerten Übertritt ins Gehirn gibt es keinen Beleg, und in Tierversuchen sank das Blei im Gehirn unter Chelattherapie nicht einheitlich. Bei Bleivergiftung steigern Succimer und Natriumcalciumedetat die Bleiausscheidung vergleichbar und bessern die Beschwerden einer mittelschweren bis schweren Vergiftung rasch; beide verringern aber auch Zink und Kupfer; vorübergehend erhöhte Transaminasen kommen bei beiden vor, bei Succimer offenbar häufiger, und Succimer löst gelegentlich schwere Haut- und Schleimhautreaktionen aus [1].

Mäßig erhöhtes Blei: In der TLC-Studie erhielten 780 Kleinkinder mit erhöhtem Blutblei (1,0–2,1 µmol/l) Succimer oder Placebo. Das Blutblei lag in den ersten sechs Monaten niedriger, doch nach drei Jahren war der IQ der behandelten Kinder im Mittel einen Punkt niedriger, das Verhalten laut Eltern etwas schlechter und ein neuropsychologischer Test etwas besser, alles ohne signifikanten Unterschied [2]. Auch mit sieben Jahren gab es keinen Nutzen für Kognition, Verhalten oder Motorik [3]. Im Rattenmodell besserte Succimer Lernen und Aufmerksamkeit bei bleibelasteten Tieren, bei Tieren ohne Bleibelastung verursachte es dagegen anhaltende kognitive und affektive Störungen, etwa so stark wie die höhere Bleibelastung selbst (Stufe 2) [4].

Szene-Anwendungen: Succimer steigert die Quecksilberausscheidung im Urin auch bei Menschen ohne Belastung; bei ehemaligen Beschäftigten eines Chloralkaliwerks und unbelasteten Vergleichspersonen stieg sie im Mittel auf fast das Doppelte, unabhängig von der früheren Belastung und von der Zahl der Amalgamflächen [5]. Bei Menschen, die ihre Beschwerden auf Amalgamfüllungen zurückführten, steigerte Succimer in zwei placebokontrollierten Studien die Ausscheidung von Quecksilber (und Blei), besserte aber Beschwerden und Befinden nicht stärker als Placebo; drei von 20 Behandelten entwickelten Überempfindlichkeitsreaktionen [6][7]. Ein Cochrane-Review zu Autismus fand nur eine geeignete RCT mit oralem DMSA, ohne Hinweis auf eine Wirkung; wegen berichteter schwerer Nebenwirkungen der Chelattherapie wie Hypokalzämie, Nierenschäden und Todesfällen überwiegen die Risiken [8].

Provokationstest: Bei der „Provokation“ wird nach Gabe eines Chelatbildners Urin gesammelt und mit Referenzwerten für nicht provozierten Urin verglichen. Die US-amerikanische Fachgesellschaft für medizinische Toxikologie (ACMT) hat dazu schon früher Stellung genommen [9]. In der Fassung von 2017, die diese Position bekräftigt, nennt sie das Verfahren wissenschaftlich nicht validiert, ohne nachgewiesenen Nutzen und möglicherweise schädlich: Chelatbildner erhöhen die Metallausscheidung bei Gesunden wie bei Vergifteten, Referenzwerte für provozierten Urin gibt es nicht, und die Tests unterschieden in Studien nicht zwischen Menschen mit und ohne Belastung [10].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Blei- und QuecksilberionenSonstigesBindung (Chelatbildung), renale AusscheidungQuecksilber im Urin nach Gabe im Mittel fast verdoppelt, auch ohne Belastung Mensch, nicht randomisiert[1][5]
Zink und KupferSonstigesBindung, Verarmung Mensch, nicht randomisiert[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Kapseln (Arzneimittel)

    Oral vollständiger aufgenommen als Natriumcalciumedetat, das parenteral gegeben werden muss [1].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • TLC: Succimer bei Kleinkindern mit erhöhtem Blutblei

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: Kleinkinder (12–33 Monate) mit Blutblei 1,0–2,1 µmol/l · n = 780 · Nachbeobachtung 36 Monate

    Gemessen: kognitive, motorische, Verhaltens- und neuropsychologische Tests

    Ergebnis: Blutblei in den ersten sechs Monaten im Mittel 0,2 µmol/l niedriger; IQ nach 36 Monaten 1 Punkt niedriger, Verhalten etwas schlechter, alle Unterschiede klein und nicht signifikant.[2]

    Mensch, randomisiert

  • TLC: Nachuntersuchung mit sieben Jahren

    RCT, Nachbeobachtung · Patienten: Kinder aus der TLC-Studie · n = 780 · bis zum Alter von 7 Jahren

    Gemessen: Kognition, Verhalten, Lernen, Aufmerksamkeit, Motorik

    Ergebnis: Kein Nutzen; 647 Kinder noch in der Studie.[3]

    Mensch, randomisiert

  • DMSA bei Beschwerden, die Amalgam zugeschrieben werden

    RCT, placebokontrolliert · Patienten: Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden · n = 20 · 14 Tage, Kontrolle nach 3 Monaten

    Gemessen: Quecksilber in Urin und Blut, Beschwerden, Befinden

    Ergebnis: Quecksilberausscheidung im Mittel +65 %, nach 3 Monaten wieder wie vorher; kein Effekt auf Beschwerden und Befinden außer weniger Müdigkeit ohne Bezug zur Ausscheidung; 3 Überempfindlichkeitsreaktionen.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Succimer vs. Placebo bei „Umweltkrankheit“ durch Amalgam

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden · n = 50 · 5 Tage, Nachbeobachtung 5–6 Wochen

    Gemessen: Symptom-Checkliste (Belastungsdimensionen)

    Ergebnis: Quecksilber- und Bleiausscheidung deutlich höher; Beschwerden besserten sich in beiden Gruppen deutlich, ohne Unterschied.[7]

    Mensch, randomisiert

  • DMSA-Provokation als Belastungsmarker

    nicht randomisiert, Vergleich exponiert vs. unbelastet · ehemals quecksilberbelastete Beschäftigte und unbelastete Vergleichspersonen · n = 220 · Urinsammlung vor und nach Gabe

    Gemessen: Quecksilber im 24-h-Urin

    Ergebnis: Ausscheidung nach DMSA im Mittel fast verdoppelt; kein Zusammenhang mit früherer Belastung oder Amalgamflächen.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Verlust von Zink und Kupfer

    Succimer und Natriumcalciumedetat verringern beide Zink und Kupfer, Edetat stärker [1].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Leber und Haut

    Vorübergehender Anstieg der Transaminasen, bei Succimer offenbar häufiger als bei Edetat, ohne klinisch bedeutsame Leberschäden; gelegentlich schwere Haut- und Schleimhautreaktionen, die zum Abbruch zwingen [1]. In einer kleinen RCT drei Überempfindlichkeitsreaktionen bei 20 Behandelten [6].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Schaden ohne Metallbelastung (Tierbefund)

    Bei Ratten ohne Bleibelastung anhaltende kognitive und affektive Störungen nach Succimer; die Autorinnen und Autoren raten bei Kindern ohne erhöhte Gewebespiegel ausdrücklich ab [4].

    Tierversuch

  • Fehldiagnose durch Provokationstest

    Provozierte Urinwerte führen laut ACMT oft zu unbegründeten Diagnosen einer Metallvergiftung und zu unnötiger, teils schädlicher Chelattherapie [10].

    Mensch, nicht randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Ein Provokationstest mit DMSA zeigt eine verborgene Schwermetallbelastung“

    Laut ACMT nicht validiert, ohne nachgewiesenen Nutzen und möglicherweise schädlich; Referenzwerte für provozierten Urin gibt es nicht [10]. Die DMSA-Provokation spiegelte eine frühere Quecksilberbelastung nicht wider [5].

  • nicht belegt

    „DMSA holt Quecksilber und Blei aus dem Gehirn“

    Kein Beleg für nennenswerten Übertritt ins Gehirn; in Tierversuchen sank Blei im Gehirn nicht einheitlich [1]. Laut ACMT können DMSA und DMPS die Umverteilung von Quecksilber in Organe fördern [10].

  • widerlegt

    „Chelattherapie ist harmlos, weil sie nur Giftstoffe bindet“

    Zink und Kupfer gehen mit verloren, Leberwerte steigen, schwere Hautreaktionen kommen vor [1]; ohne Bleibelastung schadete Succimer Ratten dauerhaft [4].

  • widerlegt

    „Was das Blutblei senkt, schützt auch die Entwicklung von Kindern“

    Im TLC-RCT sank das Blutblei, Intelligenz und Verhalten profitierten nicht [2][3].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Oral besser aufgenommen als Natriumcalciumedetat; verteilt sich vorwiegend außerhalb der Zellen [1].
Halbwertszeit
Eliminationshalbwertszeit unter 60 Minuten [1].
Abbau
Weitgehend Umbau zu gemischten Disulfiden mit Cystein, vermutlich die chelatbildende Form; Ausscheidung über die Niere [1].
Weg ins Gehirn
Kein Beleg für einen nennenswerten Übertritt ins Gehirn [1].

Rechtlicher Status

Deutschland
Verschreibungspflichtig als Arzneimittel: AMVV Anlage 1 führt „Succimer – ausgenommen in Kits zur Herstellung eines radioaktiven Arzneimittels –“ [11]. Ob in Deutschland ein Fertigarzneimittel zur Chelattherapie zugelassen ist, wurde nicht in AMIce geprüft (nicht verifiziert). Ob Succimer außerhalb des Arzneimittelrechts angeboten werden dürfte, wurde nicht geprüft (nicht verifiziert).
EU
Kein Eintrag im EMA-Datenexport (Stand 24.10.2026), also keine zentrale EU-Zulassung; national zugelassen u. a. in Frankreich (siehe andere) [12]; weitere nationale Zulassungen nicht verifiziert.
USA
Nicht verifiziert.
Andere Länder
Frankreich: national zugelassen als Succicaptal (Kapseln) zur Behandlung von Blei- und Quecksilbervergiftungen; verschreibungspflichtig (Liste I), Erstverordnung im Krankenhaus [12]. Als Antidot bei symptomatischer Bleivergiftung steigert Succimer die Bleiausscheidung ähnlich wie Natriumcalciumedetat und bessert die Beschwerden einer mittelschweren bis schweren Vergiftung rasch; placebokontrollierte Studien mit klinischen Endpunkten fehlen [1].

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Welche Nebenwirkungen nennt eine aktuelle Fachinformation zu Succimer? Sie wurde für dieses Profil nicht gelesen.
  • Gibt es Humandaten zur Umverteilung von Quecksilber unter DMSA?

Referenzen

  1. Bradberry S, Vale A. A comparison of sodium calcium edetate (edetate calcium disodium) and succimer (DMSA) in the treatment of inorganic lead poisoning. Clin Toxicol (Phila). 2009;47(9):841-58. doi:10.3109/15563650903321064 · PubMed
  2. Rogan WJ, Dietrich KN, Ware JH, Dockery DW, Salganik M, Radcliffe J, et al. The effect of chelation therapy with succimer on neuropsychological development in children exposed to lead. N Engl J Med. 2001;344(19):1421-6. doi:10.1056/NEJM200105103441902 · PubMed
  3. Dietrich KN, Ware JH, Salganik M, Radcliffe J, Rogan WJ, Rhoads GG, et al. Effect of chelation therapy on the neuropsychological and behavioral development of lead-exposed children after school entry. Pediatrics. 2004;114(1):19-26. doi:10.1542/peds.114.1.19 · PubMed
  4. Stangle DE, Smith DR, Beaudin SA, Strawderman MS, Levitsky DA, Strupp BJ. Succimer chelation improves learning, attention, and arousal regulation in lead-exposed rats but produces lasting cognitive impairment in the absence of lead exposure. Environ Health Perspect. 2007;115(2):201-9. doi:10.1289/ehp.9263 · PubMed
  5. Frumkin H, Manning CC, Williams PL, Sanders A, Taylor BB, Pierce M, et al. Diagnostic chelation challenge with DMSA: a biomarker of long-term mercury exposure? Environ Health Perspect. 2001;109(2):167-71. doi:10.1289/ehp.01109167 · PubMed
  6. Sandborgh Englund G, Dahlqvist R, Lindelöf B, Söderman E, Jonzon B, Vesterberg O, et al. DMSA administration to patients with alleged mercury poisoning from dental amalgams: a placebo-controlled study. J Dent Res. 1994;73(3):620-8. doi:10.1177/00220345940730030701 · PubMed
  7. Grandjean P, Guldager B, Larsen IB, Jørgensen PJ, Holmstrup P. Placebo response in environmental disease. Chelation therapy of patients with symptoms attributed to amalgam fillings. J Occup Environ Med. 1997;39(8):707-14. doi:10.1097/00043764-199708000-00004 · PubMed
  8. James S, Stevenson SW, Silove N, Williams K. Chelation for autism spectrum disorder (ASD). Cochrane Database Syst Rev. 2015;(5):CD010766. doi:10.1002/14651858.CD010766.pub2 · PubMed
  9. American College of Medical Toxicology. American College of Medical Toxicology position statement on post-chelator challenge urinary metal testing. J Med Toxicol. 2010;6(1):74-5. doi:10.1007/s13181-010-0039-0 · PubMed
  10. American College of Medical Toxicology. ACMT recommends against use of post-chelator challenge urinary metal testing. J Med Toxicol. 2017;13(4):352-4. doi:10.1007/s13181-017-0624-6 · PubMed
  11. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
  12. Agence nationale de sécurité du médicament et des produits de santé (ANSM). SUCCICAPTAL 100 mg, gélule (succimer): Résumé des Caractéristiques du Produit, mis à jour le 16.02.2026. Base de données publique des médicaments, CIS 60643823 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://base-donnees-publique.medicaments.gouv.fr/medicament/60643823/extrait
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • Am Abstract: Übersicht Succimer vs. Natriumcalciumedetat (Pharmakokinetik, Wirksamkeit, Zink/Kupfer, Transaminasen, Hautreaktionen) [1]; TLC n = 780, Blutblei −4,5 µg/dl, IQ −1 Punkt, nicht signifikant [2]; Nachuntersuchung mit 7 Jahren [3]; Ratten mit und ohne Blei [4]; Provokation 119 exponierte und 101 unbelastete Personen, mittlere Ausscheidung vor und nach DMSA [5]; Amalgam-RCTs n = 20 (+65 % Quecksilber, 3 Überempfindlichkeitsreaktionen) und n = 50 [6][7]; Cochrane Autismus [8].
  • ACMT 2017 im Volltext (PMC5711755): „has not been scientifically validated, has no demonstrated benefit, and may be harmful“; Chelatbildner erhöhen die Ausscheidung bei Gesunden und Vergifteten; mögliche Umverteilung von Quecksilber durch DMSA und DMPS; „scientifically acceptable normal reference values for post-challenge urine metal testing have not been established“; Tests „failed to distinguish“ zwischen Belasteten und Unbelasteten; Originalfassung „published in 2009“.
  • AMVV Anlage 1 (gesetze-im-internet.de, 24.10.2026): „Succimer – ausgenommen in Kits zur Herstellung eines radioaktiven Arzneimittels –“. EMA-Datenexport (24.10.2026): kein Eintrag zu Succimer.
  • PubChem (24.10.2026): CID 2724354, C4H6O4S2.
  • 25.10.2026, q078 (Entscheidung 25.10.2026): Versprechen „Behandelt eine Bleivergiftung“ (Stufe 3, „Nutzen belegt“) entfernt, Indikation steht in Text und status.andere; neues Zweitversprechen „Steigert die Ausscheidung von Blei und Quecksilber im Urin (nur Marker)“, Stufe 4, „nur Marker belegt“. Geprüft an den Abstracts: Grandjean 1997 [7] „Urinary excretion of mercury and lead was considerably increased“ (doppelblinde RCT, n = 50); Sandborgh Englund 1994 [6] Quecksilberausscheidung +65 % (placebokontrolliert, n = 20); Frumkin 2001 [5]; Bradberry 2009 [1] (beide Antidote steigern die Bleiausscheidung, kein statistischer Unterschied).
  • 25.10.2026, q018: Handelsname „Succicaptal“ ergänzt; Beleg ANSM-Datenbank [12]: Fachinformation (RCP) Stand 16.02.2026, Wirkstoff Succimer, Anwendungsgebiet „Traitement des intoxications par le plomb et le mercure“, Liste I, Erstverordnung im Krankenhaus, Zulassung aktiv (CIS_bdpm, Abruf 25.10.2026). In Deutschland keine Fachinformation gefunden; US-Handelsnamen nicht übernommen (nicht in DE/EU gebräuchlich).
  • 25.10.2026, q012 (Tilman): Bei den Versprechen steht der Prüfstand in der begruendung („nur Abstract geprüft“ bzw. „im Volltext“), soweit die Bewertung auf Studienbefunden beruht; Versprechen mit Stufe 0 „nicht untersucht“ stützen sich auf das Fehlen passender Studien. Bei den Behauptungen ergibt sich der Prüfstand aus den Quellenvermerken unter geprueft („Am Abstract“ bzw. „Volltext“) und nicht_verifiziert.
  • 25.10.2026, Gegenprüfung q012: Frumkin 2001 [5] im Volltext gelesen (Europe PMC liefert nur Abstract und Literaturliste, der Volltext ist ein PDF; abgerufen über PMC, PMC1240638): 119 ehemals Exponierte, 101 Unbelastete; 24-h-Quecksilberausscheidung nach DMSA „roughly doubled“, Tabelle 1 Verhältnis nach/vor DMSA im Mittel 2,40 (exponiert) bzw. 2,77 (unbelastet), Gruppenunterschiede nicht signifikant; kein Zusammenhang mit früherer Belastung oder Zahl der Amalgamflächen; als wahrscheinlichsten Grund nennen die Autorinnen und Autoren die Jahre seit Ende der Exposition. Versprechen und Studientabelle stimmen; keine Änderung.
  • 25.10.2026, Gegenprüfung: status.eu an status.andere angeglichen (nationale Zulassung in Frankreich, ANSM-Datenbank [12], erneut abgerufen am 25.10.2026: SUCCICAPTAL 100 mg, gélule, „Statut de l’autorisation : Valide“, „Procédure nationale“, Liste I, „prescription initiale hospitalière“).
  • 25.10.2026, Gegenprüfung: offene Rückfrage zum Bereich erledigt; die Ersatzregel für Binder und Chelatoren (Leitfaden „Binder und Chelatoren“, kein Bereich „Schadstoffe & Entgiftung“, E-3) hat Tilman bestätigt, die Wahl steht in der jeweiligen begruendung.
  • 25.10.2026, q010 (Bereich Nervensystem): Bereiche geprüft, keine Änderung: „Schützt bleibelastete Kinder vor Entwicklungsschäden“ und „Bessert Autismus …“ bleiben „Kognition & Fokus“, weil IQ, Verhalten, neuropsychologische Tests bzw. Verhaltens- und Entwicklungsskalen gemessen wurden (Kognition bleibt nach dem Leitfaden in ihrem Bereich); die Marker- und Gesunden-Versprechen bleiben nach der Ersatzregel „Langlebigkeit“.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Ausleitung bessert Beschwerden, die auf Amalgamfüllungen zurückgeführt werden“: kleine_studien – [6] 20 Patienten, [7] 50 Patienten (Abstracts). „Bessert Autismus durch Ausleitung von Schwermetallen“: kleine_studien – [8] einzige RCT mit 77 Kindern in Phase 1 und 49 in Phase 2 (Abstract). Gegenprüfung 26.10.2026: Belege der Flags (Teilnehmendenzahlen, Richtung, Finanzierung) in die begruendung übernommen und an Abstracts bzw. Volltexten erneut geprüft.

Nicht verifiziert

  • ACMT 2010 [9]: nur als PDF verfügbar, Wortlaut nicht gelesen; deshalb nur als frühere Fassung zitiert, alle Einzelaussagen stützen sich auf ACMT 2017 [10]. Laut ACMT 2017 erschien die Originalfassung 2009; ob sie mit [9] identisch ist, wurde nicht geprüft.
  • Nationale Zulassung in Deutschland (AMIce) und Status in den USA.
  • Fachinformation zu Succimer: nicht gelesen; Risiken stammen aus Übersicht und Studien.
  • Umverteilung von Quecksilber durch DMSA: nur als Aussage des ACMT-Positionspapiers, die zugrunde liegenden Studien wurden nicht geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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