Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Bindet Helicobacter pylori und senkt die Keimlast im Magen

    Einzelbefund, unbestätigt

    Verdauung & Darm · Patienten: Helicobacter-pylori-Infektion ohne oder mit leichten Beschwerden · Mensch, nicht randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Die Bindung ist im Labor gezeigt [1]. Beim Menschen sank der Atemtestwert nur in der ersten Pilotstudie signifikant stärker als unter Placebo (Δ −4,9 gegenüber −0,6; p = 0,026), und dort waren nur die Zwillingspaare randomisiert, die Einzelpersonen nicht [1]. In der zweiten Studie war nur die Abnahme gegenüber dem Ausgangswert signifikant, gegenüber Placebo bestand ein Trend (p = 0,084) [4]; in der dritten war schon die Abnahme innerhalb der Verumphase nicht signifikant (p = 0,130) [5]. Alle drei sind klein (27, 22 und 24 Teilnehmende), einfach verblindet, mit fester bzw. nur teilweise randomisierter Reihenfolge und stammen aus dem Umfeld des Entwicklers bzw. Rohstofflieferanten. Der Atemtest misst die Keimlast, also das Versprechen selbst, aber keine Heilung und keinen klinischen Nutzen. Ein einzelner signifikanter Befund ohne randomisierte Bestätigung ist ein Einzelbefund.

  • Erhöht als Zusatz die Heilungsrate der Eradikationstherapie

    uneinheitlich

    Verdauung & Darm · Patienten: Helicobacter-pylori-Infektion unter antibiotischer Eradikationstherapie · Mensch, randomisiert

    Gezählt werden nur die beiden randomisierten, placebokontrollierten Studien mit ausdrücklich abgetöteten Zellen des Einzelstamms: Eine fand eine höhere Heilungsrate (96,7 gegenüber 86,0 % per Protocol; von zwei Rohstoffanbietern gesponsert, ein Autor bei einem davon) [7], die andere nicht (81,8 gegenüber 83,7 % nach Intention-to-treat) [6]. Nicht gezählt sind eine positive Studie, bei der offen ist, ob lebende oder abgetötete Zellen verwendet wurden (91,1 gegenüber 68,9 %; ein Industrieautor) [8], und eine Studie mit einem Mehrstammprodukt ohne Unterschied (92,3 gegenüber 86,5 %; vom Hersteller des Produkts finanziert) [9]. Metaanalysen zu L. reuteri sind nicht stammspezifisch [11].

  • Lindert Magen-Darm-Beschwerden während der Eradikationstherapie

    uneinheitlich

    Verdauung & Darm · Patienten: Helicobacter-pylori-Infektion unter antibiotischer Eradikationstherapie · Mensch, randomisiert

    Getrennt vom Nebenwirkungsversprechen bewertet (gebündeltes Versprechen nach K4 zerlegt). In der chinesischen Studie sank der Beschwerdewert (GSRS) stärker als unter Placebo [6]; in der russischen besserten sich Beschwerden und Lebensqualität in beiden Gruppen ohne Unterschied [7]. Nicht gezählt sind die Studie mit unklarer Zellform, in der der GSRS stärker sank [8], und die Mehrstammstudie [9]. Die Fragebögen unterscheiden sich zwischen den Studien.

  • Senkt Nebenwirkungen der Eradikationstherapie

    kleiner Nutzen

    Verdauung & Darm · Patienten: Helicobacter-pylori-Infektion unter antibiotischer Eradikationstherapie · Mensch, randomisiert

    Beide gezählten Studien fanden weniger Nebenwirkungen: In China berichteten seltener Teilnehmende über Blähungen (5,1 gegenüber 16,3 %) und Durchfall (11,1 gegenüber 23,5 %) [6]. In Russland war die Gesamtzahl der Verdauungsnebenwirkungen geringer (p = 0,049), der Anteil der Teilnehmenden mit irgendeiner Nebenwirkung (30,3 gegenüber 38,0 %) und einzelne Nebenwirkungen wie Durchfall unterschieden sich aber nicht [7]. Die Befunde sind gleichgerichtet, aber knapp; [7] wurde von Rohstoffanbietern gesponsert, Interessenkonflikte von [6] sind nicht geprüft. Nicht gezählt: seltener Kopf- und Bauchschmerz in der Studie mit unklarer Zellform [8] und, gegenüber Placebo, nur seltener Kopfschmerz mit dem Mehrstammprodukt [9].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Limosilactobacillus reuteri DSM 17648 (abgetötet)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Limosilactobacillus reuteri DSM 17648 wurde aus mehr als 700 Laktobazillen-Wildstämmen als Stamm ausgewählt, der Helicobacter pylori spezifisch bindet [1]. Die Art hieß bis 2020 Lactobacillus reuteri; die Gattung wurde damals neu geordnet [2]. Im Laborversuch lagert sich der Stamm innerhalb von Sekunden mit H. pylori zu Koaggregaten zusammen; eine Lactobacillus-Zelle bindet zwei bis drei Helicobacter-Zellen. Das gelang mit verschiedenen H.-pylori-Stämmen und Serotypen sowie mit H. heilmannii, nicht aber mit Campylobacter jejuni oder kommensalen Mund- und Darmbakterien. Die Bindung blieb nach Gefrier- und Sprühtrocknung erhalten, also auch in nicht lebensfähigen Zellen [1]. Die Humanstudien verwendeten deshalb abgetötete Zellen, soweit sie die Form angeben; die Ausnahmen sind unten bei den einzelnen Studien genannt. Nach der ISAPP-Definition ist eine solche Zubereitung ein Postbiotikum [3]. Die lebende Form des Stamms ist beim Menschen nicht untersucht; Befunde zu anderen L.-reuteri-Stämmen wie DSM 17938 gelten nicht für diesen Stamm.

Zur Keimlast im Magen gibt es drei kleine, einfach verblindete Studien mit abgetöteten Zellen an H.-pylori-Positiven ohne oder mit nur leichten Beschwerden, die alle nicht durchgehend randomisiert waren. In der ersten Pilotstudie wurden Zwillingspaare randomisiert, Einzelpersonen erhielten in fester Reihenfolge erst Placebo, dann Verum. Der Wert im 13C-Harnstoff-Atemtest sank nach 14 Tagen Verum stärker als nach Placebo (Δ −4,9 gegenüber −0,6; p = 0,026). Fünf der sieben Autorinnen und Autoren arbeiteten beim Entwickler des Stamms, eine hielt Anteile an ihm. Dass der Effekt mit höherer Ausgangslast größer war, fanden die Autoren in abgeschwächter Form auch unter Placebo und führen das dort auf eine Regression zur Mitte zurück [1]. Eine zweite Studie an 22 Personen mit sprühgetrockneten, toten Zellen und fester Reihenfolge (Placebo vor Verum) fand nach Verum einen niedrigeren Atemtestwert als zu Beginn (p = 0,011); gegenüber der Placebophase bestand nur ein Trend (p = 0,084) [4]. Eine dritte Studie an 24 Personen mit leichter Dyspepsie, ebenfalls mit fester Reihenfolge und vom Rohstofflieferanten finanziert, fand in der Verumphase eine mittlere Abnahme des Atemtestwerts um 22,5 % und in der Placebophase einen Anstieg um 37,3 %. Schon die Abnahme innerhalb der Verumphase war aber nicht signifikant (p = 0,130); gesunken war der Wert bei 62,5 % der Teilnehmenden. Der Beschwerdewert (GSRS) unterschied sich zwischen Verum- und Placebophase nicht signifikant (p = 0,200); signifikant war nur die Abnahme vom Ausgangswert bis Tag 56 (p = 0,005), und dieser Zeitraum schließt die Placebophase ein [5]. Signifikant gegenüber Placebo war damit nur die erste Studie, und dort waren die Einzelpersonen nicht randomisiert. Eine geringere Keimlast ist zudem keine Heilung: In keiner dieser Studien wurde H. pylori beseitigt oder ein klinischer Endpunkt geprüft.

Als Zusatz zur antibiotischen Eradikationstherapie gibt es zwei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien, die ausdrücklich abgetötete Zellen des Einzelstamms verwendeten, mit gegensätzlichem Ergebnis. In China verbesserte der Stamm bei 200 Personen die Heilungsrate nicht (81,8 gegenüber 83,7 % nach Intention-to-treat; p = 0,73), senkte aber den Beschwerdewert und die Häufigkeit von Blähungen und Durchfall und veränderte die Stuhlmikrobiota [6]. In Russland stieg die Heilungsrate bei 129 Menschen mit funktioneller Dyspepsie in der Per-Protocol-Auswertung von 86,0 auf 96,7 % (p = 0,039); Lebensqualität und Beschwerden besserten sich in beiden Gruppen ohne Unterschied. Die Gesamtzahl der Verdauungsnebenwirkungen war unter dem Stamm geringer (p = 0,049), der Anteil der Teilnehmenden mit irgendeiner Nebenwirkung und einzelne Nebenwirkungen unterschieden sich nicht. Die Studie wurde von zwei Rohstoffanbietern gesponsert, ein Autor arbeitet bei einem von ihnen [7].

Zwei weitere randomisierte Studien zählen nicht für die Bewertung dieses Profils. In Malaysia erhielten 90 Personen ein Präparat mit dem Stamm im Anschluss an die Tripeltherapie; die Heilungsrate lag bei 91,1 gegenüber 68,9 % (Intention-to-treat; p = 0,007), Beschwerden und einzelne Nebenwirkungen waren seltener. Der Abstract spricht von einem „Probiotikum“ und gibt nicht an, ob lebende oder abgetötete Zellen verwendet wurden, der Volltext war nicht zugänglich; ein Autor arbeitet bei einem Industrieunternehmen [8]. Wie eine Studie ohne Formangabe steht sie deshalb nur gekennzeichnet hier. In Iran prüfte eine Studie an 156 Personen in drei Gruppen kein Einzelstammpräparat, sondern ein Mehrstammprodukt: Die Kapsel enthielt neben nicht lebensfähigem DSM 17648 auch L. acidophilus, L. casei und B. lactis mit Keimzahlangabe, also vermutlich lebende Keime. Die Heilungsrate unterschied sich nicht (92,3 % mit dem Mehrstammprodukt, 86,5 % unter Placebo), und von den Nebenwirkungen war gegenüber Placebo nur Kopfschmerz seltener. Hersteller des Prüfprodukts und Geldgeber der Studie ist dasselbe Pharmaunternehmen, ZistTakhmir [9].

Als Ersatz für Antibiotika wurde der Stamm nur in einer kleinen randomisierten Studie ohne Placebo an 46 Menschen mit funktioneller Dyspepsie geprüft: Stamm plus Protonenpumpenhemmer erreichte 65,2 % Eradikation, die Tripeltherapie 73,9 % (p = 0,75) [10]. Verwendet wurde das Produkt Pylopass, das in den Keimlaststudien als Zubereitung nicht lebensfähiger Zellen beschrieben ist [4][5]; Angaben zur Verblindung und Erklärungen zu Interessenkonflikten oder Finanzierung enthält die Veröffentlichung nicht. Die Studie war nicht darauf ausgelegt, Gleichwertigkeit zu zeigen, und hatte keine Gruppe nur mit Protonenpumpenhemmer; die Schlussfolgerung der Autoren, die Wirksamkeit sei ähnlich, wird von den Daten nicht getragen. Metaanalysen zu L. reuteri bei H. pylori fassen verschiedene Stämme zusammen, darunter auch die lebende Kombination DSM 17938 + ATCC PTA 6475, und sind deshalb keine stammspezifische Evidenz [11].

Abgetötete Zellen können sich nicht vermehren und den Magen oder Darm daher nicht besiedeln [3]. Rechtlich ist der Stamm nicht in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel geführt [12], eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es nicht [13], und für die Gruppe der Laktobazillen nennt das EFSA-QPS-Update 2026 keine Statusänderung [14].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Helicobacter pylori (Zelloberfläche)Mikroorganismus/TaxonBindung (Koaggregation)eine Lactobacillus-Zelle bindet 2–3 Helicobacter-Zellen (in vitro) Labor[1]
H.-pylori-Keimlast im Magen (13C-Harnstoff-Atemtest)Mikroorganismus/TaxonAbundanz ↓ Mensch, nicht randomisiert[1][4][5]
Stuhlmikrobiota unter Tripeltherapie (Proteobacteria, Escherichia-Shigella)Mikroorganismus/TaxonAbundanz ↓ Mensch, randomisiert[6]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiommoduliert · Bindet H. pylori in vitro; geringere Keimlast im Atemtest gegenüber Placebo nur in einer teilweise randomisierten Studie signifikant, in zwei weiteren nicht randomisierten nur Trends; unter Tripeltherapie weniger Proteobacteria und mehr Faecalibacterium im Stuhl als unter Placebo[1][4][5][6]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · gefriergetrocknete oder sprühgetrocknete, abgetötete Zellen (Tabletten, Kapseln)

    Die Bindung an H. pylori blieb nach Gefrier- und Sprühtrocknung erhalten [1]. Eine Pilotstudie mit sprühgetrockneten Zellen kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Vorstudie mit gefriergetrockneten Zellen [4]. Eine systemische Aufnahme ist nicht vorgesehen; Wirkort ist der Magen.

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Keimlast, Pilotstudie mit gefriergetrockneten Zellen

    einfach verblindet, placebokontrolliert; Zwillingspaare randomisiert, Einzelpersonen in fester Reihenfolge (Placebo, dann Verum) · Patienten: H.-pylori-positiv, symptomfrei · 14 Tage je Phase, Auswaschphase 4–6 Wochen

    Gemessen: 13C-Harnstoff-Atemtest

    Ergebnis: Δ Verum −4,9 ± 7,8 gegenüber Δ Placebo −0,6 ± 5,3 (p = 0,026). Teilnehmerzahl der Auswertung hier nicht sicher aus dem Volltext entnommen. Überwiegend Autorinnen und Autoren des Entwicklers.[1]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Keimlast mit sprühgetrockneten Zellen

    einfach verblindet, placebokontrolliert, feste Reihenfolge (Placebo vor Verum) · Patienten: H.-pylori-positiv, symptomfrei · n = 22 · 14 Tage Verum, Nachbeobachtung bis 24 Wochen

    Gemessen: 13C-Harnstoff-Atemtest

    Ergebnis: Atemtestwert nach Verum niedriger als zu Beginn (p = 0,011), gegenüber Placebo nur ein Trend (p = 0,084); unter Placebo keine signifikante Änderung. Keine Interessenkonflikte erklärt, Dank an den Entwickler.[4]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Keimlast und Beschwerden bei leichter Dyspepsie

    einfach verblindet, placebokontrolliert, feste Reihenfolge (28 Tage Placebo, dann 28 Tage Verum) · Patienten: H.-pylori-positiv mit leichter Dyspepsie · n = 24 · 56 Tage

    Gemessen: 13C-Harnstoff-Atemtest, GSRS

    Ergebnis: Atemtestwert in der Verumphase im Mittel −22,5 %, in der Placebophase +37,3 %; Abnahme innerhalb der Verumphase nicht signifikant (p = 0,130), gesunken bei 62,5 %. GSRS zwischen den Phasen nicht verschieden (p = 0,200); die Abnahme vom Ausgangswert bis Tag 56 (p = 0,005) schließt die Placebophase ein. Finanziert vom Rohstofflieferanten.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Zusatz zur Tripeltherapie, China

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: H.-pylori-positiv, unbehandelt · n = 200 · 4 Wochen (davon 2 Wochen mit Tripeltherapie)

    Gemessen: Eradikationsrate, GSRS, Stuhlmikrobiota

    Ergebnis: Nicht lebensfähige Zellen. Eradikation 81,8 gegenüber 83,7 % (ITT, p = 0,730); GSRS niedriger (p = 0,030), seltener Blähungen (5,1 gegenüber 16,3 %) und Durchfall (11,1 gegenüber 23,5 %).[6]

    Mensch, randomisiert

  • Zusatz zur Tripeltherapie bei funktioneller Dyspepsie, Russland

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: H.-pylori-positiv mit funktioneller Dyspepsie · n = 129 · 14 Tage mit und 14 Tage nach der Eradikationstherapie

    Gemessen: Eradikationsrate (per Protocol), Beschwerden, Lebensqualität, Nebenwirkungen

    Ergebnis: Inaktivierte Zellen. Eradikation 96,7 gegenüber 86,0 % (p = 0,039); Beschwerden und Lebensqualität ohne Gruppenunterschied; Gesamtzahl der Verdauungsnebenwirkungen geringer (p = 0,049), Teilnehmende mit irgendeiner Nebenwirkung 30,3 gegenüber 38,0 % (nicht signifikant). 66 gegenüber 63 randomisiert. Gesponsert von zwei Rohstoffanbietern.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Anschluss an die Tripeltherapie, Malaysia (Zellform unklar)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: H.-pylori-positiv, unbehandelt · n = 90 · 2 Wochen Tripeltherapie, danach 4 Wochen Prüfprodukt

    Gemessen: Eradikationsrate (Atemtest in Woche 8), GSRS, Nebenwirkungen

    Ergebnis: Eradikation 91,1 gegenüber 68,9 % (ITT, p = 0,007); GSRS stärker gesunken; seltener Kopf- und Bauchschmerz. Ob lebende oder abgetötete Zellen verwendet wurden, ist im Abstract nicht angegeben (dort „Probiotikum“), Volltext nicht zugänglich; zählt deshalb nicht für Stufe und Ergebnis dieses Profils. Ein Autor bei einem Industrieunternehmen.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Mehrstammprodukt als Zusatz zur Vierfachtherapie, Iran (drei Gruppen)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, drei Gruppen (Mehrstammprodukt mit nicht lebensfähigem DSM 17648, S. boulardii, Placebo) · Patienten: H.-pylori-positiv · n = 156 · 2 Wochen Prüfprodukt, Nachbeobachtung

    Gemessen: Eradikationsrate, Nebenwirkungen, Dyspepsiefragebogen

    Ergebnis: Eradikation 92,3 % mit dem Mehrstammprodukt gegenüber 86,5 % unter Placebo, kein Unterschied; von den Nebenwirkungen gegenüber Placebo nur Kopfschmerz seltener. Das Prüfprodukt enthielt neben DSM 17648 auch L. acidophilus, L. casei und B. lactis mit Keimzahlangabe; nur als Kombination geprüft, zählt nicht für Stufe und Ergebnis dieses Profils. Hersteller des Prüfprodukts (ZistTakhmir) finanzierte die Studie.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Stamm plus Protonenpumpenhemmer statt Tripeltherapie

    randomisiert, zwei Gruppen ohne Placebo; Angaben zur Verblindung fehlen · Patienten: H.-pylori-positiv mit funktioneller Dyspepsie · n = 46 · 8 Wochen (Stamm) bzw. 14 Tage Antibiotika

    Gemessen: Eradikation (Stuhlantigen 30 Tage nach Therapie)

    Ergebnis: 65,2 gegenüber 73,9 % (p = 0,75); nicht auf Gleichwertigkeit ausgelegt. Prüfprodukt Pylopass, nach [4] eine Zubereitung nicht lebensfähiger Zellen. Keine Erklärung zu Interessenkonflikten oder Finanzierung gefunden.[10]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Keine Alternative zur Eradikationstherapie

    Eine geringere Keimlast im Atemtest [1][4][5] ist keine Heilung. In der einzigen Studie ohne Antibiotika lag die Eradikationsrate mit Stamm plus Protonenpumpenhemmer bei 65,2 %, und die Studie konnte Gleichwertigkeit nicht prüfen [10]. Ob ein Verzicht auf Antibiotika zugunsten des Stamms Folgeerkrankungen begünstigt, ist nicht untersucht.

    Keine Daten

  • Herstellerbeteiligung

    Die drei Studien zur Keimlast stammen aus dem Umfeld des Entwicklers bzw. wurden vom Rohstofflieferanten finanziert [1][4][5]; die positive Eradikationsstudie mit sicher abgetöteten Zellen wurde von zwei Rohstoffanbietern gesponsert [7], die Studie mit unklarer Zellform hat einen Industrieautor [8], und die Studie mit dem Mehrstammprodukt finanzierte dessen Hersteller [9].

    Keine Daten

  • Verträglichkeit

    In den Studien wurden keine schweren unerwünschten Ereignisse unter dem Stamm berichtet [5][7]. Langzeitdaten gibt es nicht.

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Magen oder Darm an“

    Die Humanstudien mit Formangabe verwendeten nicht lebensfähige Zellen [1][4][5][6][7], die sich nicht vermehren und daher nicht ansiedeln können [3]. Für die Studie mit unklarer Zellform [8] gilt diese Begründung nicht; eine Ansiedlung wurde dort laut Abstract aber auch nicht untersucht.

  • teilweise belegt

    „Die Zubereitung ist ein Postbiotikum“

    Sie besteht aus nicht lebensfähigen ganzen Zellen und erfüllt damit den stofflichen Teil der ISAPP-Definition [3]. Der geforderte gesundheitliche Nutzen ist aber nur uneinheitlich gezeigt [6][7].

  • nicht belegt

    „Kann eine Antibiotikatherapie gegen H. pylori ersetzen“

    Die Entwickler sehen den Stamm als möglichen Baustein antibiotikafreier Ansätze [1], belegt ist das nicht: Eine einzige kleine Studie ohne Placebo, ohne Angaben zur Verblindung und ohne Gleichwertigkeitsprüfung fand 65,2 gegenüber 73,9 % Eradikation [10].

  • nicht belegt

    „Was für L. reuteri bei H. pylori gezeigt wurde, gilt für diesen Stamm“

    Metaanalysen zu L. reuteri bündeln verschiedene Stämme, auch lebende [11]. Für DSM 17648 allein sind die randomisierten Daten mit sicher abgetöteten Zellen uneinheitlich [6][7]; eine Studie mit einem Mehrstammprodukt ist ebenfalls keine Evidenz für den Einzelstamm [9].

  • teilweise belegt

    „Bindet nur H. pylori und lässt die übrige Flora unberührt“

    Im Labor band der Stamm verschiedene Helicobacter-Arten, nicht aber Campylobacter jejuni oder geprüfte Kommensalen [1]. Ob das im Magen so bleibt, ist beim Menschen nicht untersucht; unter Tripeltherapie veränderte sich die Stuhlmikrobiota gegenüber Placebo [6].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Keine systemische Aufnahme vorgesehen; die abgetöteten Zellen sollen im Magen H. pylori binden. Humandaten zum Verbleib im Magen wurden nicht gefunden.

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert. Marktstatus und rechtliche Einordnung in Deutschland (Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukt oder anderes) wurden nicht geprüft; AMIce/PharmNet.Bund nicht abgefragt.
EU
Kein Eintrag zu „reuteri“, „Lactobacillus“ oder „Limosilactobacillus“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [12]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu diesem Stamm in VO (EU) Nr. 432/2012 [13]. Für die Gruppe der Laktobazillen nennt das EFSA-QPS-Update 2026 keine Statusänderung [14]; der QPS-Status gilt der Art als lebendem Organismus, nicht dieser Zubereitung. Limosilactobacillus reuteri gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-15141, Abruf 26.10.2026) [15]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. Der Katalogeintrag gilt der Art als Ganzes (Teil „Whole“); einen eigenen Eintrag für die inaktivierte Zubereitung gibt es nicht. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Limosilactobacillus reuteri mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [16]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm und nicht die inaktivierte Zubereitung.
USA
Nicht verifiziert.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Senkt der Stamm die Keimlast auch in einer randomisierten, placebokontrollierten Parallelgruppenstudie?
  • Warum unterscheiden sich die Eradikationsstudien so stark: Therapieschema, Resistenzlage, Zeitpunkt der Gabe oder Zubereitung?
  • Waren in der Studie aus Malaysia lebende oder abgetötete Zellen enthalten?
  • Gibt es unabhängige, nicht von Rohstoffanbietern finanzierte Studien?
  • Hat eine geringere Keimlast ohne Eradikation einen klinischen Nutzen, etwa bei Gastritis oder Dyspepsie?

Referenzen

  1. Holz C, Busjahn A, Mehling H, Arya S, Boettner M, Habibi H, et al. Significant reduction in Helicobacter pylori load in humans with non-viable Lactobacillus reuteri DSM17648: a pilot study. Probiotics Antimicrob Proteins. 2015;7(2):91–100. doi:10.1007/s12602-014-9181-3 · PubMed
  2. Zheng J, Wittouck S, Salvetti E, Franz CMAP, Harris HMB, Mattarelli P, et al. A taxonomic note on the genus Lactobacillus: description of 23 novel genera, emended description of the genus Lactobacillus Beijerinck 1901, and union of Lactobacillaceae and Leuconostocaceae. Int J Syst Evol Microbiol. 2020;70(4):2782–858. doi:10.1099/ijsem.0.004107 · PubMed
  3. Salminen S, Collado MC, Endo A, Hill C, Lebeer S, Quigley EMM, et al. The International Scientific Association of Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of postbiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2021;18(9):649–67. doi:10.1038/s41575-021-00440-6 · PubMed
  4. Mehling H, Busjahn A. Non-viable Lactobacillus reuteri DSMZ 17648 (Pylopass™) as a new approach to Helicobacter pylori control in humans. Nutrients. 2013;5(8):3062–73. doi:10.3390/nu5083062 · PubMed
  5. Buckley M, Lacey S, Doolan A, Goodbody E, Seamans K. The effect of Lactobacillus reuteri supplementation in Helicobacter pylori infection: a placebo-controlled, single-blind study. BMC Nutr. 2018;4:48. doi:10.1186/s40795-018-0257-4 · PubMed
  6. Yang C, Liang L, Lv P, Liu L, Wang S, Wang Z, et al. Effects of non-viable Lactobacillus reuteri combining with 14-day standard triple therapy on Helicobacter pylori eradication: a randomized double-blind placebo-controlled trial. Helicobacter. 2021;26(6):e12856. doi:10.1111/hel.12856 · PubMed
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  8. Ismail NI, Nawawi KNM, Hsin DCC, Hao KW, Mahmood NRKN, Chearn GLC, et al. Probiotic containing Lactobacillus reuteri DSM 17648 as an adjunct treatment for Helicobacter pylori infection: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Helicobacter. 2023;28(6):e13017. doi:10.1111/hel.13017 · PubMed
  9. Naghibzadeh N, Salmani F, Nomiri S, Tavakoli T. Investigating the effect of quadruple therapy with Saccharomyces boulardii or Lactobacillus reuteri strain (DSMZ 17648) supplements on eradication of Helicobacter pylori and treatments adverse effects: a double-blind placebo-controlled randomized clinical trial. BMC Gastroenterol. 2022;22(1):107. doi:10.1186/s12876-022-02187-z · PubMed
  10. Muresan IAP, Pop LL, Dumitrascu DL. Lactobacillus reuteri versus triple therapy for the eradication of Helicobacter pylori in functional dyspepsia. Med Pharm Rep. 2019;92(4):352–5. doi:10.15386/mpr-1375 · PubMed
  11. Li M, Wang X, Dong X, Teng G, Dai Y, Wang W. Lactobacillus reuteri compared with placebo as an adjuvant in Helicobacter pylori eradication therapy: a meta-analysis of randomized controlled trials. Therap Adv Gastroenterol. 2024;17:17562848241258021. doi:10.1177/17562848241258021 · PubMed
  12. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810); abgerufen am 24.10.2026.
  13. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Konsolidierte Fassung vom 17.05.2021 (CELEX 02012R0432-20210517); abgerufen am 24.10.2026.
  14. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ), Allende A, Alvarez-Ordóñez A, Bortolaia V, Bover-Cid S, De Cesare A, et al. Update of the list of qualified presumption of safety (QPS) recommended microbiological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 23: suitability of taxonomic units notified to EFSA until September 2025. EFSA J. 2026;24(1):e9824. doi:10.2903/j.efsa.2026.9824 · PubMed
  15. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Limosilactobacillus reuteri [Datenbank]. POL-NF-15141, letzte Änderung 17.12.2025 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
  16. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Stammgenaue Suche in PubMed („DSM 17648“, „DSM17648“, „DSMZ 17648“, „Pylopass“) und Europe PMC (62 Treffer); alle Humanstudien mit Stammnummer im Titel oder Abstract aufgenommen.
  • Volltext [1] (PMC4415890): Auswahl aus über 700 Stämmen, Koaggregation auch nach Lyophilisierung und Sprühtrocknung, Design (Zwillinge randomisiert, Einzelpersonen nicht randomisiert, einfach verblindet), Δ −4,9 gegenüber −0,6 (p = 0,026); fünf von sieben Autorinnen und Autoren bei ORGANOBALANCE GmbH, eine Autorin mit Anteilen; Abhängigkeit vom Ausgangswert auch unter Placebo, von den Autoren als Regression zur Mitte gedeutet.
  • Volltext [4] (PMC3775242): sprühgetrocknete tote Zellen (Titel: „Non-viable … (Pylopass™)“), einfach verblindet, feste Reihenfolge (14 Tage Placebo-Einlauf, dann Verum), keine Randomisierung; Atemtest nach Verum gegenüber Ausgangswert p = 0,011, gegenüber Placebo nur Trend (p = 0,084); keine Interessenkonflikte erklärt, Dank an ORGANOBALANCE.
  • Volltext [5] (PMC7050722): Pylopass als nicht lebensfähige, sprühgetrocknete Zubereitung beschrieben; feste Reihenfolge Placebo → Verum; Abnahme des Atemtestwerts innerhalb der Verumphase nicht signifikant (p = 0,130); GSRS zwischen den Phasen p = 0,200, Ausgangswert bis Tag 56 p = 0,005; Finanzierung durch Lonza.
  • Volltext [7] (PMC11421730): 129 eingeschlossen (66/63), Wirksamkeit per Protocol ausgewertet, Sponsoren Novozymes A/S und Parusin GmbH, ein Autor bei Parusin; inaktivierte Zellen (Pylopass); Gesamtzahl der Verdauungsnebenwirkungen p = 0,049, Teilnehmende mit irgendeiner Nebenwirkung 30,3 gegenüber 38,0 % (p = 0,228), Durchfall 10,6 gegenüber 15,9 % (p = 0,267).
  • Volltext [9] (PMC8903632), Methoden: Prüfprodukt „PHYLOSHOT® (… non-viable Lactobacillus reuteri DSMZ 17648, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei, and Bifidobacterium lactis …, ZistTakhmir …)“, also ein Mehrstammprodukt; Funding: „This study was funded by ZistTakhmir pharmaceutical company“, also der Hersteller des Prüfprodukts; 52 pro Gruppe, Eradikation 92,3 bzw. 86,5 %; gegenüber Placebo nur Kopfschmerz signifikant seltener. Die Zusammensetzung war in der ersten Fassung des Profils übersehen worden (Gegenprüfung).
  • Volltext [10] (PMC6853040): „L. reuteri DSMZ 17648 (Pylopass, Remedia Laboratories, Romania)“; „prospective single center comparative study“, „randomly divided“; keine Angabe zur Verblindung, keine Erklärung zu Interessenkonflikten oder Finanzierung gefunden.
  • Abstracts [6] und [8] mit allen übernommenen Zahlen geprüft; [6] nennt im Titel nicht lebensfähige Zellen; in [8] ist ein Autor bei Y.S.P. Industries (M) Sdn. Bhd. angegeben, die Form der Zellen nicht.
  • Metaanalyse [11] im Volltext (PMC11155330): Tabelle der eingeschlossenen Studien mischt DSM 17648, DSM 17938 + ATCC PTA 6475 und Studien ohne Stammangabe.
  • Konsolidierte Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) und VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 02012R0432-20210517) selbst über Cellar abgerufen: 0 Treffer für „reuteri“ und „Lactobacillus“ [12][13]. QPS-Update 2026 (PMC12824592): Status der Laktobazillen unverändert [14].
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Bindet Helicobacter pylori und senkt die Keimlast im Magen“ → kleine_studien: [1] Pilotstudie mit 14 unabhängigen Behandlungen aus 27 H.-pylori-positiven Personen (Volltext PMC4415890), [4] n = 22, [5] n = 24 (je Abstract).
  • Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.
  • 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-15141 „Limosilactobacillus reuteri“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 17.12.2025). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.

Nicht verifiziert

  • Ob das Prüfprodukt in [8] abgetötete oder lebende Zellen enthielt; Volltext nicht zugänglich (Europe PMC: „Subscription required“, Verlagsseite HTTP 403). Die Studie zählt deshalb nicht für Stufe und Ergebnis (Lesart wie K2: Studien ohne Formangabe zählen nicht; Leitfaden: lebend und inaktiviert sind getrennte Profile).
  • Interessenkonflikte und Finanzierung von [6] nicht geprüft (Volltext nicht zugänglich).
  • Die Form in [10] ist nur über den Produktnamen Pylopass erschlossen, den [4], [5] und [7] als Zubereitung nicht lebensfähiger Zellen beschreiben; [10] selbst sagt dazu nichts, und der Hersteller des dort verwendeten Fertigprodukts wurde nicht geprüft.
  • Teilnehmerzahl der Auswertung in [1] nicht sicher bestimmt (Screening 128 Personen, 27 positiv; die Zahl der Ausgewerteten wurde nicht vollständig nachvollzogen).
  • Marktstatus in Deutschland und Einordnung als Lebensmittel oder Medizinprodukt nicht geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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