Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Stoppt Haarausfall

    Nutzen belegt

    Haut & Haare · Patienten: androgenetische Alopezie (Männer) · Mensch, randomisiert

    Zwei RCTs mit 1553 Männern: mehr Haare am Scheitel nach einem und zwei Jahren, unter Placebo fortschreitender Verlust [1]; Vorteil bis fünf Jahre erhalten [4]. Die Zulassungsstudien führte der Hersteller durch [1]. Eine Netzwerk-Metaanalyse bestätigt die Wirksamkeit, sieht nach 24 Wochen aber Dutasterid vorn [5]. „Stoppt“ ist zugespitzt: Gemessen wurde ein gebremster Verlust und eine Zunahme gegenüber Placebo, kein vollständiger Stillstand bei allen. Nur Abstract geprüft.

  • Hilft auch Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall

    kein Nutzen

    Haut & Haare · Patienten: androgenetische Alopezie (Frauen nach der Menopause) · Mensch, randomisiert

    RCT mit 137 Frauen nach der Menopause: nach einem Jahr kein Unterschied zu Placebo bei Haarzahl, Selbst- und Fremdbeurteilung, Fotos und Biopsien [6]. Für Frauen vor der Menopause gibt diese Studie keine Auskunft. Nur Abstract geprüft.

  • Als Spray genauso wirksam wie die Tablette

    Einzelbefund, unbestätigt

    Haut & Haare · Patienten: androgenetische Alopezie (Männer) · Mensch, randomisiert vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    Eine Phase-III-RCT des Herstellers (458 Männer, 24 Wochen): Spray besser als Placebo, gegenüber der Tablette nur zahlenmäßig ähnlich, ohne berichteten statistischen Vergleich [7]. Dass das Spray weniger Nebenwirkungen hat, ist eine eigene Frage (siehe Behauptungen). Nur Abstract geprüft.

vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

Wirkweise

Evidenzkarte: Finasterid

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Finasterid hemmt die 5α-Reduktase Typ 2, die Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt; DHT in der Kopfhaut gilt als ein Faktor der androgenabhängigen Verkleinerung (Miniaturisierung) der Haarfollikel bei androgenetischer Alopezie [1]. In einer randomisierten Studie mit 249 Männern sank DHT nach sechs Wochen in der Kopfhaut um 57–69 % und im Serum um 69–72 % (höhere Dosisgruppen), unter Placebo in der Kopfhaut um 13 % [2]. Laut Übersicht bleibt DHT nach einer Einzelgabe bis zu vier Tage gesenkt, länger als die Halbwertszeit von 4,7–7,1 Stunden erwarten ließe, vermutlich wegen der hohen Affinität zum Enzym; Testosteron steigt leicht an, bleibt aber meist im Normbereich [3].

In zwei placebokontrollierten Einjahresstudien mit 1553 Männern zwischen 18 und 41 Jahren und einer verblindeten Verlängerung mit 1215 Männern lag die Haarzahl am Scheitel nach einem Jahr um 107 und nach zwei Jahren um 138 Haare über Placebo (auf 5,1 cm², Ausgangswert 876), während die Placebogruppe weiter Haare verlor [1]. Die Studien wurden von Merck, dem Hersteller, durchgeführt; der Erstautor arbeitete in der klinischen Forschung des Unternehmens [1]. In der Verlängerung bis fünf Jahre blieb der Vorteil erhalten [4]. Eine Netzwerk-Metaanalyse von 23 Studien reiht Finasterid nach 48 Wochen bei den Terminalhaaren vor topischem Minoxidil ein; nach 24 Wochen lag Dutasterid bei der Gesamthaarzahl vorn [5]. Bei 137 Frauen nach der Menopause wirkte Finasterid in einer RCT über ein Jahr nicht besser als Placebo [6].

Ein Spray zum Auftragen auf die Kopfhaut steigerte in einer Phase-III-Studie mit 458 Männern die Haarzahl stärker als Placebo und zahlenmäßig ähnlich wie die Tablette; die Plasmaspiegel lagen um mehr als das Hundertfache niedriger und DHT im Serum sank um 34,5 statt 55,6 % [7]. Die Studie stammt vom Hersteller Almirall, mehrere Autorinnen und Autoren waren dort angestellt [7].

Im EU-weiten Risikobewertungsverfahren bestätigte der Sicherheitsausschuss PRAC Suizidgedanken als Nebenwirkung von Finasterid-Tabletten, mit unbekannter Häufigkeit und den meisten Fällen unter der Haarausfall-Behandlung; für das Spray fand er keinen Zusammenhang [8]. Eine Auswertung der WHO-Datenbank VigiBase zeigte ein Meldesignal für Suizidalität vor allem bei unter 45-Jährigen mit Alopezie, das teilweise auf vermehrtes Melden nach 2012 zurückgehen könnte [9]; eine Metaanalyse von neun Beobachtungsstudien fand dagegen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen 5α-Reduktase-Hemmern und Suizid oder neuropsychiatrischen Ereignissen [10]. Anhaltende sexuelle Störungen nach dem Absetzen (oft „Post-Finasterid-Syndrom“ genannt) sind vor allem aus Fallserien selbst gemeldeter Betroffener bekannt [11]; in den placebokontrollierten Haarausfallstudien traten sexuelle Nebenwirkungen bei wenigen Prozent auf und bildeten sich meist zurück [12]. In der Prostatakrebs-Präventionsstudie PCPT (18 882 Männer ab 55 Jahren, höhere Arzneimittelstärke) sank die Zahl der entdeckten Prostatakarzinome, hochgradige Tumoren waren aber häufiger [13]; nach bis zu 18 Jahren unterschied sich das Überleben nicht [14]. Finasterid senkt den PSA-Wert auch in der Haarausfall-Stärke um etwa 40–50 % [15]. Laut US-Fachinformation [16] und den deutschen Fachinformationen [20][21] kann Finasterid bei männlichen Feten Fehlbildungen der äußeren Genitalien verursachen; die deutschen Fachinformationen kontraindizieren es deshalb bei Frauen [20][21], die US-Fachinformation bei Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten [16]; nach der Markteinführung wurden außerdem Brustvergrößerung, Brustkrebs beim Mann, Depression und Suizidgedanken gemeldet.

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
5α-Reduktase Typ 2 (SRD5A2)EnzymHemmerDHT in der Kopfhaut −57 bis −69 %, im Serum −69 bis −72 % nach 6 Wochen (höhere Dosisgruppen, RCT) Mensch, randomisiert[1][2][3]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsemoduliert · DHT ↓ in Serum und Kopfhaut, Testosteron leicht ↑ (meist im Normbereich); PSA ↓[2][3][15]
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Tablette

    Gut resorbiert; Nahrung verlangsamt die Aufnahme, ändert die Gesamtbioverfügbarkeit aber nicht [3]. Wirksamkeit in RCTs belegt [1].

    Mensch, randomisiert

  • Topisch (auf Haut oder Wunde) · Spray auf die Kopfhaut

    Höchste Plasmaspiegel mehr als hundertfach niedriger als nach der Tablette; Serum-DHT −34,5 % gegenüber −55,6 % [7].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Zwei Zulassungsstudien bei Haarausfall

    zwei RCTs, doppelblind, placebokontrolliert, mit verblindeter Verlängerung · Patienten: Männer mit androgenetischer Alopezie, 18–41 Jahre · n = 1553 · 1 Jahr, Verlängerung 2. Jahr (n = 1215)

    Gemessen: Haarzahl am Scheitel, Selbst- und Fremdbeurteilung, Fotos

    Ergebnis: +107 bzw. +138 Haare gegenüber Placebo nach 1 und 2 Jahren (p < 0,001); Placebo mit fortschreitendem Verlust. Durchgeführt vom Hersteller Merck.[1]

    Mensch, randomisiert

  • Fünfjahresverlängerung

    placebokontrollierte Verlängerungsstudien der beiden RCTs · Patienten: Männer mit androgenetischer Alopezie · n = 1215 · bis 5 Jahre

    Gemessen: Haarzahl, Beurteilungen, Fotos

    Ergebnis: Dauerhafte Verbesserung gegenüber Placebo (p ≤ 0,001), unter Placebo fortschreitender Verlust; keine neuen Sicherheitsbefunde.[4]

    Mensch, randomisiert

  • DHT in Kopfhaut und Serum

    RCT, placebokontrolliert, fünf Dosisgruppen · Patienten: Männer mit androgenetischer Alopezie · n = 249 · 42 Tage

    Gemessen: DHT in Kopfhautbiopsien und Serum

    Ergebnis: Kopfhaut-DHT −57 bis −69 %, Serum-DHT −69 bis −72 % in den höheren Dosisgruppen; Placebo −13 % (Kopfhaut).[2]

    Mensch, randomisiert

  • Frauen nach der Menopause

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: Frauen nach der Menopause mit androgenetischer Alopezie, 41–60 Jahre · n = 137 · 1 Jahr

    Gemessen: Haarzahl, Beurteilungen, Fotos, Biopsien

    Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo; in beiden Gruppen Haarverlust im Vorder- und Mittelkopf.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Spray gegen Placebo und Tablette

    RCT, doppelblind, Double-Dummy, Phase III · Patienten: Männer mit androgenetischer Alopezie · n = 458 · 24 Wochen

    Gemessen: Haarzahl im Zielareal

    Ergebnis: +20,2 gegenüber +6,7 Haaren unter Placebo (p < 0,001), zahlenmäßig ähnlich wie Tablette; 323 beendeten die Studie. Herstellerstudie (Almirall).[7]

    Mensch, randomisiert

  • PSA unter Finasterid in Haarausfall-Stärke

    RCT, placebokontrolliert (4 : 1) · Patienten: Männer mit androgenetischer Alopezie, 40–60 Jahre · n = 355 · 48 Wochen

    Gemessen: Serum-PSA

    Ergebnis: Median −40 % (40–49 Jahre) bzw. −50 % (50–60 Jahre); Placebo 0 % bzw. +13 %.[15]

    Mensch, randomisiert

  • Prostate Cancer Prevention Trial (PCPT)

    RCT, placebokontrolliert · Männer ab 55 Jahren mit unauffälliger Tastuntersuchung und niedrigem PSA · n = 18882 · 7 Jahre, Überleben bis 18 Jahre

    Gemessen: Prävalenz von Prostatakrebs; Gesamtüberleben

    Ergebnis: Prostatakrebs 18,4 % gegenüber 24,4 % (−24,8 %), hochgradige Tumoren häufiger (6,4 % gegenüber 5,1 %); 15-Jahres-Überleben 78,0 % gegenüber 78,2 % (HR 1,02).[13]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Gefahr für männliche Feten

    Laut deutscher Fachinformation bei Frauen kontraindiziert: Finasterid kann in der Schwangerschaft Fehlbildungen der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Feten verursachen (STADA 4.3, 4.6) [20], gleichlautend Propecia [21]; die US-Fachinformation kontraindiziert es bei Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten [16]. Laut STADA dürfen Frauen, die schwanger sind oder werden könnten, die Filmtabletten nicht berühren, insbesondere wenn diese zerstoßen oder zerbrochen sind, weil eine Aufnahme über die Haut nicht ausgeschlossen ist; der Filmüberzug verhindert den Kontakt, solange die Tabletten nicht zerbrochen oder zerstoßen sind (4.6, 6.6) [20]. Propecia und die US-Fachinformation beschränken das Berührungsverbot auf zerbrochene oder zerkleinerte Tabletten; intakte Filmtabletten verhindern den Kontakt bei üblicher Handhabung [21][16]. Zur Samenflüssigkeit weichen die deutschen Texte ab: STADA empfiehlt bei schwangerer oder möglicherweise schwangerer Partnerin, den Kontakt mit der Samenflüssigkeit zu vermeiden, z. B. mit Kondom [20]; Propecia wertet die sehr kleine Menge in der Samenflüssigkeit nach Studien an Rhesusaffen nicht als Risiko für einen männlichen Fetus (5.2) [21].

    Tierversuch

  • Sexuelle Nebenwirkungen

    In placebokontrollierten Haarausfallstudien bei wenigen Prozent häufiger als unter Placebo (verminderte Libido, Erektions- und Ejakulationsstörungen), meist mild und nach dem Absetzen rückläufig (systematisches Review) [12]. Auch in der PCPT häufiger als unter Placebo [13]. Laut deutscher Fachinformation in den ersten 12 Monaten 3,8 % gegenüber 2,1 % unter Placebo, in den folgenden vier Jahren 0,6 %; etwa 1 % je Gruppe brach deswegen im ersten Jahr ab (STADA 4.8) [20], gleichlautend Propecia [21].

    Mensch, randomisiert

  • Stimmungsänderungen, Depression und Suizidgedanken

    Von der EU 2025 als Nebenwirkung von Finasterid-Tabletten bestätigt, Häufigkeit unbekannt; laut EMA rät die Produktinformation Behandelten bei Stimmungsänderungen, ärztlichen Rat einzuholen und eine Haarausfall-Behandlung mit Finasterid zu beenden [8]. Die Fachinformation Finasterid STADA setzt das um: Überwachung auf psychiatrische Symptome, bei Auftreten absetzen; sexuelle Funktionsstörungen können zu Stimmungsänderungen bis zu Suizidgedanken beitragen; Patientenkarte in der Packung; Depression gelegentlich, Angst und Suizidgedanken mit unbekannter Häufigkeit (4.4, 4.8) [20]. Die in AMIce hinterlegte Propecia-Fachinformation enthält den Absatz zu Stimmungsänderungen und die Nebenwirkungen, aber noch nicht den Satz zu sexuellen Funktionsstörungen und die Patientenkarte [21]. Meldesignal in VigiBase vor allem bei Jüngeren mit Alopezie [9]; die Metaanalyse von Beobachtungsstudien fand keinen signifikanten Zusammenhang [10].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Anhaltende Beschwerden nach dem Absetzen

    In einer Fallserie von 71 selbst gemeldeten, sonst gesunden Männern hielten sexuelle Störungen nach dem Absetzen im Mittel 40 Monate an; die Autoren nennen Selektions- und Erinnerungsverzerrung als Grenzen [11]. Beide deutschen Fachinformationen führen anhaltende sexuelle Funktionsstörungen nach dem Absetzen als Meldung nach der Markteinführung [20][21]. Häufigkeit und Ursache sind nicht geklärt.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Gesenkter PSA-Wert

    Finasterid senkt den PSA-Wert auch in der Haarausfall-Stärke um etwa 40–50 % (RCT) [15]; für die Prostatakrebs-Früherkennung ist das von Bedeutung [3][15]. Laut deutscher Fachinformation fiel PSA bei 18- bis 41-Jährigen im Mittel von 0,7 auf 0,5 ng/ml nach 12 Monaten; vor der Beurteilung soll eine Verdoppelung des Werts erwogen werden (STADA 4.4) [20], gleichlautend Propecia [21]. Nur US-Fachinformation: Ein bestätigter PSA-Anstieg unter Finasterid kann auf Prostatakrebs hinweisen, auch wenn der Wert im Normbereich liegt [16].

    Mensch, randomisiert

  • Mehr hochgradige Prostatakarzinome in der PCPT

    In der PCPT waren hochgradige Tumoren unter Finasterid häufiger (relatives Risiko in der Langzeitauswertung 1,17), das Gesamtüberleben nach bis zu 18 Jahren aber gleich [13][14]. Die PCPT nutzte die höhere Arzneimittelstärke für die Prostata.

    Mensch, randomisiert

  • Brustveränderungen beim Mann

    Laut deutscher Fachinformation wurde nach der Markteinführung über Brustkrebs bei Männern unter Finasterid in der Haarausfall-Stärke berichtet; Veränderungen des Brustgewebes (Knoten, Schmerzen, Gynäkomastie, Ausfluss aus der Brustwarze) sollen sofort ärztlich gemeldet werden; Berührungsempfindlichkeit und Vergrößerung der Brust mit unbekannter Häufigkeit (STADA 4.4, 4.8) [20], gleichlautend Propecia [21] und US-Fachinformation [16]. Spontanmeldungen ohne Häufigkeit oder gesicherten Zusammenhang.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Fruchtbarkeit

    Nach der Markteinführung Spontanberichte über Unfruchtbarkeit und schlechte Samenqualität, teils mit weiteren Risikofaktoren; nach dem Absetzen wurde eine Normalisierung oder Besserung berichtet; Langzeitdaten und Studien an subfertilen Männern fehlen (STADA 4.4, Propecia 4.6) [20][21]. STADA rät, bei Kinderwunsch ein Absetzen zu erwägen [20].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Weitere Nebenwirkungen und Hinweise laut Fachinformation

    Mit unbekannter Häufigkeit Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Angioödem, Herzklopfen, erhöhte Leberenzyme und Hodenschmerzen (beide deutschen Fachinformationen) [20][21]; Blut im Sperma (Hämatospermie) nennt nur Propecia [21]. STADA mahnt zur Vorsicht bei eingeschränkter Leberfunktion, weil die Plasmaspiegel erhöht sein können [20]; Propecia vermerkt, dass die Wirkung einer Leberinsuffizienz nicht untersucht wurde [21]. Nur STADA: Männer, die Finasterid in der höheren Prostata-Stärke oder einen anderen 5α-Reduktasehemmer erhalten, sollen das Präparat nicht anwenden (4.3) [20].

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • CYP3A4-Hemmer und -Induktoren: Laut deutscher Fachinformation wird Finasterid vor allem über CYP3A4 abgebaut, ohne das Enzym zu beeinflussen; Hemmer oder Induktoren können die Plasmakonzentration verändern, ein klinisch bedeutsamer Anstieg gilt aber als unwahrscheinlich (STADA 4.5) [20], gleichlautend Propecia [21]. Die pharmakokinetische Übersicht von 1996 nennt keine berichteten Arzneimittelwechselwirkungen [3].
  • Minoxidil (topisch): Nur die Fachinformation Finasterid STADA rät von der Kombination mit topischem Minoxidil bei androgenetischem Haarausfall ab, weil keine Daten vorliegen (4.5) [20].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Finasterid kann Suizidgedanken auslösen“

    Die EU hat Suizidgedanken 2025 als Nebenwirkung der Tabletten bestätigt, gestützt vor allem auf Spontanmeldungen; die Häufigkeit ist unbekannt [8]. Ein Meldesignal besteht vor allem bei Jüngeren mit Alopezie [9], eine Metaanalyse von Beobachtungsstudien fand keinen signifikanten Zusammenhang [10]. Ein ursächlicher Zusammenhang ist damit regulatorisch anerkannt, epidemiologisch aber nicht gesichert.

  • teilweise belegt

    „Finasterid macht dauerhaft impotent (Post-Finasterid-Syndrom)“

    Anhaltende sexuelle Störungen nach dem Absetzen sind in Fallserien beschrieben [11]. In den kontrollierten Studien waren sexuelle Nebenwirkungen selten und meist rückläufig [12]. Wie häufig Beschwerden dauerhaft bleiben und ob Finasterid die Ursache ist, ist nicht geklärt.

  • teilweise belegt

    „Finasterid verursacht gefährlicheren Prostatakrebs“

    In der PCPT wurden unter Finasterid mehr hochgradige Tumoren gefunden [13][14], nach bis zu 18 Jahren war das Überleben aber gleich, auch nach einer Prostatakrebsdiagnose [14].

  • teilweise belegt

    „Das Spray hat keine systemischen Nebenwirkungen“

    Plasmaspiegel und DHT-Senkung sind deutlich geringer als bei der Tablette, Nebenwirkungen unterschieden sich in 24 Wochen nicht deutlich von Placebo [7]; das EU-Verfahren fand für das Spray keinen Zusammenhang mit Suizidgedanken [8]. Serum-DHT sinkt aber auch unter dem Spray um ein Drittel [7], Langzeitdaten fehlen.

  • belegt

    „Finasterid verfälscht den PSA-Test“

    RCT mit 355 Männern: PSA im Median um 40–50 % gesenkt [15].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Oral gut resorbiert, Gesamtbioverfügbarkeit unabhängig von Nahrung [3]; als Spray mehr als hundertfach niedrigere Plasmaspiegel [7].
Halbwertszeit
Terminal 4,7–7,1 Stunden, bei älteren Männern länger; DHT bleibt nach einer Einzelgabe bis zu vier Tage gesenkt [3].
Abbau
Ausgiebiger Abbau in der Leber zu weitgehend inaktiven Metaboliten, Ausscheidung über Galle und Urin [3].

Rechtlicher Status

Deutschland
Verschreibungspflichtig als Arzneimittel (AMVV Anlage 1, Eintrag „Finasterid“, ohne Ausnahme) [17]. In AMIce sind national zugelassene Präparate mit Fach- oder Gebrauchsinformation verzeichnet, darunter Propecia Filmtabletten (Status verlängert, verschreibungspflichtig; Anwendungsgebiet frühe Stadien der androgenetischen Alopezie bei Männern von 18 bis 41 Jahren), Finasterid STADA in derselben Haarausfall-Stärke, PROSCAR in der höheren Prostata-Stärke und Sprays zur Anwendung auf der Kopfhaut [22]. Maßgeblich für die Risiken in diesem Profil ist die Fachinformation Finasterid STADA (Haarausfall-Stärke, Stand August 2025) [20], ergänzt um die in AMIce hinterlegte Propecia-Fachinformation, die noch vor der Umsetzung der EU-Risikobewertung von 2025 übertragen wurde [21]. Ein Status als Lebensmittel ist nicht verifiziert. Nicht in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz aufgeführt [18].
EU
Keine zentrale EU-Zulassung (kein Eintrag im EMA-Arzneimittelexport, Stand 24.10.2026); die Präparate sind national zugelassen. EU-weites Risikobewertungsverfahren EMEA/H/A-31/1539 (Beginn 03.10.2024, CMDh-Position 19.06.2025, Kommissionsbeschluss 22.08.2025): Suizidgedanken als Nebenwirkung von Finasterid-Tabletten bestätigt, Häufigkeit nicht bekannt; Patientenkarte in Packungen der Haarausfall-Tabletten [8].
USA
Von der FDA zugelassen: Laut Drugs@FDA sind die Tabletten Proscar (NDA 020180, Erstzulassung 19.06.1992) und Propecia (NDA 020788, Erstzulassung 19.12.1997) verschreibungspflichtig im Verkehr [19]. Anwendungsgebiete und Generika nicht an einer Primärquelle geprüft.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie häufig sind anhaltende sexuelle oder psychische Beschwerden nach dem Absetzen, und gibt es einen Mechanismus (z. B. Neurosteroide)?
  • Ist das Spray in Langzeitstudien so wirksam wie die Tablette und tatsächlich besser verträglich?
  • Wirkt Finasterid bei Frauen vor der Menopause (die negative RCT betraf nur Frauen nach der Menopause)?

Referenzen

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  2. Drake L, Hordinsky M, Fiedler V, Swinehart J, Unger WP, Cotterill PC, et al. The effects of finasteride on scalp skin and serum androgen levels in men with androgenetic alopecia. J Am Acad Dermatol. 1999;41(4):550-4. PubMed
  3. Steiner JF. Clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics of finasteride. Clin Pharmacokinet. 1996;30(1):16-27. doi:10.2165/00003088-199630010-00002 · PubMed
  4. Finasteride Male Pattern Hair Loss Study Group. Long-term (5-year) multinational experience with finasteride 1 mg in the treatment of men with androgenetic alopecia. Eur J Dermatol. 2002;12(1):38-49. PubMed
  5. Gupta AK, Venkataraman M, Talukder M, Bamimore MA. Relative Efficacy of Minoxidil and the 5-α Reductase Inhibitors in Androgenetic Alopecia Treatment of Male Patients: A Network Meta-analysis. JAMA Dermatol. 2022;158(3):266-274. doi:10.1001/jamadermatol.2021.5743 · PubMed
  6. Price VH, Roberts JL, Hordinsky M, Olsen EA, Savin R, Bergfeld W, et al. Lack of efficacy of finasteride in postmenopausal women with androgenetic alopecia. J Am Acad Dermatol. 2000;43(5 Pt 1):768-76. doi:10.1067/mjd.2000.107953 · PubMed
  7. Piraccini BM, Blume-Peytavi U, Scarci F, Jansat JM, Falqués M, Otero R, et al. Efficacy and safety of topical finasteride spray solution for male androgenetic alopecia: a phase III, randomized, controlled clinical trial. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2022;36(2):286-294. doi:10.1111/jdv.17738 · PubMed
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  14. Thompson IM Jr, Goodman PJ, Tangen CM, Parnes HL, Minasian LM, Godley PA, et al. Long-term survival of participants in the prostate cancer prevention trial. N Engl J Med. 2013;369(7):603-10. doi:10.1056/NEJMoa1215932 · PubMed
  15. D'Amico AV, Roehrborn CG. Effect of 1 mg/day finasteride on concentrations of serum prostate-specific antigen in men with androgenic alopecia: a randomised controlled trial. Lancet Oncol. 2007;8(1):21-5. doi:10.1016/S1470-2045(06)70981-0 · PubMed
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  19. U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage): Finasterid, NDA 020180 Proscar (Tabletten) „Prescription“, Originalzulassung (ORIG, AP) 19.06.1992; NDA 020788 Propecia (Tabletten) „Prescription“, Originalzulassung (ORIG, AP) 19.12.1997 [Internet]. Silver Spring (MD): FDA; Datenstand 23.10.2026, abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=application_number:NDA020788
  20. STADAPHARM GmbH. Fachinformation Finasterid STADA 1 mg Filmtabletten (Zul.-Nr. 70953.00.00). Stand der Information: August 2025. AMIce, öffentlicher Teil (BfArM), Eingangsnummer 2170953, in AMIce übertragen am 26.11.2025 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  21. Organon Healthcare GmbH. Fachinformation Propecia 1 mg Filmtabletten (Zul.-Nr. 44270.00.00). Ohne Angabe zum Stand der Information; in AMIce übertragen am 10.09.2024. AMIce, öffentlicher Teil (BfArM), Eingangsnummer 2144270 [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  22. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Finasterid“ (Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, mit Fach- oder Gebrauchsinformation); Dokumentanzeige Propecia 1 mg Filmtabletten (Eingangsnummer 2144270, Zul.-Nr. 44270.00.00) [zitiert 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py online aufgelöst.
  • Am Abstract: Typ-2-Hemmung, 1553 Männer 18–41 Jahre, 1215 in der Verlängerung, +107/+138 Haare auf 5,1 cm² (Ausgangswert 876), Erstautor Merck Research Laboratories [1]; n = 249, 42 Tage, Kopfhaut-DHT −56,5 bis −69,4 %, Serum-DHT −68,6 bis −72,2 % in den höheren Dosisgruppen, Placebo −13,0 % [2]; t½ 4,7–7,1 h, DHT-Suppression bis 4 Tage, Testosteron leicht ↑, keine berichteten Wechselwirkungen [3]; 5-Jahres-Verlängerung, p ≤ 0,001 [4]; 23 Studien, Rangfolge nach 24 und 48 Wochen, keine Interessenkonflikte erklärt [5]; 137 Frauen nach der Menopause, kein Unterschied [6]; n = 458, 323 beendet, +20,2 vs. +6,7 Haare, Plasmaspiegel > 100-fach niedriger, DHT −34,5 vs. −55,6 %, Autorinnen und Autoren von Almirall [7]; VigiBase ROR 1,63 Suizidalität, 3,47 bei Jüngeren, Anstieg der Meldungen nach 2012 [9]; 9 Beobachtungsstudien, HR 1,07 (0,76–1,51) [10]; 71 Männer, Persistenz im Mittel 40 Monate [11]; sexuelle Nebenwirkungen in RCTs wenige Prozent, meist reversibel [12]; PCPT 18,4 vs. 24,4 %, hochgradig 6,4 vs. 5,1 % [13]; RR hochgradig 1,17, 15-Jahres-Überleben 78,0 vs. 78,2 %, HR 1,02 [14]; n = 355, PSA −40/−50 % [15].
  • US-Fachinformation PROPECIA (DailyMed, SPL-Version 9 vom 14.10.2024) am 24.10.2026 gelesen: Kontraindikation Schwangerschaft (männliche Feten), zerbrochene Tabletten, PSA-Senkung, Spontanmeldungen zu Brustvergrößerung, Brustkrebs beim Mann, Depression und Suizidgedanken [16]. EMA-Referral-Seite erneut gelesen: „Patients who experience mood changes should seek medical advice and, if taking finasteride 1 mg, should also stop treatment“ [8].
  • EMA-Referral-Seite EMEA/H/A-31/1539 am 24.10.2026 gelesen (Wortlaut zu Suizidgedanken, Häufigkeit unbekannt, meiste Fälle unter Haarausfall-Behandlung, Patientenkarte, kein Zusammenhang für Spray und Dutasterid); Daten aus dem EMA-Referrals-Export (Beginn 03.10.2024, CMDh 19.06.2025, Kommissionsbeschluss 22.08.2025, „Nationally authorised product(s)“) [8].
  • EMA-Arzneimittelexport (Zeitstempel 24.10.2026): kein Eintrag mit Finasterid.
  • AMVV Anlage 1 am 24.10.2026 gelesen: Eintrag „Finasterid“ ohne Ausnahme [17]. AntiDopG-Anlage am 24.10.2026 gelesen: Finasterid nicht aufgeführt [18].
  • PubChem CID 57363 (Summenformel, SMILES).
  • 25.10.2026, Entscheidung q055 (Tilman): Behauptung „Finasterid kann Suizidgedanken auslösen“ bleibt „teilweise belegt“.
  • 25.10.2026, Entscheidung q017: Spray in aufnahmewege von „transdermal“ auf den neuen Weg „topisch“ umgestellt; die systemische DHT-Senkung durch das Spray steht weiter im Text [7].
  • 25.10.2026, Entscheidung q018 (Handelsnamen): „Propecia“ (Drugs@FDA NDA020788; US-Fachinformation [16]) und „Proscar“ (Drugs@FDA NDA020180) ergänzt, über die openFDA-Schnittstelle api.fda.gov/drug/drugsfda.json am 25.10.2026 abgefragt. Kein EPAR (national zugelassen); ob die Namen in Deutschland zugelassen sind, ist nicht an AMIce/PharmNet geprüft.
  • 25.10.2026, Entscheidung q012 (nur Abstract geprüft): Alle Bewertungen aus Zeitschriftenartikeln ([1] bis [7], [9] bis [15]) beruhen nur auf den Abstracts. Im Wortlaut gelesen wurden die EMA-Referral-Seite [8], die US-Fachinformation [16] und die Normtexte [17], [18].
  • 25.10.2026, Entscheidung q040: rx_referenz gesetzt (Paket P1, Verschreibungspflicht laut AMVV Anlage 1 [17]).
  • 25.10.2026, Handelsnamen einheitlich (q018; Leitfaden „Handelsnamen“, Entscheidung 25.10.2026: Art.-57-Datenbank als Beleg gleichrangig mit EPAR, Fachinformation und Drugs@FDA; US-Namen nur ohne DE/EU-Namen; keine Kombinationspräparate): synonyme unverändert. Ergänzender Beleg: EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): „Propecia“ in 15 Ländern bzw. Gebieten einschließlich Deutschland, „Proscar“ in 15 Ländern (u. a. Österreich, Belgien, Italien), in Deutschland als „Proscar Zur Anwendung Bei Männlichen Patienten“; beide sind damit auch DE/EU-Namen (oben nur über Drugs@FDA belegt).
  • 25.10.2026, Rechtsstatus (FDA-Kennungen): Drugs@FDA über openFDA (Datenstand 23.10.2026, Abfrage 25.10.2026) selbst abgefragt: NDA 020180 Proscar (Tabletten) „Prescription“, ORIG AP 19.06.1992; NDA 020788 Propecia (Tabletten) „Prescription“, ORIG AP 19.12.1997 [19]. status.usa von „nicht verifiziert“ auf diese Primärquelle umgestellt; der Widerspruch zum Handelsnamen-Vermerk (q018), der die NDA schon nannte, ist damit aufgelöst.
  • 26.10.2026, Entscheidung n019 (Tilman, Bogen 2; Prüfbericht docs/pruefberichte/rechtsstatus-e20.md, Fragen 17 und 18, Block B): Fachinformation Finasterid STADA 1 mg (Stand August 2025) als Hauptreferenz [20], Propecia ergänzend [21], jede Aussage ihrer Fachinformation zugeordnet; US-Angaben ohne deutsche Entsprechung als „nur US-Fachinformation“ gekennzeichnet (PSA-Anstieg im Normbereich) [16].
  • 26.10.2026, beide deutschen Fachinformationen selbst im Wortlaut gelesen (PDF-Texte aus dem AMIce-Rohabruf des Prüfberichts vom 25.10.2026; jeweils neueste hinterlegte Fassung: STADA übertragen 26.11.2025, Propecia übertragen 10.09.2024, Abschnitt 10 leer): 4.3, 4.4, 4.5, 4.6, 4.8, Propecia zusätzlich 5.2 (Samenflüssigkeit). Abweichung vom Prüfbericht: Die Propecia-Fachinformation enthält den Absatz „Stimmungsänderungen und Depression“ (4.4) sowie Depression und Suizidgedanken in 4.8; es fehlen dort nur der Satz zu sexuellen Funktionsstörungen als Beitrag zu Suizidgedanken und die Patientenkarte. Hämatospermie steht nur bei Propecia (4.8).
  • 26.10.2026, AMIce-Rohdaten des Prüfberichts selbst ausgewertet: Trefferliste „Finasterid“ mit Fach- oder Gebrauchsinformation (46 Treffer unter dem Filter verkehrsfähig, darunter Propecia, Finasterid STADA 1 mg und 5 mg, PROSCAR, Fynzur- und Finjuve-Spray); Dokumentanzeige Propecia: Status verlängert, verschreibungspflichtig, Datensatz aktualisiert 17.09.2026 [22].
  • 26.10.2026, Gegenprüfung zu n019: STADA-FI 4.3 („kontraindiziert bei Frauen“), 4.6 und 6.6 („dürfen die Filmtabletten nicht berühren, insbesondere wenn diese zerstoßen oder zerbrochen sind“) [20]; Propecia-FI 4.3 („Kontraindiziert bei Frauen“), 6.6 („Zerkleinerte oder zerbrochene Propecia Filmtabletten sollten … nicht berührt werden“) [21]; US-Fachinformation (DailyMed, SPL-Version 9) 4 „contraindicated in women when they are or may potentially be pregnant“, 5.1 „should not handle crushed or broken PROPECIA tablets“ [16] im Wortlaut gelesen. wirkweise_text und Risiko „Gefahr für männliche Feten“ danach je Fachinformation getrennt zugeordnet.
  • Präzisions-Flags (m004, Regeln vorläufig, zur Bestätigung durch Tilman), am 26.10.2026 an den Quellen geprüft (PubMed efetch, Volltexte wie angegeben): „Als Spray genauso wirksam wie die Tablette“ → herstellerfinanziert: einzige tragende Studie [7] laut PubMed-Datensatz von Polichem S.A. und Almirall S.A. gefördert, Mitautorinnen und Mitautoren bei Almirall (Global Medical Affairs, Forschung und Entwicklung); 458 randomisiert, daher kein kleine_studien.

Nicht verifiziert

  • Ob Organon nach dem Stufenplanverfahren (Propecia-Datensatz aktualisiert 17.09.2026) eine neuere Fachinformation hinterlegt hat, ist offen. Fachinformationen von PROSCAR 5 mg und der Sprays (Fynzur, Finjuve) wurden für dieses Profil nicht eingearbeitet; Status einzelner Generika nicht geprüft.
  • US-Anwendungsgebiete und US-Generika nicht an einer Primärquelle geprüft.
  • Die Begründung der EU-Bewertung (325 Fallmeldungen in EudraVigilance bei geschätzt 270 Millionen Patientenjahren) steht auf der EMA-Seite, das zugrunde liegende PRAC-Gutachten wurde nicht gelesen.
  • Ob in [11] Interessenkonflikte bestehen, steht nicht im Abstract; Volltexte von [1], [4] und [7] nicht gelesen.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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