Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Baut bei gesunden Männern Muskelmasse und Kraft auf

    Nutzen belegt

    Muskel & Leistung · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Randomisierte Studie an 43 gesunden Männern über zehn Wochen mit vier Gruppen: In deutlich übernormaler Höhe nahmen Muskelquerschnitte und Kraft schon ohne Training gegenüber der Scheinbehandlung zu, mit Krafttraining am stärksten (fettfreie Masse im Mittel +6,1 kg) [3]. Die Wirkung ist damit belegt – über Verträglichkeit bei langem Gebrauch sagt die zehnwöchige Studie nichts, dazu siehe `risiken` [7][8].[7][8]

  • Bringt bei älteren Männern mit niedrigem Spiegel Libido und Sexualfunktion zurück

    nur bei Kranken belegt

    Libido & Sexualfunktion · Patienten: Männer ab 65 Jahren mit niedrigem Testosteronspiegel und Beschwerden · Mensch, randomisiert

    In den Testosterone Trials (790 Teilnehmende, ein Jahr) verbesserten sich sexuelle Aktivität, Verlangen und Erektionsfähigkeit signifikant [4]. Die Leitlinie beschränkt die Behandlung auf Männer mit Beschwerden und eindeutig niedrigen, wiederholt gemessenen Werten [6]; für Männer mit normalen Werten ist dieser Nutzen nicht geprüft.

  • Macht im Alter wieder vital und leistungsfähig

    kein Nutzen

    Energie & Stoffwechsel · Patienten: Männer ab 65 Jahren mit niedrigem Testosteronspiegel und Beschwerden · Mensch, randomisiert

    In den Testosterone Trials zeigte sich für Vitalität (FACIT-Fatigue-Skala) kein Vorteil; die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Test unterschied sich im Teilversuch zur körperlichen Funktion nicht, nur über alle drei Teilversuche hinweg (20,5 % gegenüber 12,6 %). Stimmung und depressive Symptome besserten sich leicht [4].

  • Eine Testosteronbehandlung ist für das Herz unbedenklich

    uneinheitlich

    Herz & Gefäße · Patienten: Hypogonadismus mit bestehender oder hoher kardiovaskulärer Gefährdung · Mensch, randomisiert vom Hersteller finanziertAlle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

    TRAVERSE (5246 Männer, mittlere Beobachtung 33 Monate) zeigte Nichtunterlegenheit beim primären Endpunkt aus Herz-Kreislauf-Tod, nicht tödlichem Herzinfarkt und nicht tödlichem Schlaganfall (7,0 % gegenüber 7,3 %; Risikoverhältnis 0,96; 95-%-KI 0,78–1,17). Gleichzeitig traten Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien häufiger auf; die Studie war herstellerfinanziert (AbbVie und weitere) [5]. Die Fachinformation nennt zudem Studien nach der Zulassung mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall [8].

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.

Wirkweise

Evidenzkarte: Testosteron

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Testosteron wirkt über den Androgenrezeptor, wird im Körper aber zu zwei weiteren wirksamen Hormonen umgebaut, und erst diese Aufteilung erklärt seine Wirkungen. In einer Studie an 400 gesunden Männern wurde die eigene Hormonproduktion mit einem GnRH-Analogon stillgelegt und anschließend abgestuft Testosteron zugeführt, in einem zweiten Arm zusammen mit einem Aromatasehemmer. Ergebnis: Der Androgenmangel erklärte die Abnahme von Magermasse, Muskelgröße und Kraft, der Estrogenmangel vor allem die Zunahme des Körperfetts, und beide trugen zum Nachlassen von Verlangen und Sexualfunktion bei [1]. Ein Teil dessen, was „Testosteronwirkung“ genannt wird, ist also Estradiolwirkung. Der zweite Umbauweg führt über die 5α-Reduktase zum stärker wirksamen Dihydrotestosteron; dieses Enzym liegt in hoher Konzentration nur in der Prostata, an der Kopfhaut und an der Genitalhaut vor, weshalb seine Hemmung gezielt dort wirkt [2].

Dass Testosteron bei Gesunden Muskeln aufbaut, ist seit 1996 randomisiert belegt. In einer Studie an 43 normalgewichtigen Männern mit vier Gruppen – Scheinbehandlung oder Testosteron, jeweils mit und ohne Krafttraining, über zehn Wochen in deutlich übernormaler Höhe – nahmen schon ohne Training die Muskelquerschnitte an Arm und Oberschenkel sowie die Kraft beim Bankdrücken und in der Kniebeuge gegenüber der Scheinbehandlung zu. Mit Training war der Zuwachs an fettfreier Masse am größten (mittlere Zunahme 6,1 kg), ebenso der Kraftgewinn. Stimmung und Verhalten änderten sich in keiner Gruppe [3]. Diese Studie ist die wissenschaftliche Grundlage des Szeneversprechens – und ihre Grenzen sind wichtig: zehn Wochen, junge gesunde Männer, Überwachung im Studienrahmen, keine Aussage über Jahre des Gebrauchs.

In der zugelassenen Anwendung sieht die Bilanz anders aus. In den Testosterone Trials erhielten 790 Männer ab 65 Jahren mit niedrigem Spiegel und passenden Beschwerden ein Jahr lang Testosteron- oder Scheingel. Sexuelle Aktivität, Verlangen und Erektionsfähigkeit verbesserten sich deutlich; die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Test unterschied sich im Teilversuch zur körperlichen Funktion nicht, über alle drei Teilversuche hinweg aber schon (20,5 % gegenüber 12,6 % mit einer Verbesserung um mindestens 50 Meter); für Vitalität zeigte sich kein Vorteil, für Stimmung und depressive Symptome ein kleiner [4]. Die größte Sicherheitsstudie, TRAVERSE, prüfte an 5246 Männern von 45 bis 80 Jahren mit Hypogonadismus und bestehender oder drohender Herz-Kreislauf-Erkrankung, ob Testosterongel das Risiko schwerer Herzereignisse erhöht: Der primäre Endpunkt trat bei 7,0 % gegenüber 7,3 % auf (Risikoverhältnis 0,96; 95-%-Konfidenzintervall 0,78–1,17), die Nichtunterlegenheit war damit gezeigt. Häufiger waren unter Testosteron jedoch Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien; die Studie wurde von AbbVie und weiteren Geldgebern finanziert [5]. Die Leitlinie der Endocrine Society empfiehlt eine Behandlung nur bei Männern mit Beschwerden und eindeutig niedrigen, wiederholt morgens gemessenen Werten und nennt eine Reihe von Gegenanzeigen, darunter Brust- und Prostatakrebs, einen auffälligen Prostatatastbefund, erhöhten Hämatokrit, unbehandelte schwere Schlafapnoe, unkontrollierte Herzinsuffizienz sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten sechs Monaten; wer in nächster Zeit Kinder möchte, soll nicht behandelt werden [6].

Der Missbrauch folgt anderen Regeln als die Therapie, und dazu gibt es aus gutem Grund keine randomisierten Studien. Eine Stellungnahme der Endocrine Society hält fest, dass die meisten Anwenderinnen und Anwender leistungssteigernder Mittel keine Wettkampfsportler sind, sondern Kraftsporttreibende, dass dabei weit übernormale Mengen und häufig Kombinationen mit weiteren Mitteln verwendet werden und dass der Gebrauch mit erhöhter Sterblichkeit und mit Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Psyche, Stoffwechsel, Hormonsystem, Nervensystem, Leber, Nieren und Bewegungsapparat sowie mit Infektionen in Verbindung gebracht wird; randomisierte Studien könnten diese Bedingungen nicht ethisch nachbilden, weshalb Beobachtungsdaten gebraucht werden. Beschrieben ist außerdem ein Entzugssyndrom nach dem Absetzen anabol-androgener Steroide [7]. Die Fachinformation benennt denselben Zusammenhang aus Zulassungssicht: Testosteron ist in den USA eine kontrollierte Substanz, Missbrauch und Fehlgebrauch kommen bei Erwachsenen und Jugendlichen beider Geschlechter vor, und als Folgen von Steroidmissbrauch sind unter anderem Herzstillstand, Herzinfarkt, verdickter Herzmuskel, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Leberschäden sowie schwere psychische Störungen bis zu Manie, Wahn und Feindseligkeit berichtet, bei Männern zusätzlich Hodenverkleinerung, Fruchtbarkeitsstörungen und Unfruchtbarkeit, bei Jugendlichen ein vorzeitiger Verschluss der Wachstumsfugen [8]. Rechtlich ist Testosteron in Deutschland verschreibungspflichtig [9] und als anabol-androgenes Steroid in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz namentlich erfasst [10]; in der EU gibt es für Männer keine zentrale Zulassung, die beiden früheren zentralen Präparate für Frauen sind zurückgezogen [11], und die in Deutschland gelisteten Präparate sind Depotspritzen und Zubereitungen für die Haut [12], in den USA zusätzlich Kapseln [13].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
AndrogenrezeptorRezeptorAgonistAndrogenmangel erklärte in einer randomisierten Studie die Abnahme von Magermasse, Muskelgröße und Kraft Mensch, randomisiert[1]
Aromatase (CYP19A1)EnzymSubstrat (Umwandlung zu Estradiol)Mit Aromatasehemmer blieb vor allem die Zunahme des Körperfetts aus der Estrogenwirkung übrig Mensch, randomisiert[1]
5α-ReduktaseEnzymSubstrat (Umwandlung zu Dihydrotestosteron)Enzym in hoher Konzentration nur in Prostata, Kopfhaut und Genitalhaut (Übersichtsarbeit) Mensch, nicht randomisiert[2]
Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-AchseHormonachseHemmerZugeführte Androgene können laut Fachinformation zu Azoospermie führen Mensch, randomisiert[8]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselmoduliert · Magermasse, Muskelgröße und Kraft hängen am Androgen, der Körperfettanteil vor allem am Estradiol[1][3]
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsemoduliert · Zugeführtes Testosteron ersetzt die eigene Produktion und unterdrückt sie über die Rückkopplung; Folge können Hodenverkleinerung und Azoospermie sein[1][7][8]
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysemoduliert · In TRAVERSE traten Lungenembolien häufiger auf; die Fachinformation nennt venöse Thromboembolien einschließlich Beinvenenthrombose und Lungenembolie[5][8]
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Transdermal (über die Haut) · Gel oder Lösung zur Anwendung auf der Haut

    nicht bestimmt

    Beide großen Studien verwendeten Testosteron als Gel auf der Haut [4][5]. Für Deutschland sind Testogel, Testotop, Testavan und Tostran in der Artikel-57-Datenbank gelistet [12]. Die US-Fachinformation trägt dazu eine Rahmenwarnung: Durch Hautkontakt kann Testosteron auf Kinder übergehen und dort Vermännlichung auslösen [8].[4][5]

    Mensch, randomisiert

  • Intramuskulär · Depotspritze (Testosteronundecanoat, Testosteronenantat)

    nicht bestimmt

    Die randomisierte Muskelaufbaustudie an Gesunden verwendete Injektionen in den Muskel [3]; in Deutschland ist Nebido als Depotspritze gelistet [12]. Zu Mengen, Abständen und Vergleichen zwischen Estern macht dieses Profil bewusst keine Angaben.

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Kapseln mit Testosteronundecanoat

    nicht bestimmt

    In den USA sind JATENZO, TLANDO und KYZATREX als Kapseln zugelassen (openFDA-Abfrage am 25.10.2026) [13]. Für Deutschland wurde kein orales Präparat geprüft; die Artikel-57-Datenbank listet für Deutschland Spritzen und Zubereitungen für die Haut [12].

    Keine Daten

Studien am Menschen

  • Muskelaufbau bei gesunden Männern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, vier Gruppen (mit und ohne Krafttraining) · gesund · n = 43 · 10 Wochen

    Gemessen: fettfreie Masse, Muskelquerschnitt (MRT), Kraft (Bankdrücken, Kniebeuge)

    Ergebnis: Ohne Training nahmen unter Testosteron Muskelquerschnitte und Kraft gegenüber Placebo zu; mit Training war der Zuwachs an fettfreier Masse am größten (im Mittel +6,1 kg). Stimmung und Verhalten blieben in allen Gruppen unverändert.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Testosterone Trials bei älteren Männern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, drei verbundene Teilversuche · Patienten: Männer ab 65 Jahren mit niedrigem Testosteronspiegel und Beschwerden · n = 790 · 1 Jahr

    Gemessen: Sexualfunktion, körperliche Funktion (Sechs-Minuten-Gehtest), Vitalität

    Ergebnis: Sexuelle Aktivität, Verlangen und Erektionsfähigkeit signifikant besser; Gehstrecke im Teilversuch zur körperlichen Funktion ohne Unterschied, über alle Teilversuche hinweg signifikant (20,5 % gegenüber 12,6 %); kein Vorteil bei Vitalität, kleiner Vorteil bei Stimmung und depressiven Symptomen. Für Risikoaussagen war die Teilnehmerzahl zu klein.[4]

    Mensch, randomisiert

  • TRAVERSE: kardiovaskuläre Sicherheit

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Nichtunterlegenheitsstudie, multizentrisch · Patienten: Hypogonadismus mit bestehender oder hoher kardiovaskulärer Gefährdung (45–80 Jahre) · n = 5246 · mittlere Behandlung 21,7 Monate, mittlere Beobachtung 33,0 Monate

    Gemessen: Herz-Kreislauf-Tod, nicht tödlicher Herzinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall

    Ergebnis: 182 (7,0 %) gegenüber 190 (7,3 %) Ereignissen; Risikoverhältnis 0,96 (95-%-KI 0,78–1,17), Nichtunterlegenheit erreicht. Häufiger unter Testosteron: Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen, Lungenembolie. Finanzierung durch AbbVie und weitere.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Trennung von Androgen- und Estrogenwirkung

    RCT mit Unterdrückung der eigenen Hormonproduktion, abgestufte Zufuhr, zweiter Arm mit Aromatasehemmer · gesund (Männer von 20 bis 50 Jahren) · n = 400 · 16 Wochen

    Gemessen: Körperfettanteil und Magermasse (primär), Oberschenkelmuskelfläche, Kraft, Sexualfunktion

    Ergebnis: Androgenmangel erklärte die Abnahme von Magermasse, Muskelgröße und Kraft; Estrogenmangel vor allem die Zunahme des Körperfetts; beide trugen zum Nachlassen der Sexualfunktion bei.[1]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Unterdrückung der eigenen Produktion, Hodenverkleinerung, Unfruchtbarkeit

    Zugeführte Androgene können laut Fachinformation zu Azoospermie führen; unter Missbrauch sind Hodenverkleinerung, eingeschränkte Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit berichtet [8]. Die Leitlinie rät von einer Behandlung ab, wenn in nächster Zeit Kinder geplant sind [6]. Nach dem Absetzen anabol-androgener Steroide ist ein Entzugssyndrom beschrieben [7].

    Mensch, randomisiert

  • Herz, Kreislauf und Gefäße

    In TRAVERSE traten schwere Herzereignisse nicht häufiger auf, wohl aber Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien [5]. Die Fachinformation nennt venöse Thromboembolien einschließlich Beinvenenthrombose und Lungenembolie, Studien nach der Zulassung mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Ödeme bis zur Herzinsuffizienz bei vorbestehender Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung [8]. Unter Missbrauch weit übernormaler Mengen sind Herzstillstand, Herzinfarkt, verdickter Herzmuskel, Herzinsuffizienz und Schlaganfall berichtet [7][8].

    Mensch, randomisiert

  • Prostata und Brustdrüse

    Die Fachinformation ist bei Brustkrebs und bei bekanntem oder vermutetem Prostatakrebs gegenangezeigt, verlangt die Beobachtung einer gutartigen Prostatavergrößerung und weist auf ein möglicherweise erhöhtes Prostatakrebsrisiko unter Androgenen hin; PSA, Hämatokrit, Leberwerte und Blutfette sollen regelmäßig kontrolliert werden [8]. Die Leitlinie nennt einen auffälligen Tastbefund und erhöhte PSA-Werte als Gründe, nicht ohne urologische Klärung zu behandeln [6].

    Mensch, randomisiert

  • Blutbild und Schlafapnoe

    Die Fachinformation verlangt die Kontrolle von Hämoglobin und Hämatokrit und nennt das Auftreten einer Schlafapnoe bei entsprechenden Risikofaktoren [8]; die Leitlinie führt erhöhten Hämatokrit und unbehandelte schwere Schlafapnoe als Gegenanzeigen [6].

    Mensch, randomisiert

  • Missbrauch, psychische Folgen und Abhängigkeit

    Testosteron ist in den USA eine kontrollierte Substanz der Kategorie Schedule III; Missbrauch und Fehlgebrauch sind bei Erwachsenen und Jugendlichen beschrieben, auch das Fortsetzen gegen ärztlichen Rat. Als Folgen von Steroidmissbrauch sind schwere psychische Störungen genannt, darunter Depression, Manie, Paranoia, Psychose, Wahn, Halluzinationen, Feindseligkeit und Aggression; bei Jugendlichen zusätzlich ein vorzeitiger Verschluss der Wachstumsfugen mit Wachstumsstopp [8]. Die Endocrine Society hält fest, dass der Gebrauch leistungssteigernder Mittel mit erhöhter Sterblichkeit und mit Erkrankungen zahlreicher Organsysteme in Verbindung gebracht wird, und beschreibt ein Entzugssyndrom [7]. Wer Testosteron ohne ärztliche Begleitung anwendet oder damit aufhören möchte, findet Hilfe in der Hausarztpraxis oder einer Suchtberatungsstelle.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Weitergabe durch Hautkontakt

    Rahmenwarnung der Fachinformation: Bei Zubereitungen für die Haut ist Vermännlichung bei Kindern nach unbeabsichtigtem Kontakt mit der Auftragsstelle berichtet; bei Schwangeren ist die Anwendung gegenangezeigt, weil Testosteron einen weiblichen Fetus vermännlichen kann [8].

    Mensch, randomisiert

  • Doping und Rechtsfolgen

    Testosteron steht namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz unter den anabol-androgenen Steroiden; § 2 Absatz 3 AntiDopG verbietet Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings im Sport [10]. In Deutschland ist Testosteron zudem verschreibungspflichtig [9]. Das ist die Wiedergabe der Normen, keine Rechtsberatung.

    Keine Daten

Wechselwirkungen

  • Aromatasehemmer: Wird die Umwandlung zu Estradiol blockiert, fallen die estrogenabhängigen Wirkungen weg: In der randomisierten Studie mit Aromatasehemmer stieg vor allem der Körperfettanteil, und die Sexualfunktion litt stärker [1]. Das erklärt, warum die in der Szene verbreitete Kombination mit Aromatasehemmern keine folgenlose Korrektur ist; Vorgehen oder Mengen nennt dieses Profil nicht.
  • 5α-Reduktase-Hemmer (Finasterid, Dutasterid): Sie unterdrücken die Umwandlung zu Dihydrotestosteron, die vor allem in Prostata, Kopfhaut und Genitalhaut stattfindet [2]; die androgene Wirkung des Testosterons selbst bleibt davon unberührt.
  • Weitere leistungssteigernde Mittel: Beim Missbrauch werden regelmäßig mehrere Mittel zusammen verwendet, oft zusätzlich zu klassischen Rauschmitteln; die Folgen lassen sich dann keiner Einzelsubstanz zuordnen [7].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • belegt

    „Testosteron baut auch ohne Training Muskeln auf“

    In der randomisierten Studie nahmen die Muskelquerschnitte und die Kraft auch in der Gruppe ohne Training gegenüber Placebo zu; mit Training war der Effekt größer [3].

  • teilweise belegt

    „Testosteron macht aggressiv“

    In der zehnwöchigen randomisierten Studie an gesunden Männern änderten sich Stimmung und Verhalten in keiner Gruppe [3]. Unter Missbrauch weit übernormaler Mengen sind dagegen Reizbarkeit, Feindseligkeit, Aggression, Manie und Wahn berichtet [7][8]. Die Behauptung trifft also nicht auf die geprüfte Anwendung zu, wohl aber auf das, was aus dem Missbrauch berichtet wird.

  • widerlegt

    „Eine Testosteronbehandlung macht ältere Männer wieder vital“

    In den Testosterone Trials gab es für Vitalität keinen Vorteil; nur Sexualfunktion und, in kleinerem Maß, Stimmung verbesserten sich [4].

  • teilweise belegt

    „Eine Testosteronbehandlung ist herzsicher“

    Für schwere Herzereignisse zeigte TRAVERSE Nichtunterlegenheit, nicht Unbedenklichkeit insgesamt: Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien traten häufiger auf [5]; die Fachinformation nennt venöse Thromboembolien und Studien nach der Zulassung mit erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko [8].

  • nicht belegt

    „Nach dem Absetzen ist alles wieder wie vorher“

    Beschrieben sind Hodenverkleinerung, eingeschränkte Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit sowie ein Entzugssyndrom nach dem Absetzen anabol-androgener Steroide [7][8]. Wie oft und wie vollständig sich die Achse erholt, ist in randomisierten Studien nicht geprüft.

Pharmakokinetik

Aufnahme
In den großen Studien über die Haut als Gel [4][5]; außerdem als Depotspritze [3][12] und, in den USA, als Kapsel [13].
Halbwertszeit
Nicht verifiziert; sie hängt von der Zubereitung ab, und dieses Profil vergleicht Ester nicht.
Abbau
Umwandlung zu Estradiol über die Aromatase und zu Dihydrotestosteron über die 5α-Reduktase; beide Wege tragen eigene Wirkungen [1][2].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Verschreibungspflichtiges Arzneimittel: Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung nennt „Testosteron und seine Ester“ ohne Ausnahme (Normtext am 25.10.2026 im Volltext gelesen) [9]. Der Zulassungsinhalt in Deutschland ist nicht aus einer Zulassungsquelle belegt: Die deutschen Fachinformationen wurden nicht abgerufen und nationale Zulassungen nicht an AMIce/PharmNet geprüft. Die US-Fachinformation eines Testosteron-Gels nennt als Anwendungsgebiet die Ersatztherapie bei Männern mit Testosteronmangel [8]; die Leitlinie der Endocrine Society beschreibt Hypogonadismus als Behandlungsanlass [6] – beides ist keine deutsche Zulassungsaussage. Die EMA-Datenbank nach Artikel 57 belegt nur, dass Präparate mit dem Wirkstoff Testosteron für Deutschland gelistet sind (Datenstand 09.10.2026), nicht deren Zulassungsinhalt [12]. Doping: Die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (zu § 2 Absatz 3) nennt „Testosteron“ unter I.1 „Anabol-androgene Steroide“; der Schlusssatz schließt Salze, Ester, Ether, Isomere, Isomerengemische, Komplexe und Derivate ein [10]. Normwiedergabe: Nach § 2 Absatz 3 AntiDopG ist es verboten, Dopingmittel mit einem Stoff dieser Anlage in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport zu erwerben, zu besitzen oder zu verbringen.
EU
Keine zentrale EU-Zulassung für die Anwendung beim Mann; diese Präparate sind national zugelassen. Zentral zugelassen waren nur zwei Pflaster für Frauen mit Verlust des sexuellen Verlangens nach operativer Entfernung beider Eierstöcke und der Gebärmutter: Intrinsa (EMEA/H/C/000634) und Livensa (EMEA/H/C/000630), beide seit 28.07.2006 zugelassen und inzwischen zurückgezogen (Kommissionsbeschlüsse vom 25.05.2012 bzw. 18.07.2011) [11].
USA
Zugelassen. Drugs@FDA führt unter anderem die Gele ANDROGEL, TESTIM, VOGELXO und NATESTO, die Injektionspräparate AVEED und XYOSTED sowie die Kapseln JATENZO, TLANDO und KYZATREX mit Testosteronundecanoat (openFDA-Abfrage am 25.10.2026) [13]. Die US-Fachinformation führt Testosteron als kontrollierte Substanz der Kategorie Schedule III [8].
Andere Länder
Sport: Testosteron ist über die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz namentlich erfasst [10]. Die WADA-Verbotsliste 2026 und ihre deutsche Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II wurden für dieses Profil nicht abgerufen.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie häufig und wie vollständig erholt sich die eigene Hormonachse nach längerem Gebrauch in übernormaler Höhe?
  • Woher kommt die höhere Rate an Vorhofflimmern, akutem Nierenversagen und Lungenembolien in TRAVERSE, und gilt sie für alle Zubereitungen?
  • Ab welchem Spiegel beginnt bei Beschwerden ein klinischer Nutzen, und wie gut lässt sich das überhaupt messen?
  • Welche der im Missbrauch berichteten Schäden sind dem Testosteron zuzuordnen und welche den begleitenden Mitteln?

Referenzen

  1. Finkelstein JS, Lee H, Burnett-Bowie SA, Pallais JC, Yu EW, Borges LF, Jones BF, et al. Gonadal steroids and body composition, strength, and sexual function in men. N Engl J Med. 2013;369(11):1011–22. doi:10.1056/NEJMoa1206168 · PubMed
  2. Steiner JF. Clinical pharmacokinetics and pharmacodynamics of finasteride. Clin Pharmacokinet. 1996;30(1):16–27. doi:10.2165/00003088-199630010-00002 · PubMed
  3. Bhasin S, Storer TW, Berman N, Callegari C, Clevenger B, Phillips J, Bunnell TJ, et al. The effects of supraphysiologic doses of testosterone on muscle size and strength in normal men. N Engl J Med. 1996;335(1):1–7. doi:10.1056/NEJM199607043350101 · PubMed
  4. Snyder PJ, Bhasin S, Cunningham GR, Matsumoto AM, Stephens-Shields AJ, Cauley JA, Gill TM, et al. Effects of testosterone treatment in older men. N Engl J Med. 2016;374(7):611–24. doi:10.1056/NEJMoa1506119 · PubMed
  5. Lincoff AM, Bhasin S, Flevaris P, Mitchell LM, Basaria S, Boden WE, Cunningham GR, et al. Cardiovascular safety of testosterone-replacement therapy. N Engl J Med. 2023;389(2):107–17. doi:10.1056/NEJMoa2215025 · PubMed
  6. Bhasin S, Brito JP, Cunningham GR, Hayes FJ, Hodis HN, Matsumoto AM, Snyder PJ, et al. Testosterone therapy in men with hypogonadism: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2018;103(5):1715–44. doi:10.1210/jc.2018-00229 · PubMed
  7. Pope HG Jr, Wood RI, Rogol A, Nyberg F, Bowers L, Bhasin S. Adverse health consequences of performance-enhancing drugs: an Endocrine Society scientific statement. Endocr Rev. 2014;35(3):341–75. doi:10.1210/er.2013-1058 · PubMed
  8. U.S. Food and Drug Administration. Fachinformation (Prescribing Information, Structured Product Labeling) für Testosteron-Gel, NDA 022309, Prasco Laboratories; SPL-Set-ID 0d84e5a6-11e9-4940-8991-21c611c4c32f, Fassung 4 vom 30.09.2024. Abschnitte Rahmenwarnung, 1, 4, 5 und 9 [Internet]. Abgerufen über die openFDA-Schnittstelle (api.fda.gov/drug/label.json) am 25.10.2026. Ausländische Fachinformation; die deutschen Fachinformationen der hier genannten Präparate wurden nicht abgerufen (Rechercheauftrag docs/AUFTRAG-RECHTSSTATUS.md).
  9. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5), Eintrag „Testosteron und seine Ester“. https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (abgerufen am 25.10.2026).
  10. Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG), § 2 Absatz 3 (https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/__2.html) und Anlage (zu § 2 Absatz 3), I.1 „Anabol-androgene Steroide“, Eintrag „Testosteron“, mit Schlusssatz zu Salzen, Estern, Ethern, Isomeren, Isomerengemischen, Komplexen und Derivaten. Fundstelle der Anlage: BGBl. 2023 I Nr. 67, 1–5. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html (abgerufen am 25.10.2026).
  11. European Medicines Agency. Medicines: Datenexport (JSON) der zentral bewerteten Arzneimittel, 2754 Datensätze, Zeitstempel 24.10.2026: Intrinsa (Testosteron, EMEA/H/C/000634, Zulassung 28.07.2006, Status „Withdrawn“, Kommissionsbeschluss 25.05.2012) und Livensa (EMEA/H/C/000630, Zulassung 28.07.2006, Status „Withdrawn“, Kommissionsbeschluss 18.07.2011). Amsterdam: EMA. https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json (abgerufen am 25.10.2026).
  12. European Medicines Agency. Article 57 product data (EMA/518502/2018, Rev. 90), Datenstand 09.10.2026: Produkte mit dem Wirkstoff Testosteron und Zulassungsland Deutschland, darunter Nebido (Injektion in den Muskel, Testosteronundecanoat, 25 Länder), Testogel (19 Länder), Testavan (19 Länder), Tostran (9 Länder) und Testotop. Amsterdam: EMA. https://www.ema.europa.eu/en/documents/other/article-57-product-data_en.xlsx (abgerufen am 25.10.2026).
  13. U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage nach dem Wirkstoff Testosteron, 89 Datensätze): ANDROGEL (NDA 021015, NDA 022309), TESTIM (NDA 021454), VOGELXO (NDA 204399), NATESTO (NDA 205488), AVEED (NDA 022219), XYOSTED (NDA 209863), JATENZO (NDA 206089), TLANDO (NDA 208088), KYZATREX (NDA 213953) [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=products.active_ingredients.name:%22TESTOSTERONE%22
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Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle Studienaussagen beruhen auf den Abstracts (nur Abstract geprüft, q012); die Risiken stammen aus den Abschnitten Rahmenwarnung, 1, 4, 5 und 9 der US-Fachinformation, die im Volltext über openFDA gelesen wurden [8].
  • Kernzahlen an den Abstracts: 400 gesunde Männer, 16 Wochen, Androgenmangel erklärt Magermasse, Muskelgröße und Kraft, Estrogenmangel vor allem Körperfett, beide die Sexualfunktion [1]; 5α-Reduktase wandelt Testosteron in der Prostata zu Dihydrotestosteron um, hohe Enzymkonzentration nur in Prostata, Kopfhaut und Genitalhaut [2]; n = 43, vier Gruppen, 10 Wochen, Muskelquerschnitt und Kraft auch ohne Training höher, mit Training fettfreie Masse +6,1 kg, Stimmung und Verhalten unverändert [3]; n = 790, ein Jahr, Sexualfunktion signifikant besser, Gehstrecke nur über alle drei Teilversuche (20,5 % gegenüber 12,6 %), Vitalität ohne Vorteil, Stimmung leicht besser, Teilnehmerzahl für Risikoaussagen zu klein [4]; n = 5246, Behandlung im Mittel 21,7 Monate, Beobachtung 33,0 Monate, primärer Endpunkt 7,0 % gegenüber 7,3 %, HR 0,96 (95-%-KI 0,78–1,17), häufiger Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolie, Finanzierung AbbVie und weitere [5]; Leitlinienempfehlungen und Gegenanzeigen wörtlich dem Abstract entnommen [6]; Stellungnahme zu leistungssteigernden Mitteln: überwiegend Kraftsporttreibende, weit übernormale Mengen, Kombinationen, erhöhte Sterblichkeit und Erkrankungen vieler Organsysteme, Entzugssyndrom, randomisierte Studien ethisch nicht möglich [7].
  • Rechtsstatus am 25.10.2026 an den Primärquellen geprüft: AMVV Anlage 1 im Volltext, Eintrag „Testosteron“ mit dem Zusatz „und seine Ester“ [9]; Anlage zum AntiDopG im Volltext, „Testosteron“ unter I.1, Schlusssatz wörtlich [10]; EMA-Datenexport (2754 Datensätze) mit genau zwei Testosteron-Einträgen, beide zurückgezogen [11]; EMA-Artikel-57-Datenbank heruntergeladen und ausgewertet (249 Zeilen mit Testosteron, 23 für Deutschland gelistete Produktnamen; Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname nicht aufgenommen) [12]; Drugs@FDA über openFDA abgefragt, 89 Datensätze [13].
  • Handelsnamen (q018): Nebido, Testogel, Testotop, Testavan und Tostran in `synonyme` aufgenommen, alle in der Artikel-57-Datenbank mit Zulassungsland Deutschland gelistet [12]. Nicht aufgenommen: Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname (z. B. „Testosteron Ratiopharm“), Markennamen mit Stärkeangabe im Namen und Präparate ohne Listung für Deutschland (z. B. AndroGel, in 11 anderen Ländern gelistet).
  • E-15 umgesetzt: Darstellung des Missbrauchs nach den Regeln „Drogen und Arzneimittel“ – keine Mengen, keine Abstände, keine Zyklen, kein Vergleich von Estern, keine Hinweise auf Bezug oder Rezept. Das Szeneversprechen steht an erster Stelle mit `population` „gesund“, die zugelassene Indikation als Versprechen mit „Patienten: …“ und in `status`.
  • Chemie aus PubChem (CID 6013) am 25.10.2026 abgerufen.
  • DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py online gegen Crossref und PubMed geprüft.
  • Gegenprüfung 25.10.2026, q018: Die Handelsnamen Nebido, Testogel, Testotop, Testavan und Tostran sind aus `synonyme` entfernt. Sie waren allein mit der EMA-Datenbank nach Artikel 57 belegt [12]; der Leitfaden nennt als Beleg für Handelsnamen nur EPAR, Fachinformation und Drugs@FDA (Leitfaden „Handelsnamen“, q018). Eigene Kontrolle am 25.10.2026: openFDA/Drugs@FDA liefert für alle fünf Namen als Markenname keinen Treffer (NOT_FOUND); ein EPAR existiert nicht (zentral waren nur Intrinsa und Livensa zugelassen, beide zurückgezogen). Damit wird dieses Profil genauso behandelt wie `clomifen`, aus dem „Clostilbegyt“ mit derselben Begründung entfernt wurde. Die Listung selbst bleibt als Tatsache in `status.deutschland` und in Referenz 12 dokumentiert.
  • Gegenprüfung 25.10.2026: Die Aussage zum deutschen Zulassungsinhalt war mit der Leitlinie der Endocrine Society [6] belegt, also mit einer Fachgesellschaftsquelle statt mit einer Zulassungsquelle. `status.deutschland` sagt jetzt ausdrücklich, dass der Zulassungsinhalt nicht belegt ist, und trennt AMVV (Verschreibungspflicht), US-Fachinformation (US-Anwendungsgebiet) und Artikel-57-Listung.
  • Querlinks „gleiche Klasse“ (q099): Gemeinsamer Mechanismus mit `andarin`, `yk-11` und `s-23` ist die Wirkung über den Androgenrezeptor mit Rückkopplungshemmung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse; mit `dhea` die Stellung im Androgenstoffwechsel (DHEA als Vorstufe), mit `clomifen` die Steuerung derselben Achse von der Gegenseite.
  • 25.10.2026, Handelsnamen einheitlich (q018; Leitfaden „Handelsnamen“, Entscheidung 25.10.2026: die EMA-Datenbank nach Art. 57 gilt als Beleg, gleichrangig mit EPAR, Fachinformation und Drugs@FDA): Nebido, Testogel, Testotop, Testavan und Tostran wieder in `synonyme` aufgenommen; die Entfernung aus der Gegenprüfung ist damit aufgehoben. Beleg, in der Liste erneut nachgesehen: EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen) [12]: „Nebido“ (Injektion in den Muskel, Testosteronundecanoat) in 25 Ländern bzw. Gebieten, „Testogel“ (transdermal) in 19, „Testavan“ (transdermal) in 19, „Tostran“ (transdermal) in 9 und „Testotop“ (kutan) in einem, jeweils einschließlich Deutschland. Weiter nicht aufgenommen: Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname (z. B. „Testosteron Ratiopharm“), Namen mit Stärke- oder Zusatzangabe (z. B. „Testoviron-Depot-250“, „Testogel Dosiergel“) sowie Namen ohne Listung für Deutschland (z. B. AndroGel, in elf anderen Ländern gelistet; die Liste beschränkt sich hier auf die in Deutschland gelisteten Namen). Die Listung belegt nicht den Zulassungsinhalt; status.deutschland ist unverändert.
  • 25.10.2026, Korrektur Handelsnamen (Leitfaden „Handelsnamen“, Rangfolge: in Deutschland gelistete Namen zuerst, dann Namen aus anderen EU/EWR-Ländern; der Grundname zählt, wenn er selbst gelistet ist): „Androgel“ und „Testoviron“ nach den deutschen Namen in synonyme ergänzt. Die beiden Ausschlussgründe im Vermerk oben sind insoweit überholt: Eine Beschränkung auf in Deutschland gelistete Namen kennt der Leitfaden nicht (andere Profile derselben Runde führen EU-Namen ohne Listung für Deutschland, z. B. minoxidil und modafinil), und bei „Testoviron-Depot-250“ zählt der Grundname, weil er selbst gelistet ist. Beleg, in der Liste erneut nachgesehen: EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen) [12]: „Androgel“ (transdermal, Testosteron) in elf Ländern (Belgien, Frankreich, Irland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Rumänien, Tschechien, Ungarn), nicht in Deutschland; „Testoviron“ (Injektion in den Muskel, Testosteronenantat) in Italien, „Testoviron Depot“ in Portugal und „Testoviron-Depot-250“ in Deutschland. Weitere nur außerhalb Deutschlands gelistete Namen (u. a. Testarzon in sieben Ländern, Testonur in vier) sind nicht übernommen, weil der Leitfaden die Rangfolge regelt, nicht die Vollständigkeit; Sustanon und Omnadren sind Gemische aus vier Testosteronestern und in der Liste mit mehreren Wirkstoffen geführt (wie Kombinationspräparate behandelt, nicht aufgenommen). Die Listung belegt nicht den Zulassungsinhalt; status ist unverändert.
  • 26.10.2026, Präzisions-Flags (m004; Regeln im Leitfaden unter „Zahlenregel und Präzisions-Flags“, Umsetzung Claude zur Bestätigung durch Tilman): „Baut bei gesunden Männern Muskelmasse und Kraft auf“: kleine_studien – [3] 43 Männer (Abstract). „Eine Testosteronbehandlung ist für das Herz unbedenklich“: herstellerfinanziert – [5] laut Abstract „Funded by AbbVie and others“ (Mitfinanzierung durch den Hersteller des Prüfgels, zur Bestätigung durch Tilman).

Nicht verifiziert

  • Deutsche Fachinformationen der genannten Präparate: nicht abgerufen. Alle Risikoangaben stammen aus der US-Fachinformation eines Gels [8] und können in Wortlaut und Häufigkeitsangaben von den deutschen Texten abweichen (Nachziehen im Rechercheauftrag docs/AUFTRAG-RECHTSSTATUS.md).
  • Nationale Zulassungen in Deutschland über AMIce/PharmNet: nicht abgefragt; die Artikel-57-Datenbank belegt die Listung von Präparaten, nicht den Zulassungsinhalt.
  • WADA-Verbotsliste 2026 im Original und die Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II: nicht abgerufen.
  • Halbwertszeit und Bioverfügbarkeit: nicht übernommen, weil sie von der Zubereitung abhängen und dieses Profil Ester nicht vergleicht.
  • Häufigkeitsangaben zum Missbrauch in Deutschland und Daten zur Erholung der Hormonachse nach langem Gebrauch: keine geprüfte Quelle.
  • Die Angabe zur 5α-Reduktase stammt aus einer Übersichtsarbeit zu Finasterid [2], nicht aus einer Primärstudie zur Enzymverteilung.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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