Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten. Herstellung, Besitz, Handel oder Anwendung können verboten sein; Einzelheiten unter „Rechtlicher Status“.
Versprechen im Check
Trockene Muskelmasse wie mit Steroiden, aber ohne deren Nebenwirkungen
nicht untersuchtEs gibt keine veröffentlichte Studie am Menschen (eigene PubMed-Suche am 25.10.2026, siehe `pruefung`). Die Grundlage sind kastrierte Ratten, bei denen S-4 Muskelmasse und Muskelkraft wiederherstellte und anabole Organe stärker stimulierte als Prostata und Samenblase [1][3]. Tierbefunde tragen kein Versprechen am Menschen; nur Abstract geprüft.[1][3]
Schont die eigene Hormonachse, weil es gewebeselektiv wirkt
nicht untersuchtBeim Menschen nicht geprüft. Im Tierversuch spricht der Befund gegen die Prämisse: S-4 senkte an kastrierten Ratten LH und FSH dosisabhängig, wirkte also an der Hypophyse [3]; in einer früheren Arbeit blieb die Gonadotropin-Senkung nahe der halbmaximal wirksamen Gabe aus [1]. Die Gewebeselektivität betrifft Prostata und Samenblase, nicht die Rückkopplung.
Stärkt die Knochen und senkt gleichzeitig den Körperfettanteil
nicht untersuchtNur Tierdaten: Bei ovarektomierten Ratten erhielt S-4 Knochendichte, kortikalen Gehalt und Knochenfestigkeit und senkte den Körperfettanteil [4]; an kastrierten Ratten stieg die Knochendichte stärker als unter Dihydrotestosteron [3]. Beim Menschen ist weder Knochendichte noch Körperzusammensetzung untersucht.
Lässt Sehnen und Gelenke schneller heilen
nicht untersuchtFür dieses in Foren verbreitete Versprechen gibt es weder Human- noch Tierdaten. Die einzigen Befunde am Sehnengewebe gehen in die andere Richtung: In der systematischen Übersicht zur Sicherheit von SARMs ist ein Achillessehnenriss berichtet [6], und eine sportmedizinische Übersicht nennt Sehnenrisse ausdrücklich als berichtete Folge des Gebrauchs [7].
Wirkweise
Evidenzkarte: Andarin
Andarin, in der Literatur meist S-4, stammt aus einer Reihe nichtsteroidaler Arylpropionamide, die als gewebeselektive Androgene entwickelt wurden. Vier dieser Verbindungen banden in Zellversuchen mit Hemmkonstanten zwischen 4 und 37 nM an den Androgenrezeptor, und drei von ihnen aktivierten rezeptorabhängige Reportergene wirksam – welche drei, nennt das Abstract nicht. Namentlich belegt ist die Wirkung in vivo: S-4 wirkte an kastrierten Ratten gewebeselektiv, indem es den Levator-ani-Muskel stärker stimulierte als Prostata und Samenblase und nahe der halbmaximal wirksamen Gabe LH und FSH nicht nennenswert senkte [1]. In intakten Ratten verhielt sich diese Stoffreihe in der Prostata als partieller Agonist; S-4 hemmte die menschliche 5α-Reduktase Typ I und II in vitro nur sehr schwach (Hemmkonstante über 20 µM), die Prostatawirkung beruht also auf partiellem Agonismus am Rezeptor und nicht auf einem Finasterid-artigen Mechanismus [2].
Die anabolen Befunde sind Tierbefunde. An kastrierten Ratten stellte S-4 Masse und Kraft des Soleus-Muskels sowie die Masse des Levator ani auf das Niveau unkastrierter Tiere her und erhöhte die Knochendichte des ganzen Körpers stärker als Dihydrotestosteron, während Prostata und Samenblase nur auf einen kleinen Teil des Kontrollniveaus zurückkehrten. Dieselbe Studie zeigt die Kehrseite des Versprechens „gewebeselektiv, also hormonell unbedenklich“: S-4 wirkte auch an der Hypophyse und senkte LH und FSH dosisabhängig [3]. Bei ovarektomierten Ratten erhielt S-4 Knochendichte, kortikalen Knochengehalt und Knochenfestigkeit und senkte den Körperfettanteil [4]. Zur Kinetik gibt es ebenfalls nur Rattendaten: schnelle Aufnahme, eine Halbwertszeit von 2,6 bis 5,3 Stunden, ein Verteilungsvolumen von etwa 0,448 l/kg und eine dosisabhängige orale Verfügbarkeit, die bei den niedrigeren Gaben vollständig war [5].
Am Menschen fehlt die Wirksamkeitsprüfung vollständig: Eine veröffentlichte randomisierte oder kontrollierte Studie zu Andarin ist über PubMed nicht auffindbar (eigene Suche, siehe `pruefung`). Humandaten gibt es nur zur Stoffgruppe. Eine systematische Übersicht zur Sicherheit von SARMs bei gesunden Erwachsenen schloss 33 Arbeiten ein (15 Fallberichte oder Fallserien, 18 klinische Studien; 2136 Personen, davon 1447 SARM-exponiert) und berichtet 15 Fallberichte zu arzneimittelbedingtem Leberschaden sowie je einen Fall von Achillessehnenriss und Rhabdomyolyse; in klinischen Studien war die Alanin-Aminotransferase im Mittel bei 7,1 % der Exponierten erhöht [6]. Eine sportmedizinische Übersicht aus 72 Arbeiten schätzt die Verbreitung bei Athletinnen und Athleten auf 1 bis 3 %, fasst 13 Fallberichte mit 15 Fällen zusammen (alle männlich, Altersmedian 32 Jahre) und nennt Leberschaden, Herzmuskelentzündung und Sehnenriss als berichtete Folgen [7].
Ein eigenes Kapitel ist die Produktqualität. In einer Analyse von 44 über das Internet als SARM verkauften Produkten enthielten nur 23 (52 %) überhaupt einen SARM – gefunden wurden Ostarin, LGD-4033 und Andarin –, 17 (39 %) enthielten einen anderen nicht zugelassenen Wirkstoff, 4 (9 %) keinen Wirkstoff, und nur bei 18 (41 %) stimmte der Gehalt mit der Angabe überein [8]. Eine Untersuchung der koreanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde an 60 Nahrungsergänzungsmitteln wies in 20 Produkten SARMs nach, darunter Andarin mit einem Gehalt von 7,2 % in einem Produkt, dazu nicht deklariertes MK-677 und YK-11 [9]. In einer europäischen Marktüberwachung der amtlichen Arzneimittelkontrolllabore (324 Proben, 354 Ergebnisse, 14 Labore in 13 Ländern) gehörte Andarin zu den fünf am häufigsten nachgewiesenen Molekülen; 65 % der beschlagnahmten Produkte waren als Arzneimittel und 24 % als Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben [10]. Eine slowakische Untersuchung von 16 anonym online gekauften Präparaten konnte in sieben Proben den deklarierten SARM nicht nachweisen, darunter einmal Andarin [11]. Rechtlich ist Andarin in Deutschland kein zugelassenes Arzneimittel, steht aber namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz [12][13]; auf EU-Ebene gibt es kein zentral bewertetes Präparat [14], in den USA keine Zulassung in Drugs@FDA [15].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Androgenrezeptor | Rezeptor | partieller Agonist | Hemmkonstanten der vier geprüften Arylpropionamide 4–37 nM (in vitro); gewebeselektive Wirkung in kastrierten Ratten | Labor[1][2] |
| Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse | Hormonachse | Hemmer | LH und FSH an kastrierten Ratten dosisabhängig gesenkt | Tierversuch[3] |
| 5α-Reduktase Typ I und II (Mensch) | Enzym | Hemmer | nur sehr schwach, Hemmkonstante über 20 µM (in vitro) | Labor[2] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselKörperfettanteil ovarektomierter Ratten gesenkt; keine Humandaten[4]
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-AchsePartieller Agonismus am Androgenrezeptor; an der Ratte dosisabhängige Senkung von LH und FSH[1][3]
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Flüssigkeit oder Kapsel aus dem Graumarkt
nur Ratte: dosisabhängig, bei den niedrigeren Gaben vollständigHumandaten zur Aufnahme fehlen. An Ratten wurde S-4 schnell aufgenommen, die orale Verfügbarkeit war dosisabhängig und bei den niedrigeren Gaben vollständig [5]. Die als Andarin verkauften Produkte enthalten vielfach einen anderen oder keinen Wirkstoff, sodass die tatsächlich aufgenommene Substanz unbekannt ist [8][9][11].[8][9][11]
Tierversuch
Studien am Menschen
Keine Studien am Menschen gefunden.
Risiken und Warnhinweise
Keine Sicherheitsdaten am Menschen
Andarin ist nirgends zugelassen, es gibt also keine Fachinformation und kein behördlich bewertetes Nebenwirkungsprofil. Auch eine veröffentlichte klinische Studie, die Sicherheitsdaten liefern könnte, wurde nicht gefunden. Das ist die wichtigste Aussage dieses Abschnitts: Die Risiken sind nicht gering, sondern unbekannt.
Keine Daten
Leberschäden (Stoffgruppe)
Eine systematische Übersicht zu SARMs bei gesunden Erwachsenen führt 15 Fallberichte zu arzneimittelbedingtem Leberschaden auf; in klinischen Studien war die Alanin-Aminotransferase im Mittel bei 7,1 % der Exponierten erhöht [6]. Eine australische Fallserie aus neun Kliniken (2017–2023) beschreibt 23 Fälle von Leberschaden mit 40 beteiligten Substanzen (18 anabol-androgene Steroide, 14 SARMs, 8 Bodybuilding-Supplemente); 22 von 23 Betroffenen waren männlich, der Altersmedian lag bei 30 Jahren, 17 wurden stationär aufgenommen, eine Lebertransplantation war nötig, Todesfälle traten nicht auf. Nach dem aktualisierten RUCAM-Verfahren war der Zusammenhang in 17 von 23 Fällen möglich, in 2 wahrscheinlich und in 4 unwahrscheinlich; die Leberwerte normalisierten sich im Median nach 175 Tagen [16]. Keine dieser Quellen weist einen Fall ausschließlich Andarin zu.
Mensch, nicht randomisiert
Unterdrückung der eigenen Hormonachse
An kastrierten Ratten senkte S-4 LH und FSH dosisabhängig [3]. Eine sportmedizinische Übersicht nennt Testosteronsuppression als wiederkehrenden Befund der Stoffgruppe [7]. Für Andarin fehlen Messungen am Menschen.
Tierversuch
Sehnenriss, Rhabdomyolyse und Herzmuskelentzündung (Einzelfälle der Stoffgruppe)
Je ein Fall von Achillessehnenriss und Rhabdomyolyse in der systematischen Sicherheitsübersicht [6]; die sportmedizinische Übersicht nennt zusätzlich Herzmuskelentzündung [7]. Die Fälle betreffen verschiedene SARMs, nicht gezielt Andarin.
Mensch, nicht randomisiert
Produktqualität: falscher, fehlender oder nicht deklarierter Wirkstoff
In 44 als SARM verkauften Internetprodukten enthielten 39 % einen anderen nicht zugelassenen Wirkstoff und 9 % keinen Wirkstoff; nur bei 41 % stimmte der Gehalt mit dem Etikett überein [8]. In 60 Nahrungsergänzungsmitteln fand eine Behördenanalyse SARMs in 20 Produkten, teils nicht deklariert [9]. Eine europäische Marktüberwachung nennt Andarin unter den fünf häufigsten Funden und hält fest, dass die meisten Proben wirksame Gehalte und einzelne überhöhte Gehalte aufwiesen [10]. In einer slowakischen Stichprobe fehlte in sieben von 16 Proben der deklarierte Wirkstoff [11].
Labor
Doping und Rechtsfolgen
Andarin steht namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz; § 2 Absatz 3 AntiDopG verbietet Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings im Sport [12]. Eine Rechtsberatung ist das nicht, nur die Wiedergabe der Norm. Dass SARMs in Dopingkontrollen nachweisbar sind, ist für die Stoffgruppe gut dokumentiert [9].
Keine Daten
Wechselwirkungen
- Anabol-androgene Steroide und weitere Bodybuilding-Präparate: In der australischen Fallserie zu Leberschäden waren pro Fall im Mittel fast zwei Substanzen beteiligt (40 Substanzen bei 23 Fällen), meist Steroide zusammen mit SARMs oder Supplementen; eine Zuordnung des Schadens zu einer einzelnen Substanz war deshalb oft nicht möglich [16].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Andarin ist ein Nahrungsergänzungsmittel“
Es gibt keinen AMVV-Eintrag [13], kein zentral bewertetes EU-Arzneimittel [14] und keine Zulassung in Drugs@FDA [15]; die systematische Übersicht hält fest, dass SARMs nicht von der FDA zugelassen sind und ihr Bezug zum Eigengebrauch dort illegal ist [6]. Ein lebensmittelrechtlicher Beleg dafür, dass Andarin in der EU als Lebensmittel verkehrsfähig wäre, fehlt ebenso wie ein Beleg für das Gegenteil; die Marktüberwachung zeigt lediglich, dass ein Teil solcher Produkte als Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben wird [10].
- widerlegt
„Gewebeselektivität heißt, dass die eigene Hormonachse unberührt bleibt“
Im Tierversuch senkte S-4 LH und FSH dosisabhängig und wirkte damit auch an der Hypophyse [3]; die Selektivität betrifft Prostata und Samenblase [1][3].
- nicht belegt
„Andarin ist leberschonend“
Für Andarin selbst gibt es keine Humandaten. Für die Stoffgruppe sind Leberschäden in 15 Fallberichten [6] und einer Fallserie mit 23 Fällen und einer Lebertransplantation [16] beschrieben.
- nicht belegt
„Andarin verursacht einen gelblichen Farbschleier im Sehen“
Diese in Erfahrungsberichten verbreitete Angabe ließ sich nicht an einer Primärquelle belegen: Eine PubMed-Suche nach Sehstörungen unter Andarin am 25.10.2026 ergab keinen Fallbericht und keine Studie. Weder die systematische Sicherheitsübersicht [6] noch die sportmedizinische Übersicht [7] nennen Sehstörungen unter den berichteten Folgen.
- widerlegt
„Was auf dem Etikett steht, ist auch im Produkt“
Drei unabhängige Analysen zeigen das Gegenteil: falsche Gehalte und andere Wirkstoffe in Internetprodukten [8], nicht deklarierte SARMs in Nahrungsergänzungsmitteln [9] und fehlender Wirkstoff in sieben von 16 Proben [11].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Nur Ratte: schnelle Aufnahme nach Gabe über den Magen, dosisabhängige orale Verfügbarkeit [5].
- Halbwertszeit
- 2,6–5,3 Stunden (Ratte) [5]; beim Menschen nicht bestimmt.
- Abbau
- Nicht verifiziert; für Andarin selbst wurde keine geprüfte Primärquelle zum Metabolismus beim Menschen gefunden.
- Weg ins Gehirn
- Nicht verifiziert.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Nicht als Arzneimittel zugelassen, soweit geprüft. In Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung gibt es keinen Eintrag für Andarin, Andarine oder S-4 (Normtext am 25.10.2026 im Volltext durchsucht) [13]; eine nationale Arzneimittelzulassung (AMIce/PharmNet) wurde nicht abgefragt, der arzneimittelrechtliche Status ist insoweit nicht verifiziert. Die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (zu § 2 Absatz 3) führt unter I. „Anabole Stoffe“, 2. „Andere anabole Stoffe“ die Gruppe „Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs)“ und nennt dort mit dem Zusatz „Zum Beispiel“ ausdrücklich „Andarin (S-4)“; der Schlusssatz der Anlage schließt „die verschiedenen Salze, Ester, Ether, Isomere, Mischungen von Isomeren, Komplexe oder Derivate“ ein [12]. Normwiedergabe: Nach § 2 Absatz 3 AntiDopG ist es verboten, Dopingmittel mit einem Stoff dieser Anlage in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport zu erwerben, zu besitzen oder zu verbringen. Ob Andarin als Lebensmittel verkehrsfähig ist, ist nicht verifiziert; ein lebensmittelrechtlicher Einzelbeleg fehlt.
- EU
- Kein zentral zugelassenes oder bewertetes Arzneimittel mit Andarin im EMA-Datenexport (Zeitstempel 24.10.2026, abgerufen am 25.10.2026) [14]. Der lebensmittelrechtliche Status ist nicht verifiziert; die Unionsliste der neuartigen Lebensmittel wurde für dieses Profil nicht abgefragt.
- USA
- Keine Zulassung in Drugs@FDA: Die Abfrage der openFDA-Schnittstelle nach dem Wirkstoffnamen „Andarine“ blieb am 25.10.2026 ohne Treffer [15]. Ein fehlender Treffer ist kein Beweis, ersetzt aber zusammen mit der Übersichtsarbeit, die SARMs ausdrücklich als nicht von der FDA zugelassen beschreibt [6], die Einordnung als nicht zugelassener Wirkstoff. Behördliche FDA-Verbraucherseiten waren am 25.10.2026 nicht abrufbar (HTTP 404) und sind daher nicht zitiert.
- Andere Länder
- Sport: Andarin ist über die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz namentlich erfasst [12]. Dass SARMs seit über einem Jahrzehnt auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen, ist in Übersichtsarbeiten beschrieben [9]; die Verbotsliste selbst und ihre deutsche Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II wurden für dieses Profil nicht abgerufen.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Warum wurde die klinische Entwicklung von S-4 nach den Phase-I-Jahren nicht veröffentlicht, und gibt es unveröffentlichte Humandaten?
- Wie stark unterdrückt Andarin beim Menschen LH, FSH und Testosteron, und wie schnell erholt sich die Achse?
- Trifft die in Foren verbreitete Sehstörung zu, und welcher Mechanismus käme infrage?
- Welchen Anteil an den berichteten Leberschäden haben die einzelnen SARMs, und welchen die Verunreinigungen der Produkte?
Referenzen
- Yin D, Gao W, Kearbey JD, Xu H, Chung K, He Y, Marhefka CA, et al. Pharmacodynamics of selective androgen receptor modulators. J Pharmacol Exp Ther. 2003;304(3):1334–40. doi:10.1124/jpet.102.040840 · PubMed
- Gao W, Kearbey JD, Nair VA, Chung K, Parlow AF, Miller DD, Dalton JT. Comparison of the pharmacological effects of a novel selective androgen receptor modulator, the 5alpha-reductase inhibitor finasteride, and the antiandrogen hydroxyflutamide in intact rats: new approach for benign prostate hyperplasia. Endocrinology. 2004;145(12):5420–8. doi:10.1210/en.2004-0627 · PubMed
- Gao W, Reiser PJ, Coss CC, Phelps MA, Kearbey JD, Miller DD, Dalton JT. Selective androgen receptor modulator treatment improves muscle strength and body composition and prevents bone loss in orchidectomized rats. Endocrinology. 2005;146(11):4887–97. doi:10.1210/en.2005-0572 · PubMed
- Kearbey JD, Gao W, Narayanan R, Fisher SJ, Wu D, Miller DD, Dalton JT. Selective androgen receptor modulator (SARM) treatment prevents bone loss and reduces body fat in ovariectomized rats. Pharm Res. 2007;24(2):328–35. doi:10.1007/s11095-006-9152-9 · PubMed
- Kearbey JD, Wu D, Gao W, Miller DD, Dalton JT. Pharmacokinetics of S-3-(4-acetylamino-phenoxy)-2-hydroxy-2-methyl-N-(4-nitro-3-trifluoromethyl-phenyl)-propionamide in rats, a non-steroidal selective androgen receptor modulator. Xenobiotica. 2004;34(3):273–80. doi:10.1080/0049825041008962 · PubMed
- Vignali JD, Pak KC, Beverley HR, DeLuca JP, Downs JW, Kress AT, Sadowski BW, et al. Systematic review of safety of selective androgen receptor modulators in healthy adults: implications for recreational users. J Xenobiot. 2023;13(2):218–36. doi:10.3390/jox13020017 · PubMed
- Vasireddi N, Hahamyan HA, Gould HP, Gregory AJM, Gausden EB, Dodson CC, Voos JE, et al. Athlete selective androgen receptor modulators abuse: a systematic review. Am J Sports Med. 2025;53(4):999–1009. doi:10.1177/03635465241252435 · PubMed
- Van Wagoner RM, Eichner A, Bhasin S, Deuster PA, Eichner D. Chemical composition and labeling of substances marketed as selective androgen receptor modulators and sold via the internet. JAMA. 2017;318(20):2004–10. doi:10.1001/jama.2017.17069 · PubMed
- Lee JH, Han JH, Jung EJ, Nallapaneni HK, Kim NS, Kim H, Lee J, et al. Development and validation of liquid chromatography-tandem mass spectrometry method for screening six selective androgen receptor modulators in dietary supplements. Food Addit Contam Part A Chem Anal Control Expo Risk Assess. 2021;38(7):1075–86. doi:10.1080/19440049.2021.1906954 · PubMed
- Barrios MM, Deconinck E, Vanhee C, Lamme EK, 't Hart-Bakker I, Syversen PV, Bøyum O, et al. SARMs, metabolic modulators and growth hormone secretagogues in suspected illegal medicines, bought as sport performance enhancers: a retro- and prospective study within the GEON. Drug Test Anal. 2025;17(10):2078–85. doi:10.1002/dta.3918 · PubMed
- Jendrzejewska I, Cehlarik L, Goryczka T, Pietrasik E, Pawlik N, Jampilek J. Rapid detection of illegal selective androgen receptor modulators in unregistered supplements using a combination of selected solid-state analytical methods. ADMET DMPK. 2025;13(3):2685. doi:10.5599/admet.2685 · PubMed
- Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG), § 2 Absatz 3 (https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/__2.html) und Anlage (zu § 2 Absatz 3), I.2 „Andere anabole Stoffe“, Gruppe „Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs)“, Eintrag „Andarin (S-4)“, mit Schlusssatz zu Salzen, Estern, Ethern, Isomeren, Isomerengemischen, Komplexen und Derivaten. Fundstelle der Anlage: BGBl. 2023 I Nr. 67, 1–5. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html (abgerufen am 25.10.2026).
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (abgerufen am 25.10.2026; Volltext durchsucht, kein Eintrag „Andarin“, „Andarine“ oder „S-4“).
- European Medicines Agency. Medicines: Datenexport (JSON) der zentral bewerteten Arzneimittel, 2754 Datensätze, Zeitstempel 24.10.2026. Amsterdam: EMA. https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json (abgerufen am 25.10.2026; Suche nach „andarine“ ohne Treffer).
- U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage nach dem Wirkstoffnamen „Andarine“): kein Datensatz [Internet]. Abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=products.active_ingredients.name:%22ANDARINE%22
- Nash E, Nicoll A, Batt N, George J, Perananthan V, Prince D, Wallace M, et al. Drug-induced liver injury from selective androgen receptor modulators, anabolic-androgenic steroids and bodybuilding supplements in Australia. Aliment Pharmacol Ther. 2024;59(8):953–61. doi:10.1111/apt.17906 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle Aussagen beruhen auf den Abstracts der zitierten Arbeiten (nur Abstract geprüft, q012); Volltexte wurden nicht beschafft.
- Eigene PubMed-Suche am 25.10.2026 (esearch) nach „andarine“, „S-4 selective androgen receptor modulator pharmacology“, „andarine adverse effects human“ und „SARM vision“: keine veröffentlichte Humanstudie und kein Fallbericht zu Andarin; die Treffer sind Zell- und Tierarbeiten, Analytik- und Produktanalysen sowie Übersichten zur Stoffgruppe. Daher Hauptversprechen Stufe 2 „nicht untersucht“.
- Kernzahlen an den Abstracts: Ki 4–37 nM für vier Arylpropionamide, S-1 und S-4 in vivo gewebeselektiv, keine nennenswerte LH/FSH-Senkung nahe der halbmaximal wirksamen Gabe [1]; 5α-Reduktase-Hemmung Ki über 20 µM [2]; Soleus-Kraft und Levator-ani-Masse auf Kontrollniveau, Knochendichte stärker als unter DHT, LH und FSH dosisabhängig gesenkt [3]; Knochendichte, kortikaler Gehalt, Knochenfestigkeit erhalten, Körperfett gesenkt (ovarektomierte Ratten) [4]; Halbwertszeit 2,6–5,3 h, Verteilungsvolumen ≈ 0,448 l/kg (Ratte) [5]; 33 Arbeiten, 2136 Personen, 1447 exponiert, 15 DILI-Fallberichte, ALT-Erhöhung bei durchschnittlich 7,1 % [6]; 72 Arbeiten, Verbreitung 1–3 %, 13 Fallberichte mit 15 Fällen, Altersmedian 32 Jahre [7]; 44 Produkte, 52 % mit SARM, 39 % anderer Wirkstoff, 9 % ohne Wirkstoff, 41 % mit korrektem Gehalt [8]; 60 Nahrungsergänzungsmittel, SARMs in 20 Produkten, Andarin 7,2 % in einem Produkt, nicht deklariertes MK-677 und YK-11 [9]; 324 Proben, 354 Ergebnisse, 14 Labore, 13 Länder, 65 % als Arzneimittel und 24 % als Nahrungsergänzungsmittel deklariert, Andarin unter den Top 5 [10]; 16 Proben, in 7 kein deklarierter SARM nachweisbar [11]; 23 DILI-Fälle, 40 Substanzen (18 AAS, 14 SARMs, 8 Supplemente), RUCAM möglich 17/23, wahrscheinlich 2/23, unwahrscheinlich 4/23, Normalisierung im Median nach 175 Tagen, eine Transplantation, keine Todesfälle [16].
- Rechtsstatus am 25.10.2026 an den Normtexten geprüft: Anlage zum AntiDopG im Volltext gelesen, Gliederung I.2 „Andere anabole Stoffe“ → „Selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs)“ mit „Zum Beispiel: Andarin (S-4) …“, Schlusssatz wörtlich übernommen [12]; AMVV Anlage 1 im Volltext durchsucht, kein Eintrag zu Andarin [13]; EMA-Datenexport (2754 Datensätze, Zeitstempel 24.10.2026) ohne Treffer [14]; openFDA/Drugs@FDA ohne Treffer, während die Kontrollabfrage „TESTOSTERONE“ 89 Datensätze liefert, die Abfrage also funktioniert [15].
- Chemie aus PubChem (CID 9824562) übernommen; Summenformel, SMILES und Synonyme am 25.10.2026 abgerufen.
- DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py online gegen Crossref und PubMed geprüft.
- Gegenprüfung 25.10.2026 am Abstract von [1] (PubMed efetch): Das Abstract sagt nur „three of the compounds efficaciously stimulated AR-mediated reporter gene expression“, ohne die drei zu benennen. Die Aussage ist deshalb nicht mehr S-4 zugeschrieben. Namentlich stehen im Abstract die In-vivo-Befunde zu S-1 und S-4 (androgene und anabole Wirkung, Gewebeselektivität, keine nennenswerte LH- oder FSH-Senkung nahe der halbmaximal wirksamen Gabe).
- Gegenprüfung 25.10.2026: Der Einstiegssatz von `status.deutschland` lautete „Kein Arzneimittel.“, obwohl nur AMVV Anlage 1, der EMA-Datenexport und Drugs@FDA geprüft sind und AMIce/PharmNet ausdrücklich nicht abgefragt ist. Er lautet jetzt „Nicht als Arzneimittel zugelassen, soweit geprüft.“ (Leitfaden: ohne Frontmaskierung ist „kein Treffer“ kein Beweis).
Nicht verifiziert
- Arzneimittelrechtlicher Status in Deutschland über AMIce/PharmNet und lebensmittelrechtliche Verkehrsfähigkeit in der EU: nicht abgefragt.
- WADA-Verbotsliste 2026 im Original und ihre für Deutschland maßgebliche Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II: nicht abgerufen; das Dopingverbot ist hier nur über die Anlage zum AntiDopG belegt.
- FDA-Verbraucher- und Rezepturstoffseiten: am 25.10.2026 nicht abrufbar (HTTP 404); die in den Planungsunterlagen genannten FDA-Befunde zu als SARM verkauften Produkten sind deshalb nicht übernommen.
- Metabolismus und Gehirngängigkeit von Andarin beim Menschen: keine Primärquelle gefunden.
- Ob es unveröffentlichte Phase-I-Daten aus der klinischen Entwicklung von S-4 gibt und was sie zeigen.
- Die in Foren verbreitete Sehstörung („gelber Farbschleier“): keine Primärquelle gefunden, daher als nicht belegte Behauptung geführt.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
Fehler gefunden oder etwas vermisst?
Wünsch dir einen Wirkstoff, schlag eine Verbesserung vor oder melde einen Fehler. Jede Rückmeldung wird gelesen.
Die Website speichert nichts. Der Button öffnet dein E-Mail-Programm mit einer vorbereiteten Nachricht.