Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten. Herstellung, Besitz, Handel oder Anwendung können verboten sein; Einzelheiten unter „Rechtlicher Status“.

Versprechen im Check

  • Mehr Ausdauer und schnellere Erholung nach Belastung

    nicht untersucht

    Muskel & Leistung · gesund · Keine Daten

    Eine sportmedizinische Übersicht kommt zu dem Schluss, dass ein Leistungsnutzen bei Sportlerinnen und Sportlern „recht spekulativ“ und ohne belastbare wissenschaftliche Grundlage diskutiert wird [2]. Eine eigene Literatursuche am 25.10.2026 fand keine kontrollierte Studie zu Ausdauer, Kraft oder Erholung bei Gesunden. Die offene Ausscheidungsstudie an Gesunden führte nach ihrem Abstract Belastungstests durch, berichtet dazu aber keine Ergebnisse, und hatte keinen Placeboarm [8]; der Volltext wurde nicht gelesen. Die hohe Verbreitung im Sport [6] ist kein Wirksamkeitsbeleg.

  • Verbessert die Belastungstoleranz bei stabiler Angina pectoris

    Einzelbefund, unbestätigt

    Herz & Gefäße · Patienten: stabile Angina pectoris · Mensch, randomisiert

    In der größten placebokontrollierten Studie (Phase 2, 512 Teilnehmende, zwölf Wochen, zusätzlich zur Standardtherapie) stieg die Belastungszeit in einer der vier Dosisgruppen deutlich (p = 0,002); für zwei niedrigere Gruppen nennt der Abstract keinen Unterschied zu Placebo, und für die höchste Gruppe nur einen geringeren Zuwachs als in der wirksamen Gruppe, ohne Angabe zur Signifikanz [3]. Eine Bestätigungsstudie mit klinischen Endpunkten wurde nicht gefunden.

  • Hilft beim akuten Schlaganfall

    nicht untersucht

    Nervensystem · Patienten: akuter ischämischer Schlaganfall · Keine Daten

    Die vorliegende Phase-2-Studie (227 Teilnehmende) verglich Meldonium nicht mit Placebo, sondern mit einem anderen Wirkstoff und fand keine Unterschiede im primären und in allen sekundären Endpunkten [4]. Ein solches Design kann nicht zeigen, ob Meldonium hilft, sondern nur, ob es sich vom Vergleichspräparat unterscheidet; nach der Regel zum abweichenden Design (Entscheidung q006 vom 25.10.2026) bleibt das Versprechen „nicht untersucht“. Der Befund selbst steht im Text und in den Studien.

  • Verbessert die Belastbarkeit bei Rechtsherzschwäche

    Einzelbefund, unbestätigt

    Lunge & Atemwege · Patienten: pulmonal-arterielle Hypertonie mit Rechtsherzinsuffizienz · Mensch, nicht randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Eine offene Studie ohne Kontrollgruppe mit 20 Teilnehmenden fand über einen Monat eine längere Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest sowie bessere Lebensqualitäts- und Funktionswerte, während BNP und Blutchemie unverändert blieben [5]. Ohne Kontrollgruppe sind Zuwendungs- und Übungseffekte nicht auszuschließen. Bereich „Lunge & Atemwege“ gewählt, weil die Grunderkrankung die pulmonal-arterielle Hypertonie ist (Leitfaden, Entscheidung q010). Die Autorinnen und Autoren gehören Einrichtungen in Riga an, darunter dem Institut, aus dem auch die Übersicht zum Wirkmechanismus stammt.[1]

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Meldonium

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Meldonium ist ein Strukturanalogon des γ-Butyrobetains, der direkten Vorstufe von L-Carnitin. Es hemmt die γ-Butyrobetain-Hydroxylase, also den letzten Schritt der Carnitin-Biosynthese, und zugleich den Carnitintransporter OCTN2. Dadurch sinken der Carnitinspiegel und die Menge langkettiger Acylcarnitine, der Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien nimmt ab und der Zuckerabbau wird relativ stärker genutzt; außerdem sinkt das aus Carnitin über Darmbakterien entstehende Trimethylamin-N-oxid. Auf dieser Umstellung beruht die beschriebene Wirkung bei Durchblutungsstörungen, und daran werden auch Biomarker der Behandlung gemessen [1]. Für die Einordnung ist wichtig, dass der Stoff damit genau gegenläufig zu L-Carnitin-Präparaten wirkt – er senkt den Carnitinspiegel, den jene heben sollen.

Die klinische Datenlage ist dünner, als die Bekanntheit vermuten lässt. Eine sportmedizinische Übersicht hält fest, dass es trotz weiter Verbreitung nur wenige klinische Studien gibt, dass der Stoff in den meisten baltischen Ländern registriert ist und dass ein Nutzen für die Leistung von Sportlerinnen und Sportlern „recht spekulativ“ und ohne belastbare wissenschaftliche Grundlage diskutiert wird [2]. Die größte placebokontrollierte Studie ist eine Phase-2-Studie zur stabilen Angina pectoris mit 512 Teilnehmenden an 72 Zentren in vier Ländern: Primärer Endpunkt war die Veränderung der Belastungszeit in der Fahrradergometrie nach zwölf Wochen zusätzlich zur Standardtherapie. Von vier Dosisgruppen zeigte nur eine einen deutlichen Zuwachs der Belastungszeit, die beiden niedrigeren unterschieden sich nicht von Placebo, und die höchste Gruppe wirkte schwächer als die darunterliegende; die sekundären Endpunkte verhielten sich ähnlich [3]. Eine chinesische Phase-2-Studie beim akuten ischämischen Schlaganfall verglich Meldonium nicht mit Placebo, sondern mit einem anderen Wirkstoff: 113 gegen 114 Personen, beide Gruppen erhielten zusätzlich Acetylsalicylsäure; im primären Endpunkt (modifizierte Rankin-Skala nach drei Monaten) und in allen sekundären Endpunkten unterschieden sich die Gruppen nicht, und die Autoren schließen auf gleiche Wirksamkeit und Sicherheit wie beim Vergleichspräparat [4]. Eine offene Studie ohne Kontrollgruppe gab Meldonium 20 Personen mit Rechtsherzinsuffizienz bei pulmonal-arterieller Hypertonie über einen Monat: Die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest nahm zu, ebenso Lebensqualitätswerte und funktionelle Einstufung, während Vitalparameter, Blutchemie und BNP unverändert blieben [5]. Diese Arbeit stammt von Autorinnen und Autoren der Riga Stradins University, des Universitätsklinikums Pauls Stradins und des Lettischen Instituts für Organische Synthese, aus dem auch die Übersicht zum Wirkmechanismus kommt [1]; die Studie erklärt keine Interessenkonflikte.

Bekannt wurde Meldonium durch den Sport. Eine Auswertung der Europaspiele 2015 in Baku zeigte, dass nur 23 von 662 getesteten Personen (3,5 %) die Anwendung angaben, darunter 13 Siegerinnen und Sieger, während 66 von 762 analysierten Urinproben (8,7 %) positiv waren; Spuren fanden sich in 15 der 21 Sportarten. Die Autoren sprechen von weit verbreitetem und unangemessenem Gebrauch eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels in einer im Allgemeinen gesunden Population; nach diesen Befunden setzte die Welt-Anti-Doping-Agentur den Stoff auf die Verbotsliste 2016 [6]. Methodisch war das möglich, weil Dopinglabore ab 2015 eigene Nachweisverfahren aufbauten [7]. Zur Ausscheidung liegt eine offene Studie an 32 gesunden Freiwilligen vor; ihre Autorinnen und Autoren gehören der Welt-Anti-Doping-Agentur und russischen Einrichtungen der FMBA an: Der Blutspiegel erreicht erst nach mehreren Tagen ein Gleichgewicht, und die Ausscheidung zieht sich nach dem Ende der Anwendung über Monate hin; entscheidend für die vollständige Elimination sind Menge, Häufigkeit und Dauer der vorangegangenen Anwendung [8].

Rechtlich ist die Lage zweigeteilt: In Deutschland gibt es keine Zulassung und keinen Eintrag in der Arzneimittelverschreibungsverordnung [10], in der EU kein zentral zugelassenes Präparat [11], während der Stoff in mehreren baltischen Staaten als Arzneimittel geführt wird [1][2]. Wer Meldonium hier anwendet, nutzt also ein Mittel ohne deutsche Fachinformation, ohne Chargenkontrolle und ohne Nebenwirkungsüberwachung. In der europäischen Marktüberwachung illegaler Leistungsprodukte waren Stoffwechsel-Modulatoren eine der drei untersuchten Stoffgruppen; 65 % der beschlagnahmten Produkte waren als Arzneimittel und 24 % als Nahrungsergänzungsmittel aufgemacht, und die quantitativen Teilergebnisse sprechen für wirksame, teils über der Angabe liegende Gehalte [12].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
γ-Butyrobetain-HydroxylaseEnzymHemmerletzter Schritt der Carnitin-Biosynthese; Hauptangriffspunkt laut Übersicht zum Wirkmechanismus Labor[1]
OCTN2 (SLC22A5, Carnitintransporter)TransporterHemmerzweiter bekannter Angriffspunkt; vermindert die Aufnahme von Carnitin in die Zelle Labor[1]
L-Carnitin und langkettige AcylcarnitineSonstigesSenkunggewollte Senkung; dient zugleich als Biomarker der Behandlung Labor[1]
Trimethylamin-N-oxid (TMAO)SonstigesSenkungentsteht aus Carnitin über Darmbakterien; sinkt mit dem Carnitinspiegel Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselmoduliert · Weniger Carnitin, dadurch weniger Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien und relativ stärkere Zuckernutzung[1]
  • Insulin · Glukosemoduliert · Verschiebung zum Glukosestoffwechsel; in der Übersicht auch für Diabetesmodelle beschrieben[1]
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiom↓ · Weniger Carnitin als Ausgangsstoff für die bakterielle TMA-Bildung, dadurch niedrigeres TMAO[1]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechsel↓ · Niedrigere Carnitin- und Acylcarnitinspiegel[1]
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Kapsel oder Tablette (in den Staaten, in denen der Stoff registriert ist)

    nicht bestimmt; oral wirksam

    Die klinischen Studien zur Angina pectoris und zur Rechtsherzinsuffizienz sowie die Ausscheidungsstudie an gesunden Freiwilligen verwendeten die Anwendung über den Mund [3][5][8].[3][5][8]

    Mensch, randomisiert

  • Intravenös · Injektionslösung

    vollständig (Infusion bzw. Injektion)

    In der Schlaganfallstudie wurde Meldonium als Injektion gegeben [4]; auch mehrere osteuropäische Studien verwenden diese Form.

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • MILSS I: stabile Angina pectoris

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Phase 2, vier Dosisgruppen, 72 Zentren in vier Ländern · Patienten: stabile Angina pectoris bei chronischer koronarer Herzkrankheit · n = 512 · 12 Wochen

    Gemessen: Veränderung der Belastungszeit in der Fahrradergometrie (primär); maximale Last und Zeit bis zum Angina-Beginn (sekundär)

    Ergebnis: Deutlicher Zuwachs der Belastungszeit in einer der vier Dosisgruppen (p = 0,002); für zwei niedrigere Gruppen nennt der Abstract keinen Unterschied zu Placebo, für die höchste Gruppe einen geringeren Zuwachs als in der wirksamen Gruppe (ohne Signifikanzangabe). Sekundäre Endpunkte ähnlich.[3]

    Mensch, randomisiert

  • Akuter ischämischer Schlaganfall

    RCT, doppelblind, aktiv kontrolliert (Vergleichswirkstoff statt Placebo), Phase 2, multizentrisch · Patienten: akuter ischämischer Schlaganfall · n = 227 · Behandlung in der Akutphase, Nachbeobachtung bis 3 Monate

    Gemessen: modifizierte Rankin-Skala nach 3 Monaten (primär); NIHSS und Barthel-Index nach 2 Wochen

    Ergebnis: Keine Unterschiede zwischen den Gruppen im primären Endpunkt (p = 0,52 bzw. 0,07) und in den sekundären Endpunkten; schwere unerwünschte Ereignisse in beiden Gruppen ähnlich häufig. Kein Placeboarm.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Rechtsherzinsuffizienz bei pulmonal-arterieller Hypertonie

    offene Studie ohne Kontrollgruppe · Patienten: pulmonal-arterielle Hypertonie mit Rechtsherzinsuffizienz · n = 20 · 1 Monat Behandlung, 1 Monat Nachbeobachtung

    Gemessen: Sechs-Minuten-Gehtest, Lebensqualität (SF-36), WHO-Funktionsklasse, Borg-Dyspnoe-Score, Blutwerte

    Ergebnis: Gehstrecke von 352 ± 115 m auf 399 ± 129 m gestiegen (p = 0,021); Funktionsklasse, Lebensqualität und Dyspnoe-Score besser; Vitalparameter, Blutchemie und BNP unverändert.[5]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Ausscheidung bei gesunden Freiwilligen

    offene Studie mit Belastungstests; die Autorinnen und Autoren gehören der Welt-Anti-Doping-Agentur und russischen Einrichtungen der FMBA an · gesund (Sportlerinnen und Sportler) · n = 32 · 3 Wochen Anwendung, Nachbeobachtung über Monate

    Gemessen: Pharmakokinetik in Blut und Urin, Einfluss von L-Carnitin auf die Ausscheidung

    Ergebnis: Gleichgewichtszustand im Blut erst nach mehreren Tagen; Ausscheidung über Monate nach dem Ende der Anwendung. Der Abstract nennt als Design einzelne und wiederholte Belastungstests, berichtet dazu aber keine Ergebnisse; welche Messgrößen erhoben wurden, geht aus ihm nicht hervor.[8]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Keine Zulassung und keine deutsche Fachinformation

    In Deutschland gibt es keine Zulassung und keinen AMVV-Eintrag [10], in der EU kein zentral zugelassenes Präparat [11]. Damit fehlen eine geprüfte Produktinformation, die Chargenkontrolle und die Nebenwirkungsüberwachung. Die Risikoeinschätzung stützt sich auf Studien aus Staaten, in denen der Stoff registriert ist.

    Keine Daten

  • Sehr lange Ausscheidung

    Nach dem Ende der Anwendung ist der Stoff über Monate nachweisbar, und der Blutspiegel steigt über mehrere Tage bis zum Gleichgewicht [8]. Praktisch bedeutet das eine Anreicherung über Wochen und, im Sport, einen sehr langen Nachweiszeitraum; viele Dopingfälle von 2016 beruhten darauf.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Gewollte Senkung des Carnitinspiegels

    Der Wirkmechanismus besteht darin, Carnitin-Biosynthese und -Transport zu hemmen [1]. Welche Folgen eine über Monate gesenkte Carnitinversorgung bei Gesunden, bei Carnitinmangel, in der Schwangerschaft oder im Wachstum hat, ist nicht untersucht; die vorliegenden Studien erfassen das nicht.

    Labor

  • Dünne Sicherheitsdatenlage

    In der Schlaganfallstudie traten schwere unerwünschte Ereignisse in beiden Gruppen ähnlich häufig auf [4], und in der offenen Studie zur Rechtsherzinsuffizienz blieben Vitalparameter und Blutchemie bei 20 Teilnehmenden unverändert [5]. Die sportmedizinische Übersicht verweist darauf, dass bisher keine schweren Nebenwirkungen berichtet wurden – allerdings als Angabe des Herstellers, nicht als Ergebnis einer behördlichen Überwachung [2]. Das ist keine Grundlage für eine Aussage zur Langzeitsicherheit.

    Mensch, randomisiert

  • Anwendung ohne medizinischen Grund

    Bei den Europaspielen 2015 war Meldonium in 66 von 762 Urinproben (8,7 %) nachweisbar, während nur 23 von 662 getesteten Personen (3,5 %) die Anwendung angegeben hatten; die Autoren sprechen von weit verbreitetem und unangemessenem Gebrauch und Verschreiben eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels bei im Allgemeinen Gesunden [6].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Produktqualität außerhalb des regulierten Markts

    In der europäischen Marktüberwachung illegaler Leistungsprodukte waren Stoffwechsel-Modulatoren eine der drei untersuchten Stoffgruppen; 65 % der beschlagnahmten Produkte waren als Arzneimittel und 24 % als Nahrungsergänzungsmittel aufgemacht, mit überwiegend wirksamen, teils über der Angabe liegenden Gehalten [12]. Stoffgenaue Zahlen zu Meldonium nennt der Abstract nicht.

    Mensch, nicht randomisiert

  • Doping und Rechtsfolgen

    Meldonium steht namentlich in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (III.4) [9] und ist seit der Verbotsliste 2016 im Sport verboten [2][6]; § 2 AntiDopG verbietet Handel, Abgabe, Verschreibung und Anwendung bei anderen zum Zweck des Dopings im Sport sowie Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge. Wegen der monatelangen Ausscheidung bleibt ein Verstoß lange nachweisbar [8].

    Keine Daten

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Meldonium ist ein AMPK-Agonist“

    Die Zuordnung stammt aus der Rechtsgruppe „AMPK-Axis-Agonisten“ der AntiDopG-Anlage, in der der Stoff beispielhaft genannt wird [9]. Pharmakologisch beschrieben ist er als Hemmer der Carnitin-Biosynthese und des Carnitintransports [1]; eine AMPK-Aktivierung gehört nicht zu den bekannten Angriffspunkten. Eine Rechtsgruppe ist keine Mechanismusangabe.

  • nicht belegt

    „Meldonium steigert die Ausdauerleistung“

    Eine sportmedizinische Übersicht bezeichnet den vermuteten Leistungsnutzen als spekulativ und ohne belastbare Grundlage [2]; eine kontrollierte Studie an Gesunden wurde nicht gefunden. Dass der Stoff im Sport verbreitet angewendet wurde [6], sagt nichts über die Wirkung.

  • teilweise belegt

    „Meldonium schützt das Herz bei Sauerstoffmangel“

    Die Übersicht zur Pharmakologie beschreibt antiischämische und herzschützende Wirkungen aus vorklinischen und klinischen Arbeiten [1], und in der Angina-Studie nahm die Belastungszeit in einer Dosisgruppe zu [3]. Harte klinische Endpunkte wie Herzinfarkt oder Sterblichkeit wurden nicht untersucht.

  • teilweise belegt

    „Meldonium ist in Europa ein zugelassenes Arzneimittel“

    In mehreren baltischen Staaten ist der Stoff registriert und klinisch in Gebrauch [1][2]. In Deutschland gibt es keine Zulassung und keinen AMVV-Eintrag [10], in der EU kein zentral zugelassenes Präparat [11]. „In Europa zugelassen“ ist deshalb nur für einzelne Staaten richtig.

  • widerlegt

    „Nach dem Absetzen ist Meldonium schnell wieder aus dem Körper“

    Die Ausscheidung zieht sich nach dem Ende der Anwendung über Monate hin, und der Blutspiegel erreicht erst nach mehreren Tagen ein Gleichgewicht [8]. Genau diese Eigenschaft führte 2016 zu vielen positiven Dopingproben.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Oral wirksam; in der Ausscheidungsstudie an gesunden Freiwilligen über den Mund angewendet [8].
Halbwertszeit
Keine Zahlenangabe im geprüften Abstract; der Blutspiegel erreicht erst nach mehreren Tagen ein Gleichgewicht, und die Ausscheidung zieht sich über Monate hin [8].
Abbau
Nicht verifiziert; die Übersicht beschreibt vor allem die Wirkung auf Carnitin und seine Metabolite, nicht den Abbau des Stoffs selbst [1].
Weg ins Gehirn
Nicht eigens belegt; neurologische Anwendungen werden beschrieben [2][4], eine Messung im Gehirn wurde nicht gefunden.

Rechtlicher Status

Deutschland
In Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und kein Eintrag in AMVV Anlage 1 (eigene Suche am 25.10.2026 im Volltext der Anlage, auch nach „Mildronat“) [10]; nationale Zulassungen (AMIce/PharmNet) wurden nicht abgefragt und bleiben insoweit nicht verifiziert. Die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz nennt Meldonium unter III. („Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren“), Nummer 4 („Stoffwechsel-Modulatoren“) in der Gruppe „AMPK (PPARδ-AMP-activated protein kinase)-Axis-Agonisten, Zum Beispiel: AICAR, Meldonium, SR9009, synonym Stenabolic“, mit dem Schlusssatz zu Salzen, Estern, Ethern, Isomeren, Komplexen und Derivaten [9]. Diese Gruppe ist eine Rechtsgruppe und keine pharmakologische Aussage: Meldonium hemmt die Carnitin-Biosynthese und ist kein AMPK-Agonist [1]. Normwiedergabe: Nach § 2 Absatz 3 AntiDopG sind Erwerb, Besitz und Verbringen in nicht geringer Menge zum Zweck des Dopings im Sport verboten; § 2 Absatz 1 und 2 verbieten ohne Mengengrenze unter anderem Herstellung, Handel, Abgabe, Verschreibung und Anwendung bei anderen zum Zweck des Dopings im Sport [9].
EU
Kein zentral zugelassenes oder bewertetes Arzneimittel mit Meldonium im EMA-Datenexport (eigener Abruf am 25.10.2026, Suche nach „meldonium“ und „mildronat“ ohne Treffer) [11]. Eine EU-weite Zulassung gibt es damit nicht; nationale Registrierungen einzelner Mitgliedstaaten erfasst dieser Export nicht.
USA
Nicht zugelassen; eine eigene Prüfung von FDA-Dokumenten wurde nicht vorgenommen.
Andere Länder
In mehreren baltischen Staaten ist Meldonium als Arzneimittel registriert und wird klinisch angewendet; so beschreiben es eine Übersichtsarbeit zur Pharmakologie [1] und eine sportmedizinische Übersicht, die von einer Registrierung „in den meisten baltischen Ländern“ spricht [2]. Die herangezogenen Arbeiten kommen von Einrichtungen in Riga [1][5] bzw. aus einer multizentrischen Studie unter lettischer Leitung [3]; zur Entwicklungsgeschichte des Stoffs sagen die geprüften Abstracts nichts. Welche Zulassungen heute in welchem Staat bestehen, wurde nicht an einem amtlichen Register geprüft. Sport: Meldonium stand 2015 im Monitoring-Programm der Welt-Anti-Doping-Agentur und ist seit der Verbotsliste 2016 verboten [2][6]; für Deutschland folgt das Verbot aus der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (III.4) [9].

Verwandte Substanzen

Gegenspieler
hemmt nachweislich Aufnahme oder Wirkung dieses Stoffs oder umgekehrt (Beleg im Text)

Offene Fragen

  • Verbessert Meldonium die Leistung Gesunder überhaupt? Dazu fehlt eine kontrollierte Studie.
  • Welche Folgen hat ein über Monate gesenkter Carnitinspiegel, besonders bei Jugendlichen, in der Schwangerschaft oder bei Carnitinmangel?
  • Warum war der Effekt auf die Belastungszeit in der Angina-Studie nicht dosisabhängig gleichgerichtet?
  • Gibt es Studien mit harten klinischen Endpunkten, und welche Qualität haben die zahlreichen osteuropäischen Arbeiten?
  • Welche nationalen Zulassungen bestehen heute, und mit welchen Indikationen?

Referenzen

  1. Dambrova M, Makrecka-Kuka M, Vilskersts R, Makarova E, Kuka J, Liepinsh E. Pharmacological effects of meldonium: biochemical mechanisms and biomarkers of cardiometabolic activity. Pharmacol Res. 2016;113(Pt B):771–80. doi:10.1016/j.phrs.2016.01.019 · PubMed
  2. Schobersberger W, Dünnwald T, Gmeiner G, Blank C. Story behind meldonium – from pharmacology to performance enhancement: a narrative review. Br J Sports Med. 2017;51(1):22–5. doi:10.1136/bjsports-2016-096357 · PubMed
  3. Dzerve V; MILSS I Study Group. A dose-dependent improvement in exercise tolerance in patients with stable angina treated with mildronate: a clinical trial „MILSS I“. Medicina (Kaunas). 2011;47(10):544–51. PubMed
  4. Zhu Y, Zhang G, Zhao J, Li D, Yan X, Liu J, et al. Efficacy and safety of mildronate for acute ischemic stroke: a randomized, double-blind, active-controlled phase II multicenter trial. Clin Drug Investig. 2013;33(10):755–60. doi:10.1007/s40261-013-0121-x · PubMed
  5. Kigitovica D, Dzirnieks K, Lejnieks A, Dambrova M, Skride A, Vilskersts R. Meldonium improves functional capacity in patients with right ventricular failure. J Clin Med. 2025;14(21):7787. doi:10.3390/jcm14217787 · PubMed
  6. Stuart M, Schneider C, Steinbach K. Meldonium use by athletes at the Baku 2015 European Games. Br J Sports Med. 2016;50(11):694–8. doi:10.1136/bjsports-2015-095906 · PubMed
  7. Görgens C, Guddat S, Dib J, Geyer H, Schänzer W, Thevis M. Mildronate (meldonium) in professional sports – monitoring doping control urine samples using hydrophilic interaction liquid chromatography – high resolution/high accuracy mass spectrometry. Drug Test Anal. 2015;7(11–12):973–9. doi:10.1002/dta.1788 · PubMed
  8. Rabin O, Uiba V, Miroshnikova Y, Zabelin M, Samoylov A, Karkischenko V, et al. Meldonium long-term excretion period and pharmacokinetics in blood and urine of healthy athlete volunteers. Drug Test Anal. 2019;11(4):554–66. doi:10.1002/dta.2521 · PubMed
  9. Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz – AntiDopG), § 2 Absatz 1 bis 3 und Anlage (zu § 2 Absatz 3), Abschnitt III („Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren“) Nummer 4 („Stoffwechsel-Modulatoren“): „AMPK (PPARδ-AMP-activated protein kinase)-Axis-Agonisten, Zum Beispiel: AICAR, Meldonium, SR9009, synonym Stenabolic“, mit Schlusssatz zu Salzen, Estern, Ethern, Isomeren, Komplexen und Derivaten. Fundstelle der Anlage: BGBl. 2023 I Nr. 67, 1–5. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html (abgerufen am 25.10.2026).
  10. Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5). Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (abgerufen am 25.10.2026; kein Eintrag „Meldonium“ oder „Mildronat“).
  11. European Medicines Agency. Medicines: Datenexport (JSON) der zentral bewerteten Arzneimittel. Amsterdam: EMA; abgerufen am 25.10.2026. https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json (Suche nach „meldonium“ und „mildronat“ ohne Treffer).
  12. Barrios MM, Deconinck E, Vanhee C, Lamme EK, 't Hart-Bakker I, Syversen PV, et al. SARMs, metabolic modulators and growth hormone secretagogues in suspected illegal medicines, bought as sport performance enhancers: a retro- and prospective study within the GEON. Drug Test Anal. 2025;17(10):2078–85. doi:10.1002/dta.3918 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Neues Profil (Paket w3-p8, Welle 3) nach docs/AUFTRAG-ACHT-KATEGORIEN.md (P8, Tier 2 der Scope-Datei k4) und den Entscheidungen vom 25.10.2026: kategorie „Nicht zugelassener Wirkstoff“ (E-2, Korrektur der Gegenprüfung: nicht „Arzneimittel“, weil weder EMA- noch AMVV-Eintrag besteht), klasse Stoffwechsel/Mitochondrien, familie stoffwechsel-modulatoren.
  • Rechtsstatus am 25.10.2026 selbst an den Primärquellen geprüft: Anlage zum AntiDopG im Volltext, Wortlaut und Gliederung III.4 bestätigt [9]; AMVV Anlage 1 im Volltext durchsucht, kein Eintrag „Meldonium“ oder „Mildronat“ [10]; EMA-Datenexport heruntergeladen und nach beiden Namen durchsucht, kein Treffer [11]. Die Registrierung in baltischen Staaten steht als Angabe aus zwei Übersichtsarbeiten in status.andere [1][2] und ist nicht an einem amtlichen Register geprüft.
  • Alle PMIDs über PubMed esummary aufgelöst und die Abstracts gelesen (nur Abstract geprüft, q012): Dambrova 2016 (Mechanismus: γ-Butyrobetain-Hydroxylase und OCTN2 als Hauptangriffspunkte, Carnitinsenkung, weniger langkettige Acylcarnitine und TMAO, Verschiebung zum Glukosestoffwechsel) [1]; Schobersberger 2017 (wenige klinische Studien, Registrierung in den meisten baltischen Ländern, Leistungsnutzen „quite speculative“ ohne belastbare Evidenz, keine schweren Nebenwirkungen laut Herstellerangabe) [2]; Dzerve 2011 MILSS I (512 Teilnehmende, 72 Zentren, vier Länder, primärer Endpunkt Belastungszeit nach zwölf Wochen; deutlicher Zuwachs in einer der vier Dosisgruppen, p = 0,002; für die höchste Gruppe nur „a smaller increase as compared with“ der wirksamen Gruppe, ohne Signifikanzangabe) [3]; Zhu 2013 (227 Teilnehmende, aktiv kontrolliert gegen Cinepazid, beide mit Acetylsalicylsäure; keine Unterschiede im primären und in den sekundären Endpunkten) [4]; Kigitovica 2025 (offen, 20 Teilnehmende, Sechs-Minuten-Gehtest von 352 ± 115 m auf 399 ± 129 m, p = 0,021; BNP und Blutchemie unverändert) [5]; Rabin 2019 (32 gesunde Freiwillige, Gleichgewicht im Blut nach mehreren Tagen, Ausscheidung über Monate) [8]; Stuart 2016 (23 von 662 getesteten Personen gaben die Anwendung an, 66 von 762 Proben positiv, 15 von 21 Sportarten) [6]; Görgens 2015 (Nachweisverfahren, Monitoring-Programm 2015) [7]; Barrios 2025 (GEON-Marktüberwachung) [12].
  • Abgrenzung Rechtsgruppe gegen Mechanismus ausdrücklich im Profil und als Behauptung bewertet: Die Nennung unter „AMPK-Axis-Agonisten“ in der AntiDopG-Anlage ist keine pharmakologische Aussage (Leitfaden, „Rechtsquellen als Beleg“).
  • Bewertungsregeln angewandt: Hauptversprechen (Leistung bei Gesunden) Stufe 0 „nicht untersucht“, weil keine kontrollierte Studie an Gesunden gefunden wurde; Angina-Versprechen „Einzelbefund, unbestätigt“ nach der q007-Lesart (Dosisfindungsstudie mit deutlichem Zuwachs in einer der vier Gruppen, keine Bestätigung); Schlaganfall-Versprechen Stufe 0 „nicht untersucht“ nach der q006-Regel (aktiv kontrolliertes Design ohne Placeboarm prüft das Versprechen nicht); Rechtsherzinsuffizienz Stufe 3 „Einzelbefund, unbestätigt“ (offene Studie ohne Kontrollgruppe). Bereiche „Nervensystem“ und „Lunge & Atemwege“ nach der Entscheidung q010.
  • Interessenlage genannt: Die offene Studie zur Rechtsherzinsuffizienz [5] stammt von Einrichtungen in Riga, darunter das Lettische Institut für Organische Synthese, aus dem auch die Übersicht zum Wirkmechanismus [1] kommt; die Studie erklärt keine Interessenkonflikte. Bei der Ausscheidungsstudie [8] gehören die Autorinnen und Autoren der Welt-Anti-Doping-Agentur und russischen Einrichtungen der FMBA an; eine Förder- oder Sponsorangabe enthalten Abstract und PubMed-Datensatz nicht. Keine Firmennamen als Bezugsquelle.
  • Beziehung zu l-carnitin als „Gegenspieler“ eingetragen (Meldonium hemmt Biosynthese und Transport von Carnitin [1]); Gegenlink in l-carnitin.json ergänzt.
  • Keine Mengen, Dosisgruppen mit Zahlenwert, Intervalle, Kombinationsschemata oder Bezugshinweise übernommen; die Dosisangaben der Abstracts wurden bewusst weggelassen, ebenso Angaben zur leichten Verfügbarkeit.
  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed mit tools/pruefe_profile.py online abgeglichen; [3] hat keine DOI und wird über die PMID belegt.
  • Synonyme: „Mildronate“, „THP“, „MET-88“ und „3-(2,2,2-Trimethylhydrazinium)propionat“ stehen wörtlich im Abstract von [1] („Meldonium (mildronate; 3-(2,2,2-trimethylhydrazinium)propionate; THP; MET-88)“); „Mildronat“ und „Quaterin“ stehen in der Synonymliste von PubChem CID 123868 (eigener Abruf am 25.10.2026).
  • Fix-Runde 25.10.2026, Befunde an den Primärquellen nachgeprüft und behoben: Die Entwicklung in Lettland ist in kurzfassung und status.andere gestrichen, weil keiner der geprüften Abstracts (26850121, 22186118, 41227182) sie sagt; MILSS I sagt für die höchste Dosisgruppe nur „a smaller increase as compared with“ der wirksamen Gruppe ohne Signifikanzangabe, deshalb nicht mehr „nur in einer von vier“; die Negativaussage „Leistungsendpunkte wurden nicht erhoben“ zur Ausscheidungsstudie ist ersetzt, weil ihr Abstract „single and repeated functional load testing“ als Design nennt; „von der WADA und einer russischen Behörde getragen“ ist auf die belegten Affiliationen zurückgeführt (efetch zu 30328291 enthält keine Funding-Angabe).
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Verbessert die Belastbarkeit bei Rechtsherzschwäche“ → kleine_studien: [5] n = 20 (Abstract); [1] ist eine Übersicht.

Nicht verifiziert

  • Nationale Zulassungen: Welche baltischen oder anderen Staaten Meldonium heute mit welcher Indikation zugelassen haben, wurde nicht an einem amtlichen Register geprüft; die Angabe stammt aus zwei Übersichtsarbeiten [1][2]. Auch AMIce/PharmNet wurden nicht abgefragt (Rechercheauftrag docs/AUFTRAG-RECHTSSTATUS.md).
  • Entwicklungsgeschichte: Dass der Stoff in Lettland bzw. am Lettischen Institut für Organische Synthese entwickelt wurde, wird verbreitet berichtet, ließ sich aber in den geprüften Abstracts nicht belegen. Das Profil nennt deshalb nur die Affiliationen der Autorinnen und Autoren und keine Entwicklungsgeschichte (korrigiert in der Fix-Runde am 25.10.2026: kurzfassung und status.andere hatten die Entwicklung in Lettland noch als Tatsache geführt).
  • Halbwertszeit und Abbauwege beim Menschen: im geprüften Abstract keine Zahlenangabe [8]; eigene Pharmakokinetikarbeiten wurden nicht im Volltext gelesen.
  • Welche Messgrößen die Belastungstests der Ausscheidungsstudie [8] erfassten und ob dazu etwas berichtet wurde: aus dem Abstract nicht ersichtlich, der Volltext wurde nicht gelesen. Das Hauptversprechen bleibt deshalb „nicht untersucht“, weil es keine kontrollierte Studie mit Leistungsendpunkten an Gesunden gibt, nicht weil diese Studie keine Leistung gemessen hätte.
  • Abschnittsnummer von Meldonium in der WADA-Verbotsliste 2026: Der Abruf scheiterte am 25.10.2026 (HTTP 202 ohne Inhalt), die Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt Teil II wurde nicht geprüft. Belegt sind das Monitoring 2015 und die Aufnahme in die Liste 2016 [2][6] sowie die AntiDopG-Anlage [9].
  • Die zahlreichen russischsprachigen Studien zu Herzinsuffizienz, Arrhythmien und Schlaganfall wurden nicht ausgewertet; ihre Qualität und Berichtsstandards sind offen. Das betrifft auch die Frage, ob es Studien mit harten klinischen Endpunkten gibt.
  • Stoffgenaue Trefferquoten für Meldonium in der Marktüberwachung [12]: im Abstract nicht genannt, Volltext nicht gelesen.
  • Folgen einer länger gesenkten Carnitinversorgung (Schwangerschaft, Wachstum, Carnitinmangel): keine Studie gefunden.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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