Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Stärkt die Darmbarriere und verbessert den Zuckerstoffwechsel, auch ohne lebende Bakterien
uneinheitlichDie explorative Machbarkeitsstudie (32 ausgewertet) fand nach drei Monaten eine um 28,6 % bessere Insulinsensitivität, weniger Insulin und Gesamtcholesterin sowie weniger Plasma-Lipopolysaccharid als unter Placebo [5]. Die größere multizentrische Studie mit 142 Teilnehmenden verfehlte den primären Endpunkt Matsuda-Index; positive Befunde betrafen nur Untergruppen und waren explorativ [7]. Barriere- und Mucinbefunde selbst stammen aus der Maus [3]. Keine Daten bei Gesunden.
Hilft beim Abnehmen und beim Halten des Gewichts
Einzelbefund, unbestätigtIn einer Studie mit 90 Teilnehmenden war die Wiederzunahme nach einer kalorienreduzierten Phase geringer als unter Placebo (1,2 vs. 3,2 kg; p = 0,012) [8]. In der Machbarkeitsstudie änderte sich das Gewicht nur tendenziell [5], in der Studie bei metabolischem Syndrom nur in einer Untergruppe [7]. Alle Studien mit Herstellerbeteiligung, keine unabhängige Bestätigung.
Dichtet den „durchlässigen Darm“ ab
Einzelbefund, unbestätigtNur Marker: Plasma-Lipopolysaccharid sank in der Machbarkeitsstudie gegenüber Placebo [5]; Mukusdicke, Tight Junctions und Permeabilitätstests beim Menschen wurden nicht gemessen, die Barrierebefunde stammen aus Mausversuchen (Stufe 2) [3]. Ein klinischer Endpunkt zur Darmgesundheit wurde nicht geprüft. Beleg für „kleine Studien“: einzige Humanstudie mit 40 Teilnehmenden, davon 32 bis zum Ende [5]; [3] ist eine Mausstudie.
Wirkt über die Darm-Hirn-Achse auf Stimmung und Kognition
nicht untersuchtIn den drei randomisierten Humanstudien mit diesem Stamm wurden keine psychischen oder kognitiven Endpunkte erhoben [5][7][8]. Zum Zusammenhang: Die EFSA nennt Beobachtungsdaten, in denen A. muciniphila bei neurologischen Erkrankungen häufiger vorkam, ohne belegte Ursache [9].[5][7][8]
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: Akkermansia muciniphila ATCC BAA-835, pasteurisiert
Akkermansia muciniphila ist ein gramnegatives, strikt anaerobes Bakterium der Verrucomicrobia, das Mucin der Darmschleimschicht abbaut und daraus wächst. Der Typstamm MucT wurde 2004 aus menschlichem Stuhl isoliert und ist unter ATCC BAA-835 und CIP 107961 hinterlegt [1]; alle hier genannten Humanstudien und der EU-Rechtsakt beziehen sich auf genau diesen Stamm (für die Machbarkeitsstudie über das EFSA-Gutachten belegt, siehe `pruefung`). Dieses Profil beschreibt die pasteurisierte, also abgetötete Zubereitung. Sie erfüllt die Postbiotika-Definition der ISAPP, weil sie inaktivierte Zellen und Zellbestandteile enthält [2].
Die mechanistische Grundlage stammt aus Mausversuchen (Stufe 2). Dort verbesserte nicht nur die lebende, sondern besonders die pasteurisierte Zubereitung Fettmasse, Insulinresistenz und Blutfette; verantwortlich gemacht wird vor allem Amuc_1100, ein Protein der äußeren Membran, das an TLR2 bindet, die Pasteurisierungstemperatur übersteht und einen Teil der Wirkung allein nachbildet [3]. Schleimschicht und Tight Junctions sind die Angriffspunkte in diesen Modellen, den Mucinabbau leistet nur der lebende Keim; beim Menschen ist davon nur ein Marker geprüft (siehe unten). Weil die Zellen abgetötet sind, kann sich die Zubereitung nicht ansiedeln: Der Stamm vermehrt sich nicht, und die Unionsliste verlangt, dass praktisch keine lebensfähigen Zellen enthalten sind [4].
Beim Menschen gibt es drei randomisierte Studien, alle mit Beteiligung des Herstellers. Die erste war eine Machbarkeitsstudie mit 40 eingeschlossenen und 32 ausgewerteten Erwachsenen mit Übergewicht und Insulinresistenz über drei Monate: Unter der pasteurisierten Zubereitung verbesserte sich die Insulinsensitivität gegenüber Placebo um 28,6 % (p = 0,002), Insulin im Blut sank um 34,1 % (p = 0,006) und Gesamtcholesterin um 8,7 % (p = 0,02); Körpergewicht, Fettmasse und Hüftumfang änderten sich nur tendenziell. Plasma-Lipopolysaccharid, ein indirektes Maß der Barrierefunktion, nahm gegenüber Placebo ab, die Zusammensetzung des Mikrobioms blieb unverändert. Die Studie war ausdrücklich explorativ angelegt; primäre Endpunkte waren Sicherheit, Verträglichkeit und Stoffwechselparameter (Insulinresistenz, Blutfette, viszerales Fett, Körpermasse), sekundäre die Barrierefunktion über Plasma-Lipopolysaccharid und das Mikrobiom [5]. Eine Nachauswertung derselben Studie fand keine durchgreifende Veränderung der Endocannabinoid-verwandten Lipide, sondern höhere Monopalmitoylglycerole als mögliche PPARα-Aktivatoren [6].
Die beiden größeren Studien fielen zurückhaltender aus. In einer multizentrischen Studie mit 142 Erwachsenen mit metabolischem Syndrom verfehlte der primäre Endpunkt, die Ganzkörper-Insulinsensitivität (Matsuda-Index) nach vier Monaten, die Signifikanz; positive Befunde betrafen Untergruppen (Prädiabetes, ab 63 Jahren, niedrige Akkermansia-Ausgangsmenge) und die GLP-1-Antwort nach Zuckerbelastung und waren explorativ. Das Mikrobiom veränderte sich nur geringfügig [7]. In einer Studie zum Gewichtserhalt nach einer achtwöchigen kalorienreduzierten Phase nahmen 90 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas über 24 Wochen die pasteurisierte Zubereitung oder Placebo ein: Die Wiederzunahme war geringer (1,2 vs. 3,2 kg; p = 0,012) und die Netto-Gewichtsabnahme über die gesamte Studie größer (Differenz 3,1 kg; p = 0,009) [8]. Beide Studien wurden von Firmenangehörigen mitverfasst; in der Gewichtserhalt-Studie fehlten Vergleichsgruppen mit veränderten Stämmen, sodass der Beitrag einzelner Zellbestandteile offen bleibt [8].
Rechtlich ist die pasteurisierte Zubereitung dieses Stamms in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen (siehe `status`), eine Einstufung als sicher im Sinne der EFSA-Bewertung [9][10]. Die Art selbst hat keinen QPS-Status: Die EFSA empfahl sie 2020 nicht, weil A. muciniphila in mehreren Veröffentlichungen bei neurologischen Erkrankungen häufiger vorkam; diese Zusammenhänge sind uneinheitlich und nicht als Ursache belegt, führten aber zur Vorgabe, dass die Zubereitung praktisch keine lebensfähigen Zellen enthalten darf [9][11].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| TLR2 (über das Membranprotein Amuc_1100) | Rezeptor | Agonist | hitzestabil bei Pasteurisierung (Maus, Zellversuch) | Tierversuch[3] |
| Mukusschicht und Tight-Junction-Komplex des Darmepithels | Struktur | Aktivator | Barriere verbessert (Maus) | Tierversuch[3] |
| Mucin der Darmschleimschicht (nur lebender Keim; kein Angriffspunkt der pasteurisierten Form) | Sonstiges | Abbau (Substrat) | Wachstum auf Mucin als einziger Kohlenstoff- und Stickstoffquelle (Reinkultur) | Labor[1] |
| PPARα (über Monopalmitoylglycerole) | Rezeptor | Agonist | Aktivierung im Zellversuch, Lipide im Plasma der Teilnehmenden gemessen | Labor[6] |
| GLP-1-Freisetzung nach Zuckerbelastung | Hormonachse | Freisetzung | stärkerer Anstieg als unter Placebo (explorativ, p < 0,01) | Mensch, randomisiert[7] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · GlukoseInsulinsensitivität in einer explorativen Studie besser, in der größeren Studie primärer Endpunkt verfehlt[5][7]
- Entzündung · oxidativTLR2-Bindung von Amuc_1100 und entzündungsarme Signale in der Maus; beim Menschen nur Leber- und Entzündungsmarker in einer explorativen Studie[3][5]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- DarmbarrierePlasma-Lipopolysaccharid als indirekter Marker gesenkt (eine Studie); Mukus und Tight Junctions nur in der Maus geprüft[3][5]
- MikrobiomZusammensetzung in der Machbarkeitsstudie unverändert, in der größeren Studie nur geringfügig verändert; die abgetöteten Zellen besiedeln nicht[5][7]
- Kurzkettige Fettsäuren
- Gallensäuren
- DarmhormoneGLP-1-Antwort nach Zuckerbelastung in einer explorativen Auswertung stärker[7]
- Darm-Hirn-Achse
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · gefriergetrocknete pasteurisierte Zellen in Kapseln
nicht anwendbar (nicht resorbierter Zellverband; Wirkung im Darmlumen und an der Schleimhaut)In den Humanstudien wurde die pasteurisierte Zubereitung als Kapsel oder Suspension über drei Monate bis 24 Wochen gegeben [5][7][8]. Die Unionsliste beschreibt anaerobes Wachstum, Pasteurisierung, Zellkonzentration, Kryokonservierung und Gefriertrocknung [12]. Säurestabilität oder Überleben der Magenpassage sind bei abgetöteten Zellen kein Endpunkt.[5][7][8]
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Machbarkeitsstudie bei Übergewicht und Insulinresistenz
Gemessen: Sicherheit, Verträglichkeit und Stoffwechselparameter: Insulinresistenz, Blutfette, viszerales Fett, Körpermasse (primär); Plasma-Lipopolysaccharid als Barrieremarker, Mikrobiom (sekundär)
Ergebnis: Pasteurisiert vs. Placebo: Insulinsensitivität +28,6 % (p = 0,002), Insulin −34,1 % (p = 0,006), Gesamtcholesterin −8,7 % (p = 0,02); Gewicht −2,27 kg (p = 0,091); Lipopolysaccharid gesenkt; Mikrobiom unverändert. 40 eingeschlossen, 7 vorzeitig beendet, 1 ausgeschlossen.[5]
Mensch, randomisiert
Metabolisches Syndrom, multizentrisch (Irland, Deutschland)
Gemessen: Insulinsensitivität (Matsuda-Index, primär)
Ergebnis: Primärer Endpunkt nicht unterschiedlich (Intention-to-treat). Explorativ: hepatische Insulinsensitivität bei Prädiabetes (12 %; p = 0,05) und ab 63 Jahren (p = 0,05), GLP-1-Antwort stärker (p < 0,01), in der Untergruppe mit niedriger Akkermansia-Ausgangsmenge auch Rumpffett (p < 0,05) und Gewicht (p = 0,06). Unerwünschte Ereignisse ausgeglichen.[7]
Mensch, randomisiert
Gewichtserhalt nach kalorienreduzierter Phase
Gemessen: Gewichtsänderung in der Erhaltungsphase (primär)
Ergebnis: Wiederzunahme 1,2 vs. 3,2 kg (p = 0,012); Netto-Gewichtsabnahme über die Studie um 3,1 kg größer (p = 0,009). Keine schwerwiegenden, der Behandlung zugeschriebenen Ereignisse.[8]
Mensch, randomisiert
Nachauswertung der Machbarkeitsstudie (Lipidsignale)
Gemessen: 25 Endocannabinoid-verwandte Lipide im Plasma
Ergebnis: Keine durchgreifende Veränderung; 1- und 2-Palmitoylglycerol unter der lebenden, schwächer unter der pasteurisierten Form höher als unter Placebo; beide aktivieren PPARα im Zellversuch.[6]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Verträglichkeit kurzfristig gut, Langzeitdaten fehlen
In der Machbarkeitsstudie war die Einnahme über drei Monate sicher und gut verträglich [5]; in der Studie bei metabolischem Syndrom waren unerwünschte Ereignisse zwischen den Gruppen ausgeglichen [7], in der Gewichtserhalt-Studie traten keine schwerwiegenden, der Behandlung zugeschriebenen Ereignisse auf [8]. Die EFSA-Bewertung stützt sich auf eine 90-Tage-Studie an Ratten und gilt nur für die zugelassene Zubereitung und Personengruppe [9].
Mensch, randomisiert
Keine Daten für Schwangere, Stillende und Kinder
Die Zulassung schließt Säuglinge, Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Stillende aus [12]; für Schwangere und Stillende sah die EFSA 2025 die Sicherheit als nicht belegt an, für Jugendliche ab 12 Jahren dagegen als vertretbar [10].
Mensch, randomisiert
Kein QPS-Status der Art, Vorgabe praktisch keiner lebensfähigen Zellen
Die EFSA empfahl A. muciniphila 2020 nicht für die QPS-Liste, weil die Art in Veröffentlichungen bei neurologischen und autoimmunen Erkrankungen häufiger vorkam. Die Zusammenhänge sind uneinheitlich und nicht als Ursache belegt; vorsorglich verlangt die Spezifikation, dass die Zahl lebensfähiger Zellen unter der Nachweisgrenze liegt [9][11][12].
Mensch, nicht randomisiert
Datenlage vollständig herstellernah
An allen drei randomisierten Studien waren Angestellte, Beratende oder Gründungspersonen des Herstellers beteiligt, teils als Patentinhaber [5][7][8]. Eine unabhängige Wiederholung fehlt.
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen
- Antibiotika: Nicht untersucht. Da die Zellen abgetötet sind, ist eine Abtötung durch Antibiotika anders als bei lebenden Probiotika kein Thema; in der Machbarkeitsstudie führte Antibiotikaeinnahme zum Ausschluss [5].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- widerlegt
„Akkermansia siedelt sich dauerhaft im Darm an und baut die Schleimschicht wieder auf“
Die zugelassene Zubereitung ist pasteurisiert und enthält praktisch keine lebensfähigen Zellen [12], kann sich also nicht ansiedeln; passend dazu blieb die Mikrobiomzusammensetzung in der Machbarkeitsstudie unverändert und änderte sich in der größeren Studie nur geringfügig [5][7]. Dass eine Besiedlung durch Probiotika ohnehin individuell und meist vorübergehend ist, zeigt eine Studie mit Schleimhautproben [14]. Der Aufbau der Mukusschicht ist nur in der Maus gezeigt [3].
- teilweise belegt
„Das Postbiotikum wirkt besser als die lebenden Bakterien“
In der Maus wirkte die pasteurisierte Zubereitung stärker als die lebende [3]. Beim Menschen wurden beide Formen nur in der explorativen Machbarkeitsstudie geprüft, in der nur die pasteurisierte Gruppe Unterschiede zu Placebo zeigte; sie war mit 12 gegenüber 9 Teilnehmenden jedoch nicht auf einen Formvergleich angelegt [5].
- nicht belegt
„Akkermansia macht slim: belegte Gewichtsabnahme beim Menschen“
Die Gewichtsabnahme war in der Machbarkeitsstudie nicht signifikant [5]. Ein Vorteil zeigte sich bisher nur beim Halten des Gewichts nach einer Diät, in einer einzigen Studie mit Herstellerbeteiligung [8]; bei metabolischem Syndrom nur in einer Untergruppe [7].
- nicht belegt
„Weil Schlanke mehr Akkermansia im Darm haben, hilft die Einnahme gegen Übergewicht“
Die Verknüpfung stammt aus Beobachtungsdaten, die eine negative Korrelation zwischen Akkermansia-Menge und Übergewicht, Diabetes oder Hochdruck beschreiben [5]. Korrelation belegt keine Ursache; die randomisierten Studien zeigen gemischte Ergebnisse [7][8], und das Mikrobiom veränderte sich durch die Einnahme nicht oder nur geringfügig [5][7].
- widerlegt
„In der EU ist das Mittel geprüft und damit als wirksam bestätigt“
Die EU-Zulassung als neuartiges Lebensmittel ist eine Sicherheits- und Rechtsentscheidung [4][9][12], keine Aussage über Wirksamkeit. Ob es eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für diese Zubereitung gibt, wurde nicht geprüft (VO (EU) 432/2012 nicht durchsucht).
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Nicht resorbiert; die abgetöteten Zellen und ihre Bestandteile wirken im Darmlumen und an der Schleimhaut [3][12].
- Halbwertszeit
- Nicht anwendbar.
- Abbau
- Nicht untersucht; die Zubereitung ist nicht vermehrungsfähig, das Mikrobiom blieb in der Machbarkeitsstudie unverändert und veränderte sich in der größeren Studie nur geringfügig [5][7].
- Weg ins Gehirn
- Nicht anwendbar bzw. nicht untersucht.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Nicht verifiziert (kein eigener nationaler Rechtsakt geprüft); es gilt die EU-Zulassung als neuartiges Lebensmittel.
- EU
- Zugelassenes neuartiges Lebensmittel: Durchführungsverordnung (EU) 2022/168 [4], Eintrag „Akkermansia muciniphila (pasteurisiert)“ in der Unionsliste (konsolidierte Fassung, Stand 10.08.2026) mit der Spezifikation „Stamm ATCC BAA-835, CIP 107961“, zugelassen am 1. März 2022 für Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, ausgenommen Säuglinge, Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Stillende; die Zahl lebensfähiger Zellen muss unter der Nachweisgrenze liegen. Antragsteller ist The Akkermansia Company SA mit Datenschutz bis 1. März 2027 [12]. Die Verwendungsbedingungen und Kennzeichnungsvorschriften wurden durch Durchführungsverordnung (EU) 2026/391 geändert [13]. Kein QPS-Status der Art: Die EFSA empfahl A. muciniphila 2020 nicht für die QPS-Liste [11]. EFSA-Gutachten zur Sicherheit 2021 [9] und zur Ausweitung auf Jugendliche 2025 [10]; für Schwangere und Stillende ist die Sicherheit nicht belegt [10]. Der Novel-Food-Katalog der Kommission führt „Akkermansia muciniphila (pasteurised)“ als zugelassenes neuartiges Lebensmittel (POL-NF-16941, Abruf 26.10.2026) [15]. In der aktuellen QPS-Liste der EFSA steht Akkermansia muciniphila weder unter den QPS-Einheiten noch auf dem Blatt der ausgeschlossenen Gruppen [16].
- USA
- Nicht verifiziert.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Bestätigt eine unabhängige, ausreichend große Studie die Stoffwechselbefunde, insbesondere nach dem verfehlten primären Endpunkt der Studie bei metabolischem Syndrom?
- Profitieren vor allem Menschen mit niedriger eigener Akkermansia-Menge, wie eine explorative Untergruppenauswertung andeutet?
- Lässt sich die beim Menschen nur über Plasma-Lipopolysaccharid vermutete Barrierewirkung mit direkten Permeabilitätstests oder Schleimhautproben zeigen?
- Welchen Anteil hat Amuc_1100 an der Wirkung beim Menschen? Vergleichsgruppen mit veränderten Stämmen fehlen.
Referenzen
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- Depommier C, Everard A, Druart C, Plovier H, Van Hul M, Vieira-Silva S, et al. Supplementation with Akkermansia muciniphila in overweight and obese human volunteers: a proof-of-concept exploratory study. Nat Med. 2019;25(7):1096–103. doi:10.1038/s41591-019-0495-2 · PubMed
- Depommier C, Vitale RM, Iannotti FA, Silvestri C, Flamand N, Druart C, et al. Beneficial effects of Akkermansia muciniphila are not associated with major changes in the circulating endocannabinoidome but linked to higher mono-palmitoyl-glycerol levels as new PPARα agonists. Cells. 2021;10(1):185. doi:10.3390/cells10010185 · PubMed
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- EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Castenmiller J, De Henauw S, Hirsch-Ernst KI, et al. Safety of pasteurised Akkermansia muciniphila as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. EFSA J. 2021;19(9):e06780. doi:10.2903/j.efsa.2021.6780 · PubMed
- EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA); Turck D, Bohn T, Cámara M, Castenmiller J, De Henauw S, et al. Safety of an extension of use of pasteurised Akkermansia muciniphila as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. EFSA J. 2025;23(9):e9632. doi:10.2903/j.efsa.2025.9632 · PubMed
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ); Koutsoumanis K, Allende A, Alvarez-Ordóñez A, Bolton D, Bover-Cid S, et al. Update of the list of QPS-recommended biological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 12: suitability of taxonomic units notified to EFSA until March 2020. EFSA J. 2020;18(7):e06174. doi:10.2903/j.efsa.2020.6174 · PubMed
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- Durchführungsverordnung (EU) 2026/391 der Kommission vom 23. Februar 2026 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 hinsichtlich der Bedingungen für die Verwendung des neuartigen Lebensmittels pasteurisierte Akkermansia muciniphila sowie der spezifischen Kennzeichnungsvorschriften dafür. ABl. L, 2026/391, 24.2.2026 (CELEX 32026R0391).
- Zmora N, Zilberman-Schapira G, Suez J, Mor U, Dori-Bachash M, Bashiardes S, et al. Personalized gut mucosal colonization resistance to empiric probiotics is associated with unique host and microbiome features. Cell. 2018;174(6):1388–1405.e21. doi:10.1016/j.cell.2018.08.041 · PubMed
- Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Akkermansia muciniphila [Datenbank]. POL-NF-16941, letzte Änderung 23.07.2026 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
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Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
- Stammbezeichnung: Erstbeschreibung nennt Typstamm MucT = ATCC BAA-835T = CIP 107961T [1]; dieselbe Stammangabe steht in der Spezifikation der Unionsliste [12].
- Am Abstract: Pasteurisierung verstärkte die Wirkung in der Maus, Amuc_1100 bindet TLR2 und ist hitzestabil [3]; 40 eingeschlossen, 32 ausgewertet, Insulinsensitivität +28,6 % (p = 0,002), Insulin −34,1 % (p = 0,006), Cholesterin −8,7 % (p = 0,02), Gewicht p = 0,091, Mikrobiom unverändert [5]; 142 Teilnehmende, Matsuda-Index primär nicht signifikant, Untergruppen und GLP-1 explorativ [7]; 90 Teilnehmende, Wiederzunahme 1,2 vs. 3,2 kg (p = 0,012), Netto 3,1 kg (p = 0,009) [8]; EFSA: Sicherheit unter der Bedingung sehr geringer Lebendzellzahl [9]; Ausweitung auf Jugendliche, nicht auf Schwangere und Stillende [10]; A. muciniphila 2020 nicht für QPS empfohlen, C. butyricum ebenfalls ausgeschlossen [11].
- Im Volltext: Gruppengrößen 11 Placebo, 12 pasteurisiert, 9 lebend und Senkung des Plasma-Lipopolysaccharids gegenüber Placebo [5]; ausgeglichene unerwünschte Ereignisse und Mitwirkung von Angestellten und Beratenden des Herstellers [7]; Begründung des fehlenden QPS-Status (häufigeres Vorkommen bei neurologischen Erkrankungen, Zusammenhänge uneinheitlich, keine Ursache belegt) und vorsorgliche Lebendzell-Spezifikation [9].
- Interessenkonflikte: Patente und Gründungsbeteiligung an A-Mansia Biotech [5][6]; Angestellte, Beratende und Gründungspersonen von The Akkermansia Company [7][8].
- Rechtsstatus (24.10.2026): DVO (EU) 2022/168 [4] und DVO (EU) 2026/391 [13] über Cellar in deutscher Fassung gelesen (Titel, Fundstelle, Datum). Konsolidierte Unionsliste 02017R2470-20260810 in DE und EN: Eintrag „Akkermansia muciniphila (pasteurisiert)“ mit Stamm ATCC BAA-835, CIP 107961, zugelassen am 1. März 2022, Antragsteller The Akkermansia Company SA, Datenschutz bis 1. März 2027, Kennzeichnungs- und Ausschlussvorgaben [12]. Höchstmengen und Zellzahlen bewusst nicht übernommen.
- EFSA-QPS-Update 2026 (PMID 41583337, Volltext PMC12824595): Akkermansia muciniphila erscheint dort nur als eingegangene Meldung in den Übersichtstabellen, nicht mit neuem QPS-Beschluss; maßgeblich bleibt die Ablehnung von 2020 [11].
- ClinicalTrials.gov: 91 Einträge zu „Akkermansia“ (24.10.2026); Registernummern der drei Studien laut Abstracts NCT02637115 [5], NCT05114018 [7], NCT05417360 [8].
- Gegenprüfung 24.10.2026: Endpunkte von [5] nach Abstract und Volltext (PMC6699990): „The primary endpoints were on safety, tolerability and metabolic parameters (i.e., insulin resistance, circulating lipids, visceral adiposity, body mass). The secondary outcomes were the gut barrier function (i.e., plasma lipopolysacharrides (LPS) and gut microbiota composition“. Der Volltext nennt keine Stammnummer (0 Treffer für BAA, MucT, ATCC, CIP); die Stammidentität von [5] ergibt sich aus dem EFSA-Gutachten (PMC8409316), das die Studie als „pilot study with the NF (Depommier et al., 2019)“ führt und das NF als „pasteurised Akkermansia muciniphila (strain ATCC BAA-835)“ spezifiziert [9]. [7] und [8] nennen MucT im Titel. Mikrobiom in [7] laut Abstract „minor effects of the intervention“.
- Präzisions-Flags (m004; Regeln Leitfaden 26.10.2026; Teilnehmendenzahlen, Richtung und Finanzierung am 26.10.2026 per PubMed efetch an Abstract, COI-Angabe und Affiliationen geprüft): „Dichtet den durchlässigen Darm ab“: kleine_studien – einzige Humanstudie [5] 40 eingeschlossen, 32 abgeschlossen ([3] Maus). Herstellerfinanziert nicht gesetzt: [5] nennt nur Patente und Mitgründung (ERC-Förderung).
- 26.10.2026, Gegenprüfung der Präzisions-Flags (m004): Belege für die gesetzten Flags zusätzlich in die begruendung übernommen („Beleg für …“, Leitfaden „Präzisions-Flags“); Zahlen und Angaben erneut per PubMed efetch (Abstract, Interessen- und Förderangaben, Affiliationen) geprüft: „Dichtet den durchlässigen Darm ab“: [5] „40 were enrolled and 32 completed the trial“.
- 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-16941 „Akkermansia muciniphila“ (Teil „Akkermansia muciniphila (pasteurised)“, AUTHORISED_NOVEL_FOOD, letzte Änderung 23.07.2026). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.
Nicht verifiziert
- Ob die in Deutschland verkauften Produkte genau die zugelassene Zubereitung dieses Stamms enthalten (keine Produktprüfung).
- Rechtsstatus in den USA; ein nationaler deutscher Rechtsakt wurde nicht geprüft.
- Wortlaut der Änderungen durch DVO (EU) 2026/391 im Detail (nur Titel, Fundstelle und Datum gelesen).
- Ob für diese Zubereitung eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert (VO (EU) 432/2012 und Änderungsverordnungen nicht durchsucht); die Behauptung sagt deshalb nur „nicht geprüft“.
- Interessenkonflikte und Finanzierung von [3] (nur Abstract geprüft).
- Ob der Mausbefund zur stärkeren Wirkung der pasteurisierten Form beim Menschen zutrifft: Die Machbarkeitsstudie war nicht als Formvergleich angelegt.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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