Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Wirkt schnell gegen Durchbruchschmerzen bei Krebs

    Nutzen belegt

    Schmerz · Patienten: Tumorschmerzen mit Durchbruchschmerz · Mensch, randomisiert

    Cochrane-Übersicht mit 15 RCTs (1699 Teilnehmende) zu sieben transmukosalen Darreichungsformen: geringere Schmerzintensität und höhere Linderung als unter Placebo oder oralem Morphin zu allen Zeitpunkten; Studienzahl laut Autorinnen und Autoren klein [9].

  • Fentanylpflaster lindert Tumorschmerzen verträglicher als Morphin

    kleiner Nutzen

    Schmerz · Patienten: Tumorschmerzen · Mensch, randomisiert

    Cochrane-Übersicht (9 Studien, 1244 Randomisierte): keine Metaanalyse der Schmerzlinderung möglich, die meisten hatten höchstens leichte bis mittlere Schmerzen; Verstopfung seltener als unter oralem Morphin (28 % gegenüber 46 %, RR 0,61). Hohes Verzerrungsrisiko (fehlende Verblindung, kleine Studien, viele Abbrüche) [10].

Wirkweise

Evidenzkarte: Fentanyl

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Fentanyl ist ein Agonist am μ-Opioidrezeptor (MOR). In einem einheitlichen Bindungstest am rekombinanten menschlichen MOR lag es mit Morphin in derselben Affinitätsgruppe (Ki 1–100 nM), während Sufentanil und Buprenorphin stärker banden (Ki unter 1 nM) [1]. Kryo-EM-Strukturen zeigen, dass Fentanyl wie Morphin gleichzeitig mit Transmembranhelix 3 und 6/7 der Bindungstasche interagiert, aber anders gebunden ist; Mutationen an TM6/7 hoben die Arrestin-Rekrutierung auf [2]. Laut pharmakokinetischer Übersicht ist Fentanyl etwa 100-mal wirksamer als Morphin, stark fettlöslich (Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient über 700) und tritt mit einer Transfer-Halbwertszeit von 4,7–6,6 Minuten zwischen Plasma und Gehirn über [3].

Geschluckt wird Fentanyl durch CYP3A in Darm und Leber stark abgebaut (Bioverfügbarkeit etwa 30 %); über die Mundschleimhaut oder die Nase liegt sie bei 50–90 %, Pflaster geben den Wirkstoff gleichmäßig über zwei bis drei Tage ab [3]. Bei Gesunden senkten intravenöse Fentanylgaben das Atemminutenvolumen unter Placebo um 51 % bzw. 79 %, und Atemstillstände zwangen zum Abbruch weiterer Gaben [4]. Bei Mäusen dämpfte Fentanyl die Atmung schneller als gleich wirksame Mengen Heroin oder Morphin, wirkte ohne μ-Rezeptor nicht atemdämpfend, ließ sich schlechter mit Naloxon aufheben und zeigte weniger Kreuztoleranz bei morphingewöhnten Tieren [5]. Eine Übersicht stellt zusätzlich die Hypothese auf, dass eine rasch einsetzende Starre von Brustwand und Atemwegen („Wooden-Chest-Syndrom“) über noradrenerge und cholinerge Mechanismen zu Todesfällen beiträgt; dieser Mechanismus ist beim Menschen nicht direkt belegt [6].

In einer randomisierten Überkreuzstudie mit 24 Gesunden lag die Bioverfügbarkeit eines Nasensprays bei 74,7 %, die einer Lutschtablette bei 41,3 % [7]. Ritonavir, ein starker CYP3A4-Hemmer, senkte die Fentanyl-Clearance bei Gesunden um 67 % [8]. Klinisch ist transmukosales Fentanyl gegen Durchbruchschmerzen bei Krebs wirksam (15 RCTs, 1699 Teilnehmende), auch im Vergleich mit oralem Morphin [9]; Fentanylpflaster führten in RCTs mit geringer Evidenzqualität seltener zu Verstopfung als orales Morphin [10].

In den USA stieg die Todesrate durch synthetische Opioide, vor allem illegal hergestelltes Fentanyl, von 2013 bis 2019 um 1040 % auf 36 359 Todesfälle [11]. Bei Pflastern führten vor allem verschluckte Systeme zu schweren Vergiftungen und Todesfällen, auch bei Kindern [12]. Benzodiazepine erhöhen das Überdosisrisiko unter Opioiden [13], und unter Opioidtherapie bei chronischen Schmerzen werden im Mittel 8–12 % abhängig [14]. Die verbreitete Sorge, schon Hautkontakt oder Luft am Einsatzort könne Einsatzkräfte vergiften, stützt ein systematisches Review nicht [15].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
μ-Opioidrezeptor (MOR)RezeptorAgonistKi 1–100 nM (rekombinanter menschlicher MOR, Zellmembranen); ohne MOR keine Atemdämpfung (Maus) Tierversuch[1][2][5]
CYP3A4 (Abbau)EnzymBindungClearance −67 % unter Ritonavir (Mensch, n = 11–12) Mensch, randomisiert[3][8]
Atemmuskulatur („Wooden-Chest-Syndrom“)SonstigesAktivatorHypothese: noradrenerge und cholinerge Muskelstarre (Übersicht aus klinischen und Tierdaten) Tierversuch[6]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinunklar · Hypothese einer noradrenerg vermittelten Muskelstarre der Atemwege; nicht direkt am Menschen belegt[6]
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioide↑ · μ-Agonist (Labor, Knockout-Maus); beim Menschen Atemdämpfung in randomisierter Studie und Schmerzlinderung in RCTs[1][4][5][9]
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Intravenös · Injektion (Narkose, Studien)

    Höchstspiegel nach 0,06 Stunden [7]; Atemminutenvolumen bei Gesunden um bis zu 79 % gesenkt [4].

    Mensch, randomisiert

  • Intranasal (Nase) · Nasenspray

    74,7 % (Mensch, n = 24)

    Höchstspiegel nach 0,21 Stunden [7]; laut Übersicht 50–90 % Bioverfügbarkeit, Wirkbeginn nach etwa 2 Minuten [3].

    Mensch, randomisiert

  • Bukkal (Wangenschleimhaut) · Lutschtablette mit Applikator (transmukosal)

    41,3 % (Mensch, n = 24)

    Höchstspiegel nach 1,2 Stunden in der Vergleichsstudie [7]; in der Übersicht etwa 20 Minuten [3].

    Mensch, randomisiert

  • Transdermal (über die Haut) · Pflaster

    Gleichmäßige Abgabe über zwei bis drei Tage [3]; verschluckte Pflaster verursachten schwere Vergiftungen [12].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Oral (geschluckt) · geschluckt

    ≈ 30 % (Mensch, Übersicht)

    Starker First-Pass-Abbau über CYP3A [3].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Fentanyl-Atemdämpfung unter Buprenorphin oder Placebo

    randomisierte Überkreuzstudie, Placebo-Infusion als Vergleich · gesund (14) und opioidgewöhnte Patienten (8) · n = 22 · Einzelsitzungen

    Gemessen: Atemminutenvolumen, Apnoe

    Ergebnis: Unter Placebo senkten die ersten beiden Fentanylgaben das Atemminutenvolumen um 51 % bzw. 79 %; Apnoen begrenzten weitere Gaben. Mehrere Autorinnen und Autoren bei Indivior angestellt.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Bioverfügbarkeit nasal, transmukosal, intravenös

    randomisierte Überkreuzstudie, offen · gesund · n = 24 · Einzelgaben

    Gemessen: Bioverfügbarkeit, Tmax

    Ergebnis: Nasal 74,7 %, transmukosal 41,3 %; Tmax 0,21 bzw. 1,2 Stunden. Zwei Autoren sind Miterfinder des Nasensprays.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Ritonavir-Wechselwirkung

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund · n = 12 · 3 Tage Vorbehandlung, Einzelgabe Fentanyl

    Gemessen: Clearance, AUC

    Ergebnis: Clearance −67 %, AUC fast verdoppelt.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Durchbruchschmerz bei Krebs (Cochrane)

    systematisches Review von RCTs · Patienten: Tumorschmerzen · n = 1699 · unterschiedlich

    Gemessen: Schmerzintensität, Linderung

    Ergebnis: Transmukosales Fentanyl besser als Placebo und orales Morphin.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Fentanylpflaster bei Krebsschmerz (Cochrane)

    systematisches Review von RCTs · Patienten: Tumorschmerzen · n = 1244 · meist etwa 2 Wochen

    Gemessen: Schmerz, Nebenwirkungen

    Ergebnis: Meist höchstens leichte bis mittlere Schmerzen; Verstopfung 28 % gegenüber 46 % unter Morphin (RR 0,61).[10]

    Mensch, randomisiert

  • Pflaster-Expositionen in US-Giftnotrufzentren

    retrospektive Registeranalyse 2006–2015 · Menschen mit Exposition gegenüber Pflastern (alle Wirkstoffe) · n = 8663 · 10 Jahre

    Gemessen: Schwere, Todesfälle

    Ergebnis: Fentanyl häufigster Wirkstoff (4656 Erwachsene, 474 Kinder); 80 Todesfälle bei Erwachsenen und 5 bei Kindern, alle nach Verschlucken.[12]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Atemdepression und Überdosis

    Bei Gesunden senkten Fentanylgaben das Atemminutenvolumen um bis zu 79 %, Apnoen traten auf [4]. Bei Mäusen setzte die Atemdämpfung schneller ein als bei Heroin oder Morphin [5]. In den USA stieg die Todesrate durch synthetische Opioide 2013–2019 um 1040 % (36 359 Todesfälle 2019) [11].

    Mensch, randomisiert

  • Muskelstarre der Atemwege

    Hypothese aus einer Übersicht: rasch einsetzende Starre von Zwerchfell, Brustwand und oberen Atemwegen über nicht opioiderge Mechanismen, die Naloxon nicht aufhebt [6]. Beim Menschen bei Überdosierten nicht systematisch untersucht.

    Tierversuch

  • Verschluckte oder missbrauchte Pflaster

    In US-Giftnotrufdaten 2006–2015 war Fentanyl der häufigste Pflasterwirkstoff; mittelschwere oder schwere Verläufe bei 54 % der Erwachsenen und 26 % der Kinder, 85 Todesfälle, alle nach Verschlucken [12].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Wechselwirkungen über CYP3A4

    Ritonavir senkte die Fentanyl-Clearance um 67 % [8]; laut Übersicht wird Fentanyl über CYP3A abgebaut [3].

    Mensch, randomisiert

  • Abhängigkeit und Kombination mit Benzodiazepinen

    Unter Opioidtherapie bei chronischen Schmerzen im Mittel 8–12 % Abhängigkeit (Opioide allgemein) [14]; gleichzeitige Benzodiazepine waren mit doppelt so vielen Überdosis-Notfällen verbunden (aOR 2,14, Opioide allgemein) [13]. Bei Problemen sind Hausarztpraxis oder Suchtberatung erste Anlaufstellen.

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Ritonavir und andere starke CYP3A4-Hemmer: Clearance −67 % unter Ritonavir (RCT) [8].
  • Benzodiazepine: Mehr Opioid-Überdosen bei gleichzeitiger Verordnung (Registerdaten, Opioide allgemein) [13].
  • Buprenorphin: Hohe, gleichmäßige Buprenorphinspiegel schwächten die Atemdämpfung durch Fentanyl ab (Studie von Indivior-Angestellten mitverfasst) [4].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Schon Hautkontakt oder Fentanyl in der Luft kann Einsatzkräfte vergiften“

    Systematisches Review: Bei 27 Einsatzkräften mit Beschwerden nach möglicher Exposition passten Symptome und Vitalzeichen nicht zu einer Opioidvergiftung, niemand musste stationär aufgenommen werden; Datenqualität gering [15].

  • teilweise belegt

    „Fentanyl ist etwa 100-mal stärker als Morphin“

    Die 100-fache Wirkstärke stammt aus einer pharmakokinetischen Übersicht [3], nicht aus einem direkten Vergleich in den geprüften Quellen. Im einheitlichen Bindungstest liegt Fentanyl in derselben Affinitätsgruppe (Ki 1–100 nM) wie Morphin [1]; welchen Anteil Fettlöslichkeit und schneller Übertritt ins Gehirn [3] an der Wirkstärke haben, ist nicht quantifiziert.

  • teilweise belegt

    „Naloxon wirkt gegen Fentanyl schlechter als gegen Morphin“

    Bei Mäusen hob Naloxon die Atemdämpfung durch Morphin leichter auf als durch Fentanyl [5]; eine Übersicht vermutet nicht opioiderge Mechanismen [6]. Vergleichende Daten am Menschen fehlen in den geprüften Quellen.

  • widerlegt

    „Fentanylpflaster sind sicher, weil der Wirkstoff langsam abgegeben wird“

    Verschluckte Pflaster führten in US-Giftnotrufdaten zu 85 Todesfällen, darunter 5 Kinder [12].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Geschluckt etwa 30 % bioverfügbar, transmukosal und nasal 50–90 % [3]; Nasenspray 74,7 %, Lutschtablette 41,3 % in einer Vergleichsstudie [7].
Halbwertszeit
Transfer zwischen Plasma und Gehirn 4,7–6,6 Minuten [3]; Eliminationshalbwertszeit in den geprüften Abstracts nicht angegeben.
Abbau
Abbau über CYP3A [3]; Ritonavir senkte die Clearance um 67 % [8].
Weg ins Gehirn
Sehr schnell durch hohe Fettlöslichkeit (Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient über 700) [3].

Rechtlicher Status

Deutschland
Verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes [16].
EU
Zentral zugelassen gegen Durchbruchschmerzen bei Erwachsenen mit Krebs, die bereits eine Opioid-Dauertherapie gegen chronische Tumorschmerzen erhalten: Effentora (EMEA/H/C/000833, seit 04.04.2008), Instanyl (EMEA/H/C/000959, seit 20.07.2009) und PecFent (EMEA/H/C/001164, seit 31.08.2010). Ionsys gegen akute mittelstarke bis starke Schmerzen nach Operationen (EMEA/H/C/000612 und EMEA/H/C/002715) ist zurückgezogen [17]. Pflaster und andere Fentanyl-Präparate sind nicht zentral zugelassen; nationale Zulassungen nicht geprüft.
USA
Von der FDA zugelassen: Laut Drugs@FDA ist die Injektion Sublimaze (NDA 016619, Erstzulassung 19.02.1968) verschreibungspflichtig im Verkehr; das Pflaster Duragesic (NDA 019813), die Lutschtablette Actiq (NDA 020747) und die Tablette Fentora (NDA 021947, bukkal/sublingual) sind unter diesen Nummern eingestellt; Generika nicht ausgewertet [18]. Zugleich Haupttreiber der Überdosis-Todesfälle durch illegal hergestelltes Fentanyl [11]. Schedule-Stufe nicht an einer Primärquelle geprüft.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie häufig trägt eine Muskelstarre der Atemwege beim Menschen zu Fentanyl-Todesfällen bei?
  • Braucht eine Fentanyl-Überdosis beim Menschen systematisch mehr Naloxon als andere Opioide?
  • Warum ist die Kreuztoleranz zwischen Morphin und Fentanyl geringer (bisher nur Mausdaten)?

Referenzen

  1. Volpe DA, McMahon Tobin GA, Mellon RD, Katki AG, Parker RJ, Colatsky T, et al. Uniform assessment and ranking of opioid μ receptor binding constants for selected opioid drugs. Regul Toxicol Pharmacol. 2011;59(3):385-90. doi:10.1016/j.yrtph.2010.12.007 · PubMed
  2. Zhuang Y, Wang Y, He B, He X, Zhou XE, Guo S, et al. Molecular recognition of morphine and fentanyl by the human μ-opioid receptor. Cell. 2022;185(23):4361-4375.e19. doi:10.1016/j.cell.2022.09.041 · PubMed
  3. Lötsch J, Walter C, Parnham MJ, Oertel BG, Geisslinger G. Pharmacokinetics of non-intravenous formulations of fentanyl. Clin Pharmacokinet. 2013;52(1):23-36. doi:10.1007/s40262-012-0016-7 · PubMed
  4. Moss LM, Algera MH, Dobbins R, Gray F, Strafford S, Heath A, et al. Effect of sustained high buprenorphine plasma concentrations on fentanyl-induced respiratory depression: A placebo-controlled crossover study in healthy volunteers and opioid-tolerant patients. PLoS One. 2022;17(1):e0256752. doi:10.1371/journal.pone.0256752 · PubMed
  5. Hill R, Santhakumar R, Dewey W, Kelly E, Henderson G. Fentanyl depression of respiration: Comparison with heroin and morphine. Br J Pharmacol. 2020;177(2):254-266. doi:10.1111/bph.14860 · PubMed
  6. Torralva R, Janowsky A. Noradrenergic Mechanisms in Fentanyl-Mediated Rapid Death Explain Failure of Naloxone in the Opioid Crisis. J Pharmacol Exp Ther. 2019;371(2):453-475. doi:10.1124/jpet.119.258566 · PubMed
  7. Nardi-Hiebl S, Ndieyira JW, Al Enzi Y, Al Akkad W, Koch T, Geldner G, et al. Pharmacokinetic Characterisation and Comparison of Bioavailability of Intranasal Fentanyl, Transmucosal, and Intravenous Administration through a Three-Way Crossover Study in 24 Healthy Volunteers. Pain Res Manag. 2021;2021:2887773. doi:10.1155/2021/2887773 · PubMed
  8. Olkkola KT, Palkama VJ, Neuvonen PJ. Ritonavir's role in reducing fentanyl clearance and prolonging its half-life. Anesthesiology. 1999;91(3):681-5. doi:10.1097/00000542-199909000-00020 · PubMed
  9. Zeppetella G, Davies AN. Opioids for the management of breakthrough pain in cancer patients. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(10):CD004311. doi:10.1002/14651858.CD004311.pub3 · PubMed
  10. Hadley G, Derry S, Moore RA, Wiffen PJ. Transdermal fentanyl for cancer pain. Cochrane Database Syst Rev. 2013;2013(10):CD010270. doi:10.1002/14651858.CD010270.pub2 · PubMed
  11. Mattson CL, Tanz LJ, Quinn K, Kariisa M, Patel P, Davis NL. Trends and Geographic Patterns in Drug and Synthetic Opioid Overdose Deaths - United States, 2013-2019. MMWR Morb Mortal Wkly Rep. 2021;70(6):202-207. doi:10.15585/mmwr.mm7006a4 · PubMed
  12. Thornton SL, Darracq MA. Patch Problems? Characteristics of Transdermal Drug Delivery System Exposures Reported to the National Poison Data System. J Med Toxicol. 2020;16(1):33-40. doi:10.1007/s13181-019-00723-0 · PubMed
  13. Sun EC, Dixit A, Humphreys K, Darnall BD, Baker LC, Mackey S. Association between concurrent use of prescription opioids and benzodiazepines and overdose: retrospective analysis. BMJ. 2017;356:j760. doi:10.1136/bmj.j760 · PubMed
  14. Vowles KE, McEntee ML, Julnes PS, Frohe T, Ney JP, van der Goes DN. Rates of opioid misuse, abuse, and addiction in chronic pain: a systematic review and data synthesis. Pain. 2015;156(4):569-576. doi:10.1097/01.j.pain.0000460357.01998.f1 · PubMed
  15. Adams A, Maloy C, Warrick BJ. Does occupational exposure to fentanyl cause illness? A systematic review. Clin Toxicol (Phila). 2023;61(9):631-638. doi:10.1080/15563650.2023.2259087 · PubMed
  16. Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz – BtMG), Anlage III (zu § 1 Abs. 1): verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/anlage_iii.html
  17. European Medicines Agency. Effentora (EMEA/H/C/000833, zugelassen 04.04.2008), Instanyl (EMEA/H/C/000959, zugelassen 20.07.2009) und PecFent (EMEA/H/C/001164, zugelassen 31.08.2010), jeweils „Authorised“; Ionsys (EMEA/H/C/000612 und EMEA/H/C/002715) „Withdrawn“: Status und Anwendungsgebiet laut Medicines output – medicines JSON report [Internet]. Amsterdam: EMA; Stand 25.10.2026 [abgerufen 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json
  18. U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage): Fentanyl, NDA 016619 Sublimaze („Prescription“), NDA 019813 Duragesic, NDA 020747 Actiq und NDA 021947 Fentora (jeweils „Discontinued“); Daten der Originalzulassung (ORIG, AP) [Internet]. Silver Spring (MD): FDA; Datenstand 23.10.2026, abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=application_number:NDA016619
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
  • Am Abstract: Fentanyl und Morphin in der Ki-Gruppe 1–100 nM [1]; TM3 und TM6/7, Arrestin [2]; 100-fach, Verteilungskoeffizient > 700, Transfer-t½ 4,7–6,6 min, oral ≈ 30 %, transmukosal/nasal 50–90 %, Tmax 20 bzw. 12 min, Wirkbeginn 5 bzw. 2 min, Pflaster 2–3 Tage [3]; −51 % und −79 % unter Placebo, 14 + 8 Personen [4]; schneller als Heroin/Morphin, MOR-Knockout, Naloxon, Kreuztoleranz (Maus) [5]; Wooden-Chest-Hypothese [6]; F 74,70 % und 41,25 %, Tmax 0,21 und 1,20 h, 24 Auswertbare [7]; Clearance −67 %, n = 12 (11 ausgewertet) [8]; 15 Studien, 1699 Teilnehmende [9]; 9 Studien, 1244 Randomisierte, 28 vs. 46 %, RR 0,61 [10]; +1040 %, 3105 → 36 359 [11]; 6746 Erwachsene, 1917 Kinder, Fentanyl 4656/474, 54 %/26 %, 80 + 5 Todesfälle [12]; aOR 2,14 [13]; 12 Berichte, 27 Einsatzkräfte, keine Klinikaufnahme [15]; 8–12 % [14].
  • BtMG Anlage III am 24.10.2026 bei gesetze-im-internet.de abgerufen: Fentanyl aufgeführt [16].
  • Interessen: In [4] fünf Autorinnen und Autoren bei Indivior (Hersteller von Buprenorphin-Präparaten) angestellt; in [7] zwei Autoren Miterfinder des untersuchten Nasensprays; [6] von US-Veteranenministerium und NIH gefördert, Erstautor bei einem Suchtbehandlungsträger (CODA Inc.); [5] keine Interessenkonflikte, MRC/NIDA-gefördert; in [10] Beraterhonorare eines Autors von Pharmafirmen.
  • ClinicalTrials.gov: 3446 Einträge zu „fentanyl“ (24.10.2026), keiner mit Sponsor „Hudson“.
  • Gegenprüfung 24.10.2026 umgesetzt: Behauptung „etwa 100-mal stärker als Morphin“ von „belegt“ auf „teilweise belegt“ (Zahl nur aus Übersicht [3], Affinität in derselben Gruppe wie Morphin [1]).
  • 25.10.2026, Entscheidung q012 (nur Abstract geprüft): Alle Bewertungen aus Zeitschriftenartikeln beruhen nur auf den Abstracts, soweit oben kein Volltext, keine Fachinformation und kein Gesetzestext als gelesen genannt ist.
  • 25.10.2026, Entscheidung q018 (Handelsnamen): „Durogesic“, „Actiq“, „Abstral“, „Effentora“, „Instanyl“ und „PecFent“ in synonyme ergänzt. Belege: EMA-Datenexport (medicines JSON, Zeitstempel 24.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): Effentora EMEA/H/C/000833, Instanyl EMEA/H/C/000959 und PecFent EMEA/H/C/001164, alle zugelassen; Ionsys zurückgezogen (nicht aufgenommen); EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): „Durogesic“ (transdermal) in 16 Ländern, in Deutschland als „Durogesic SMAT“, „Actiq“ (Lutschtablette) in zwölf und „Abstral“ (sublingual) in 13 Ländern, jeweils einschließlich Deutschland. Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname und weitere Markennamen nicht aufgenommen.
  • 25.10.2026, Rechtsstatus (EMA-Kennungen): EMA-Datenexport (medicines JSON, Zeitstempel 25.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen) selbst durchsucht: Effentora EMEA/H/C/000833 (seit 04.04.2008), Instanyl EMEA/H/C/000959 (seit 20.07.2009) und PecFent EMEA/H/C/001164 (seit 31.08.2010) „Authorised“, Anwendungsgebiet jeweils Durchbruchschmerzen bei Erwachsenen unter Opioid-Dauertherapie gegen chronische Tumorschmerzen; Ionsys EMEA/H/C/000612 und EMEA/H/C/002715 (akute postoperative Schmerzen) „Withdrawn“; kein weiteres Fentanyl-Präparat [17]. Drugs@FDA über openFDA (Datenstand 23.10.2026, Abfrage 25.10.2026): NDA 016619 Sublimaze „Prescription“ (ORIG AP 19.02.1968), NDA 019813, 020747 und 021947 „Discontinued“ [18]. status.eu von „nicht verifiziert“ auf diese Primärquelle umgestellt, status.usa um die Zulassungsnummern ergänzt.

Nicht verifiziert

  • Eliminationshalbwertszeit nicht in den geprüften Abstracts genannt.
  • Die ACMT/AACT-Stellungnahme zur Exposition von Einsatzkräften (PMID 28842825) hat kein Abstract und ist nicht frei zugänglich; nicht verwendet.
  • US-Schedule-Stufe, US-Anwendungsgebiete, US-Generika und nationale Zulassungen in Deutschland (AMIce/PharmNet) nicht an einer Primärquelle geprüft; die Fachinformationen der zentral zugelassenen Präparate wurden nicht gelesen.
  • Aktuelle Todeszahlen nach 2019 (USA) und Daten für Deutschland nicht ausgewertet.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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