Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Rettet Leben bei Opioid-Überdosis, auch in der Hand von Laien

    Nutzen belegt

    Sucht & Abhängigkeit · Patienten: Opioid-Überdosis · Mensch, nicht randomisiert

    Die RCTs im Rettungsdienst vergleichen nur Darreichungswege ohne Placebo; sie stellten die Atmung bei 72–97 % innerhalb von zehn Minuten wieder her [6][7]. Dass Naloxon Leben rettet, stützt sich daher auf Beobachtungsdaten: 22 Studien zu Laienprogrammen erfüllen alle Bradford-Hill-Kriterien, trotzdem verliefen 0,8 % der Überdosen tödlich [8]; weniger Überdosis-Todesfälle in Gemeinden mit Programmen (Zeitreihenanalyse) [9].[6][7]

  • Das Nasenspray wirkt so gut wie die Spritze

    uneinheitlich

    Sucht & Abhängigkeit · Patienten: Opioid-Überdosis · Mensch, randomisiert

    In Australien gleiche Ansprechrate und Zeit (72 % gegenüber 78 %, 8,0 gegenüber 7,9 Minuten), aber häufiger eine zweite Gabe nach Nasenspray [6]. In Norwegen war das Nasenspray schlechter (80 % gegenüber 97 %, Risikodifferenz 17,5 %), dafür seltener mit Entzugsreaktionen [7].

Wirkweise

Evidenzkarte: Naloxon

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Naloxon verdrängt Opioid-Agonisten kompetitiv vom μ-Opioidrezeptor (MOR); wie gut das gelingt, hängt unter anderem davon ab, wie schnell sich der Agonist vom Rezeptor löst [1]. Ziel der Behandlung ist laut Übersicht die Wiederherstellung der Atmung, nicht des Bewusstseins, bei möglichst wenig ausgelöstem Entzug [1]. Bei Mäusen hob Naloxon die Atemdämpfung durch Morphin leichter auf als die durch Fentanyl [2]; die Übersicht hält bei Fentanyl-Überdosen höhere Mengen für wahrscheinlich nötig, kontrollierte Studien dazu fehlen [1].

Naloxon wird schnell ausgeschieden (Halbwertszeit 60–120 Minuten); eine intravenöse Gabe wirkt etwa zwei Stunden, die Metaboliten sind unwirksam [1]. Geschluckt erreicht es wegen des starken First-Pass-Abbaus in der Leber kaum den Kreislauf und wirkt vor allem an den Opioidrezeptoren des Darms [3]. Über die Nase liegt die Bioverfügbarkeit bei etwa 50 %: 47–51 % relativ zur Spritze in den Muskel in einer Studie mit 38 Gesunden [4] und 52–54 % absolut in einer zweiten mit 12 Gesunden [5]; die höchsten Spiegel werden nach 15–30 Minuten erreicht [1][4].

Bei vermuteter Heroin-Überdosis erholten sich in einer RCT mit 172 Menschen 72 % nach Naloxon in die Nase und 78 % nach Naloxon in den Muskel innerhalb von zehn Minuten; nach Nasenspray brauchten mehr eine zweite Gabe [6]. In einer doppelblinden Studie in Norwegen (201 Auswertbare) atmeten nach einer Gabe in den Muskel 97 %, nach dem Nasenspray 80 % innerhalb von zehn Minuten wieder ausreichend [7]. Programme, die Naloxon an Menschen mit Opioidkonsum und ihr Umfeld abgeben, erfüllten in einem systematischen Review von 22 Beobachtungsstudien alle neun Bradford-Hill-Kriterien für einen ursächlichen Zusammenhang mit weniger Überdosis-Todesfällen [8]; in Massachusetts sank die Überdosis-Sterblichkeit in Gemeinden mit solchen Programmen (Rate Ratio 0,54–0,73) [9].

In einem Review von acht Beobachtungsstudien starben 4 von 5443 Menschen, die nach Naloxon nicht ins Krankenhaus gebracht wurden, an wiederkehrender Opioidwirkung [10]. Ein systematisches Review fand keinen Hinweis darauf, dass die Abgabe von Naloxon zu mehr Opioidkonsum oder mehr Überdosen führt [11].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
μ-Opioidrezeptor (MOR)RezeptorAntagonistkompetitive Verdrängung des Agonisten; Wirkung abhängig von dessen Dissoziationsrate (Übersicht) Mensch, randomisiert[1][6][7]
Opioidrezeptoren des DarmsRezeptorAntagonistoral geringe systemische Bioverfügbarkeit (First-Pass); mehr Stuhlgang-Tage bei 17 von 22 Schmerzpatienten ausgewertet Mensch, nicht randomisiert[3]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioide↓ · Kompetitiver Antagonist; hebt Opioid-Atemdämpfung beim Menschen auf (RCTs im Rettungsdienst)[1][6][7]
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Intravenös · Injektion

    Wirkdauer etwa zwei Stunden, Halbwertszeit 60–120 Minuten [1].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Intramuskulär · Injektion

    Höchstspiegel nach etwa 10 Minuten bei Gesunden [4]; im Rettungsdienst in zwei RCTs Referenzweg [6][7].[6][7]

    Mensch, randomisiert

  • Intranasal (Nase) · konzentriertes Nasenspray

    ≈ 50 % (Mensch)

    47–51 % relativ zur intramuskulären Gabe [4], 52–54 % absolut [5]; Höchstspiegel nach 15–30 Minuten, nach 10 Minuten über 50 % davon [4]; Atemerholung im Feld etwas langsamer oder seltener als nach Spritze [1][7].[1][7]

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · Tablette bzw. Lösung (z. B. in Kombinationspräparaten)

    gering (First-Pass in der Leber)

    Wirkt vor allem an Opioidrezeptoren des Darms [3].

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Nasenspray gegen Spritze bei Heroin-Überdosis (Australien)

    RCT im Rettungsdienst · Patienten: vermutete Heroin-Überdosis · n = 172 · Akutbehandlung

    Gemessen: Ansprechen innerhalb von 10 Minuten

    Ergebnis: 72,3 % nasal gegenüber 77,5 % intramuskulär (nicht signifikant); zweite Gabe 18,1 % gegenüber 4,5 %.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Nasenspray gegen Spritze (Norwegen)

    RCT, doppelblind, Double-Dummy, Nichtunterlegenheit · Patienten: Opioid-Überdosis (meist Heroin) · n = 201 · Akutbehandlung, 12 Stunden Nachbeobachtung

    Gemessen: Spontanatmung ≥ 10/min innerhalb von 10 Minuten

    Ergebnis: 97,2 % intramuskulär gegenüber 79,6 % nasal; Nasenspray unterlegen, aber weniger Entzugsreaktionen.[7]

    Mensch, randomisiert

  • Nasales Naloxon bei Gesunden

    randomisierte Überkreuzstudie, offen · gesund · n = 38 · Einzelgaben

    Gemessen: Pharmakokinetik

    Ergebnis: Bioverfügbarkeit 47–51 % relativ zur Spritze, Tmax 15–30 Minuten. Mehrere Autorinnen und Autoren bei Mundipharma.[4]

    Mensch, randomisiert

  • Take-Home-Naloxon in Massachusetts

    unterbrochene Zeitreihenanalyse, 19 Gemeinden · Gemeinden mit vielen Opioid-Todesfällen · n = 2912 · 2002–2009

    Gemessen: Opioid-Überdosis-Todesfälle

    Ergebnis: Rate Ratio 0,73 bzw. 0,54 je nach Programmdichte; 327 berichtete Rettungen.[9]

    Mensch, nicht randomisiert

  • Moral Hazard durch Naloxon-Abgabe

    systematisches Review (2 quasi-experimentelle, 5 Kohortenstudien) · Menschen mit Opioidkonsum · n = 2578 · unterschiedlich

    Gemessen: Heroin- und Substanzkonsum, Überdosen

    Ergebnis: Keine Studie fand mehr Heroin- oder Substanzkonsum nach Naloxon-Abgabe.[11]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Ausgelöster Entzug

    Naloxon kann bei opioidgewöhnten Menschen einen Entzug auslösen; Ziel ist laut Übersicht die Atmung, nicht das volle Bewusstsein [1]. Entzugsreaktionen waren nach Spritze häufiger als nach Nasenspray (Post-hoc-Analyse) [7]. Nebenwirkungen nach Naloxon im Feld betrafen meist Entzugssymptome [10].

    Mensch, randomisiert

  • Wiederkehrende Atemdämpfung

    Naloxon wirkt etwa zwei Stunden [1]. In Beobachtungsstudien starben 4 von 5443 nicht ins Krankenhaus gebrachten Menschen an wiederkehrender Opioidwirkung; ohne weitere Substanzen war das Risiko sehr gering [10].

    Mensch, nicht randomisiert

  • Unzureichende Wirkung bei sehr starken Opioiden

    Bei Mäusen ließ sich die Fentanyl-Atemdämpfung schlechter aufheben als die durch Morphin [2]; bei Fentanyl-Überdosen sind laut Übersicht wahrscheinlich höhere Mengen nötig, Laien sollten mindestens zwei Einheiten haben [1]. Auch mit Take-Home-Naloxon verliefen 0,8 % der Überdosen tödlich [8].

    Mensch, nicht randomisiert

Wechselwirkungen

  • Opioid-Agonisten (z. B. Morphin, Heroin, Fentanyl): Verdrängt sie vom μ-Rezeptor; Erfolg hängt von Agonist und Dissoziationsrate ab [1][2].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Naloxon-Abgabe verleitet zu mehr Drogenkonsum“

    Systematisches Review mit 7 Studien und 2578 Teilnehmenden: kein Hinweis auf mehr Heroin- oder sonstigen Substanzkonsum oder mehr Überdosen [11].

  • teilweise belegt

    „Nach Naloxon muss man nicht mehr in medizinische Betreuung“

    Das Risiko eines Todes durch wiederkehrende Opioidwirkung war in Beobachtungsstudien sehr gering (4 von 5443), aber nicht null und höher bei Mischkonsum [10]; die Wirkdauer von Naloxon ist mit etwa zwei Stunden begrenzt [1].

  • nicht belegt

    „Naloxon hilft nicht gegen Fentanyl“

    Bei Mäusen schwerer aufhebbar [2], laut Übersicht wohl höhere Mengen nötig; kontrollierte Studien zu synthetischen Opioiden fehlen [1]. Ein Nachweis, dass Naloxon bei Fentanyl unwirksam ist, liegt in den geprüften Quellen nicht vor.

  • teilweise belegt

    „Naloxon kann man gefahrlos auch ohne Ausbildung als Nasenspray geben“

    Laienprogramme hatten geringe Nebenwirkungsraten [8][10]; das Nasenspray stellte die Atmung aber in einer RCT seltener innerhalb von zehn Minuten wieder her als die Spritze [7].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Nasal etwa 50 % bioverfügbar, Höchstspiegel nach 15–30 Minuten [1][4][5]; oral geringe Bioverfügbarkeit durch First-Pass [3].
Halbwertszeit
60–120 Minuten; Wirkdauer intravenös etwa 2 Stunden [1].
Abbau
Hohe Clearance, unwirksame Metaboliten [1].
Weg ins Gehirn
Zentral wirksam: hebt opioidbedingte Atemdämpfung beim Menschen auf [6][7].

Rechtlicher Status

Deutschland
Kein Betäubungsmittel: In den Anlagen I–III des BtMG nicht als eigener Stoff aufgeführt, sondern nur als Bestandteil der Ausnahmeregel für Tilidin-Retardpräparate [12]. Verschreibungsstatus nicht an einer Primärquelle geprüft.
EU
Zentral zugelassen als Nyxoid (EMEA/H/C/004325, seit 09.11.2017) zur sofortigen Notfallbehandlung bei bekannter oder vermuteter Opioid-Überdosis mit Atem- und/oder ZNS-Depression, innerhalb und außerhalb medizinischer Einrichtungen, für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren; laut Anwendungsgebiet ersetzt es nicht die notärztliche Versorgung. Außerdem Bestandteil der zentral zugelassenen Kombinationen mit Buprenorphin zur Substitution, Suboxone (EMEA/H/C/000697) und Zubsolv (EMEA/H/C/004407), in denen Naloxon den intravenösen Missbrauch erschweren soll [13]. Weitere Naloxon-Präparate sind nicht zentral zugelassen; nationale Zulassungen nicht geprüft.
USA
Von der FDA zugelassen: Laut Drugs@FDA ist das Nasenspray Narcan (NDA 208411, Erstzulassung 18.11.2015) in einer Stärke rezeptfrei („Over-the-counter“) im Verkehr, eine zweite, niedrigere Stärke ist eingestellt (laut Federal-Register-Vermerk nicht aus Sicherheits- oder Wirksamkeitsgründen); die Injektion Narcan (NDA 016636, Erstzulassung 13.04.1971) ist eingestellt [14]. Weitere Präparate und Generika nicht ausgewertet.
Andere Länder
Unentbehrliches Arzneimittel der WHO [1].

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie viel Naloxon braucht eine Fentanyl- oder Nitazen-Überdosis beim Menschen?
  • Wie stark schwanken Aufnahme und Wirkung des Nasensprays bei Menschen in der Überdosis-Situation?
  • Senkt eine flächendeckende Naloxon-Abgabe auch in Deutschland die Zahl der Drogentoten (keine deutschen Daten geprüft)?

Referenzen

  1. Saari TI, Strang J, Dale O. Clinical Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Naloxone. Clin Pharmacokinet. 2024;63(4):397-422. doi:10.1007/s40262-024-01355-6 · PubMed
  2. Hill R, Santhakumar R, Dewey W, Kelly E, Henderson G. Fentanyl depression of respiration: Comparison with heroin and morphine. Br J Pharmacol. 2020;177(2):254-266. doi:10.1111/bph.14860 · PubMed
  3. Meissner W, Schmidt U, Hartmann M, Kath R, Reinhart K. Oral naloxone reverses opioid-associated constipation. Pain. 2000;84(1):105-109. doi:10.1016/S0304-3959(99)00185-2 · PubMed
  4. McDonald R, Lorch U, Woodward J, Bosse B, Dooner H, Mundin G, et al. Pharmacokinetics of concentrated naloxone nasal spray for opioid overdose reversal: Phase I healthy volunteer study. Addiction. 2018;113(3):484-493. doi:10.1111/add.14033 · PubMed
  5. Tylleskar I, Skulberg AK, Nilsen T, Skarra S, Jansook P, Dale O. Pharmacokinetics of a new, nasal formulation of naloxone. Eur J Clin Pharmacol. 2017;73(5):555-562. doi:10.1007/s00228-016-2191-1 · PubMed
  6. Kerr D, Kelly AM, Dietze P, Jolley D, Barger B. Randomized controlled trial comparing the effectiveness and safety of intranasal and intramuscular naloxone for the treatment of suspected heroin overdose. Addiction. 2009;104(12):2067-74. doi:10.1111/j.1360-0443.2009.02724.x · PubMed
  7. Skulberg AK, Tylleskär I, Valberg M, Braarud AC, Dale J, Heyerdahl F, et al. Comparison of intranasal and intramuscular naloxone in opioid overdoses managed by ambulance staff: a double-dummy, randomised, controlled trial. Addiction. 2022;117(6):1658-1667. doi:10.1111/add.15806 · PubMed
  8. McDonald R, Strang J. Are take-home naloxone programmes effective? Systematic review utilizing application of the Bradford Hill criteria. Addiction. 2016;111(7):1177-87. doi:10.1111/add.13326 · PubMed
  9. Walley AY, Xuan Z, Hackman HH, Quinn E, Doe-Simkins M, Sorensen-Alawad A, et al. Opioid overdose rates and implementation of overdose education and nasal naloxone distribution in Massachusetts: interrupted time series analysis. BMJ. 2013;346:f174. doi:10.1136/bmj.f174 · PubMed
  10. Willman MW, Liss DB, Schwarz ES, Mullins ME. Do heroin overdose patients require observation after receiving naloxone? Clin Toxicol (Phila). 2017;55(2):81-87. doi:10.1080/15563650.2016.1253846 · PubMed
  11. Tse WC, Djordjevic F, Borja V, Picco L, Lam T, Olsen A, et al. Does naloxone provision lead to increased substance use? A systematic review to assess if there is evidence of a 'moral hazard' associated with naloxone supply. Int J Drug Policy. 2022;100:103513. doi:10.1016/j.drugpo.2021.103513 · PubMed
  12. Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz – BtMG), Anlage III (zu § 1 Abs. 1): verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel. Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/anlage_iii.html
  13. European Medicines Agency. Nyxoid (Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, EMEA/H/C/004325, zugelassen 09.11.2017), Suboxone (Buprenorphin/Naloxon, EMEA/H/C/000697) und Zubsolv (Buprenorphinhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, EMEA/H/C/004407), jeweils „Authorised“: Status und Anwendungsgebiet laut Medicines output – medicines JSON report [Internet]. Amsterdam: EMA; Stand 25.10.2026 [abgerufen 25.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json
  14. U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage): Naloxonhydrochlorid, NDA 208411 Narcan Nasenspray (Produkt 001 „Over-the-counter“; Produkt 002, niedrigere Stärke, „Discontinued“) und NDA 016636 Narcan Injektion („Discontinued“); Daten der Originalzulassung (ORIG, AP) [Internet]. Silver Spring (MD): FDA; Datenstand 23.10.2026, abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=application_number:NDA208411
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
  • Am Abstract: kompetitive Verdrängung, Dissoziationsrate, Ziel Atmung statt Bewusstsein, t½ 60–120 min, Wirkdauer ≈ 2 h, nasale Bioverfügbarkeit ≈ 50 %, Tmax 15–30 min, Fentanyl wohl höhere Mengen, keine kontrollierten Studien, WHO-Liste, mindestens zwei Einheiten für Laien [1]; Naloxon bei Mäusen weniger wirksam gegen Fentanyl [2]; First-Pass, 22 Patienten (17 ausgewertet) [3]; n = 38, 47–51 %, T50 % nach 10 min, Tmax 15–30 min, i.m. 10 min [4]; n = 12, F 0,54 und 0,52, Tmax 17,9/18,6 min [5]; n = 172, 72,3 vs. 77,5 %, 8,0 vs. 7,9 min, 18,1 vs. 4,5 % [6]; n = 201, 97,2 vs. 79,6 %, RD 17,5 %, Entzug RD 6,8 % [7]; 22 Beobachtungsstudien, alle 9 Bradford-Hill-Kriterien, 0,8 % tödlich [8]; 2912 Geschulte, 327 Rettungen, aRR 0,73 und 0,54 [9]; 4 Todesfälle bei 5443, NNT 1361 [10]; 7 Studien, 2578 Teilnehmende [11].
  • BtMG Anlagen I, II und III am 24.10.2026 bei gesetze-im-internet.de abgerufen: Naloxon nur in Anlage III als Bestandteil der Tilidin-Ausnahme genannt [12].
  • Interessen: In [1] Lizenzvertrag der NTNU mit dne pharma für ein Naloxon-Nasenspray (Erfindung von O. Dale, mögliche Lizenzeinnahmen) und Industriezahlungen an J. Strangs Arbeitgeber (u. a. Mundipharma); in [4] mehrere Autorinnen und Autoren bei Mundipharma; [5] und [7] aus der NTNU-Gruppe um O. Dale; in [11] Bildungsförderungen von Indivior und Reckitt Benckiser für unabhängige Arbeiten, zwei Autorinnen und Autoren unbezahlt in einem Beirat für ein Naloxon-Nasenspray; [9] von der CDC gefördert.
  • ClinicalTrials.gov: 1018 Einträge zu „naloxone“ (24.10.2026), keiner mit Sponsor „Hudson“.
  • Gegenprüfung 24.10.2026 umgesetzt: Stufe des Hauptversprechens von 4 auf 3 gesenkt, weil die RCTs [6][7] nur Wege ohne Placebo vergleichen und der Überlebensnutzen auf Beobachtungsdaten [8][9] beruht.
  • 25.10.2026, Entscheidung q012 (nur Abstract geprüft): Alle Bewertungen aus Zeitschriftenartikeln beruhen nur auf den Abstracts, soweit oben kein Volltext, keine Fachinformation und kein Gesetzestext als gelesen genannt ist.
  • 25.10.2026, Entscheidung q018 (Handelsnamen): „Nyxoid“ und „Ventizolve“ in synonyme ergänzt. Belege: EMA-Datenexport (medicines JSON, Zeitstempel 24.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): Nyxoid EMEA/H/C/004325, Wirkstoff Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, zugelassen; EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): „Nyxoid“ (nasal) zentral für die EU, „Ventizolve“ (nasal) in elf Ländern einschließlich Deutschland. Kombinationspräparate (z. B. mit Buprenorphin oder Tilidin) und Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname nicht aufgenommen.
  • 25.10.2026, Rechtsstatus (EMA-Kennungen): EMA-Datenexport (medicines JSON, Zeitstempel 25.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen) selbst durchsucht: Nyxoid EMEA/H/C/004325 „Authorised“ seit 09.11.2017, Anwendungsgebiet Notfallbehandlung bei Opioid-Überdosierung ab 14 Jahren; Naloxon außerdem in Suboxone EMEA/H/C/000697 und Zubsolv EMEA/H/C/004407 (mit Buprenorphin, „Authorised“); kein weiteres Naloxon-Präparat [13]. Drugs@FDA über openFDA (Datenstand 23.10.2026, Abfrage 25.10.2026): NDA 208411 Narcan (nasal) mit einem Produkt „Over-the-counter“ und einem „Discontinued“, ORIG AP 18.11.2015; NDA 016636 Narcan (Injektion) „Discontinued“, ORIG AP 13.04.1971 [14]. status.eu und status.usa von „nicht verifiziert“ auf diese Primärquellen umgestellt.
  • 25.10.2026, Korrektur Rechtsstatus: openFDA drugsfda für NDA 208411 erneut abgefragt (last_updated 2026-10-23, Abfrage 25.10.2026) [14]: Produkt 001 Narcan (Nasenspray) „Over-the-counter“, Produkt 002 Narcan (Nasenspray, niedrigere Stärke) „Discontinued“ mit dem Federal-Register-Vermerk, dass es nicht aus Sicherheits- oder Wirksamkeitsgründen eingestellt wurde. Eine eingestellte verschreibungspflichtige Fassung derselben Stärke geht aus den Daten nicht hervor; status.usa und Referenz 14 sprachen bisher von der „verschreibungspflichtigen Fassung“ und wurden auf den Datenstand zurückgenommen.

Nicht verifiziert

  • Rezeptbindungswerte (Ki) von Naloxon wurden nicht an einer Primärquelle geprüft.
  • Verschreibungspflicht in Deutschland (AMVV) und nationale Zulassungen (AMIce/PharmNet) nicht an einer Primärquelle geprüft; die Fachinformation von Nyxoid wurde nicht gelesen; seit wann Narcan Nasenspray in den USA rezeptfrei ist, wurde nicht ausgewertet.
  • Deutsche Daten zu Take-Home-Naloxon-Programmen nicht ausgewertet.
  • Ob das im norwegischen RCT [7] verwendete Nasenspray das in [1] genannte Produkt von dne pharma ist, geht aus dem Abstract nicht hervor.

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