Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Stärkt die Knochen und schützt vor Brüchen und Stürzen

    kein Nutzen

    Knochen & Gelenke · gesund (Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, nicht nach Mangel ausgewählt) · Mensch, randomisiert

    VITAL: keine Wirkung auf Brüche insgesamt (HR 0,98) oder Hüftfrakturen [8]. Metaanalyse von 81 RCTs: kein Effekt auf Brüche, Stürze oder Knochendichte [9]. Bei sehr hohen Einzelgaben eher mehr Stürze und Brüche [10]; nach einer Übersicht profitieren ältere Heimbewohnende oder Menschen mit Mangel zusammen mit Calcium [1].

  • Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen

    kleiner Nutzen

    Immunsystem & Infekte · gemischt: Gesunde und Patienten (0 bis 95 Jahre) · Mensch, randomisiert

    Metaanalyse von 43 RCTs mit 48 488 Teilnehmenden: 61,3 % gegenüber 62,3 % mit mindestens einem Atemwegsinfekt (OR 0,92); in Untergruppen deutlicher bei täglicher Gabe und bei Kindern, ohne signifikante Interaktion; in keiner Untergruppe nach Ausgangsspiegel signifikant; Interessenkonflikte mit Supplementherstellern [12].

  • Verlängert das Leben und schützt vor Krebs und Herzinfarkt

    uneinheitlich

    Langlebigkeit · gesund (ältere Erwachsene) · Mensch, randomisiert

    VITAL und D-Health: keine Wirkung auf Krebs, Herz-Kreislauf-Ereignisse oder Gesamtsterblichkeit [5][6]. Eine ältere Cochrane-Übersicht fand für Vitamin D3 eine leicht geringere Sterblichkeit vor allem bei älteren Frauen [7]; genetische Daten sprechen für einen Schaden nur bei echtem Mangel [4].[5][6]

  • Hebt die Stimmung und beugt Depressionen vor

    kein Nutzen

    Stimmung & Stress · gesund (ab 50 Jahren, ohne relevante depressive Symptome) · Mensch, randomisiert

    VITAL-DEP mit 18 353 Teilnehmenden über 5,3 Jahre: kein Unterschied bei neuen oder wiederkehrenden Depressionen (HR 0,97) und bei den Stimmungswerten [13].

  • Verbessert Gedächtnis und geistige Leistung

    uneinheitlich

    Kognition & Fokus · gesund (mittleres und höheres Alter) · Mensch, randomisiert

    Cochrane: Vitamin D3 mit Calcium ohne Effekt auf die Kognition kognitiv Gesunder bis zu zehn Jahre [14]. Eine neuere Metaanalyse mit gemischten Populationen fand einen kleinen Gesamteffekt (g = 0,13), größer bei Mangel und gefährdeten Gruppen [15].

Wirkweise

Evidenzkarte: Vitamin D

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Vitamin D wird in der Haut gebildet oder mit Nahrung und Präparaten aufgenommen und zu 25-Hydroxyvitamin D umgewandelt, der Speicherform, die im Blut gemessen wird. Daraus entsteht 1,25-Dihydroxyvitamin D, der Ligand des Vitamin-D-Rezeptors (VDR), eines Kernrezeptors, der Gene an- und abschaltet. Die Wirkung auf den Knochen ist überwiegend indirekt: Das Hormon steigert die Calciumaufnahme im Darm und hält Calcium und Phosphat im Blut konstant [1]. VDR und die aktivierenden Enzyme kommen in fast allen Geweben vor; Immunzellen bilden 1,25-Dihydroxyvitamin D sogar selbst, gesteuert durch Entzündungssignale statt durch den Calciumhaushalt. Viele Zell-, Tier- und Beobachtungsstudien legen deshalb Wirkungen weit über den Knochen hinaus nahe; die randomisierten Studien dazu sind nach derselben Übersicht insgesamt widersprüchlich [1].

Als Präparate gibt es Vitamin D vor allem als Cholecalciferol (D3), Ergocalciferol (D2) und Calcifediol; der Formvergleich steht in deren Profilen. In Kürze: D3 hob den 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel in einer Metaanalyse von 2012 stärker an als D2, vor allem bei seltenen großen Einzelgaben [2]; eine neuere Metaanalyse fand den Vorteil auch bei täglicher Gabe; bei einem BMI über 25 war er nicht mehr signifikant [3]. Dass ein echter Mangel schadet, stützt eine genetische Analyse (Mendelsche Randomisierung) an 307 601 Teilnehmenden der UK Biobank: Das Sterberisiko fiel bis zu einem Spiegel von etwa 50 nmol/l steil ab und blieb darüber flach; bei 25 nmol/l lag es um geschätzt 25 % höher als bei 50 nmol/l [4]. Das spricht für einen Nutzen bei Mangel, nicht für einen Vorteil höherer Spiegel.

Genau das zeigen die großen randomisierten Studien an Menschen, die nicht nach einem Mangel ausgewählt wurden. In VITAL (25 871 Teilnehmende, 5,3 Jahre) senkte Vitamin D3 weder Krebs (HR 0,96) noch schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse (HR 0,97) [5]. In der australischen D-Health-Studie mit 21 315 Menschen ab 60 Jahren blieb die Gesamtsterblichkeit unverändert (HR 1,04); in einer explorativen Auswertung war die Krebssterblichkeit nach den ersten zwei Jahren eher höher [6]. Eine ältere Cochrane-Übersicht hatte für Vitamin D3 eine leicht geringere Sterblichkeit gefunden (RR 0,94), vor allem bei älteren Frauen in Heimen oder allein lebend, und mit Calcium mehr Nierensteine [7]. Knochenbrüche verhinderte Vitamin D3 in VITAL nicht (HR 0,98) [8], ebenso wenig in einer Metaanalyse von 81 randomisierten Studien, die auch keinen Einfluss auf Stürze und keine klinisch relevante Änderung der Knochendichte fand [9]. Sehr hohe Mengen können schaden: Eine einmal jährliche, sehr hohe Einzelgabe führte bei älteren Frauen zu mehr Stürzen (RR 1,15) und Brüchen (RR 1,26) [10], und Tagesmengen oberhalb der tolerierbaren Obergrenze senkten über drei Jahre die Knochendichte am Unterarm [11].

Einen kleinen Nutzen zeigt eine Metaanalyse von 43 Studien für akute Atemwegsinfekte (OR 0,92); in Untergruppen war der Effekt bei täglicher Gabe und bei Kindern deutlicher, die Unterschiede zwischen den Untergruppen waren aber nicht signifikant; mehrere Autorinnen und Autoren berichten Forschungsgelder von Supplementherstellern [12]. Depressionen beugte Vitamin D3 in der VITAL-Unterstudie mit 18 353 Teilnehmenden nicht vor (HR 0,97) [13]. Für die Kognition kognitiv Gesunder fand eine Cochrane-Übersicht keinen Effekt [14]; eine neuere Metaanalyse mit gemischten Populationen sah einen kleinen Gesamteffekt (Hedges g = 0,13), der bei Mangel und bei gefährdeten Gruppen größer war [15]. Der Testosteronanstieg in einer kleinen Studie an übergewichtigen Männern mit Mangel [16] bestätigte sich in einer randomisierten Studie an gesunden Männern mit normalem Testosteron nicht [17].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Vitamin-D-Rezeptor (VDR, Kernrezeptor)RezeptorAgonistLigand ist 1,25-Dihydroxyvitamin D, nicht Vitamin D selbst (Übersichtsarbeit) Labor[1]
Calciumtransport im DarmSignalwegAktivatorHauptweg der Knochenwirkung, überwiegend indirekt (Übersichtsarbeit) Tierversuch[1]
CYP27B1 in Immunzellen (lokale Bildung von 1,25-Dihydroxyvitamin D)EnzymExpression ↑durch Entzündungs- und Erregersignale reguliert, nicht durch den Calciumhaushalt (Labor) Labor[1]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativunklar · Immunzellen bilden das aktive Hormon selbst (Labor); klinisch nur kleiner Schutz vor Atemwegsinfekten[1][12]
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekein Effekt · Kein Effekt auf Testosteron bei gesunden Männern (RCT); Anstieg nur in einer kleinen Studie bei Mangel und Übergewicht[16][17]
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Vitamin D3 (Cholecalciferol) gegenüber Vitamin D2 (Ergocalciferol)

    Vitamin D3 hob 25-Hydroxyvitamin D stärker an als D2, nach einer Metaanalyse von 2012 vor allem bei großen Einzelgaben [2]; nach einer neueren Metaanalyse auch bei täglicher Gabe (Gesamtanstieg unter D2 um 40 % geringer), bei einem BMI über 25 nicht mehr signifikant [3]. Einzelheiten in den Profilen Cholecalciferol und Ergocalciferol.

    Mensch, randomisiert

  • Oral (geschluckt) · seltene sehr hohe Einzelgaben (monatlich oder jährlich)

    Spiegel steigen deutlich, z. B. im Mittel 115 gegenüber 77 nmol/l unter Placebo bei monatlicher Gabe [6]; eine jährliche sehr hohe Gabe erhöhte aber Stürze und Brüche, besonders in den ersten drei Monaten [10]. Bei Atemwegsinfekten war ein Schutz nur in der Untergruppe mit täglicher Gabe signifikant; ein signifikanter Unterschied zwischen den Untergruppen bestand nicht [12].

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • VITAL (Krebs und Herz-Kreislauf)

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, 2×2-faktoriell · gesund (Männer ab 50, Frauen ab 55 Jahren, USA) · n = 25871 · median 5,3 Jahre

    Gemessen: invasiver Krebs, schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse

    Ergebnis: Kein Effekt (HR 0,96 bzw. 0,97); Gesamtsterblichkeit HR 0,99; keine Hyperkalzämie-Häufung.[5]

    Mensch, randomisiert

  • VITAL-Frakturstudie

    Unterstudie der RCT · gesund (nicht nach Mangel, Osteopenie oder Osteoporose ausgewählt) · n = 25871 · median 5,3 Jahre

    Gemessen: Brüche insgesamt, nicht vertebral, Hüfte

    Ergebnis: Kein Effekt (HR 0,98; 0,97; 1,01), auch nicht in Untergruppen nach Ausgangsspiegel.[8]

    Mensch, randomisiert

  • D-Health

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Australien, ab 60 Jahren, ohne Spiegelmessung) · n = 21315 · 5 Jahre

    Gemessen: Gesamtsterblichkeit

    Ergebnis: HR 1,04; Krebssterblichkeit explorativ nach zwei Jahren eher erhöht (HR 1,24).[6]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse Bewegungsapparat

    systematischer Review, Metaanalyse von 81 RCTs mit sequenzieller Analyse · Erwachsene (gemischt) · n = 53537

    Gemessen: Brüche, Stürze, Knochendichte

    Ergebnis: Brüche RR 1,00, Hüftfrakturen 1,11, Stürze 0,97; keine klinisch relevante Änderung der Knochendichte.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Jährliche Hochdosis

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Frauen ab 70 mit erhöhtem Bruchrisiko) · n = 2256 · 3–5 Jahre

    Gemessen: Stürze, Brüche

    Ergebnis: Mehr Stürze (RR 1,15) und Brüche (RR 1,26) unter Vitamin D.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse Atemwegsinfekte

    systematischer Review und Metaanalyse doppelblinder RCTs · gemischt (0–95 Jahre) · n = 48488

    Gemessen: mindestens ein akuter Atemwegsinfekt

    Ergebnis: OR 0,92 (95-%-KI 0,86–0,99); Untergruppe tägliche Gabe OR 0,78, Interaktion nicht signifikant.[12]

    Mensch, randomisiert

  • VITAL-DEP

    Unterstudie der RCT · gesund (ab 50 Jahren) · n = 18353 · median 5,3 Jahre

    Gemessen: Depression, PHQ-8

    Ergebnis: HR 0,97; Stimmungswerte unverändert.[13]

    Mensch, randomisiert

  • Testosteron bei gesunden Männern

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Männer mit normalem Testosteron, 25(OH)D unter 75 nmol/l) · n = 98 · 12 Wochen

    Gemessen: Gesamttestosteron (Massenspektrometrie)

    Ergebnis: Kein Effekt; Insulinsensitivitätsindex QUICKI leicht gesunken.[17]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Stürze und Brüche nach sehr hohen Einzelgaben

    Jährliche sehr hohe Einzelgabe bei 2256 älteren Frauen: Stürze RR 1,15, Brüche RR 1,26; in den ersten drei Monaten nach der Gabe RR 1,31 für Stürze [10].

    Mensch, randomisiert

  • Geringere Knochendichte bei hohen Tagesmengen

    Drei Jahre mit Tagesmengen oberhalb der tolerierbaren Obergrenze senkten bei 311 Gesunden die Knochendichte am Unterarm stärker als eine niedrige Menge; die Bruchfestigkeit unterschied sich nicht signifikant [11].

    Mensch, randomisiert

  • Nierensteine (zusammen mit Calcium)

    Cochrane-Übersicht: Vitamin D3 mit Calcium erhöhte das Risiko für Nierensteine (RR 1,17; vier Studien, 42 876 Teilnehmende) [7].

    Mensch, randomisiert

  • Hyperkalzämie bei aktiven Vitamin-D-Formen

    Alfacalcidol und Calcitriol erhöhten das Risiko einer Hyperkalzämie (RR 3,18) [7]; unter Vitamin D3 in VITAL keine Häufung [5].

    Mensch, randomisiert

  • Krebssterblichkeit (explorativer Befund)

    In D-Health war die Krebssterblichkeit nach Ausschluss der ersten zwei Jahre unter monatlichem Vitamin D3 grenzwertig höher (HR 1,24; p = 0,05); explorativ, nicht bestätigt [6].

    Mensch, randomisiert

Wechselwirkungen

  • Calcium-Präparate: In Kombination mit Calcium mehr Nierensteine (RR 1,17) [7].

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • widerlegt

    „Fast alle sind unterversorgt, und mehr Vitamin D bringt allen mehr Gesundheit“

    Die genetischen Daten zeigen einen Nutzen nur bis etwa 50 nmol/l [4]; in großen RCTs bei nicht nach Mangel ausgewählten Erwachsenen keine Wirkung auf Krebs, Herz, Brüche, Depression oder Sterblichkeit [5][6][8][13].

  • teilweise belegt

    „Vitamin D schützt vor Infekten“

    Kleiner Schutz vor akuten Atemwegsinfekten (OR 0,92); in Untergruppen deutlicher bei täglicher Gabe und bei Kindern, ohne signifikante Interaktion [12].

  • nicht belegt

    „Vitamin D steigert das Testosteron“

    Anstieg nur im Vorher-nachher-Vergleich einer kleinen Studie an übergewichtigen Männern mit Mangel [16]; in einer RCT an gesunden Männern kein Effekt [17].

  • widerlegt

    „Hoch dosiertes Vitamin D ist harmlos, weil man nicht überdosieren kann“

    Sehr hohe Einzelgaben erhöhten Stürze und Brüche [10], hohe Tagesmengen senkten die Knochendichte [11], und mit Calcium stieg das Nierensteinrisiko [7].

  • teilweise belegt

    „Vitamin D3 ist wirksamer als Vitamin D2“

    D3 hebt den Spiegel stärker, nach der Metaanalyse von 2012 vor allem bei großen Einzelgaben [2], nach einer neueren Metaanalyse auch bei täglicher Gabe, bei einem BMI über 25 aber nicht mehr signifikant [3]. Ob das klinisch zählt, ist kaum geprüft; Einzelheiten in den Profilen Cholecalciferol und Ergocalciferol.

Pharmakokinetik

Aufnahme
Bildung in der Haut oder Aufnahme mit Nahrung und Präparaten; Vitamin D3 hebt den Spiegel stärker als D2 [1][2][3].
Halbwertszeit
Nicht verifiziert. Nach einer jährlichen hohen Gabe lag 25-Hydroxyvitamin D nach einem Monat bei etwa 120, nach drei Monaten bei etwa 90 nmol/l und nach zwölf Monaten noch über Placebo [10].
Abbau
Umwandlung zu 25-Hydroxyvitamin D (Speicherform) und weiter zu 1,25-Dihydroxyvitamin D (Hormon); lokale Bildung des Hormons auch in Immunzellen [1].
Weg ins Gehirn
Nicht verifiziert.

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert.
EU
Anhang II Teil A, Nr. 2 der RL 2002/46/EG (Vitamin D) mit den zugelassenen Verbindungen Cholecalciferol (2 a), Ergocalciferol (2 b) und Calcidiol-Monohydrat (2 c, Spezifikation nach der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel) [18].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; bei nicht nach Mangel ausgewählten Gesunden kein Schutz vor Brüchen, siehe Versprechen „Stärkt die Knochen und schützt vor Brüchen und Stürzen“
  • „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Nährstoff
    Vitamin D
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[19]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; zu Atemwegsinfekten siehe Versprechen „Stärkt das Immunsystem und schützt vor Erkältungen“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Nützt Vitamin D gezielt Menschen mit schwerem Mangel (unter 25 nmol/l), für die es kaum randomisierte Studien gibt?
  • Ist der explorative Befund höherer Krebssterblichkeit in D-Health ein Zufall?
  • Warum schaden seltene sehr hohe Einzelgaben, während tägliche Gaben neutral oder leicht schützend wirken?

Referenzen

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  2. Tripkovic L, Lambert H, Hart K, Smith CP, Bucca G, Penson S, et al. Comparison of vitamin D2 and vitamin D3 supplementation in raising serum 25-hydroxyvitamin D status: a systematic review and meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2012;95(6):1357–64. doi:10.3945/ajcn.111.031070 · PubMed
  3. van den Heuvel EG, Lips P, Schoonmade LJ, Lanham-New SA, van Schoor NM. Comparison of the effect of daily vitamin D2 and vitamin D3 supplementation on serum 25-hydroxyvitamin D concentration (total 25(OH)D, 25(OH)D2, and 25(OH)D3) and importance of body mass index: a systematic review and meta-analysis. Adv Nutr. 2024;15(1):100133. doi:10.1016/j.advnut.2023.09.016 · PubMed
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  5. Manson JE, Cook NR, Lee IM, Christen W, Bassuk SS, Mora S, et al. Vitamin D supplements and prevention of cancer and cardiovascular disease. N Engl J Med. 2019;380(1):33–44. doi:10.1056/NEJMoa1809944 · PubMed
  6. Neale RE, Baxter C, Romero BD, McLeod DSA, English DR, Armstrong BK, et al. The D-Health Trial: a randomised controlled trial of the effect of vitamin D on mortality. Lancet Diabetes Endocrinol. 2022;10(2):120–8. doi:10.1016/S2213-8587(21)00345-4 · PubMed
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  9. Bolland MJ, Grey A, Avenell A. Effects of vitamin D supplementation on musculoskeletal health: a systematic review, meta-analysis, and trial sequential analysis. Lancet Diabetes Endocrinol. 2018;6(11):847–58. doi:10.1016/S2213-8587(18)30265-1 · PubMed
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  13. Okereke OI, Reynolds CF 3rd, Mischoulon D, Chang G, Vyas CM, Cook NR, et al. Effect of long-term vitamin D3 supplementation vs placebo on risk of depression or clinically relevant depressive symptoms and on change in mood scores: a randomized clinical trial. JAMA. 2020;324(5):471–80. doi:10.1001/jama.2020.10224 · PubMed
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  17. Lerchbaum E, Pilz S, Trummer C, Schwetz V, Pachernegg O, Heijboer AC, et al. Vitamin D and testosterone in healthy men: a randomized controlled trial. J Clin Endocrinol Metab. 2017;102(11):4292–302. doi:10.1210/jc.2017-01428 · PubMed
  18. Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
  19. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Lokale Nachprüfung 24.10.2026: Abstracts [6], [8], [10] und [12] erneut gelesen, Kernzahlen bestätigt. Zu [12] laut Abstract keine signifikante Interaktion mit Dosis, Gabehäufigkeit, Dauer oder Alter und kein signifikanter Effekt in den Untergruppen nach Ausgangsspiegel; Formulierungen zur täglichen Gabe deshalb als Untergruppenbefund gekennzeichnet
  • Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py abgeglichen.
  • Kernzahlen am Abstract: VDR-Ligand, indirekte Knochenwirkung über Darm-Calcium, gemischte RCT-Lage [1]; D3 > D2, Vorteil bei Bolus, nicht bei täglicher Gabe [2]; n = 307 601, L-Form bis 50 nmol/l, OR 1,25 [4]; n = 25 871, HR 0,96/0,97/0,99 [5]; n = 21 315, HR 1,04, Krebssterblichkeit explorativ 1,24, Spiegel 115 vs. 77 nmol/l [6]; D3 RR 0,94, Nierensteine RR 1,17, Hyperkalzämie RR 3,18 [7]; HR 0,98/0,97/1,01 [8]; 81 RCTs, RR 1,00/1,11/0,97 [9]; n = 2256, RR 1,15/1,26, 1,31 in den ersten drei Monaten [10]; n = 311, geringere Knochendichte radial [11]; OR 0,92, 61,3 vs. 62,3 %, tägliche Gabe 0,78, Interessenkonflikte [12]; n = 18 353, HR 0,97 [13]; D3 plus Calcium ohne Effekt auf Kognition [14]; 24 Studien, g = 0,128 [15]; n = 54 analysiert, Vorher-nachher-Anstieg [16]; n = 98, kein Effekt, QUICKI −0,02 [17].
  • Im Volltext (PMC6626501) [1]: Bildung in der Haut unter UV-B-Licht oder Aufnahme mit der Nahrung; Immunzellen bilden 1,25-Dihydroxyvitamin D lokal, CYP27B1 durch Immunsignale statt durch den Calciumhaushalt reguliert.
  • PubChem: Cholecalciferol CID 5280795.
  • ClinicalTrials.gov: 5436 Einträge zu „vitamin D“ (23.10.2026).
  • Freigabe K8 (24.10.2026) umgesetzt: Rechtsstatus am konsolidierten Text CELEX 02002L0046-20251126 (Cellar, XHTML, 24.10.2026): Anhang II Teil A, Nr. 2 a „Cholecalciferol“, 2 b „Ergocalciferol“, 2 c „Calcidiol-Monohydrat“ mit Fußnote 4 (Verweis auf die Unionsliste) [18]. Abstract [3] gelesen: 20 Vergleichsstudien, tägliche Gabe (12 Vergleiche, LC-MS/MS) −10,39 nmol/l (40 %) unter D2, Verlust der Signifikanz vor allem bei BMI über 25.
  • Gesundheitsbezogene Angaben zu Vitamin D im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basistext CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar, XHTML, 24.10.2026), gleicher Wortlaut [19]. Abstracts [5] und [8] erneut gelesen: VITAL gab Vitamin D3 (Cholecalciferol).

Nicht verifiziert

  • Interessenkonflikte der Autorinnen und Autoren von [12] lokal nicht nachgeprüft (Abstract: „Funding: None“; Volltext weder in PMC noch in Europe PMC frei)
  • Rechtlicher Status in Deutschland und den USA (Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel) nicht in Registern geprüft; EFSA-Seiten nicht erreichbar.
  • Halbwertszeit von 25-Hydroxyvitamin D nicht an einer Primärquelle geprüft.
  • Aussage der Übersicht [1], dass ältere Heimbewohnende oder Menschen mit Mangel zusammen mit Calcium vor Brüchen geschützt werden, nicht an den Primärstudien geprüft.
  • Calciumtransport im Darm nur über die Übersicht [1] belegt; die Evidenzstufe 2 im Feld ziele ist deshalb vorsichtig gewählt.
  • Ob in [16] auch der Gruppenvergleich gegen Placebo signifikant war (Abstract berichtet nur Vorher-nachher-Vergleiche).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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