Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Schützt Herz und Gefäße vor Herzinfarkt und Schlaganfall
kein NutzenIn VITAL (25 871 Teilnehmende, 5,3 Jahre) keine Senkung schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse; nur der sekundäre Endpunkt Herzinfarkt war seltener [7]. Cochrane: wenig oder kein Effekt auf Sterblichkeit und Herz-Kreislauf-Ereignisse, allenfalls leicht weniger koronare Ereignisse bei geringer Vertrauenswürdigkeit [6]. VITAL verwendete laut Design-Paper Omacor [17], also die Form des Profils Omega-3-Säurenethylester; dort steht der seltenere Herzinfarkt als sekundärer Endpunkt als „Einzelbefund, unbestätigt“. Für das hier geprüfte Versprechen, Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen, bleibt es bei „kein Nutzen“: Der vorab festgelegte kombinierte Endpunkt, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Tod blieben unverändert [7].
Senkt die Blutfette (Triglyceride; nur Marker)
nur Marker belegtNur Marker (K3; bis 25.10.2026 „Nutzen belegt“). Cochrane-Metaanalyse: Triglyceride um rund 15 % gesenkt, mengenabhängig, hohe Vertrauenswürdigkeit; andere Blutfette kaum verändert [6]. Ob das allein klinisch nützt, ist offen [6][10].[10]
Hochdosiertes EPA senkt das Herz-Kreislauf-Risiko um 25 %
Einzelbefund, unbestätigtFür reines, hochdosiertes EPA gibt es eine einzige verblindete Endpunktstudie: REDUCE-IT, HR 0,75, finanziert vom Hersteller; das Mineralöl im Vergleichsarm ließ Entzündungs- und Fettwerte in der Placebogruppe ansteigen [8][9]. Die offene Studie RESPECT-EPA mit demselben Wirkstoff zeigte dieselbe Richtung, verfehlte den primären Endpunkt aber knapp (HR 0,79; 95-%-KI 0,62–1,00) und schloss eine andere Population ein [18]. Die ältere offene Studie JELIS war positiv (schwere koronare Ereignisse relativ −19 %), schloss aber Menschen mit Hypercholesterinämie ohne Triglycerid-Kriterium ein, hatte keine Placebogruppe und nennt im Abstract die chemische Form nicht; sie bestätigt das Versprechen deshalb nicht für diese Population [19]. STRENGTH (HR 0,99) prüfte ein EPA-DHA-Gemisch als Carbonsäuren gegen Maisöl, also kein reines EPA, und widerlegt das Versprechen deshalb nicht [10]. Bis 25.10.2026 „uneinheitlich“; jetzt dieselbe Bewertung wie im Formprofil Icosapent-Ethyl.[8][9]
Hält das Gehirn fit und schützt vor geistigem Abbau
kein NutzenMetaanalyse von 38 RCTs (49 757 Teilnehmende): kein Effekt auf neue kognitive Beeinträchtigung oder Demenz, MMST-Unterschied 0,10 Punkte [13]. Cochrane-Übersicht bei über 60-Jährigen ohne Beeinträchtigung: kein Nutzen [14].
Hellt die Stimmung auf und hilft gegen Depression
uneinheitlichCochrane (33 Studien, 1848 Teilnehmende): SMD −0,40, entspricht etwa 2,5 Punkten auf der Hamilton-Skala und liegt unter der klinisch relevanten Schwelle; sehr geringe Vertrauenswürdigkeit, wahrscheinlich zugunsten von Omega-3 verzerrt [15]. Zur Vorbeugung bei Menschen ohne Depression etwas mehr Depressionen unter Omega-3 (HR 1,13) [16].
Wirkweise
Evidenzkarte: Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)
EPA und DHA werden über die Nahrung aufgenommen und in die Phospholipide von Zellmembranen und Lipoproteinen eingebaut. Das Gehirn kann DHA nicht selbst herstellen. In Mäusen ist der Transporter MFSD2A im Endothel der Blut-Hirn-Schranke der wichtigste Weg: Er transportiert DHA nicht als freie Fettsäure, sondern gebunden als Lysophosphatidylcholin; Mäuse ohne MFSD2A hatten deutlich weniger DHA im Gehirn, Nervenzellverluste, Lernstörungen und starke Ängstlichkeit [1]. Ob sich daraus ein Vorteil zusätzlicher Zufuhr bei gut versorgten Menschen ergibt, sagt diese Tierarbeit nicht.
Wie gut die Fettsäuren aufgenommen werden, hängt von der chemischen Form und der Mahlzeit ab. Ethylester, die Form vieler Konzentrate, wurden zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit etwa dreimal besser aufgenommen als mit einer fettarmen, bis rund 60 %; EPA aus natürlichen Fischöl-Triglyceriden dagegen zu 69 % (fettarm) bzw. 90 % (fettreich) [2]. In einem Vergleich über zwei Wochen mit 72 Freiwilligen erreichten re-veresterte Triglyceride 124 %, Ethylester 73 % und freie Fettsäuren 91 % der Bioverfügbarkeit natürlichen Fischöls [3]. Eine Übersichtsarbeit ordnet die Formen nach freien Fettsäuren > Phospholipiden > re-veresterten > natürlichen Triglyceriden > Ethylestern, betont aber, dass Unterschiede nach Einzelgaben bei Daueranwendung oft verschwinden; ein Autor hält Anteile an einem Labor für Fettsäuretests [4]. Für Krillöl (Phospholipide) zeigte eine kleine Überkreuzstudie einen stärkeren Anstieg des Omega-3-Index als für Fischöl; zwei Autorinnen waren beim Krillöl-Hersteller angestellt und entwarfen die Studie, und nur die Krillölkapseln enthielten zusätzlich Astaxanthin [5].
Der am besten belegte Effekt beim Menschen ist die Senkung der Triglyceride um rund 15 %, abhängig von der Menge [6]. Auf harte Endpunkte wirkt sich das kaum aus: Eine Cochrane-Übersicht mit 86 randomisierten Studien und 162 796 Teilnehmenden fand wenig oder keinen Effekt auf Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Ereignisse, allenfalls eine leichte Abnahme koronarer Ereignisse bei geringer Vertrauenswürdigkeit [6]. In VITAL, einer Primärpräventionsstudie mit 25 871 Menschen ab 50 bzw. 55 Jahren, senkten Omega-3-Kapseln über 5,3 Jahre weder schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse (HR 0,92; 95-%-KI 0,80–1,06) noch Krebs; nur der sekundäre Endpunkt Herzinfarkt war seltener (HR 0,72) [7]. Hochdosierter, reiner EPA-Ethylester (Icosapent-Ethyl) senkte in REDUCE-IT bei statinbehandelten Risikopatienten mit erhöhten Triglyceriden den kombinierten Endpunkt um 25 % (HR 0,75) [8]. Die Studie finanzierte der Hersteller, und das Vergleichsöl war Mineralöl: In der Placebogruppe stiegen LDL-Cholesterin, CRP, Interleukin-6 und Interleukin-1β deutlich an, unter EPA kaum [9]. Die ähnlich große STRENGTH-Studie mit einem EPA-DHA-Gemisch gegen Maisöl wurde wegen Aussichtslosigkeit vorzeitig beendet (HR 0,99) [10].
Zu den Risiken zählt ein leicht erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern (HR 1,25 in sieben großen Studien, stärker bei höheren Mengen) [11]. Blutungen waren insgesamt nicht häufiger, bei hochdosiertem reinem EPA aber relativ um 50 % und absolut um 0,6 Prozentpunkte [12]. Für das Gehirn fanden zwei Metaanalysen randomisierter Studien bei kognitiv gesunden älteren Menschen keinen Schutz vor geistigem Abbau oder Demenz [13][14]. Bei Major Depression ergab eine Cochrane-Übersicht einen kleinen, klinisch wohl unbedeutenden und vermutlich überschätzten Effekt [15]; in der VITAL-Depressionsstudie mit 18 353 Teilnehmenden ohne aktuelle Depression traten unter Omega-3 sogar etwas häufiger Depressionen auf (HR 1,13) [16].
Formen und Vorstufe: Die großen Endpunktstudien verwendeten jeweils eine bestimmte Form; die Einzelheiten stehen in den Formprofilen. VITAL prüfte laut Design-Paper das Arzneimittel Omacor [17], dessen Form das Profil Omega-3-Säurenethylester belegt. REDUCE-IT verwendete reinen EPA-Ethylester (Icosapent-Ethyl) [8]; die offene japanische Studie RESPECT-EPA mit demselben Wirkstoff verfehlte bei stabiler koronarer Herzkrankheit und niedrigem EPA/AA-Verhältnis ihren primären Endpunkt knapp (HR 0,79; 95-%-KI 0,62–1,00), koronare Ereignisse als sekundärer Endpunkt waren seltener [18]. Die ältere offene japanische Studie JELIS senkte mit hochgereinigtem EPA bei 18 645 Menschen mit Hypercholesterinämie unter Statin schwere koronare Ereignisse relativ um 19 % (2,8 vs. 3,5 %); die Kontrollgruppe erhielt nur das Statin, ohne Placebo, und welche chemische Form verwendet wurde, nennt der Abstract nicht [19]. STRENGTH verwendete eine Carbonsäure-Formulierung aus EPA und DHA, also kein reines EPA [10]. Die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA, eigenes Profil) ist die Vorstufe von EPA und DHA: Ergänzte ALA hebt laut einer Stellungnahme der Fachgesellschaft ISSFAL EPA und Docosapentaensäure im Blut, DHA dagegen kaum; DHA im Blut steigt verlässlich nur mit vorgeformter DHA [20]. Für EPA und DHA ist in der EU die gesundheitsbezogene Angabe „EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei“ zugelassen [21]; das ist eine rechtliche Entscheidung, keine Evidenzstufe.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| MFSD2A (Transporter im Endothel der Blut-Hirn-Schranke) | Transporter | Bindung | transportiert DHA als Lysophosphatidylcholin, natriumabhängig; Knockout: deutlich weniger DHA im Gehirn (Maus, Zellmodelle) | Tierversuch[1] |
| Triglyceride im Serum | Sonstiges | Hemmer | ≈ −15 %, mengenabhängig (Metaanalyse von RCTs, hohe Vertrauenswürdigkeit) | Mensch, randomisiert[6] |
| Phospholipide der Erythrozytenmembran (Omega-3-Index) | Sonstiges | Bindung | Einbau von EPA und DHA; Anstieg je nach Form unterschiedlich (kleine RCT) | Mensch, randomisiert[5] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselTriglyceride im Blut um rund 15 % gesenkt; Körpergewicht, übrige Blutfette und Blutdruck kaum verändert[6]
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativIn REDUCE-IT blieben Entzündungsmarker unter EPA nahezu konstant, stiegen aber unter dem Mineralöl-Vergleich[9]
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · natürliches Fischöl (Triglyceride)
EPA ≈ 69 % (fettarme Mahlzeit) bzw. ≈ 90 % (fettreiche Mahlzeit)Absorption von EPA hing von der Fettmenge der Mahlzeit ab, die von DHA nicht; Männer, Vergleich mit früher berichteten Werten [2].
Mensch, nicht randomisiert
Oral (geschluckt) · Ethylester (Konzentrat)
≈ 60 % mit fettreicher Mahlzeit, etwa ein Drittel davon mit fettarmer; 73 % relativ zu FischölAufnahme stark von mitgegessenem Fett abhängig [2]; in einem Vergleich über zwei Wochen schlechter als natürliches Fischöl [3]. Auch reiner EPA-Ethylester (Icosapent-Ethyl) liegt in dieser Form vor [8].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · re-veresterte Triglyceride bzw. freie Fettsäuren
124 % bzw. 91 % relativ zu natürlichem FischölZwei Wochen, 72 Freiwillige; konzentrierte Präparate doppelblind gegen Placebo-Öl, Fischöl- und Lebertran-Arme einfach verblindet [3]. Unterschiede nach Einzelgaben verschwinden bei Daueranwendung oft [4].
Mensch, randomisiert
Oral (geschluckt) · Krillöl (Phospholipide)
Omega-3-Index stärker erhöht als mit Fischöl (24 Gesunde, Überkreuz)Studie von Angestellten des Krillöl-Herstellers entworfen; Krillölkapseln enthielten zusätzlich Astaxanthin [5]. Klinischer Vorteil nicht untersucht; Übersicht sieht bei Daueranwendung meist geringe Unterschiede [4].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
VITAL (Primärprävention)
Gemessen: schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, invasiver Krebs
Ergebnis: Kein Effekt (HR 0,92 bzw. 1,03); Herzinfarkt als sekundärer Endpunkt HR 0,72; keine Blutungszunahme.[7]
Mensch, randomisiert
Cochrane-Übersicht Herz-Kreislauf
Gemessen: Sterblichkeit, Herz-Kreislauf-Ereignisse, Blutfette
Ergebnis: Gesamtsterblichkeit RR 0,97, Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 0,96 (beide hohe Vertrauenswürdigkeit); Triglyceride ≈ −15 %.[6]
Mensch, randomisiert
REDUCE-IT (Icosapent-Ethyl)
Gemessen: kombinierter Herz-Kreislauf-Endpunkt
Ergebnis: HR 0,75; mehr Krankenhausaufnahmen wegen Vorhofflimmerns (3,1 % vs. 2,1 %); vom Hersteller finanziert.[8]
Mensch, randomisiert
STRENGTH (EPA und DHA)
Gemessen: kombinierter Herz-Kreislauf-Endpunkt
Ergebnis: Kein Unterschied (12,0 % vs. 12,2 %; HR 0,99); mehr Magen-Darm-Beschwerden (24,7 % vs. 14,7 %).[10]
Mensch, randomisiert
RESPECT-EPA (Icosapent-Ethyl, offen)
Gemessen: kombinierter Herz-Kreislauf-Endpunkt
Ergebnis: 9,1 vs. 12,6 % (HR 0,79; p = 0,055); koronare Ereignisse HR 0,73; neues Vorhofflimmern 3,1 vs. 1,6 %.[18]
Mensch, randomisiert
Metaanalyse Vorhofflimmern
Gemessen: Vorhofflimmern
Ergebnis: HR 1,25 (95-%-KI 1,07–1,46); bei höheren Mengen stärker.[11]
Mensch, randomisiert
Metaanalyse Kognition
Gemessen: neue kognitive Erkrankung, MMST
Ergebnis: Kein Effekt auf neue Erkrankung (RR 0,98) oder Beeinträchtigung (RR 0,99); MMST +0,10 Punkte.[13]
Mensch, randomisiert
Cochrane-Übersicht Depression
Gemessen: depressive Symptome
Ergebnis: SMD −0,40, klinisch wohl unbedeutend, sehr geringe Vertrauenswürdigkeit; Remission und Ansprechen unverändert.[15]
Mensch, randomisiert
VITAL-DEP (Depressionsvorbeugung)
Gemessen: neue oder wiederkehrende Depression, PHQ-8
Ergebnis: Etwas mehr Depressionen unter Omega-3 (HR 1,13); Stimmungswerte unverändert.[16]
Mensch, randomisiert
Vergleich von Fischölformen
Gemessen: EPA und DHA in Serumlipiden
Ergebnis: Re-veresterte Triglyceride 124 %, freie Fettsäuren 91 %, Ethylester 73 % von natürlichem Fischöl.[3]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Vorhofflimmern
Metaanalyse von sieben großen RCTs: HR 1,25, bei höheren Mengen 1,49 gegenüber 1,12 bei niedrigeren; je zusätzlichem Gramm HR 1,11 [11]. In REDUCE-IT 3,1 % vs. 2,1 % Krankenhausaufnahmen wegen Vorhofflimmerns [8].
Mensch, randomisiert
Blutungen
Insgesamt nicht häufiger (RR 1,09; elf RCTs, 120 643 Teilnehmende); bei hochdosiertem reinem EPA relativ +50 %, absolut +0,6 Prozentpunkte [12]. In VITAL keine Zunahme [7].
Mensch, randomisiert
Magen-Darm-Beschwerden
In STRENGTH 24,7 % gegenüber 14,7 % unter Maisöl [10]; in der Cochrane-Übersicht zur Kognition leichte Magen-Darm-Beschwerden als häufigste Nebenwirkung [14].
Mensch, randomisiert
Depression in einer Präventionsstudie
In VITAL-DEP traten unter Omega-3 etwas häufiger Depressionen oder relevante depressive Symptome auf (HR 1,13; 95-%-KI 1,01–1,26); die Stimmungswerte unterschieden sich nicht [16]. Einzelbefund.
Mensch, randomisiert
Wechselwirkungen
- Thrombozytenhemmer: In der Blutungs-Metaanalyse hing das Blutungsrisiko nicht von einer gleichzeitigen Thrombozytenhemmung ab, wohl aber von der EPA-Menge [12].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- teilweise belegt
„Fischöl schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall“
Bei Gesunden kein Effekt auf den Hauptendpunkt und keiner auf Schlaganfall; Herzinfarkt nur als sekundärer Endpunkt seltener [7]. Cochrane: allenfalls leicht weniger koronare Ereignisse bei geringer Vertrauenswürdigkeit [6].
- widerlegt
„Omega-3-Kapseln schützen im Alter vor geistigem Abbau“
Metaanalyse von 38 RCTs mit fast 50 000 Teilnehmenden und Cochrane-Übersicht ohne Nutzen bei kognitiv Gesunden [13][14].
- teilweise belegt
„Reines EPA senkt das Herzrisiko um ein Viertel“
So in REDUCE-IT bei Risikopatienten [8], aber herstellerfinanziert und mit einem Mineralöl-Vergleich, unter dem Entzündungs- und Fettwerte stiegen [9]; die ähnlich große STRENGTH-Studie mit einem EPA-DHA-Gemisch in anderer Form fand keinen Effekt [10], und die offene Studie RESPECT-EPA mit reinem EPA verfehlte ihren primären Endpunkt knapp [18].
- teilweise belegt
„Krillöl wirkt besser als Fischöl, weil es besser aufgenommen wird“
Stärkerer Anstieg des Omega-3-Index in einer kleinen, vom Hersteller mitentworfenen Studie [5]; ein klinischer Vorteil ist nicht gezeigt, und bei Daueranwendung sind Formunterschiede meist gering [4].
- widerlegt
„Omega-3 ist völlig nebenwirkungsfrei“
Leicht erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern in randomisierten Studien [11], mehr Magen-Darm-Beschwerden [10] und bei hochdosiertem EPA etwas mehr Blutungen [12].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Abhängig von Form und Mahlzeit: Ethylester mit fettreicher Mahlzeit ≈ 60 %, sonst deutlich weniger; EPA aus Fischöl-Triglyceriden 69–90 % [2][3].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Einbau in Phospholipide von Membranen und Lipoproteinen; Anstieg in Erythrozyten (Omega-3-Index) über Wochen [5].
- Weg ins Gehirn
- DHA wird in Mäusen als Lysophosphatidylcholin über MFSD2A ins Gehirn transportiert [1]; beim Menschen hier nicht geprüft.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Nicht verifiziert.
- EU
- Für EPA und DHA ist die gesundheitsbezogene Angabe zur Herzfunktion zugelassen; sie gilt den Fettsäuren, nicht einer bestimmten Form [21]. Arzneimittel- und Lebensmittelstatus der einzelnen Formen stehen in den Formprofilen und wurden für dieses Übersichtsprofil nicht eigens geprüft.
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„tragen zu einer normalen Herzfunktion bei“
- Nährstoff
- Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure (EPA/DHA)
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[21]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; bei Gesunden kein Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall insgesamt gezeigt (siehe Hauptversprechen)
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Ist der Nutzen in REDUCE-IT echt, oder hat das Mineralöl in der Placebogruppe geschadet?
- Profitieren Menschen mit niedrigem Ausgangsspiegel (niedrigem Omega-3-Index) stärker als gut versorgte?
- Wie stark steigt das Risiko für Vorhofflimmern bei den in Supplementen üblichen Mengen?
- Erreicht zusätzlich zugeführtes DHA bei gut versorgten Erwachsenen überhaupt mehr Gehirngewebe?
Referenzen
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Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py über Crossref und PubMed abgeglichen.
- Kernzahlen am Abstract: MFSD2A transportiert LPC-DHA, Knockout mit DHA-Mangel, Neuronenverlust, Lern- und Angstphänotyp [1]; EPA 69 → 90 %, Ethylester dreifach auf ≈ 60 % [2]; n = 72, 124 %/73 %/91 % [3]; Reihenfolge NEFA > PL > rTAG > TAG > EE, Interessenkonflikt OmegaQuant [4]; n = 24, Omega-3-Index Krill > Fisch [5]; 86 RCTs, 162 796, RR 0,97/0,96, Triglyceride ≈ −15 % [6]; n = 25 871, HR 0,92, Herzinfarkt 0,72 [7]; n = 8179, HR 0,75, Vorhofflimmern 3,1 vs. 2,1 %, Finanzierung Amarin [8]; Biomarkeranstiege unter Mineralöl [9]; n = 13 078, HR 0,99, GI 24,7 vs. 14,7 % [10]; HR 1,25/1,49/1,12/1,11 [11]; RR 1,09, +50 % relativ, +0,6 % absolut bei EPA [12]; 38 RCTs, 49 757, RR 0,98/0,99, MMST 0,10 [13]; 3 Studien, kein Nutzen [14]; SMD −0,40, ≈ 2,5 HDRS-Punkte [15]; n = 18 353, HR 1,13 [16].
- Im Volltext (PMC4235028) [5]: Zwei Autorinnen bei Enzymotec angestellt, entwarfen Studie und Protokoll; Krillöl vom Hersteller gestellt; nur Krillölkapseln enthielten Astaxanthin.
- PubChem: EPA CID 446284 (all-cis), DHA CID 445580.
- ClinicalTrials.gov: 1869 Einträge zu „omega-3 fatty acids“ (23.10.2026).
- 25.10.2026, q038 (E-6): Übersichtsprofil der Familie omega-3-fettsaeuren-formen; „Krillöl“ und „Icosapent-Ethyl (reiner EPA-Ethylester)“ (eigene Formprofile) aus synonyme entfernt. „Fischöl“ und „Algenöl“ bleiben als Herkunftsbegriffe für alle Formen (Gegenprüfung 25.10.2026: ein Formprofil „Algenöl“ gibt es nicht; Algenöl ist laut Leitfaden Herkunft, keine Form, und war bis dahin in keinem Profil mehr als Synonym geführt).
- 25.10.2026, q080: Herzschutz mit dem Formprofil Omega-3-Säurenethylester abgeglichen. Abstract VITAL [7]: primärer Endpunkt HR 0,92 (0,80–1,06), Herzinfarkt 0,72 (0,59–0,90), Schlaganfall 1,04 (0,83–1,31), Herz-Kreislauf-Tod 0,96 (0,76–1,21); Design-Paper [17]: „Omacor fish oil“. Hauptversprechen (Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen) bleibt „kein Nutzen“, das Formprofil bewertet nur den Herzinfarkt („Einzelbefund, unbestätigt“); beide Begründungen verweisen jetzt aufeinander. Abstracts REDUCE-IT [8] (HR 0,75; 0,68–0,83; Amarin), STRENGTH [10] (Carbonsäure-Formulierung aus EPA und DHA, HR 0,99), RESPECT-EPA [18] (offen, HR 0,79; 0,62–1,00; p = 0,055) und ASCEND (PMID 30146932, Form nicht genannt, hier nicht zitiert) gelesen. Versprechen „Hochdosiertes EPA …“ von „uneinheitlich“ auf „Einzelbefund, unbestätigt“, weil STRENGTH kein reines EPA prüfte; gleiche Lesart wie im Profil Icosapent-Ethyl.
- 25.10.2026, q009 (K3): Triglycerid-Versprechen als reines Marker-Versprechen gekennzeichnet, Ergebnis „Nutzen belegt“ → „nur Marker belegt“ (Senkung laut Cochrane [6] gerichtet und gesichert).
- 25.10.2026, q082: Health Claim „EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei“ im Basistext der VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 32012R0432, DE, über Cellar) gelesen; Bedingungen mit Mengenangabe nicht übernommen. Eingetragen in health_claims und status.eu [21].
- 25.10.2026, q106: verwandt zu alpha-linolensaeure bleibt „gleiche Klasse“ (Omega-3-Fettsäuren); Umwandlung ALA → EPA im Text am Abstract der ISSFAL-Stellungnahme [20] belegt.
- Gegenprüfung 25.10.2026: JELIS ergänzt (Abstract PMID 17398308 über PubMed efetch gelesen: offen, verblindete Endpunktbewertung, 18 645 mit Gesamtcholesterin ≥ 6,5 mmol/L, Statin mit oder ohne EPA, 2,8 vs. 3,5 %, relativ −19 %, p = 0,011; dieselbe Referenz wie im Profil icosapent-ethyl, dort Nr. 5); neue Referenz [19], Brenna und VO (EU) Nr. 432/2012 jetzt [20] und [21]. Ergebnis „Einzelbefund, unbestätigt“ bleibt, weil JELIS nicht nach erhöhten Triglyceriden einschloss und keine Placebogruppe hatte. q008: population des Triglycerid-Versprechens und der Studien Cochrane [6] und Vorhofflimmern [11] auf „gemischt: …“ umgestellt (Cochrane-Abstract: „adults at varying cardiovascular risk“, Primär- und Sekundärprävention; Gencer-Abstract: RCTs zu Herz-Kreislauf-Endpunkten, Inhalt sonst unverändert).
- 25.10.2026, q012: Bewertungen beruhen, soweit oben kein Volltext genannt ist, nur auf den Abstracts (nur Abstract geprüft); Volltext nur für [5] (PMC4235028).
Nicht verifiziert
- Rechtlicher Status (Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel) im Übersichtsprofil nicht eigens geprüft, siehe Formprofile; Health Claim nur im Basistext der VO (EU) Nr. 432/2012, nicht in der konsolidierten Fassung geprüft; die EFSA-Seiten waren nicht abrufbar.
- Halbwertszeit von EPA und DHA im Plasma bzw. in Erythrozyten nicht an einer Primärquelle geprüft.
- Ob die Absorptionswerte für fettarme Mahlzeiten in [2] aus derselben Personengruppe stammen (laut Abstract „previously reported“).
- Randomisierung in [3] (im Abstract nur „double-blinded design“ bzw. „single-blinded arms“).
- Studien zu Kognition bei jungen Gesunden und zu Algenöl wurden nicht gesondert recherchiert.
- Chemische Form des JELIS-Präparats (Abstract nennt nur „EPA“; Volltext nicht geprüft).
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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