Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Fördert den Stuhlgang

    kleiner Nutzen

    Verdauung & Darm · gesund (Neigung zu Verstopfung) · Mensch, randomisiert

    Bei Gesunden mit Verstopfungsneigung etwa ein Stuhl pro Woche mehr als unter Placebo (Überkreuz-RCT, 44 Personen, Hersteller beteiligt) [8]; die EFSA sah für natives Zichorieninulin einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang [3]. Bei Erwachsenen mit chronischer Obstipation erhöhten inulinartige Fructane die Stuhlfrequenz in einer Metaanalyse nicht, nur die Stuhlkonsistenz wurde weicher [11]. Die meisten positiven Studien sind herstellerfinanziert [8][10].[10]

  • Vermehrt Bifidobakterien im Stuhl (nur Marker)

    nur Marker belegt

    Verdauung & Darm · gesund · Mensch, randomisiert

    Nur Marker: Mehr Bifidobakterien im Stuhl in einer Metaanalyse von 50 RCTs; sie fasst Inulin und Oligofructose zusammen und ist damit nicht formspezifisch [4]. Inulinspezifisch zeigt eine RCT mit Zichorieninulin bei Älteren mit Verstopfung mehr Bifidobakterien [9]. Der Marker sagt für sich nichts über einen gesundheitlichen Nutzen; „nur Marker belegt“ bezieht sich allein auf ihn. Butyrat im Stuhl stieg in einer RCT nicht an [5]. Studien [4][9] nur Abstract geprüft, [5] im Volltext.

  • Hebt die Stimmung über die Darm-Hirn-Achse

    kein Nutzen

    Stimmung & Stress · Patienten: Depression mit Adipositas (Gesunde nur Kleinststudie) · Mensch, randomisiert

    Eine RCT mit 45 Frauen mit Depression: kein Unterschied zu Placebo [14]. Präbiotika insgesamt ohne Effekt auf Depression und Angst (Metaanalyse, nicht inulinspezifisch) [13]. Eine Kleinststudie mit 14 Studierenden ohne Gruppenunterschied [16]; die positive Reizdarm-Studie verwendete eine Mischung mit Oligofructose und war nur einfach verblindet [15].

  • Hilft beim Abnehmen

    kleiner Nutzen

    Energie & Stoffwechsel · gemischt: Gesunde und Patienten (Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen) · Mensch, randomisiert

    Metaanalyse von 32 RCTs mit inulinartigen Fructanen aus Zichorie: im Mittel knapp 1 kg weniger, starke Heterogenität, zwei Personen aus der Autorengruppe beim Hersteller. Gepoolt sind Inulin und Oligofructose; in der Untergruppe Inulin (ohne Oligofructose und oligofructoseangereichertes Inulin) −1,21 kg (95 %-KI −1,93 bis −0,49; I² 76 %), wobei nicht zwischen nativem und fraktioniertem Inulin unterschieden wird [17]. In der RCT unter Kalorienreduktion kein Unterschied beim Gewicht [14].

Wirkweise

Evidenzkarte: Inulin (natives Zichorieninulin)

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Ein Präbiotikum ist nach der Konsensdefinition der ISAPP ein Substrat, das von Mikroorganismen des Wirts selektiv verwertet wird und einen gesundheitlichen Nutzen bringt [1]. Inulin gehört zu den Fructanen, also Ketten aus Fructose-Einheiten, und wird für Nahrungsergänzungsmittel meist aus Zichorienwurzeln gewonnen. Das EU-Recht beschreibt „natives Zichorieninulin“ als nicht fraktionierte Mischung aus Mono- und Disacchariden (Monosaccharide unter 10 %), inulinartigen Fructanen und Inulin aus Zichorienwurzeln mit einem mittleren Polymerisationsgrad von mindestens 9 [2]; auf dieser Definition beruht das EFSA-Gutachten zur Stuhlfrequenz [3]. Kürzerkettige Fraktionen (Oligofructose) und Fructooligosaccharide aus Saccharose haben ein eigenes Profil (Fructooligosaccharide). Inulin aus Agave oder Topinambur fällt nicht unter diese Definition, weil sie ausdrücklich Zichorienwurzeln nennt [2].

Am besten belegt ist die Wirkung auf die Darmflora, ein Marker und noch kein klinischer Nutzen: Eine Metaanalyse von 50 randomisierten Studien mit 2525 Teilnehmenden fand unter inulinartigen Fructanen aus Zichorie deutlich mehr Bifidobakterien im Stuhl (SMD 0,83); sie fasst Inulin und Oligofructose zusammen, und zwei Personen aus der Autorengruppe arbeiten beim Hersteller BENEO [4]. Ob daraus mehr Butyrat entsteht, hängt vom Ausgangsmikrobiom ab: In einer randomisierten Studie mit 174 jungen Erwachsenen stieg das Stuhlbutyrat nach zwei Wochen Inulin nicht signifikant an, nach roher Kartoffelstärke dagegen schon [5]. Die Fermentation erzeugt Gas. Bei Reizdarm verstärken kurzkettige fermentierbare Kohlenhydrate (FODMAP) über mehr Wasser im Dünndarm und Gas im Dickdarm die Beschwerden [6]; in einer Überkreuzstudie mit 23 Kindern mit Reizdarm lösten Fructane (Art im Abstract nicht genannt) bei etwa der Hälfte mehr Bauchschmerzen aus [7].

Zur Verdauung: In einer Überkreuz-RCT mit 44 Gesunden mit Verstopfungsneigung lag die Stuhlfrequenz unter Zichorieninulin bei median 4 gegenüber 3 Stühlen pro Woche unter Placebo (p = 0,038), der Stuhl wurde weicher; eine Person aus der Autorengruppe arbeitet bei BENEO [8]. Bei älteren Menschen mit Verstopfung berichteten die Teilnehmenden unter Inulin weniger Probleme beim Stuhlgang, die Bifidobakterien nahmen zu [9]. Eine Überkreuz-RCT mit 39 Erwachsenen mit funktioneller Obstipation fand ebenfalls mehr Stühle, allerdings mit Übertragungseffekt zwischen den Phasen; drei Personen aus der Autorengruppe sind oder waren beim Hersteller Sensus angestellt [10]. Eine Metaanalyse zu Erwachsenen mit chronischer Obstipation fand dagegen für inulinartige Fructane keine höhere Stuhlfrequenz, nur weicheren Stuhl, während Flohsamenschalen wirkten [11]. Ein Übersichtsartikel argumentiert, dass gut fermentierbare Ballaststoffe wie Inulin grundsätzlich nicht abführend wirken, weil sie im Dickdarm abgebaut werden [12]; das widerspricht den oben genannten RCTs und ist als Position zu lesen.

Darm-Hirn-Achse und Gewicht: Eine Metaanalyse fand für Präbiotika insgesamt keinen Effekt auf Depression oder Angst; sie fasst verschiedene Präbiotika zusammen und ist deshalb für Inulin nur Hintergrund [13]. Die einzige gefundene Inulin-RCT bei Depression (45 Frauen mit Adipositas unter Kalorienreduktion) zeigte keinen Unterschied zu Placebo bei Depression, Darmpermeabilitätsmarkern und Entzündung [14]. Bei Reizdarm mit Verstopfung besserten sich unter einer Mischung aus Inulin und Oligofructose Symptome und Lebensqualität (34 Personen, einfach verblindet) [15]; in einer Kleinststudie mit 14 Studierenden sank die Angst unter einem „FOS-Inulin“-Produkt nicht stärker als ohne Präparat [16]. Eine Metaanalyse von 32 RCTs mit inulinartigen Fructanen aus Zichorie fand im Mittel knapp 1 kg weniger Körpergewicht bei hoher Heterogenität, in der Untergruppe mit Inulin (ohne Oligofructose und oligofructoseangereichertes Inulin; ob nativ oder fraktioniert, wird nicht unterschieden) 1,21 kg weniger; zwei der drei Personen aus der Autorengruppe arbeiten bei BENEO [17].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Bifidobacterium spp.Mikroorganismus/TaxonAbundanz ↑SMD 0,83 (50 RCTs, inulinartige Fructane aus Zichorie) Mensch, randomisiert[4][9]
Butyratbildner (Anaerostipes, Coprococcus)Mikroorganismus/TaxonAbundanz ↑relative Häufigkeit bei funktioneller Obstipation Mensch, randomisiert[10]
Kurzkettige Fettsäuren im Stuhl (Butyrat)Sonstigeskein signifikanter Anstieg2 Wochen, 174 junge Erwachsene Mensch, randomisiert[5]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarriereunklar · Zonulin und LPS im Serum ohne Unterschied zu Placebo (eine RCT, Frauen mit Adipositas und Depression); die Aussagekraft kommerzieller Zonulin-Tests als Barrieremarker ist umstritten [20][14][20]
  • Mikrobiom↑ · Mehr Bifidobakterien im Stuhl in vielen RCTs (Marker, kein klinischer Endpunkt); Butyratbildner bei Obstipation häufiger[4][9][10]
  • Kurzkettige Fettsäurenunklar · Stuhlbutyrat nach zwei Wochen nicht signifikant erhöht, stark abhängig vom Ausgangsmikrobiom[5]
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Pulver (natives Zichorieninulin)

    Wirkt im Darm: Inulin wird von Darmbakterien fermentiert, die Wirkung läuft über Mikrobiom, Stuhlvolumen und Gärprodukte [4][12]. Systemische Aufnahme spielt für die beworbenen Effekte keine Rolle.[4][12]

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Stuhlfrequenz bei Verstopfungsneigung

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · gesund (Verstopfungsneigung) · n = 44 · 4 Wochen je Phase

    Gemessen: Stühle pro Woche

    Ergebnis: Median 4,0 vs. 3,0 Stühle pro Woche (p = 0,038), weicherer Stuhl; Zufriedenheit nur als Trend (p = 0,059).[8]

    Mensch, randomisiert

  • Ältere mit Verstopfung

    RCT, doppelblind, kontrolliert · Patienten: ältere Menschen mit Verstopfung · 28 Tage

    Gemessen: Bifidobakterien, Stuhlparameter, Lebensqualität

    Ergebnis: Bifidobakterien ↑ (p < 0,001), weniger Probleme beim Stuhlgang (p < 0,001); leichte Blähungen. 25 Personen in der Inulingruppe, Gesamtzahl im Abstract nicht genannt.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Funktionelle Obstipation

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert, Überkreuz · Patienten: funktionelle Obstipation (Rom III) · n = 39 · 4 Wochen je Phase

    Gemessen: Stuhlfrequenz, Symptome, Lebensqualität, Mikrobiom

    Ergebnis: Mehr Stühle und bessere Symptome, aber Übertragungseffekt; die Auswertung nur der ersten Phase stützte das Ergebnis. Autorengruppe teils beim Hersteller Sensus.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Depression bei Adipositas

    RCT, doppelblind, placebokontrolliert · Patienten: Frauen mit Adipositas und Depression · n = 45 · 8 Wochen

    Gemessen: HDRS, Zonulin, LPS, Entzündungsmarker, BDNF

    Ergebnis: Kein Unterschied zu Placebo (HDRS p = 0,500, Gewicht p = 0,333).[14]

    Mensch, randomisiert

  • Butyrat nach drei Ballaststoffen

    randomisiert, Parallelgruppen, teilweise verblindet · gesund (junge Erwachsene) · n = 174 · 2 Wochen

    Gemessen: kurzkettige Fettsäuren und Mikrobiom im Stuhl

    Ergebnis: Inulin ohne signifikanten Butyratanstieg; rohe Kartoffelstärke mit dem größten Anstieg.[5]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Blähungen und Flatulenz

    Ältere Teilnehmende berichteten leichte Blähungen, die nicht zum Abbruch führten [9]; über alle Ballaststoffstudien bei Obstipation war Flatulenz häufiger als unter Kontrolle [11].

    Mensch, randomisiert

  • Verstärkung von Reizdarmbeschwerden (FODMAP)

    Fermentierbare kurzkettige Kohlenhydrate verstärken bei Reizdarm Blähungen und Schmerzen [6]; in einer RCT mit Kindern mit Reizdarm reagierte etwa die Hälfte auf Fructane mit mehr Bauchschmerzen, ohne dass sich vorher erkennen ließ, wer betroffen ist [7].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • belegt

    „Inulin füttert gezielt die guten Bifidobakterien“

    Als Marker gut belegt (Metaanalyse von 50 RCTs) [4]. Ein Gesundheitsnutzen folgt daraus nicht automatisch.

  • nicht belegt

    „Inulin steigert die Butyratproduktion im Darm“

    Stuhlbutyrat stieg nach zwei Wochen Inulin nicht signifikant [5]; bei Obstipation nahmen butyratbildende Gattungen zu, Butyrat selbst wurde dort nicht als Endpunkt berichtet [10].

  • teilweise belegt

    „Die EU hat bestätigt, dass Inulin die Verdauung verbessert“

    Zugelassen ist nur die Angabe zur Stuhlfrequenz und nur für natives Zichorieninulin mit festgelegter Zusammensetzung, nicht für Inulin allgemein oder für andere Verdauungsversprechen [2][3].

  • widerlegt

    „Inulin ist für jeden Darm gut verträglich“

    Fructane gehören zu den FODMAP und verstärken bei einem Teil der Menschen mit Reizdarm die Beschwerden [6][7].

  • nicht belegt

    „Inulin wirkt über die Darm-Hirn-Achse gegen Depression“

    Die einzige gefundene Inulin-RCT bei Depression war negativ [14]; Präbiotika insgesamt ohne Effekt [13].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Wird als Ballaststoff im Dickdarm von Bakterien fermentiert [4][12].
Halbwertszeit
Nicht anwendbar.
Abbau
Bakterielle Fermentation zu Gasen und kurzkettigen Fettsäuren; wie viel Butyrat entsteht, hängt vom Ausgangsmikrobiom ab [5].
Weg ins Gehirn
Nicht relevant; zentrale Effekte beim Menschen nicht belegt [14].

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert (Einstufung als Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel nicht in einem Register geprüft).
EU
Kein Eintrag „Inulin“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026; gelistet ist dort nur ein Inulin-Propionat-Ester, also ein anderer Stoff [19]. Zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für natives Zichorieninulin (Stuhlfrequenz) nach VO (EU) 2015/2314 [2], unverändert enthalten in der konsolidierten Fassung von VO (EU) Nr. 432/2012 vom 20.08.2025 [18]. Die Angabe war ab 1.1.2016 für fünf Jahre auf den Antragsteller BENEO-Orafti beschränkt [2].
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Zichorieninulin trägt durch Erhöhung der Stuhlfrequenz zu einer normalen Darmfunktion bei“

    Nährstoff
    natives Zichorieninulin
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) 2015/2314 (Änderung von VO (EU) Nr. 432/2012)[2][3][18]
    Einordnung
    rechtlich zulässig nur für natives Zichorieninulin im Sinne der Verordnung; bei Gesunden mit Verstopfungsneigung kleiner Effekt, siehe Versprechen „Fördert den Stuhlgang“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wie stark wirkt natives Zichorieninulin auf die Stuhlfrequenz in unabhängig finanzierten RCTs bei Gesunden?
  • Lässt sich vorhersagen, wer mit mehr Butyrat bzw. mit Beschwerden auf Inulin reagiert (Ausgangsmikrobiom, Reizdarm)?
  • Gibt es eine ausreichend große Inulin-RCT bei Gesunden mit Stimmung oder Stress als primärem Endpunkt?

Referenzen

  1. Gibson GR, Hutkins R, Sanders ME, Prescott SL, Reimer RA, Salminen SJ, et al. Expert consensus document: The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2017;14(8):491-502. doi:10.1038/nrgastro.2017.75 · PubMed
  2. Verordnung (EU) 2015/2314 der Kommission vom 7. Dezember 2015 zur Zulassung einer anderen gesundheitsbezogenen Angabe über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. ABl. L 328 vom 12.12.2015, S. 46 (CELEX 32015R2314).
  3. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to „native chicory inulin“ and maintenance of normal defecation by increasing stool frequency pursuant to Article 13.5 of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA J. 2015;13(1):3951. doi:10.2903/j.efsa.2015.3951
  4. Nagy DU, Sándor-Bajusz KA, Bódy B, Decsi T, Van Harsselaar J, Theis S, et al. Effect of chicory-derived inulin-type fructans on abundance of Bifidobacterium and on bowel function: a systematic review with meta-analyses. Crit Rev Food Sci Nutr. 2023;63(33):12018-35. doi:10.1080/10408398.2022.2098246 · PubMed
  5. Baxter NT, Schmidt AW, Venkataraman A, Kim KS, Waldron C, Schmidt TM. Dynamics of human gut microbiota and short-chain fatty acids in response to dietary interventions with three fermentable fibers. mBio. 2019;10(1):e02566-18. doi:10.1128/mBio.02566-18 · PubMed
  6. Staudacher HM, Whelan K. The low FODMAP diet: recent advances in understanding its mechanisms and efficacy in IBS. Gut. 2017;66(8):1517-27. doi:10.1136/gutjnl-2017-313750 · PubMed
  7. Chumpitazi BP, McMeans AR, Vaughan A, Ali A, Orlando S, Elsaadi A, et al. Fructans exacerbate symptoms in a subset of children with irritable bowel syndrome. Clin Gastroenterol Hepatol. 2018;16(2):219-225.e1. doi:10.1016/j.cgh.2017.09.043 · PubMed
  8. Micka A, Siepelmeyer A, Holz A, Theis S, Schön C. Effect of consumption of chicory inulin on bowel function in healthy subjects with constipation: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Int J Food Sci Nutr. 2017;68(1):82-9. doi:10.1080/09637486.2016.1212819 · PubMed
  9. Marteau P, Jacobs H, Cazaubiel M, Signoret C, Prevel JM, Housez B. Effects of chicory inulin in constipated elderly people: a double-blind controlled trial. Int J Food Sci Nutr. 2011;62(2):164-70. doi:10.3109/09637486.2010.527323 · PubMed
  10. Puhlmann ML, Wegh CAM, van der Zalm SCC, Dam V, Doolan A, Meyer D, et al. Inulin-induced improvements on bowel habit and gut microbiota in adults with functional constipation: findings of a randomized, double-blind, placebo-controlled study. BMC Gastroenterol. 2025;25(1):806. doi:10.1186/s12876-025-04409-6 · PubMed
  11. van der Schoot A, Drysdale C, Whelan K, Dimidi E. The effect of fiber supplementation on chronic constipation in adults: an updated systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Am J Clin Nutr. 2022;116(4):953-69. doi:10.1093/ajcn/nqac184 · PubMed
  12. McRorie JW Jr, McKeown NM. Understanding the physics of functional fibers in the gastrointestinal tract: an evidence-based approach to resolving enduring misconceptions about insoluble and soluble fiber. J Acad Nutr Diet. 2017;117(2):251-64. doi:10.1016/j.jand.2016.09.021 · PubMed
  13. Liu RT, Walsh RFL, Sheehan AE. Prebiotics and probiotics for depression and anxiety: a systematic review and meta-analysis of controlled clinical trials. Neurosci Biobehav Rev. 2019;102:13-23. doi:10.1016/j.neubiorev.2019.03.023 · PubMed
  14. Vaghef-Mehrabani E, Harouni R, Behrooz M, Ranjbar F, Asghari-Jafarabadi M, Ebrahimi-Mameghani M. Effects of inulin supplementation on inflammatory biomarkers and clinical symptoms of women with obesity and depression on a calorie-restricted diet: a randomised controlled clinical trial. Br J Nutr. 2023;129(11):1897-907. doi:10.1017/S000711452200232X · PubMed
  15. Akçalı Ç, Uçar A, Atay K. A randomized trial of inulin for bowel symptoms, depression and quality of life in constipation predominant IBS. Sci Rep. 2025;15(1):34252. doi:10.1038/s41598-025-16321-w · PubMed
  16. Herkes S, Lukaszuk JM, Walker DA, Shokrani M, Stark M. Inulin, containing frutco-oligosaccharides, and Generalized Anxiety Disorder 7-Item Scale scores in college students. J Med Food. 2026;29(10):583-6. doi:10.1177/1096620X261421081 · PubMed
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  18. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
  19. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  20. Scheffler L, Crane A, Heyne H, Tönjes A, Schleinitz D, Ihling CH, et al. Widely used commercial ELISA does not detect precursor of haptoglobin2, but recognizes properdin as a potential second member of the zonulin family. Front Endocrinol (Lausanne). 2018;9:22. doi:10.3389/fendo.2018.00022 · PubMed
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • VO (EU) 2015/2314 im deutschen Volltext (Cellar, XHTML): Anhang mit Eintrag „natives Zichorieninulin“, Wortlaut der Angabe, Definition (nicht fraktioniert, Monosaccharide < 10 %, mittlerer Polymerisationsgrad ≥ 9, aus Zichorienwurzeln), Beschränkung auf BENEO-Orafti für fünf Jahre ab 1.1.2016, EFSA-Gutachten EFSA J 2015;13(1):3951. Damit ist der Wortlaut zur Herkunft „nativ“ im Anhang selbst bestätigt, nicht nur im Titel (Korrektur zum Auftrag).
  • Konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (Cellar): Eintrag „Natives Zichorieninulin“ unverändert enthalten.
  • Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810: kein Eintrag „Inulin“, nur „Inulin-Propionat-Ester“.
  • Am Abstract: 50 Studien, 2525 Teilnehmende, SMD 0,83, Autoren beim BENEO-Institut [4]; 174 Teilnehmende, Inulin ohne signifikanten Butyratanstieg [5]; im Volltext von [5]: zufällige Gruppenzuteilung, Verblindung nur im ersten Semester; 23 Kinder, 52,2 % fructansensitiv [7]; 44 Personen, Median 4,0 vs. 3,0, p = 0,038, BENEO-Autor [8]; 25 in der Inulingruppe, p-Werte [9]; 39 Personen, Übertragungseffekt, Sensus-Angestellte [10]; Liu: Präbiotika d = −0,08 bzw. 0,12 [13]; 45 Frauen, HDRS p = 0,500 [14]; 34 Personen, Mischung Inulin/Oligofructose, einfach verblindet [15]; 14 Studierende, kein Gruppenunterschied [16]; 32 Studien, −0,97 kg, I² 73 %, BENEO-Autoren [17].
  • Im Volltext von [11] (Europe PMC): Untergruppe inulinartige Fructane ohne signifikanten Effekt auf die Stuhlfrequenz, SMD 0,36 für Stuhlkonsistenz; Flohsamenschalen SMD 1,13 für die Frequenz.
  • Im Volltext der EFFICAD-RCT (PMC10636234): Prüfprodukt war Oligofructose (Orafti P95), nicht natives Inulin. Die Studie gehört deshalb in das Profil fructooligosaccharide, nicht hierher.
  • Gegenprüfung 24.10.2026, Volltext [17] (PMC11600113) und Corrigendum (PMID 40414749, PMC12612714, ändert nur eine Studienbeschreibung, nicht die Ergebnisse): Untergruppe nach ITF-Typ für Körpergewicht: Inulin −1,21 kg (−1,93 bis −0,49; n = 689; I² 76 %), Oligofructose −0,84 kg, oligofructoseangereichertes Inulin −0,77 kg (n. s.). Im Gewichtsversprechen ergänzt. Zu [4] (Nagy 2023) war kein frei zugänglicher Volltext auffindbar (Europe PMC ohne PMCID); eine Untergruppe für natives Inulin konnte deshalb nicht geprüft werden, das Marker-Versprechen ist als nicht formspezifisch gekennzeichnet und zusätzlich auf die inulinspezifische RCT [9] gestützt.
  • Gegenprüfung 24.10.2026: systeme.darm_hirn_achse entfernt (nur Depressionsskala und Präbiotika-Gesamt-Metaanalyse, keine Humandaten zu Vagus, enterochromaffinen Zellen oder Tryptophan). darmbarriere von „kein Effekt“ auf „unklar“, weil ein verbreiteter kommerzieller Zonulin-ELISA laut [20] (Abstract geprüft) nicht Prä-Haptoglobin-2 erkennt; welcher Test in [14] verwendet wurde, ist nicht geprüft.
  • Gegenprüfung 24.10.2026: Synonym „Orafti Inulin“ entfernt (Produktname in keiner geprüften Quelle als natives Zichorieninulin belegt); Gegenlink zu lactulose ergänzt.
  • 25.10.2026, Entscheidung q009 (K3): „Vermehrt Bifidobakterien im Stuhl (nur Marker)“ von „Nutzen belegt“ auf „nur Marker belegt“ umgestellt, Stufe unverändert. Abstracts über PubMed efetch erneut gelesen: SMD 0,83 (95-%-KI 0,58–1,08; 50 Studien, Inulin und Oligofructose gepoolt) [4] (PMID 35833477); Bifidobakterien nach 28 Tagen Zichorieninulin erhöht (P < 0,001) [9] (PMID 21091293; ob gegenüber Placebo oder dem Ausgangswert, sagt das Abstract nicht ausdrücklich). Marker gerichtet und gesichert verändert. [4][9] nur Abstract geprüft.

Nicht verifiziert

  • Ob die RCT [8] die im Zulassungsverfahren als geschützt bezeichnete Studie (Schulz und Schön 2012, unveröffentlicht) ist; Mitautorin Schön ist in beiden genannt.
  • Welche Fructan-Art in [7] verwendet wurde (Abstract nennt nur „fructans“, Volltext nicht abrufbar).
  • Produktidentität in [16] („FOS inulin“): ob natives Inulin, Oligofructose oder eine Mischung.
  • Gesamtzahl der Teilnehmenden in [9] (Abstract nennt nur die Inulingruppe).
  • Rechtliche Einstufung in Deutschland und den USA; die ISAPP-Liste anerkannter Präbiotika im Volltext von [1] (nicht frei zugänglich).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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