Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Hilft bei chronischer Verstopfung

    Nutzen belegt

    Verdauung & Darm · Patienten: chronische Obstipation · Mensch, randomisiert

    Netzwerk-Metaanalyse: +3,39 Stühle pro Woche gegenüber Placebo, mittlere Vertrauenswürdigkeit [5]. Macrogol wirkt im direkten Vergleich besser [6]. Gemessen wurde die Stuhlfrequenz, nicht die Transitzeit; Studien zur Darmpassage bei Gesunden wurden hier nicht geprüft. Die EU-Angabe zur Beschleunigung der Darmpassage ist eine rechtliche Aussage, keine Evidenzstufe [11].

  • Vermehrt Bifidobakterien im Stuhl (nur Marker)

    nur Marker belegt

    Verdauung & Darm · gesund · Mensch, randomisiert kleine StudienJede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

    Nur Marker: Zwei RCTs (16 und 60 Teilnehmende) mit mehr Bifidobakterien im Stuhl, in einer davon arbeitet die Autorengruppe überwiegend bei Morinaga Milk Industry [3][4]. Kein klinischer Endpunkt; belegt ist allein dieser Marker (K3). Bewertung: nur Abstract geprüft.[3][4]

kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.

Wirkweise

Evidenzkarte: Lactulose

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Ein Präbiotikum ist ein Substrat, das von Mikroorganismen des Wirts selektiv verwertet wird und einen gesundheitlichen Nutzen bringt [1]. Lactulose (4-O-β-D-Galactopyranosyl-D-fructose) ist ein synthetisches Disaccharid aus Galactose und Fructose. Im Dickdarm wird sie von der Darmflora fermentiert, fördert Laktobazillen und Bifidobakterien und liefert organische Säuren wie kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure, die den pH-Wert im Kolon senken; zugleich wirkt sie osmotisch abführend. So fasst es ein Übersichtsartikel zusammen, dessen Erstautor bei einem Hersteller lactulosehaltiger Lebensmittel arbeitet [2]. In kleinen Mengen erhöhte Lactulose in einer RCT mit 16 Gesunden die Bifidobakterien im Stuhl, ohne den pH-Wert im Stuhl oder die Gallensäuren zu verändern; Flatulenz war häufiger [3]. Eine Studie mit 60 Frauen, deren Autorengruppe überwiegend bei Morinaga Milk Industry arbeitet, fand ebenfalls mehr Bifidobakterien, aber keine Änderung des Gesamtmikrobioms [4].

Als Abführmittel bei chronischer Obstipation erhöhte Lactulose in einer Netzwerk-Metaanalyse von 37 RCTs die Zahl der Stühle um 3,39 pro Woche gegenüber Placebo (mittlere Vertrauenswürdigkeit) [5]. Im direkten Vergleich war Macrogol (Polyethylenglykol) laut Cochrane-Review bei Stuhlfrequenz, Stuhlform, Bauchschmerzen und Bedarf an weiteren Mitteln überlegen [6]. Weil Lactulose im Dünndarm nicht aufgenommen wird, dient sie auch als Testsubstanz im Wasserstoff-Atemtest auf bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms [7]; Studien, in denen Lactulose nur Testsubstanz ist, sagen nichts über eine Wirkung als Präbiotikum oder Abführmittel.

Darm-Leber-Hirn-Achse: Bei Leberzirrhose gelangt Ammoniak aus dem Darm über Umgehungskreisläufe an der Leber vorbei ins Blut und trägt zur hepatischen Enzephalopathie bei [8]. Derselbe Modellierungsartikel schreibt Lactulose vor allem eine vermehrte Ammoniakaufnahme durch Darmbakterien im Dünndarm zu; das ist eine Modellrechnung auf Basis von Literaturwerten, keine Messung [8]. Klinisch ist die Wirkung gut belegt: Ein Cochrane-Review (38 RCTs, 1828 Teilnehmende) fand für nicht resorbierbare Disaccharide gegenüber Placebo oder keiner Behandlung eine niedrigere Sterblichkeit (RR 0,59) und weniger hepatische Enzephalopathie (RR 0,58); er fasst Lactulose und Lactitol zusammen, die Erstautorin erhielt Vortragshonorare eines Lactulose-Anbieters [9]. Eine neuere Metaanalyse nur zu Lactulose (17 Studien, 1428 Erkrankte) bestätigte weniger manifeste Enzephalopathie (RR 0,48), auch in der Primärprophylaxe [10].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Bifidobacterium spp.Mikroorganismus/TaxonAbundanz ↑auch in kleinen Mengen (RCT, 16 Gesunde) Mensch, randomisiert[3][4]
Stuhl-pHSonstigeskeine Änderungkleine Mengen, RCT mit 16 Gesunden [3]; eine Senkung des pH im Dickdarm beschreibt nur ein Übersichtsartikel [2] Mensch, randomisiert[2][3]
Ammoniak aus dem DarmSonstigesAufnahme ins Blut ↓ (Modell)Modellrechnung Keine Daten[8]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiom↑ · Mehr Bifidobakterien im Stuhl, Gesamtmikrobiom unverändert (Marker)[3][4]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsemoduliert · Weniger hepatische Enzephalopathie bei Menschen mit Leberzirrhose; Mechanismus über Ammoniak nur modelliert[8][9][10]
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · Sirup, Pulver

    Wird im Dünndarm nicht aufgenommen und wirkt im Dickdarm; deshalb auch als Testsubstanz im Atemtest verwendet [2][7].[2][7]

    Mensch, randomisiert

Studien am Menschen

  • Netzwerk-Metaanalyse bei chronischer Obstipation

    Netzwerk-Metaanalyse von RCTs · Patienten: chronische Obstipation (Erwachsene) · n = 3903 · verschieden

    Gemessen: Stühle pro Woche

    Ergebnis: Lactulose +3,39 Stühle pro Woche gegenüber Placebo (95 %-KI 1,13–5,65), mittlere Vertrauenswürdigkeit.[5]

    Mensch, randomisiert

  • Cochrane: Lactulose vs. Macrogol

    systematischer Review von 10 RCTs · Patienten: chronische Obstipation (Erwachsene und Kinder) · verschieden

    Gemessen: Stuhlfrequenz, Stuhlform, Bauchschmerz

    Ergebnis: Macrogol überlegen.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Cochrane: nicht resorbierbare Disaccharide bei hepatischer Enzephalopathie

    systematischer Review mit Metaanalyse (38 RCTs) · Patienten: Leberzirrhose · n = 1828 · verschieden

    Gemessen: Sterblichkeit, hepatische Enzephalopathie, schwere Ereignisse

    Ergebnis: Sterblichkeit RR 0,59, Enzephalopathie RR 0,58, schwere Ereignisse RR 0,47; Lactulose und Lactitol zusammengefasst.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Metaanalyse nur Lactulose

    Metaanalyse von RCTs (frequentistisch und bayesianisch) · Patienten: Leberzirrhose · n = 1428 · verschieden

    Gemessen: manifeste Enzephalopathie, Sterblichkeit

    Ergebnis: Manifeste Enzephalopathie RR 0,48; Primärprophylaxe RR 0,43; Sterblichkeit bayesianisch wahrscheinlich gesenkt.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Lactulose und Bifidobakterien

    RCT, doppelblind, Parallelgruppen · gesund · n = 16 · 6 Wochen

    Gemessen: Bifidobakterien im Stuhl

    Ergebnis: Bifidobakterien höher als unter Saccharose (p = 0,03); pH und Gallensäuren unverändert; mehr Flatulenz.[3]

    Mensch, randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden

    Flatulenz war schon in kleinen Mengen häufiger als unter Placebo [3]. Bei hepatischer Enzephalopathie traten vor allem nicht schwere Magen-Darm-Nebenwirkungen auf (sehr niedrige Evidenzqualität) [9]. In der Netzwerk-Metaanalyse zur Obstipation unterschieden sich Nebenwirkungen nicht von Placebo [5].

    Mensch, randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • teilweise belegt

    „Lactulose ist ein Präbiotikum“

    Bifidobakterien steigen in RCTs [3][4]; ein klinischer Nutzen, der über die Fermentation vermittelt ist, ist für die abführende und die Enzephalopathie-Wirkung plausibel, aber für kleine präbiotische Mengen nicht gezeigt.

  • widerlegt

    „Lactulose ist das beste Mittel gegen Verstopfung“

    Macrogol war im direkten Vergleich überlegen [6].

  • teilweise belegt

    „Lactulose schützt das Gehirn“

    Nur bei Leberzirrhose: Nicht resorbierbare Disaccharide senkten hepatische Enzephalopathie und Sterblichkeit [9], Lactulose allein die manifeste Enzephalopathie [10]. Das ist eine arzneiliche Anwendung bei Kranken. Zu Gesunden fand eine PubMed-Suche keine randomisierte Studie zu Kognition oder Stimmung.

  • teilweise belegt

    „Lactulose senkt das Ammoniak, indem sie den Darm ansäuert“

    Die klinische Wirkung ist belegt [9][10]; welcher Mechanismus überwiegt, ist offen; ein Modell betont die Ammoniakaufnahme durch Darmbakterien [8], ein Übersichtsartikel die Ansäuerung [2].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Wird im Dünndarm nicht aufgenommen [2][7].
Halbwertszeit
Nicht anwendbar.
Abbau
Bakterielle Fermentation im Dickdarm zu kurzkettigen Fettsäuren und Milchsäure [2].
Weg ins Gehirn
Wirkt nicht zentral; die Wirkung bei Enzephalopathie läuft über den Darm [8][9].

Rechtlicher Status

Deutschland
Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige, apothekenpflichtige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Lactulose verzeichnet, z. B. Bifiteral Sirup (Status verlängert; Anwendungsgebiete Obstipation, Erkrankungen, die eine erleichterte Defäkation erfordern, sowie Prophylaxe und Therapie der portokavalen Enzephalopathie) [14]. Ein Übersichtsartikel beschreibt Lactulose als in vielen Ländern als verschreibungspflichtiges Arzneimittel registriert und für Lebensmittel zeitweise verboten; das ist eine Sekundärquelle ohne Länderangabe, der Erstautor arbeitet bei einem Hersteller lactulosehaltiger Lebensmittel [2]. Die kategorie bleibt Supplement (Tilman, 26.10.2026): Lactulose ist zugleich zugelassener Arzneistoff und Lebensmittelzutat mit zugelassener Angabe.
EU
Zugelassene gesundheitsbezogene Angabe „Lactulose trägt zur Beschleunigung der Darmpassage bei“ in VO (EU) Nr. 432/2012, konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 [11], gestützt auf ein EFSA-Gutachten von 2010 [12]. Kein Eintrag „Lactulose“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 (Treffer nur als Verunreinigung in der Spezifikation von 2'-Fucosyllactose) [13]. Lactulose gilt laut Novel-Food-Katalog als nicht neuartig (POL-NF-00451) [15]; der Katalog beantwortet nur die Novel-Food-Frage und ist eine Orientierungshilfe, kein Rechtsakt.
USA
Nicht verifiziert.

Zugelassene EU-Angaben

EU-Claim zugelassen Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe ist eine rechtliche Aussage über den Nährstoff, nicht über diese Form, und keine Evidenzstufe. Die Studienlage zu dieser Form steht davon getrennt beim Hauptversprechen und unter „Studien am Menschen“.

  • „Lactulose trägt zur Beschleunigung der Darmpassage bei“

    Nährstoff
    Lactulose
    Rechtsgrundlage
    VO (EU) Nr. 432/2012[11][12]
    Einordnung
    rechtlich zulässig; Studien zur Transitzeit bei Gesunden wurden hier nicht geprüft. Klinisch belegt ist die höhere Stuhlfrequenz bei chronischer Obstipation, siehe Versprechen „Hilft bei chronischer Verstopfung“

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wirken kleine, präbiotische Lactulosemengen bei Gesunden auf klinische Endpunkte über die Bifidobakterien hinaus?
  • Welcher Mechanismus (Ansäuerung, bakterielle Ammoniakbindung, Abführwirkung) trägt die Wirkung bei hepatischer Enzephalopathie?

Referenzen

  1. Gibson GR, Hutkins R, Sanders ME, Prescott SL, Reimer RA, Salminen SJ, et al. Expert consensus document: The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2017;14(8):491-502. doi:10.1038/nrgastro.2017.75 · PubMed
  2. Vičič V, Pandel Mikuš R, Ferjančič B. Review of history and mechanisms of action of lactulose (4-O-β-D-galactopyranosyl-β-D-fructofuranose): present and future applications in food. J Food Sci Technol. 2024;61(11):2036-45. doi:10.1007/s13197-024-05997-z · PubMed
  3. Bouhnik Y, Attar A, Joly FA, Riottot M, Dyard F, Flourié B. Lactulose ingestion increases faecal bifidobacterial counts: a randomised double-blind study in healthy humans. Eur J Clin Nutr. 2004;58(3):462-6. doi:10.1038/sj.ejcn.1601829 · PubMed
  4. Sakai Y, Hamano H, Ochi H, Abe F, Masuda K, Iino H. Lactulose ingestion causes an increase in the abundance of gut-resident bifidobacteria in Japanese women: a randomised, double-blind, placebo-controlled crossover trial. Benef Microbes. 2021;12(1):43-53. doi:10.3920/BM2020.0100 · PubMed
  5. Deng X, Liang C, Zhou L, Shang X, Hui X, Hou L, et al. Network meta-analysis of probiotics, prebiotics, and synbiotics for the treatment of chronic constipation in adults. Eur J Nutr. 2024;63(6):1999-2010. doi:10.1007/s00394-024-03410-1 · PubMed
  6. Lee-Robichaud H, Thomas K, Morgan J, Nelson RL. Lactulose versus polyethylene glycol for chronic constipation. Cochrane Database Syst Rev. 2010;(7):CD007570. doi:10.1002/14651858.CD007570.pub2 · PubMed
  7. Rezaie A, Buresi M, Lembo A, Lin H, McCallum R, Rao S, et al. Hydrogen and methane-based breath testing in gastrointestinal disorders: the North American consensus. Am J Gastroenterol. 2017;112(5):775-84. doi:10.1038/ajg.2017.46 · PubMed
  8. Levitt MD, Levitt DG. Use of quantitative modelling to elucidate the roles of the liver, gut, kidney, and muscle in ammonia homeostasis and how lactulose and rifaximin alter this homeostasis. Int J Gen Med. 2019;12:367-80. doi:10.2147/IJGM.S218405 · PubMed
  9. Gluud LL, Vilstrup H, Morgan MY. Non-absorbable disaccharides versus placebo/no intervention and lactulose versus lactitol for the prevention and treatment of hepatic encephalopathy in people with cirrhosis. Cochrane Database Syst Rev. 2016;(5):CD003044. doi:10.1002/14651858.CD003044.pub4 · PubMed
  10. Kasmikha L, Chen X, Serper M, Tapper EB. Systematic review and meta-analysis of lactulose for the prevention and treatment of hepatic encephalopathy. Liver Int. 2026;46(8):e70765. doi:10.1111/liv.70765 · PubMed
  11. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
  12. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to lactulose and decreasing potentially pathogenic gastro-intestinal microorganisms (ID 806) and reduction in intestinal transit time (ID 807) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA J. 2010;8(10):1806. doi:10.2903/j.efsa.2010.1806
  13. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283 des Europäischen Parlaments und des Rates über neuartige Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
  14. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Lactulose“ (Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig); Dokumentanzeige Bifiteral 667 g/l Sirup (Cooper Consumer Health Deutschland GmbH), Eingangsnummer 0424869, Zul.-Nr. 6424869.00.00 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
  15. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Lactulose [Datenbank]. POL-NF-00451, letzte Änderung 31.10.2023 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • DOIs über Crossref und PMIDs über PubMed (Prüfskript).
  • VO (EU) Nr. 432/2012, Basisfassung (CELEX 32012R0432) und konsolidierte Fassung 02012R0432-20250820 (Cellar): Eintrag „Lactulose“ mit dem zitierten Wortlaut, EFSA-Referenz 2010;8(10):1806. Verwendungsbedingungen (Menge je Portion) bewusst nicht übernommen.
  • Unionsliste CELEX 02017R2470-20260810: „Lactulose“ nur als Verunreinigung (2′-Fucosyl-D-Lactulose) in einer HMO-Spezifikation.
  • PubChem: CID 11333, C12H22O11.
  • Am Abstract: Galactose und Fructose, Fermentation zu SCFA und Milchsäure, pH-Senkung, osmotisch; Status als Arzneimittel „in vielen Ländern“; Erstautor bei Jata Emona (Laxemon) [2]; 16 Gesunde, p = 0,03, pH unverändert, mehr Flatulenz [3]; 60 Frauen, Morinaga-Autoren [4]; 37 RCTs, 3903 Patienten, MD 3,39 [5]; zehn RCTs, Macrogol überlegen [6]; Lactulose-Atemtest zur SIBO-Diagnostik [7]; Modellierung, Ammoniakaufnahme durch Bakterien [8]; 38 RCTs, 1828 Teilnehmende, RR 0,59/0,58/0,47, Honorare Norgine [9]; 17 Studien, 1428 Patienten, RR 0,48 bzw. 0,43 [10].
  • AMIce/PharmNet.Bund und EMA-Suche waren am 24.10.2026 nicht abrufbar (HTTP 503, 404, 403).
  • Gegenprüfung 24.10.2026, Volltext [2] (PMC11464675), Interessenkonflikt: Erstautor ist bei Jata Emona angestellt, einem Unternehmen, das lactulosehaltige Produkte (Laxemon) herstellt.
  • Gegenprüfung 24.10.2026, Abstract [4]: vier von sechs Autorinnen und Autoren bei Morinaga Milk Industry; dass Morinaga das geprüfte Präparat herstellt, steht nicht im Abstract. Formulierung „Studie des Herstellers“ deshalb in „Autorengruppe überwiegend bei Morinaga“ geändert.
  • Gegenprüfung 24.10.2026, Abstract [3]: „Total anaerobes, Lactobacillus and pH were not significantly changed“ (Stuhl-pH). Kurzfassung, Ziel und evmap stellen die Ansäuerung deshalb nur noch als Aussage des Übersichtsartikels [2] dar; Kante lac→osmo auf Stufe 0, lac→ferment nur mit [3].
  • Gegenprüfung 24.10.2026: Hauptversprechen „Beschleunigt die Darmpassage und hilft bei Verstopfung“ auf „Hilft bei chronischer Verstopfung“ begrenzt; [5] misst Stühle pro Woche, keine Transitzeit. Die Darmpassage steht nur noch als EU-Angabe (health_claims).
  • Gegenprüfung 24.10.2026: Hepatische Enzephalopathie nicht mehr als Versprechen (arzneiliche Anwendung, Leitfaden „Arzneiliche Anwendungen“), sondern in Text, Studienliste, systeme und als Behauptung „Lactulose schützt das Gehirn“. PubMed-Suche lactulose[ti] AND (cognit* OR mood OR memory) AND healthy AND randomized: 1 Treffer (PMID 31448533), betrifft Patienten mit minimaler hepatischer Enzephalopathie.
  • 25.10.2026, Entscheidung q009 (K3): „Vermehrt Bifidobakterien im Stuhl (nur Marker)“ von „Nutzen belegt“ auf „nur Marker belegt“ umgestellt, Stufe unverändert. Abstracts über PubMed efetch erneut gelesen: Bifidobakterien höher als unter Saccharose (P = 0,03) [3] (PMID 14985684); B.-adolescentis-, B.-catenulatum- und B.-longum-Gruppe gegenüber Placebo erhöht (P = 0,0012 bis 0,0032), drei weitere Arten nicht [4] (PMID 33393445). Marker gerichtet und gesichert verändert. Nur Abstracts geprüft.
  • 26.10.2026, Entscheidung n013 (Tilman, Bogen 2; Prüfbericht docs/pruefberichte/rechtsstatus-e20.md, Frage 11 und Block E): kategorie Supplement mit Arzneistoff-Hinweis; Sekundärquelle [2] bleibt nur Kontext, ohne Gegenschluss aus dem Katalog.
  • 26.10.2026, AMIce selbst abgefragt (eigene Sitzung, öffentlicher Teil): Stoffname „Lactulose“ (Wirkstoff, Human, verkehrsfähig) 15 Treffer (Filter schließt erloschene Dokumente nicht sicher aus, deshalb keine Zahl im Status); Dokumentanzeige Bifiteral 667 g/l Sirup (6424869.00.00): Status verlängert, apothekenpflichtig, Anwendungsgebiete wie im Status [14].
  • 26.10.2026, Novel-Food-Katalog (Backend-Einzelabruf) selbst gelesen: POL-NF-00451 „Lactulose“, Teil Substance/extract/preparation, NOT_NOVEL_IN_FOOD [15].
  • Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Vermehrt Bifidobakterien im Stuhl (nur Marker)“ → kleine_studien: [3] n = 16, [4] n = 60 (je Abstract).
  • Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.

Nicht verifiziert

  • Fachinformationen der Lactulose-Arzneimittel wurden für dieses Profil nicht ausgewertet (Risiken stammen aus Studien).
  • Ob Lactulose in der ISAPP-Liste anerkannter Präbiotika ausdrücklich genannt ist (Volltext von [1] nicht frei zugänglich).
  • Interessenkonflikte in [3] und Herkunft des Präparats (Volltext nicht geprüft).

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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