Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Nimmt Lampenfieber
Einzelbefund, unbestätigtEine Veröffentlichung aus dem Jahr 1982 mit zwei kleinen doppelblinden Studien an zusammen 29 Musikerinnen und Musikern: Laut Abstract beseitigte Propranolol die körperlichen Lampenfiebersymptome, und Musikkritiker bewerteten die Darbietung signifikant besser; Effektgrößen und eine Randomisierung nennt der Abstract nicht [2]. Ein systematisches Review zur Auftrittsangst bewertet die Studien in diesem Feld als methodisch schwach [4]. Eine Bestätigung in modernen RCTs fehlt.
Nimmt Prüfungsangst
Einzelbefund, unbestätigtNur eine doppelblinde Crossover-Studie mit 35 Medizinstudierenden (1985). Endpunkt war die Prüfungsleistung, nicht die Angst: Die Gesamtpunktzahl lag unter Propranolol um 9,2 Punkte höher (P < 0,05), der Verbaltest unterschied sich nicht signifikant. Angst wurde nur als Selbstauskunft erfasst; Studierende, die Angst angaben, schienen am meisten zu profitieren [3]. Eine Bestätigung fehlt.
Löscht belastende Erinnerungen und Ängste
uneinheitlichIm Labor schwächte Propranolol das Gedächtnis für negative Inhalte mäßig ab (Metaanalyse, Hedges g 0,44 bzw. 0,56) [6] und unterdrückte in einzelnen Experimenten eine konditionierte Furchtreaktion [7]. Bei subklinischer Redeangst war es nach einer Redeübung aber nicht zuverlässig besser als Placebo [8]. „Löschen“ ist nicht gezeigt, nur eine schwächere Erinnerung oder Reaktion.
Lindert PTBS, wenn es vor dem Erinnern gegeben wird
uneinheitlichEine RCT mit 60 Teilnehmenden fand stärkere Symptomsenkung als Placebo [9]; die Metaanalyse zu Angststörungen fand dagegen keinen Beleg für eine Wirkung auf die PTBS-Schwere über eine Rekonsolidierungshemmung (eine Studie, n = 19) [5].
Lässt infantile Hämangiome abklingen
Nutzen belegtIn der zulassungsrelevanten doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II/III-Studie mit 456 Säuglingen erreichten mit dem ausgewählten Schema 60,4 % ein vollständiges oder nahezu vollständiges Abklingen gegenüber 3,6 % mit Placebo; 11,4 % brauchten danach eine erneute Behandlung (Fachinformation) [1]. Zugelassene Indikation von Hemangiol [12]. Die Studie wurde vom Hersteller Pierre Fabre Dermatologie finanziert; in der Primärpublikation lag die Erfolgsrate mit dem ausgewählten Schema bei 60 % gegenüber 4 % mit Placebo [13].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.
Wirkweise
Evidenzkarte: Propranolol
Propranolol blockiert β1- und β2-Adrenozeptoren ohne Kardioselektivität und ohne partielle agonistische Aktivität; es ist stark fettlöslich, überwindet die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta. Nach oraler Gabe wird es fast vollständig resorbiert, doch durch den First-Pass-Abbau in der Leber erreichen im Mittel nur etwa 25 % den Kreislauf; die Plasmahalbwertszeit liegt bei 3 bis 6 Stunden, abgebaut wird es u. a. über CYP2D6 und CYP1A2 (Fachinformation Hemangiol, Abschnitt zu Erwachsenen) [1]. Weil Herzklopfen, Zittern und andere körperliche Angstzeichen über β-Adrenozeptoren vermittelt werden, wird Propranolol bei Lampenfieber eingesetzt; die Fachinformation beschreibt umgekehrt, dass es die adrenergen Warnzeichen einer Unterzuckerung (Tachykardie, Zittern, Angst) verdeckt [1].
In zwei doppelblinden Studien mit zusammen 29 Musikerinnen und Musikern beseitigte Propranolol körperliche Lampenfiebersymptome bis hin zur Mundtrockenheit, und Musikkritiker bewerteten die Darbietung als besser; die Autoren betonen, dass dies ohne Sedierung geschah [2]. In einer doppelblinden Crossover-Studie mit 35 Medizinstudierenden erzielten diese unter Propranolol in einer Prüfungssituation etwas höhere Punktzahlen, vor allem diejenigen, die Angst angaben [3]. Beide Studien sind klein und mehr als 40 Jahre alt. Ein systematisches Review zur Auftrittsangst professioneller Musikerinnen und Musiker fand Betablocker unter den am häufigsten untersuchten Behandlungen, bewertete die Studien aber als methodisch schwach (Auswahl, Verblindung, Randomisierung) [4].
Bei Angststörungen fand eine Metaanalyse von acht RCTs (Panikstörung, spezifische und soziale Phobie, PTBS) keinen Unterschied zu Benzodiazepinen bei Panikstörung und hält die Evidenz für unzureichend für den Routineeinsatz [5]. Bei Gesunden schwächte Propranolol im Labor das Gedächtnis für negative emotionale Inhalte ab, wenn es vor dem Lernen (Hedges g 0,44) oder vor dem Abruf (g 0,56) gegeben wurde [6]; einzelne Experimente zeigten, dass nach Gabe vor der Reaktivierung eine konditionierte Furchtreaktion am nächsten Tag ausblieb [7]. Bei Menschen mit Angst vor öffentlichem Sprechen war Propranolol nach einer Redeübung aber nicht zuverlässig besser als Placebo [8]. Bei langjähriger PTBS senkte Propranolol, jeweils vor Sitzungen zur Erinnerungsreaktivierung gegeben, in einer RCT mit 60 Teilnehmenden die Symptome stärker als Placebo [9].
In einer australischen Fallserie von Selbstvergiftungen mit Betablockern war Propranolol der einzige Betablocker mit Krampfanfällen und Todesfällen und war unter den Vergiftungen überrepräsentiert; die Autoren raten, ihn bei Suizidgefährdung zu meiden [10]. Die Fachinformation erklärt die Krampfanfälle mit der Fettlöslichkeit und nennt Bronchospasmus bei Asthma, Bradykardie, Hypotonie und verdeckte Unterzuckerungen [1]. Propranolol ist in Deutschland verschreibungspflichtig [11]; in der EU ist es zentral nur als Hemangiol für Säuglinge mit infantilem Hämangiom zugelassen [12]. Die Zulassungsstudie dazu (456 behandelte Säuglinge) wurde vom Hersteller Pierre Fabre Dermatologie finanziert [13].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| β1-Adrenozeptor | Rezeptor | Antagonist | nicht kardioselektiv, ohne intrinsische sympathomimetische Aktivität (Fachinformation) | Mensch, randomisiert[1] |
| β2-Adrenozeptor | Rezeptor | Antagonist | Bronchokonstriktion als klinische Folge (Fachinformation) | Mensch, randomisiert[1] |
Wirkprofil
- Dopamin
- NoradrenalinBlockiert β-adrenerge Wirkungen von Noradrenalin und Adrenalin; mindert körperliche Lampenfiebersymptome (kleine, ältere RCTs) und im Labor das emotionale Gedächtnis bei Gesunden (Metaanalyse)[1][2][6]
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · GlukoseVerdeckt Warnzeichen einer Unterzuckerung und hemmt die Gegenregulation durch Katecholamine (Fachinformation)[1]
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Tablette bzw. Lösung
≈ 25 % (Mensch, First-Pass)Fast vollständige Resorption, aber ausgeprägter First-Pass-Abbau; Höchstspiegel nach 1 bis 4 Stunden, eiweißreiche Nahrung erhöht die Bioverfügbarkeit um etwa 50 % (Fachinformation, Erwachsene) [1].
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
Lampenfieber bei Musikern (Brantigan 1982)
Gemessen: Lampenfiebersymptome (Fragebogen, State-Trait-Angstinventar), Bewertung durch Musikkritiker
Ergebnis: Körperliche Symptome beseitigt, Darbietung signifikant besser bewertet, keine Sedierung; der β-Agonist Terbutalin verstärkte Lampenfieber.[2]
Mensch, randomisiert
Prüfungsleistung (Drew 1985)
Gemessen: Punktzahl in Rechen- und Verbaltests unter leichtem Stress
Ergebnis: Gesamtpunktzahl +9,2 Punkte (P < 0,05), Rechnen besser, Verbaltest nicht signifikant; ängstliche Studierende profitierten am meisten.[3]
Mensch, randomisiert
Emotionales Gedächtnis (Lonergan 2013)
Gemessen: Erinnerung an negative emotionale Inhalte
Ergebnis: Konsolidierung (10 Experimente, n = 259) Hedges g 0,44; Rekonsolidierung (8 Experimente, n = 308) g 0,56.[6]
Mensch, randomisiert
Redeangst (Elsey 2020)
Gemessen: Redestress und Fragebögen zur Redeangst
Ergebnis: Angst sank in beiden Gruppen; Propranolol nicht zuverlässig besser als Placebo. Eine Koautorin ist Mitgründerin einer Klinik für rekonsolidierungsbasierte Behandlung.[8]
Mensch, randomisiert
PTBS (Brunet 2018)
Gemessen: CAPS und PCL-S
Ergebnis: Stärkere Symptomsenkung als Placebo (CAPS-Differenz 11,5 Punkte).[9]
Mensch, randomisiert
Infantiles Hämangiom (Léauté-Labrèze 2015)
Gemessen: Vollständiges oder nahezu vollständiges Abklingen, verblindet zentral an Fotos bewertet
Ergebnis: Erfolg mit dem ausgewählten Schema 60 % gegenüber 4 % mit Placebo (P < 0,001); bekannte Nebenwirkungen (Hypoglykämie, Hypotonie, Bradykardie, Bronchospasmus) selten, ohne signifikanten Unterschied zu Placebo. Finanziert von Pierre Fabre Dermatologie.[13]
Mensch, randomisiert
Betablocker-Vergiftungen (Reith 1996)
Gemessen: Tod, Krampfanfall, Kreislaufversagen, Hypoglykämie, Koma, Atemdepression
Ergebnis: Propranolol als einziger Betablocker mit Krampfanfällen und Todesfällen; Toxizität stets innerhalb von sechs Stunden.[10]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Überdosis: Krampfanfälle und Todesfälle
In einer Fallserie von Betablocker-Vergiftungen war Propranolol der einzige Betablocker mit Krampfanfällen und Todesfällen; die Autoren raten, ihn bei Suizidgefährdung zu meiden [10]. Laut Fachinformation kann der fettlösliche Stoff Krampfanfälle auslösen; Herzsymptome reichen von Bradykardie und Hypotonie bis zu AV-Block und Herzinsuffizienz [1]. Bei Vergiftungsverdacht ist ärztliche Notfallhilfe nötig.
Mensch, nicht randomisiert
Bronchospasmus
Asthma oder bekannter Bronchospasmus ist eine Gegenanzeige; durch die bronchokonstriktive Wirkung verschlechterten sich in Studien Atemwegsinfekte (Fachinformation) [1].
Mensch, randomisiert
Bradykardie, Hypotonie, Herzinsuffizienz
Propranolol kann Bradykardie und Blutdruckstörungen auslösen oder verschlimmern und eine Herzinsuffizienz verstärken; AV-Block 2. oder 3. Grades und Sinusknotenerkrankung sind Gegenanzeigen (Fachinformation) [1].
Mensch, nicht randomisiert
Verdeckte Unterzuckerung
Propranolol verhindert die Gegenregulation durch Katecholamine und verdeckt Warnzeichen wie Herzrasen, Zittern und Angst; bei Diabetes kann die Unterzuckerung unter Insulin länger anhalten (Fachinformation) [1].
Mensch, nicht randomisiert
Anaphylaxie und Psoriasis
Betablocker können schwere anaphylaktische Reaktionen verstärken und das Ansprechen auf Adrenalin vermindern; Verschlechterung einer Psoriasis wurde berichtet (Fachinformation) [1].
Mensch, nicht randomisiert
Übertragbarkeit der Fachinformation
Die einzige zentral zugänglich geprüfte Fachinformation (Hemangiol) gilt für Säuglinge; Warnhinweise zu Erwachsenen (z. B. zum Absetzen) wurden nicht an einer nationalen Fachinformation geprüft [1].
Mensch, nicht randomisiert
Wechselwirkungen
- Verapamil, Diltiazem und andere bradykardisierende Calciumkanalblocker: Übermäßige Bradykardie, Sinusarrest, Überleitungsstörungen; nicht empfohlen (Fachinformation) [1].
- Clonidin: Betablocker können die Rebound-Hypertonie nach abruptem Absetzen von Clonidin verstärken (Fachinformation) [1].
- Lidocain, Chinidin, Enzyminduktoren (Rifampicin, Phenobarbital): Propranolol hemmt den Lidocain-Abbau; Chinidin erhöht, Enzyminduktoren senken die Propranolol-Spiegel (Fachinformation) [1].
- Nitrate, PDE5-Hemmer und andere blutdrucksenkende Mittel: Verstärkte (orthostatische) Hypotonie (Fachinformation) [1].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- widerlegt
„Betablocker gegen Lampenfieber sind harmlos“
Asthma ist eine Gegenanzeige, Bradykardie und verdeckte Unterzuckerungen sind möglich [1]; in Überdosis verursachte Propranolol als einziger Betablocker einer Fallserie Krampfanfälle und Todesfälle [10].
- teilweise belegt
„Propranolol nimmt die Angst selbst, nicht nur das Zittern“
Die Musikerstudien zeigen vor allem weniger körperliche Symptome und eine besser bewertete Darbietung ohne Sedierung [2]; Prüfungsleistung besserte sich vor allem bei ängstlichen Studierenden [3]. Bei Angststörungen reicht die Evidenz nicht für den Routineeinsatz [5].
- teilweise belegt
„Propranolol löscht traumatische Erinnerungen“
Abgeschwächte emotionale Erinnerung im Labor (Metaanalyse) [6] und eine positive PTBS-RCT [9] stehen einer negativen Pilotstudie zu Redeangst [8] und einer insgesamt unzureichenden Evidenz bei PTBS gegenüber [5]. Ein Löschen von Erinnerungen ist nicht gezeigt.
- teilweise belegt
„Mit Propranolol schneidet man in Prüfungen besser ab“
Eine doppelblinde Crossover-Studie mit 35 Medizinstudierenden fand etwas höhere Punktzahlen in einem Rechentest, nicht im Verbaltest [3]; Replikationen mit modernen Methoden wurden nicht gefunden.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Fast vollständig resorbiert, durch First-Pass-Abbau etwa 25 % systemisch verfügbar; Höchstspiegel nach 1 bis 4 Stunden [1].
- Halbwertszeit
- Plasmahalbwertszeit 3 bis 6 Stunden [1].
- Abbau
- Aromatische Hydroxylierung (vor allem CYP2D6), Kettenoxidation (CYP1A2) und Glucuronidierung, geringer Anteil CYP2C19; etwa 90 % an Plasmaproteine gebunden [1].
- Weg ins Gehirn
- Stark fettlöslich, überwindet die Blut-Hirn-Schranke [1].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Verschreibungspflichtig als Arzneimittel (AMVV Anlage 1, Eintrag „Propranolol“, Stand der Verordnung 19.05.2026) [11]. Nationale Zulassungen und Indikationen für Erwachsene nicht an AMIce/PharmNet geprüft (nicht verifiziert). Die Anwendung gegen Lampenfieber oder Prüfungsangst bei Gesunden ist keine zentral zugelassene Indikation; eine nationale Zulassung dafür wurde nicht geprüft.
- EU
- Zentral zugelassen nur als Hemangiol (EMEA/H/C/002621, seit 23.04.2014) zur Behandlung proliferierender infantiler Hämangiome, die eine systemische Therapie erfordern, Beginn im Alter von 5 Wochen bis 5 Monaten [12]. Alle anderen Indikationen sind national geregelt (nicht verifiziert).
- USA
- Von der FDA zugelassen: Laut Drugs@FDA sind u. a. die Retardkapseln Inderal LA (NDA 018553, Erstzulassung 19.04.1983) und die orale Lösung Hemangeol (NDA 205410, Erstzulassung 14.03.2014) verschreibungspflichtig im Verkehr [14]. Anwendungsgebiete nicht an den US-Fachinformationen geprüft; Generika nicht ausgewertet.
Offene Fragen
- Wirkt Propranolol bei Lampenfieber und Prüfungsangst in modernen, ausreichend großen RCTs besser als Placebo, und auf welche Ebene (körperlich, Angsterleben, Leistung)?
- Lassen sich die Laborbefunde zum emotionalen Gedächtnis in eine wirksame Behandlung übertragen?
- Wie häufig sind Vergiftungen durch Propranolol bei Menschen, denen es wegen Angst verordnet wurde?
Referenzen
- Europäische Arzneimittel-Agentur. Hemangiol (Propranolol): EPAR – Produktinformation, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. EMEA/H/C/002621 [Internet]. Amsterdam: EMA; letzte Aktualisierung 23.06.2026 [abgerufen 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/hemangiol-epar-product-information_de.pdf
- Brantigan CO, Brantigan TA, Joseph N. Effect of beta blockade and beta stimulation on stage fright. Am J Med. 1982;72(1):88-94. doi:10.1016/0002-9343(82)90592-7 · PubMed
- Drew PJ, Barnes JN, Evans SJ. The effect of acute beta-adrenoceptor blockade on examination performance. Br J Clin Pharmacol. 1985;19(6):783-6. doi:10.1111/j.1365-2125.1985.tb02714.x · PubMed
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- Steenen SA, van Wijk AJ, van der Heijden GJ, van Westrhenen R, de Lange J, de Jongh A. Propranolol for the treatment of anxiety disorders: Systematic review and meta-analysis. J Psychopharmacol. 2016;30(2):128-39. doi:10.1177/0269881115612236 · PubMed
- Lonergan MH, Olivera-Figueroa LA, Pitman RK, Brunet A. Propranolol's effects on the consolidation and reconsolidation of long-term emotional memory in healthy participants: a meta-analysis. J Psychiatry Neurosci. 2013;38(4):222-31. doi:10.1503/jpn.120111 · PubMed
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- Elsey JWB, Filmer AI, Galvin HR, Kurath JD, Vossoughi L, Thomander LS, et al. Reconsolidation-based treatment for fear of public speaking: a systematic pilot study using propranolol. Transl Psychiatry. 2020;10(1):179. doi:10.1038/s41398-020-0857-z · PubMed
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- Reith DM, Dawson AH, Epid D, Whyte IM, Buckley NA, Sayer GP. Relative toxicity of beta blockers in overdose. J Toxicol Clin Toxicol. 1996;34(3):273-8. doi:10.3109/15563659609013789 · PubMed
- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5), zuletzt geändert durch Art. 1 der Verordnung vom 19.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). Bundesministerium der Justiz [Internet]. Abgerufen am 24.10.2026. Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html
- European Medicines Agency. Hemangiol (EMEA/H/C/002621, zugelassen 23.04.2014): Status „Authorised“ und Anwendungsgebiet laut Medicines output – medicines JSON report [Internet]. Amsterdam: EMA; Stand 24.10.2026 [abgerufen 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu/en/documents/report/medicines-output-medicines_json-report_en.json
- Léauté-Labrèze C, Hoeger P, Mazereeuw-Hautier J, Guibaud L, Baselga E, Posiunas G, et al. A randomized, controlled trial of oral propranolol in infantile hemangioma. N Engl J Med. 2015;372(8):735-46. doi:10.1056/NEJMoa1404710 · PubMed
- U.S. Food and Drug Administration. Drugs@FDA (openFDA-Abfrage): Propranololhydrochlorid, NDA 018553 Inderal LA (Retardkapseln) und NDA 205410 Hemangeol (orale Lösung), jeweils „Prescription“; Daten der Originalzulassung (ORIG, AP) [Internet]. Silver Spring (MD): FDA; Datenstand 23.10.2026, abgerufen am 25.10.2026. Verfügbar unter: https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=application_number:NDA018553
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-25. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Abstracts über PubMed (efetch) gelesen; DOIs und PMIDs mit tools/pruefe_profile.py aufgelöst.
- Am Abstract: zwei Studien, 29 Personen, doppelblind, körperliche Symptome und Mundtrockenheit beseitigt, Kritikerbewertung besser, ohne Sedierung, Terbutalin verschlechtert [2]; 35 Medizinstudierende, doppelblind, Crossover, +9,2 ± 3,9 Punkte gesamt, Rechnen +5,6 (P < 0,05), Verbal +3,6 (n. s.), ängstliche profitierten am meisten [3]; 43 Studien, Betablocker und KVT am häufigsten untersucht, methodische Schwächen [4]; 8 RCTs, kein Unterschied zu Benzodiazepinen bei Panikstörung, keine Evidenz für Rekonsolidierungseffekt bei PTBS (n = 19), Evidenz unzureichend [5]; 10 bzw. 8 Experimente, n = 259 bzw. 308, g = 0,44 bzw. 0,56 [6]; Furchtreaktion nach 24 h gelöscht [7]; n = 60 (40 Propranolol, 20 Placebo), nicht zuverlässig besser als Placebo, Interessenkonflikt M. Kindt (Kindt Clinics) [8]; 60 Teilnehmende, CAPS-Differenz 11,50 [9]; 58 Selbstvergiftungen plus 2 Todesfälle aus der Rechtsmedizin, Propranolol einziger Betablocker mit Krampfanfällen und Todesfällen, Toxizität innerhalb von 6 Stunden [10].
- Fachinformation Hemangiol (EPAR, deutsche Fassung, abgerufen 24.10.2026) gelesen: 4.3, 4.4, 4.5, 4.8, 4.9 (Überdosierung, Fettlöslichkeit, Krampfanfälle), 5.1 (nicht selektiv, keine ISA; Zulassungsstudie mit 456 Säuglingen, 60,4 % gegenüber 3,6 %) und 5.2 (Erwachsene: 25 % Bioverfügbarkeit, t½ 3–6 h, CYP2D6/1A2/2C19, Blut-Hirn-Schranke) [1].
- AMVV Anlage 1 am 24.10.2026 abgerufen: Eintrag „Propranolol“ ohne Ausnahme [11].
- EMA-Datenexport (medicines JSON, 24.10.2026): Hemangiol EMEA/H/C/002621 zugelassen seit 23.04.2014, Inhaber Pierre Fabre Medicament [12].
- Gegenprüfung: Abstract der Zulassungsstudie (PubMed, DOI über Crossref): 460 randomisiert, 456 behandelt, 60 % gegenüber 4 %, „Funded by Pierre Fabre Dermatologie“, NCT01056341 [13]. Abstracts [2] und [3] erneut gelesen: [2] nennt weder Effektgrößen noch Randomisierung; [3] misst Testpunkte, Angst nur als Selbstauskunft.
- 25.10.2026, Entscheidung q040: rx_referenz gesetzt (Paket P1; Verschreibungspflicht laut AMVV Anlage 1 [11]).
- 25.10.2026, Entscheidung q012 (nur Abstract geprüft): Alle Bewertungen aus Zeitschriftenartikeln beruhen nur auf den Abstracts, soweit oben kein Volltext, keine Fachinformation und kein Gesetzestext als gelesen genannt ist.
- 25.10.2026, Entscheidung q018 (Handelsnamen): „Dociton“, „Obsidan“ und „Inderal“ in synonyme ergänzt; „Hemangiol“ stand schon dort (EMEA/H/C/002621 [12]). Belege: EMA-Datenbank nach Art. 57 (Article 57 product data, EMA/518502/2018 Rev. 90, Datenstand 09.10.2026, am 25.10.2026 abgerufen): „Dociton“ (oral und intravenös) und „Obsidan“ (oral) in Deutschland, „Inderal“ in acht Ländern, nicht in Deutschland; Drugs@FDA (über openFDA am 25.10.2026 abgefragt): INDERAL LA, NDA 018553. Präparate aus Wirkstoff- und Firmenname nicht aufgenommen.
- 25.10.2026, Rechtsstatus (FDA-Kennungen): Drugs@FDA über openFDA (Datenstand 23.10.2026, Abfrage 25.10.2026) selbst abgefragt: NDA 018553 Inderal LA (Kapsel, retardiert) „Prescription“, ORIG AP 19.04.1983; NDA 205410 Hemangeol (orale Lösung) „Prescription“, ORIG AP 14.03.2014 [14]. status.usa von „nicht verifiziert“ auf diese Primärquelle umgestellt; EMA-Datenexport vom 25.10.2026 erneut durchsucht: weiterhin nur Hemangiol (EMEA/H/C/002621) zentral zugelassen [12].
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Nimmt Lampenfieber“ → kleine_studien: [2] zwei Studien mit zusammen 29 Personen (Abstract); [4] bewertet nur die Studienqualität.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Nimmt Prüfungsangst“ → kleine_studien: [3] n = 35 (Abstract).
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Lässt infantile Hämangiome abklingen“ → herstellerfinanziert: [13] laut Abstract „Funded by Pierre Fabre Dermatologie“, Hersteller von Hemangiol; [1] und [12] sind EMA-Dokumente zur selben Studie bzw. Zulassung.
Nicht verifiziert
- Nationale Zulassungen, Indikationen und Fachinformationen für Erwachsene (AMIce/PharmNet, BfArM) nicht geprüft; Warnhinweise wie Rebound beim abrupten Absetzen daher nicht aufgenommen.
- Ob die Musikerstudien [2] randomisiert waren und welche Kontrollbedingung genau verwendet wurde, geht aus dem Abstract nicht vollständig hervor; [3] ist laut PubMed eine kontrollierte Studie, die Randomisierung der Reihenfolge ist im Abstract nicht beschrieben.
- Volltext der Hemangiol-Zulassungsstudie [13] nicht gelesen; die Finanzierung stammt aus dem Abstract.
- In [10] ist die Gesamtzahl der Propranolol-Vergiftungen im Abstract nicht genannt; eine im Abstract genannte Mengenschwelle für Krampfanfälle wurde bewusst nicht übernommen.
- US-Anwendungsgebiete (Fachinformationen von Inderal LA und Hemangeol) und US-Generika nicht geprüft.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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