Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Mehr Energie und weniger Müdigkeit
nicht untersuchtDas beworbene Gesamtversprechen „Niacin ohne Flush, für Haut und Energie“ ist hier in prüfbare Teile zerlegt: Die Flushfreiheit (belegt) und das Hautbild bei Gesunden (nicht belegt) stehen unter den Behauptungen, der NAD+-Spiegel als eigenes Markerversprechen, der Hautkrebsschutz bei Risikopatienten als eigenes Versprechen. Klinische Endpunkte wie Müdigkeit oder Leistung wurden bei Gesunden mit oraler Einnahme von Nicotinamid nicht untersucht [3][7][8]. Bereich gewählt, weil die Form vor allem als flushfreies Niacin für „Energie“ beworben wird.[3][7][8]
Füllt den NAD+-Spiegel auf (nur Marker)
kein NutzenNur Marker, kein klinischer Endpunkt. In der einzigen randomisierten Vergleichsstudie (offen, placebokontrolliert, 65 Gesunde) hob Nicotinamid das NAD+ im Blut nach 14 Tagen nicht an, NR und NMN dagegen vergleichbar; Nicotinamid veränderte die NAD+-Stoffwechselprodukte im Vollblut nur kurz nach der Einnahme [3]. Ein fehlender Markeranstieg belegt für sich keinen fehlenden klinischen Effekt.
Schützt die Haut vor hellem Hautkrebs
nur bei Kranken belegtONTRAC: 23 % weniger neue Karzinome bei immunkompetenten Risikopatienten, kein Effekt nach Absetzen [9]; bei Transplantierten kein Unterschied [10]; Metaanalyse Ratenverhältnis 0,50 bei hoher Heterogenität [11]. Für Gesunde ohne Vorgeschichte und für Hautalterung keine RCTs gefunden.
Schützt den Sehnerv bei Glaukom
uneinheitlichZwei kleine Überkreuz-RCTs: innere Netzhautfunktion im Elektroretinogramm besser, Gesichtsfeld uneinheitlich bzw. unverändert [12][13]; systematischer Review: Daten zu klein und zu kurz für einen belegten Langzeitschutz [14]. Ein Koautor von [13] hält ein Patent zu Nicotinamid bei Glaukom.[12]
Schützt das Gehirn bei Alzheimer
kein NutzenDie Phase-2a-RCT mit 47 ausgewerteten Teilnehmenden verfehlte den primären Liquor-Biomarker pTau231; Nicotinamid erreichte den Liquor nur bei einem Teil der Teilnehmenden und wurde stark zu 1-Methylnicotinamid abgebaut [5].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
Wirkweise
Evidenzkarte: Nicotinamid (Niacinamid)
Nicotinamid ist neben Nicotinsäure die zweite klassische Niacinform und in Anhang II der Richtlinie über Nahrungsergänzungsmittel als Vitaminverbindung zugelassen [1]. In menschlichen Zellen wird es über das Enzym NAMPT zu Nicotinamidmononukleotid (NMN) und weiter zu NAD+ umgebaut (Salvage-Weg); in hohen Mengen hemmt Nicotinamid selbst Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen (PARP), und die Leber methyliert es über das dort besonders aktive Enzym NNMT [2]. In einer randomisierten, offenen, placebokontrollierten Studie mit 65 Gesunden hoben NR und NMN das NAD+ im Blut nach 14 Tagen vergleichbar an, Nicotinamid dagegen nicht; es veränderte die NAD+-Stoffwechselprodukte im Vollblut nur kurz nach der Einnahme [3]. Die Kinetik ist nicht linear: Eine zehnfach höhere Menge ergab in einer Kinetikstudie (laut Abstract bei jungen erwachsenen Männern) eine 62-fach größere Fläche unter der Konzentrationskurve [4]. In der NEAT-Studie bei früher Alzheimer-Erkrankung stieg Nicotinamid im Plasma auf mehr als das 130-Fache, das inaktive Abbauprodukt 1-Methylnicotinamid auf mehr als das 600-Fache; im Liquor war Nicotinamid nur bei 6 von 19 Teilnehmenden messbar [5]. Im Labor hemmt Nicotinamid die Sirtuine Sir2 (Hefe) und SIRT1 (Mensch) bereits in physiologischen Konzentrationen (IC50 unter 50 µmol/l) [6].
Der wichtigste praktische Unterschied zur Nicotinsäure ist das Fehlen des Flush: Eine Fallbeschreibung schildert neue Hautrötungen, nachdem in der Apotheke Nicotinsäure statt Nicotinamid abgegeben worden war, und hält fest, dass der Flush unter Nicotinamid nicht auftritt [7]. Eine Übersicht über 14 Reviews fand unter Nicotinamid insgesamt seltener Nebenwirkungen als unter Nicotinsäure, vor allem Magen-Darm-Beschwerden, Leberwertveränderungen und Hautreaktionen, abhängig von der Menge [8].
Am besten untersucht ist der Hautkrebsschutz. In der australischen ONTRAC-Studie mit 386 Menschen nach mindestens zwei hellen Hautkrebsen sanken neue Basalzell- und Plattenepithelkarzinome über zwölf Monate um 23 %, aktinische Keratosen um 11 bis 20 %; nach dem Absetzen verschwand der Effekt [9]. Bei 158 Organtransplantierten unter Immunsuppression fand eine Folgestudie dagegen keinen Unterschied (Ratenverhältnis 1,0) [10]. Eine Metaanalyse von fünf RCTs mit 552 Patienten ergab ein Ratenverhältnis von 0,50 für Hautkrebs, bei deutlicher Heterogenität und mehr Magen-Darm-Beschwerden [11]. Bei Glaukom verbesserte Nicotinamid in zwei randomisierten Überkreuzstudien (57 bzw. 53 Teilnehmende) elektrophysiologische Maße der inneren Netzhaut, das Gesichtsfeld aber uneinheitlich [12][13]; ein systematischer Review hält die Daten für zu klein und zu kurz, um einen anhaltenden Schutz zu belegen [14]. Typ-1-Diabetes bei 552 Angehörigen mit Inselzell-Antikörpern verhinderte es über fünf Jahre nicht (HR 1,07) [15]. Eine Sicherheitsübersicht beschreibt eine große therapeutische Breite, aber reversible Leberschäden in sehr hohen Mengen und in einigen Studien eine leichte Insulinresistenz [16].
Formulierungen und Herkunft: Eine Retardform (Enduramide) erreichte bei vergleichbarer hoher Menge eine niedrigere Spitzenkonzentration und eine kleinere Fläche unter der Kurve als normales Nicotinamid, war also nach Einzelgabe weniger bioverfügbar; für die Dauergabe wurden die Spiegel nur am Computer aus den Einzelgabedaten modelliert [4]; ENDIT verwendete eine Form mit veränderter Freisetzung [15]. Auf der Haut wird Niacinamid vor allem kosmetisch eingesetzt: In Kulturen menschlicher Keratinozyten steigerte es die Ceramidsynthese, und auf trockene Haut aufgetragen erhöhte es Ceramide und senkte den Wasserverlust [17]; kontrollierte Vergleiche mit oraler Einnahme wurden nicht gefunden. Daten zu natürlicher gegenüber synthetischer Herkunft wurden nicht gefunden.
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| NAMPT (Salvage-Weg zu NMN und NAD+) | Enzym | Bindung | Substrat; Wirkungen in Zellen durch NAMPT-Hemmung weitgehend aufgehoben (Übersicht) | Labor[2] |
| SIRT1 (und Hefe-Sir2) | Enzym | Hemmer | nicht kompetitiv, IC50 < 50 µmol/l (in vitro) | Labor[6] |
| Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen (PARP) | Enzym | Hemmer | in hohen Konzentrationen (Übersicht, Labordaten) | Labor[2] |
| NNMT (Methylierung zu 1-Methylnicotinamid) | Enzym | Bindung | 1-Methylnicotinamid im Plasma > 600-fach (RCT, Nachauswertung) | Mensch, randomisiert[2][5] |
| Serin-Palmitoyltransferase in Keratinozyten | Enzym | Expression ↑ | Ceramidsynthese 4,1- bis 5,5-fach (Zellkultur) | Labor[17] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- EnergiestoffwechselSubstrat der NAD+-Synthese; Blut-NAD+ nach 14 Tagen nicht erhöht (RCT), nur kurzfristige Veränderungen[2][3]
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · schnell freisetzend gegenüber Retardform (Enduramide)
Nicht lineare Kinetik (laut Abstract bei jungen erwachsenen Männern); nach hoher Einzelgabe Spitzenkonzentration der Standardform 75 % höher und Fläche unter der Kurve signifikant größer als bei der Retardform; für die Dauergabe am Computer modelliert 1,7-fach größere Fläche unter der Kurve [4].
Mensch, nicht randomisiert
Oral (geschluckt) · Standardform, hohe Mengen über ein Jahr
Plasma-Nicotinamid > 130-fach, 1-Methylnicotinamid > 600-fach; im Liquor nur bei 6 von 19 Teilnehmenden messbar, dort etwa 66 % des Plasmaspiegels [5].
Mensch, randomisiert
Transdermal (über die Haut) · Creme (topisches Niacinamid)
Ceramide und freie Fettsäuren in der Hornschicht ↑, Wasserverlust bei trockener Haut ↓; Studiendesign laut Abstract nicht kontrolliert beschrieben [17].
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
ONTRAC (Hautkrebsprävention)
Gemessen: neue Basalzell- und Plattenepithelkarzinome
Ergebnis: −23 % (95-%-KI 4–38); aktinische Keratosen −11 bis −20 %; kein Effekt nach Absetzen.[9]
Mensch, randomisiert
ONTRANS (Transplantierte)
Gemessen: neue Keratinozytenkarzinome
Ergebnis: 207 vs. 210 (Ratenverhältnis 1,0).[10]
Mensch, randomisiert
Glaukom, Netzhautfunktion
Gemessen: PhNR im Elektroretinogramm, Gesichtsfeld
Ergebnis: Vmax +14,8 vs. +5,2 %; Trend zu besserem Gesichtsfeld.[12]
Mensch, randomisiert
Normaldruckglaukom
Gemessen: PhNR und B-Welle, Gesichtsfeld
Ergebnis: PhNR und B-Welle stärker verbessert als unter Placebo; Gesichtsfeld ohne Unterschied.[13]
Mensch, randomisiert
ENDIT (Typ-1-Diabetes-Prävention)
Gemessen: Typ-1-Diabetes
Ergebnis: 82 vs. 77 Erkrankte; HR 1,07; keine Unterschiede bei schweren Nebenwirkungen.[15]
Mensch, randomisiert
NAD+-Vorstufen im Vergleich
Gemessen: NAD+ im Blut
Ergebnis: NR und NMN hoben NAD+ vergleichbar, Nicotinamid nicht; Autorinnen und Autoren bei Nestlé angestellt.[3]
Mensch, randomisiert
NEAT (frühe Alzheimer-Erkrankung), Kinetik-Nachauswertung
Gemessen: pTau231 im Liquor (primär), Nicotinamid und 1-Methylnicotinamid in Plasma und Liquor
Ergebnis: Primärer Endpunkt pTau231 verfehlt; Plasma-Nicotinamid > 130-fach, 1-Methylnicotinamid > 600-fach; im Liquor nur bei 6 von 19 messbar. n = 23 Verum und 24 Placebo in der Nachauswertung, Gesamtzahl der Studie nicht im Abstract.[5]
Mensch, randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Leberwertveränderungen und Leberschäden in sehr hohen Mengen
Reversible Lebertoxizität in sehr hohen Mengen bei Tier und Mensch, seltene leichte Leberwertveränderungen in Präventionsmengen [16]; Übersicht vermutet unter anderem eine Belastung des Methylstoffwechsels über NNMT [2].
Mensch, nicht randomisiert
Magen-Darm-Beschwerden
In der Metaanalyse der Hautkrebsstudien mehr Verdauungsbeschwerden als unter Kontrolle [11]; laut Übersicht über Reviews insgesamt seltener Nebenwirkungen als unter Nicotinsäure [8].
Mensch, randomisiert
Insulinresistenz (uneinheitlich)
Die Sicherheitsübersicht beschreibt widersprüchliche Daten zu Glukosekinetik und Insulinsensitivität, in einigen Studien eine leichte Insulinresistenz [16].
Mensch, nicht randomisiert
Verwechslung mit Nicotinsäure
Abgabe von Nicotinsäure statt Nicotinamid führte zu neuem Flush [7].
Mensch, nicht randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- belegt
„Nicotinamid verursacht keinen Flush“
Fallbeschreibung und Übersichten beschreiben den Flush als Nebenwirkung der Nicotinsäure, nicht des Nicotinamids [7][8].
- widerlegt
„Nicotinamid füllt den NAD+-Speicher genauso auf wie NR oder NMN“
Im direkten randomisierten Vergleich hob nur NR und NMN das Blut-NAD+ nach 14 Tagen [3].
- teilweise belegt
„Nicotinamid bremst die Langlebigkeitsenzyme (Sirtuine)“
Hemmung von SIRT1 in vitro gezeigt [6]; ob das nach Einnahme beim Menschen eintritt, ist nicht untersucht.
- nicht belegt
„Niacinamid-Kapseln verbessern das Hautbild wie Niacinamid-Cremes“
Daten zur Hautbarriere stammen aus Zellkultur und Anwendung auf der Haut [17]; orale RCTs bei Gesunden zu Hautbild oder Hautalterung wurden nicht gefunden.
- widerlegt
„Nicotinamid beugt Typ-1-Diabetes vor“
ENDIT, RCT mit 552 Angehörigen mit Inselzell-Antikörpern über fünf Jahre: kein Unterschied zu Placebo (HR 1,07; 0,78–1,45) [15].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Rasche Aufnahme; akute, kurz anhaltende Veränderung der NAD+-Stoffwechselprodukte im Vollblut [3]; nicht lineare Kinetik bei hohen Mengen [4].
- Halbwertszeit
- Nicht verifiziert.
- Abbau
- Salvage-Weg über NAMPT zu NMN und NAD+; Methylierung über NNMT (vor allem Leber) zu 1-Methylnicotinamid [2][5].
- Weg ins Gehirn
- In NEAT im Liquor nur bei einem Drittel der Behandelten messbar, dort etwa 66 % des Plasmaspiegels; häufiger erhöhtes 1-Methylnicotinamid im Liquor [5].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Zugleich Arzneistoff: In AMIce sind verkehrsfähige Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Nicotinamid verzeichnet (Abruf 24.10.2026) [19]; als Vitaminverbindung nach Anhang II der RL 2002/46/EG in Nahrungsergänzungsmitteln zulässig [1].
- EU
- Anhang II Teil A, Nr. 7 b der RL 2002/46/EG (zulässige Vitaminverbindung für Nahrungsergänzungsmittel) [1].
- USA
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“
- Nährstoff
- Niacin
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht
„trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“
- Nährstoff
- Niacin
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht (siehe Versprechen „Mehr Energie und weniger Müdigkeit“)
„trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“
- Nährstoff
- Niacin
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[18]
- Einordnung
- rechtlich zulässig, bei Gesunden nicht untersucht (oral; Hautkrebsschutz nur bei Risikopatienten)
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Senkt Nicotinamid auch bei Menschen ohne Hautkrebsvorgeschichte das Risiko, und wie lange muss es dafür eingenommen werden?
- Bringt die starke Methylierung zu 1-Methylnicotinamid bei Langzeiteinnahme Nachteile für den Methylstoffwechsel?
- Verlangsamt Nicotinamid bei Glaukom das Fortschreiten der Gesichtsfeldausfälle über Jahre?
Referenzen
- Richtlinie 2002/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Juni 2002 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel. ABl. L 183 vom 12.7.2002, S. 51. Konsolidierte Fassung vom 26.11.2025 (CELEX 02002L0046-20251126).
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- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. AMIce – Arzneimittel-Informationssystem, öffentlicher Teil [Datenbank]. Suche Stoffname „Nicotinamid“ [zitiert 24.10.2026]. Verfügbar unter: https://portal.bfarm.de/amguifree/
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-24. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Rechtsstatus am konsolidierten Text der RL 2002/46/EG (CELEX 02002L0046-20251126): Anhang II Teil A, Nr. 7 b „Nicotinamid“.
- Im Volltext (PMC7277745) von [2]: Umbau über NAMPT zu NMN und NAD+ (Salvage-Weg), PARP-Hemmung durch Nicotinamid, NNMT in der Leber am stärksten exprimiert, Lebertoxizität in hohen Mengen.
- Am Abstract: 65 Gesunde, 14 Tage, NR/NMN vs. Nicotinamid, Nestlé-Angestellte [3]; nicht lineare Kinetik, 10-fache Menge → 62-fache AUC, Standardform 75 % höhere Spitze und signifikant größere AUC nach Einzelgabe, 1,7-fache AUC für Dauergabe modelliert, „young adult men“ beim Vergleich der niedrigen Mengen [4]; Plasma > 130-fach, 1-Methylnicotinamid > 600-fach, Liquor 6/19, 66 %, primärer Endpunkt verfehlt [5]; IC50 < 50 µmol/l [6]; Flush tritt unter Nicotinamid nicht auf [7]; 14 Reviews, seltener Nebenwirkungen als Nicotinsäure [8]; 386 Teilnehmende, −23 %, Keratosen −11 bis −20 % [9]; 158 Transplantierte, 207 vs. 210 [10]; 29 Studien, 5 RCTs mit 552 Patienten, Ratenverhältnis 0,50, mehr Verdauungsbeschwerden [11]; 57 Teilnehmende, Vmax +14,8 vs. +5,2 % [12]; 53 Teilnehmende, PhNR und B-Welle, Patent eines Koautors [13]; 13 Berichte, 8 Studien, Evidenz unzureichend [14]; 552 Angehörige, HR 1,07, 82 vs. 77 [15]; Sicherheitsübersicht [16]; Keratinozyten 4,1–5,5-fache Ceramidsynthese, topische Anwendung [17].
- PubChem: Nicotinamide CID 936, C6H6N2O.
- Gesundheitsbezogene Angaben für Niacin im Wortlaut der VO (EU) Nr. 432/2012 gelesen: Basisfassung CELEX 32012R0432 und konsolidierte Fassung CELEX 02012R0432-20250820 (beide über Cellar, XHTML, 24.10.2026); die drei Angaben in health_claims sind in beiden Fassungen wortgleich (K5).
- Rechtsstatus (G6) am 24.10.2026: AMIce (öffentlicher Teil, BfArM; Stoffname „Nicotinamid“, nur Wirkstoff, Humanarzneimittel, verkehrsfähig, Endmaskierung): 54 Treffer, einschließlich Kombinationen, Homöopathika, Apothekenrezepturen und Parallelimporten [19]. Fach- und Gebrauchsinformationen nicht gelesen.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Füllt den NAD+-Spiegel auf (nur Marker)“ → kleine_studien: [3] n = 65 (Abstract).
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Schützt das Gehirn bei Alzheimer“ → kleine_studien: [5] 47 Teilnehmende (23 Verum, 24 Placebo; Abstract).
- Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.
Nicht verifiziert
- Arzneimittelstatus von Nicotinamid in den USA.
- Design und Fallzahl der topischen Anwendung in [17] (Abstract nennt keine Kontrolle); mögliche Herstellerbeteiligung (Kosmetikindustrie) nicht geprüft.
- Ob Nicotinamid den Nicotinsäure-Rezeptor HCA2 nicht aktiviert (als Erklärung für das Fehlen des Flush), wurde an keiner Primärquelle geprüft; im Profil steht deshalb nur die klinische Beobachtung.
- Fallzahl und genaue Population der Kinetikstudie [4] (Abstract nach 250 Wörtern abgeschnitten, Volltext nicht geprüft); ob auch die Hochdosisvergleiche nur an jungen Männern liefen.
- Gesamtzahl der Teilnehmenden der NEAT-Hauptstudie (Abstract von [5] nennt nur die 47 der Nachauswertung).
- Halbwertszeit nicht an einer Primärquelle geprüft.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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