Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.

Versprechen im Check

  • Stärkt die Abwehr und schützt vor Erkältungen und Infekten

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (Kinder, Erwachsene, ältere Menschen) · Keine Daten

    Für den Stamm allein nicht untersucht. Alle Studien prüften das fermentierte Getränk mit den Joghurtkulturen, meist gegen ein nicht fermentiertes Milchprodukt; nach der Stammregel zählen sie nicht für diesen Stamm. Mit dem Getränk verfehlten drei große randomisierte Studien ihren primären Endpunkt zur Infekthäufigkeit: ältere Menschen [6], Schichtarbeitende (positiv nur nachträglich und sekundär) [7] und Kita-Kinder in Russland (zu klein, nur Rhinopharyngitis seltener) [9]. Die DRINK-Studie fand eine knapp signifikant niedrigere Infektrate, vor allem bei Magen-Darm-Infekten [8]. Die vom Hersteller beauftragte Metaanalyse ergab eine kleine Senkung der Chance auf mindestens einen Infekt [1]. Alle Studien hatten Herstellerbeteiligung. Für das Getränk wäre das Ergebnis „uneinheitlich“.

  • Verkürzt Erkältungen und andere Infekte

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (vor allem ältere Menschen) · Keine Daten

    Für den Stamm allein nicht untersucht; alle Befunde stammen aus Studien mit dem Getränk samt Joghurtkulturen. Bei älteren Menschen war die Dauer je Episode kürzer (6,5 gegenüber 8 Tagen), als sekundärer Endpunkt einer Studie mit verfehltem primären Endpunkt [6]. Bei Kita-Kindern unterschied sich die Dauer nicht [9], und die Metaanalyse fand keinen Einfluss auf Dauer oder Schwere [1]. Für das Getränk wäre das Ergebnis „uneinheitlich“.

  • Verbessert die Antwort auf die Grippeimpfung

    nicht untersucht

    Immunsystem & Infekte · gesund (über 70 Jahre) · Keine Daten

    Für den Stamm allein nicht untersucht. Zwei randomisierte, doppelblinde Studien in einer Veröffentlichung (86 und 222 Teilnehmende) fanden höhere Antikörpertiter nach Grippeimpfung unter dem fermentierten Getränk mit Joghurtkulturen [10]; für das Getränk wäre das ein Einzelbefund. Antikörpertiter sind nur ein Marker (Surrogat); ob weniger Grippeerkrankungen folgen, wurde nicht geprüft. Die Studien stammen aus dem Umfeld des Herstellers und wurden nicht unabhängig wiederholt.

  • Schützt vor Durchfall unter Antibiotika

    nicht untersucht

    Verdauung & Darm · Patienten: Krankenhausbehandlung mit Antibiotika (ältere Erwachsene) · Keine Daten

    Für den Stamm allein nicht untersucht. Mit dem Getränk aus DN-114 001 und den Joghurtkulturen gibt es zwei randomisierte, placebokontrollierte Studien mit gegensätzlichem Ergebnis: eine kleine positive an 135 Menschen (12 gegenüber 34 % Durchfall; C.-difficile-Durchfall 0 gegenüber 17 %; vom Hersteller mitfinanziert) [11] und eine große negative an 1127 Menschen über 55 Jahren (19,3 gegenüber 17,9 %) [12]. Für das Getränk wäre das nach dem Leitfaden „uneinheitlich“; nach Gewicht spricht die große Studie gegen einen Nutzen. Die EFSA hielt einen Antrag zu C.-difficile-Durchfall unter Antibiotika für nicht ausreichend belegt und sah erhebliche Schwächen in der einzigen Interventionsstudie mit signifikant weniger C.-difficile-Durchfall [13].

Wirkweise

Evidenzkarte: Lacticaseibacillus paracasei CNCM I-1518

Jede Linie steht für einen publizierten Befund; Linienstil und Farbe zeigen, woher er stammt. Der Filter blendet schwächere Evidenzstufen aus. Quellen: siehe Referenzen.

Der Stamm ist bei der französischen Sammlung CNCM als I-1518 hinterlegt und hieß in älteren Arbeiten Lactobacillus casei DN-114 001; vermarktet wird er als fermentiertes Milchgetränk zusammen mit den Joghurtkulturen Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus und Streptococcus thermophilus [1]. Die Art heißt seit der Neuordnung der Gattung 2020 Lacticaseibacillus paracasei [2]. Ein Genomvergleich fand den aus diesem Getränk isolierten Stamm und den aus einem japanischen Milchgetränk isolierten L.-casei-Stamm nahezu identisch, mit nur 29 Einzelbasenunterschieden und einem gemeinsamen jungen Vorfahren [3]. Das macht beide nicht zum selben Stamm, und Befunde zum Shirota-Stamm gelten nach der Stammregel nicht für I-1518 und umgekehrt. Ob der isolierte Stamm genau CNCM I-1518 ist, nennt der Genomvergleich nicht ausdrücklich.

Der Stamm übersteht die Magen-Darm-Passage teilweise: In einer nicht randomisierten Studie mit zehn Gesunden, die eine rifampicinresistente Spontanvariante des Stamms im Getränk mit Joghurtkulturen erhielten, lag die scheinbare Überlebensrate im Ileum (bezogen auf einen Transitmarker) in den ersten zwei Stunden zwischen 51,2 und 10,0 %; insgesamt wurden im Ileum rund 3,6 % der aufgenommenen Keime wiedergefunden, im Stuhl betrug die scheinbare Überlebensrate 28,4 % [4]. Im Zellversuch hemmte er Anheftung und Eindringen adhärent-invasiver Escherichia coli aus Morbus-Crohn-Patienten in Darmepithelzellen [5]. Das ist ein Laborbefund (Stufe 1), der einen klinischen Nutzen nicht belegt.

Die klinischen Studien prüften immer das fermentierte Getränk mit Stamm und Joghurtkulturen, meist gegen ein nicht fermentiertes Milchprodukt. Eine Wirkung lässt sich deshalb nicht dem Stamm allein zuschreiben, und nach der Stammregel zählen diese Studien nicht für Stufe und Ergebnis dieses Profils; sie stehen hier als Befunde zur Kombination. Bei 1072 älteren Menschen verfehlte das Getränk über drei Monate den primären Endpunkt, die kumulative Zahl gemeinsamer Infekte der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts; kürzer war nur die Dauer je Episode (6,5 gegenüber 8 Tagen; p = 0,008), vor allem bei Infekten der oberen Atemwege [6]. Bei 1000 Schichtarbeitenden war der primäre Endpunkt ebenfalls nicht signifikant; erst eine nachträglich gewählte kategoriale Auswertung und sekundäre Endpunkte fielen günstiger aus, etwa weniger Personen mit mindestens einem Infekt (43 gegenüber 51 %) und höhere Zahlen und Aktivität natürlicher Killerzellen [7]. In der DRINK-Studie an 638 Kindern im Kita- und Schulalter war die Infektrate um 19 % niedriger (Rate Ratio 0,81; 95 % KI 0,65–0,99; p = 0,046), getragen vor allem von Magen-Darm-Infekten; Verhaltensänderungen durch Krankheit, der zweite primäre Endpunkt, unterschieden sich nicht [8]. In Russland verfehlte eine Studie an 599 Kita-Kindern den primären Endpunkt, wurde aber durch unerwartet wenige Infekte zu klein; seltener war nur die Rhinopharyngitis (Risikoverhältnis 0,82; 95 % KI 0,69–0,96) [9]. Eine Metaanalyse von neun randomisierten Studien fand eine kleine Senkung der Chance auf mindestens einen Infekt (Odds Ratio 0,81; 95 % KI 0,66–0,98) und keinen Einfluss auf Dauer oder Schwere. Sie wurde von einem Beratungsunternehmen im Auftrag des Herstellers erstellt, zwei Autorinnen arbeiten beim Hersteller [1]. In zwei randomisierten Studien an über 70-Jährigen stiegen die Antikörpertiter nach Grippeimpfung unter dem Getränk stärker an [10]; das ist ein Surrogat, kein klinischer Schutz.

Gegen Durchfall unter Antibiotika gibt es zwei britische randomisierte, placebokontrollierte Studien mit dem Getränk, beide ausdrücklich mit DN-114 001. In einer kleinen Studie an 135 Krankenhauspatientinnen und -patienten bekamen unter dem Getränk 12 % gegenüber 34 % Durchfall, C.-difficile-Durchfall trat nur unter Placebo auf (0 gegenüber 17 %); als Kontrolle diente ein steriler Milchshake. Die Studie wurde unter anderem von Danone Vitapole finanziert, und drei Autoren erklärten Zuwendungen des Herstellers [11]. Die spätere Multicenterstudie an 1127 Menschen über 55 Jahren fand keinen Unterschied (19,3 gegenüber 17,9 %; Odds Ratio 1,10; 95 % KI 0,82–1,49); die Autoren verweisen auf zwischenzeitlich veränderte Antibiotikapolitik, weniger C.-difficile-Infektionen und bessere Infektionsprävention in britischen Krankenhäusern [12]. Für das Getränk stehen damit eine kleine positive und eine große negative Studie gegeneinander. Die EFSA bewertete 2010 einen Antrag des Herstellers zu Clostridium-difficile-Toxinen und Durchfall unter Antibiotika als nicht ausreichend belegt: Die einzige Interventionsstudie mit dem Getränk, die eine signifikante Senkung von C.-difficile-Durchfall zeigte, habe erhebliche Schwächen, und weitere Human-, Tier- und Zellstudien stützten den vorgeschlagenen Mechanismus nicht [13]. Die Referenzliste des Gutachtens führt die kleine britische Studie und einen unveröffentlichten Studienbericht dazu; dass sie die gemeinte Studie ist, liegt damit nahe, steht im Abstract aber nicht ausdrücklich.

Zur Besiedlung: Der Stamm erscheint während des Verzehrs im Stuhl [4][6], eine dauerhafte Ansiedlung ist nicht gezeigt; die Besiedlung der Darmschleimhaut durch aufgenommene Bakterien ist allgemein individuell und meist vorübergehend [14]. Rechtlich ist der Stamm nicht in der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel geführt [15], und er hat keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe [16]. Die EFSA fasst Fallberichte zu Bakteriämien mit Laktobazillen bei schwer Vorerkrankten zusammen, ohne den QPS-Status zu ändern [17]; für Lacticaseibacillus paracasei ist eine Bakteriämie nach Probiotikumgabe bei einem vorerkrankten Kind beschrieben, nicht mit diesem Stamm [18].

Angriffspunkte

ZielTypWirkungKennwertEvidenz
Adhärent-invasive Escherichia coli an DarmepithelzellenMikroorganismus/TaxonHemmer (Anheftung, Invasion)Hemmung der Anheftung um 75–84 % bei Koinkubation (in vitro) Labor[5]
Natürliche Killerzellen und Leukozyten im BlutSonstigesAktivatorfür den Stamm allein nicht untersucht; nur mit dem Getränk samt Joghurtkulturen geprüft (RCT, sekundärer Endpunkt) Keine Daten[7]
Influenza-spezifische Antikörper nach ImpfungSonstigesTiter ↑für den Stamm allein nicht untersucht; nur mit dem Getränk samt Joghurtkulturen geprüft (RCT, nur Marker) Keine Daten[10]

Wirkprofil

Welche Botenstoffsysteme die Substanz nach heutiger Datenlage beeinflusst. ↑ verstärkt, ↓ gedämpft, ≈ moduliert, ○ kein Effekt; Punkte = Evidenzstufe.

  • Dopaminkeine Daten
  • Noradrenalinkeine Daten
  • Serotoninkeine Daten
  • Acetylcholinkeine Daten
  • Glutamat · AMPAkeine Daten
  • Glutamat · NMDAkeine Daten
  • GABAkeine Daten
  • Histaminkeine Daten
  • Orexinkeine Daten
  • Adenosinkeine Daten
  • Opioidekeine Daten
  • Melatoninkeine Daten
  • Neurotrophinekeine Daten
  • Durchblutungkeine Daten
  • Stickstoffmonoxidkeine Daten
  • Energiestoffwechselkeine Daten
  • Insulin · Glukosekeine Daten
  • Entzündung · oxidativkeine Daten
  • Stressachsekeine Daten
  • Testosteron-Achsekeine Daten
  • Endocannabinoidekeine Daten
  • Darmbarrierekeine Daten
  • Mikrobiommoduliert · Teilweises Überleben des Stamms bis ins Ileum und im Stuhl (im Getränk verabreicht, nicht randomisiert); in vitro Hemmung adhärent-invasiver E. coli. Immunbefunde gibt es nur zum Getränk mit Joghurtkulturen; sie zählen hier nicht[4][5]
  • Kurzkettige Fettsäurenkeine Daten
  • Gallensäurenkeine Daten
  • Darmhormonekeine Daten
  • Darm-Hirn-Achsekeine Daten
  • Autophagie · Seneszenzkeine Daten
  • Immunsystemkeine Daten
  • Lipidstoffwechselkeine Daten
  • Gerinnung · Fibrinolysekeine Daten
  • Methylierungkeine Daten

Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit

Wie viel eines Wirkstoffs im Blut oder Zielgewebe ankommt, hängt vom Weg in den Körper und von der Darreichungsform ab. Alle Aufnahmewege erklärt

  • Oral (geschluckt) · fermentiertes Milchgetränk mit Joghurtkulturen

    Alle klinischen Studien verwendeten das fermentierte Getränk mit dem Stamm und den Joghurtkulturen [1][6][10]. Als Kontrolle diente meist ein nicht fermentiertes Milchprodukt [6] bzw. ein Placebogetränk ohne lebende Kulturen [8]; ein Teil des Effekts könnte daher auf die Fermentation oder die Joghurtkulturen zurückgehen. Zur Passage gibt es nur eine nicht randomisierte Studie mit einer Spontanvariante des Stamms: scheinbare Überlebensrate im Ileum in den ersten zwei Stunden 51,2 bis 10,0 %, insgesamt rund 3,6 % der Keime im Ileum wiedergefunden [4]. Die Evidenzstufe richtet sich nach diesen stammbezogenen Passagedaten (Stufe 3, wie evidenz_gesamt und systeme); die randomisierten Studien zeigen nur, dass diese Darreichung verwendet wurde, nicht, wie viel des Stamms ankommt.[1][10]

    Mensch, nicht randomisiert

Studien am Menschen

  • Infekte bei älteren Menschen (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, kontrolliert, multizentrisch · gesund (frei lebende ältere Menschen, Median 76 Jahre) · n = 1072 · 3 Monate, 1 Monat Nachbeobachtung

    Gemessen: kumulative Zahl gemeinsamer Infekte (primär), Dauer, Schwere, Immunparameter

    Ergebnis: Primärer Endpunkt nicht verschieden. Dauer je Episode 6,5 gegenüber 8 Tagen (p = 0,008), kumulative Dauer 7 gegenüber 8 Tagen (p = 0,009); keine Unterschiede bei Schwere, Fieber, Medikation, Immunparametern. Erstautor beim Hersteller.[6]

    Mensch, randomisiert

  • Infekte bei Schichtarbeitenden (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, kontrolliert, monozentrisch · gesund (Schichtarbeitende) · n = 1000 · 3 Monate, 1 Monat Nachbeobachtung

    Gemessen: kumulative Zahl gemeinsamer Infekte (primär), Zeit bis zum ersten Infekt, Immunzellen

    Ergebnis: Primärer Endpunkt nicht signifikant; nachträgliche kategoriale Auswertung OR 0,75 (95 % KI 0,59–0,95); mindestens ein Infekt 43 gegenüber 51 % (p = 0,005); mehr Leukozyten, Neutrophile und NK-Zellen. Erstautor beim Hersteller.[7]

    Mensch, randomisiert

  • DRINK-Studie, Kinder in Kita und Schule (USA) (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert · gesund (Kinder 3–6 Jahre) · n = 638 · 90 Tage

    Gemessen: Infektinzidenz und Verhaltensänderung durch Krankheit (beide primär, Elternangabe)

    Ergebnis: Infektrate um 19 % niedriger (Rate Ratio 0,81; 95 % KI 0,65–0,99; p = 0,046), vor allem Magen-Darm-Infekte; Verhaltensänderung nicht verschieden. Vom Hersteller finanziert, zwei Autoren beim Hersteller.[8]

    Mensch, randomisiert

  • Kita-Kinder in Russland (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · gesund (Kinder 3–6 Jahre) · n = 599 · 3 Monate, 1 Monat Nachbeobachtung

    Gemessen: Infektinzidenz (primär), Dauer, Schwere, Fehltage, Lebensqualität

    Ergebnis: Primärer Endpunkt nicht verschieden (zu wenige Infekte); Rhinopharyngitis seltener (Risikoverhältnis 0,82; 95 % KI 0,69–0,96). Ein Autor beim Hersteller, Studienleitung vom Hersteller finanziert.[9]

    Mensch, randomisiert

  • Impfantwort auf Grippeimpfung bei Älteren (zwei Studien) (Getränk mit Joghurtkulturen)

    zwei randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Multicenterstudien · gesund (über 70 Jahre) · n = 308 · 7 bzw. 13 Wochen

    Gemessen: Antikörpertiter gegen die drei Impfstämme

    Ergebnis: Höhere Titer bzw. stärkerer Anstieg unter dem Getränk, Serokonversionsunterschiede noch nach 5 Monaten. 86 und 222 Teilnehmende.[10]

    Mensch, randomisiert

  • Antibiotika-Durchfall, große Multicenterstudie (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch · Patienten: Krankenhaus, Antibiotika, über 55 Jahre · n = 1127 · Antibiotikagabe und 2 Wochen Nachbeobachtung

    Gemessen: Durchfall unter Antibiotika (primär), C.-difficile-Infektion

    Ergebnis: 19,3 gegenüber 17,9 % (OR 1,10; 95 % KI 0,82–1,49; p = 0,53), kein Nutzen.[12]

    Mensch, randomisiert

  • Antibiotika-Durchfall, kleine Studie (Getränk mit Joghurtkulturen)

    randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert (steriler Milchshake) · Patienten: Krankenhaus, Antibiotika, Durchschnittsalter 74 Jahre · n = 135 · Antibiotikagabe plus 1 Woche

    Gemessen: Durchfall unter Antibiotika (primär), C.-difficile-Durchfall

    Ergebnis: 12 gegenüber 34 % (p = 0,007); C.-difficile-Durchfall 0 gegenüber 17 %. Laut Volltext Getränk mit L. casei DN-114 001, S. thermophilus und L. bulgaricus; nur als Kombination geprüft, zählt nicht für die Stufe des Einzelstamms. Mitfinanziert von Danone Vitapole, Autoren mit Zuwendungen des Herstellers.[11]

    Mensch, randomisiert

  • Überleben im Verdauungstrakt (Getränk mit Joghurtkulturen)

    nicht randomisierte Humanstudie mit Ileum- (Intubation, 4 ausgewertet) und Stuhlproben (6 ausgewertet); rifampicinresistente Spontanvariante des Stamms · gesund · n = 10 · Einzelgabe (Ileum) bzw. 8 Tage (Stuhl)

    Gemessen: Wiederfindung lebender Keime in Ileum und Stuhl

    Ergebnis: Scheinbare Überlebensrate im Ileum in den ersten zwei Stunden 51,2 bis 10,0 %, Gesamtwiederfindung im Ileum rund 3,6 % der aufgenommenen Keime; scheinbare Überlebensrate im Stuhl 28,4 %. Prüfprodukt und Teil der Autorengruppe von Danone Vitapole.[4]

    Mensch, nicht randomisiert

Risiken und Warnhinweise

  • Herstellerbeteiligung in fast allen Studien

    Die Infekt- und Impfstudien wurden von Beschäftigten des Herstellers verfasst oder mitverfasst bzw. von ihm finanziert [6][7][8][9][10]; die Metaanalyse wurde von einem Beratungsunternehmen im Auftrag des Herstellers erstellt [1]. Die kleine positive Antibiotikastudie wurde von Danone Vitapole mitfinanziert und hat Autoren mit Herstellerzuwendungen [11]; die große, negative Studie nennt im Abstract keine Herstellerbeteiligung [12].

    Keine Daten

  • Invasive Infektionen in Einzelfällen

    Für Lacticaseibacillus paracasei ist eine Bakteriämie nach Probiotikumgabe bei einem Kind mit Hypoganglionose beschrieben, nicht mit diesem Stamm [18]. Die EFSA fasst Fallberichte zu Laktobazillen bei schwer Vorerkrankten und Frühgeborenen zusammen, ohne den QPS-Status zu ändern [17].

    Mensch, nicht randomisiert

Faktencheck: verbreitete Behauptungen

  • nicht belegt

    „Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Darm an“

    Der Stamm ist während des Verzehrs in Ileum und Stuhl nachweisbar [4][6]; eine dauerhafte Ansiedlung ist nicht gezeigt. Die Besiedlung der Darmschleimhaut ist individuell und meist vorübergehend [14].

  • nicht belegt

    „Weil die Bakterien Magen und Darm lebend erreichen, stärken sie die Abwehr“

    Überleben ist kein klinischer Endpunkt [4]. Die großen Infektstudien verfehlten trotz nachgewiesener Keime im Stuhl überwiegend ihren primären Endpunkt [6][7][9].

  • nicht belegt

    „Die Wirkung geht auf den Stamm I-1518 zurück“

    Alle Studien prüften das fermentierte Getränk mit Joghurtkulturen, meist gegen ein nicht fermentiertes Produkt [1][6][10]. Den Stamm allein gegen dasselbe Getränk ohne ihn hat keine der gefundenen Studien verglichen.

  • widerlegt

    „Die EFSA hat die Schutzwirkung gegen Durchfall unter Antibiotika bestätigt“

    Die EFSA bewertete den Antrag zu C.-difficile-Toxinen und Durchfall unter Antibiotika 2010 als nicht ausreichend belegt [13], und die größte spätere Studie fand keinen Nutzen [12].

  • nicht belegt

    „Weil der Stamm genetisch fast gleich mit dem Shirota-Stamm ist, gelten dessen Studien auch für ihn“

    Der Genomvergleich zeigt einen gemeinsamen jungen Vorfahren [3]; die Autoren halten Ergebnisse deshalb für vergleichbar. Nach der Stammregel sind es dennoch verschiedene Stämme in verschiedenen Produkten, deren klinische Wirkung jeweils eigens geprüft werden muss [2].

Pharmakokinetik

Aufnahme
Keine Aufnahme in den Körper; die Keime überstehen die Passage teilweise (scheinbare Überlebensrate im Ileum in den ersten zwei Stunden 51,2 bis 10,0 %, Gesamtwiederfindung dort rund 3,6 %, im Stuhl 28,4 %; nicht randomisierte Studie mit einer Spontanvariante des Stamms [4]).

Rechtlicher Status

Deutschland
Nicht verifiziert. Der Stamm wird als fermentiertes Milchgetränk verkauft (laut [1]); eine weitergehende rechtliche Einordnung wurde nicht geprüft, AMIce/PharmNet.Bund nicht abgefragt.
EU
Kein Eintrag zu „paracasei“, „Lactobacillus“ oder „Lacticaseibacillus“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [15]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu diesem Stamm in VO (EU) Nr. 432/2012; die einzige Angabe zu lebenden Kulturen betrifft Joghurtkulturen und die Lactoseverdauung, nicht diesen Stamm [16]. Einen Antrag des Herstellers auf eine Angabe zu Clostridium-difficile-Toxinen und Durchfall unter Antibiotika hat die EFSA 2010 als nicht ausreichend belegt bewertet [13]. Für die Gruppe der Laktobazillen nennt das EFSA-QPS-Update 2026 keine Statusänderung [17]. Lacticaseibacillus paracasei gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-09446, Abruf 26.10.2026) [19]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Lacticaseibacillus paracasei mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [20]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
USA
Nicht verifiziert.

Verwandte Substanzen

Offene Fragen

  • Wirkt der Stamm auch ohne Joghurtkulturen und ohne Fermentationsprodukte, etwa im Vergleich mit einem fermentierten Getränk ohne I-1518?
  • Gibt es eine unabhängige, nicht vom Hersteller finanzierte Studie zu Infekten mit vorab festgelegtem primären Endpunkt?
  • Folgt aus den höheren Impftitern ein klinischer Schutz vor Grippe?
  • Warum war die kleine britische Antibiotikastudie positiv und die große negativ: Studiengröße, Population, Kontrollprodukt oder veränderte Antibiotikapolitik und Krankenhaushygiene?
  • Ist der in [3] sequenzierte Stamm aus dem Handelsprodukt identisch mit der Hinterlegung CNCM I-1518?

Referenzen

  1. Poon T, Juana J, Noori D, Jeansen S, Pierucci-Lagha A, Musa-Veloso K. Effects of a fermented dairy drink containing Lacticaseibacillus paracasei subsp. paracasei CNCM I-1518 (Lactobacillus casei CNCM I-1518) and the standard yogurt cultures on the incidence, duration, and severity of common infectious diseases: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutrients. 2020;12(11):3443. doi:10.3390/nu12113443 · PubMed
  2. Zheng J, Wittouck S, Salvetti E, Franz CMAP, Harris HMB, Mattarelli P, et al. A taxonomic note on the genus Lactobacillus: description of 23 novel genera, emended description of the genus Lactobacillus Beijerinck 1901, and union of Lactobacillaceae and Leuconostocaceae. Int J Syst Evol Microbiol. 2020;70(4):2782–858. doi:10.1099/ijsem.0.004107 · PubMed
  3. Douillard FP, Kant R, Ritari J, Paulin L, Palva A, de Vos WM. Comparative genome analysis of Lactobacillus casei strains isolated from Actimel and Yakult products reveals marked similarities and points to a common origin. Microb Biotechnol. 2013;6(5):576–87. doi:10.1111/1751-7915.12062 · PubMed
  4. Oozeer R, Leplingard A, Mater DD, Mogenet A, Michelin R, Seksek I, et al. Survival of Lactobacillus casei in the human digestive tract after consumption of fermented milk. Appl Environ Microbiol. 2006;72(8):5615–7. doi:10.1128/AEM.00722-06 · PubMed
  5. Ingrassia I, Leplingard A, Darfeuille-Michaud A. Lactobacillus casei DN-114 001 inhibits the ability of adherent-invasive Escherichia coli isolated from Crohn's disease patients to adhere to and to invade intestinal epithelial cells. Appl Environ Microbiol. 2005;71(6):2880–7. doi:10.1128/AEM.71.6.2880-2887.2005 · PubMed
  6. Guillemard E, Tondu F, Lacoin F, Schrezenmeir J. Consumption of a fermented dairy product containing the probiotic Lactobacillus casei DN-114001 reduces the duration of respiratory infections in the elderly in a randomised controlled trial. Br J Nutr. 2010;103(1):58–68. doi:10.1017/S0007114509991395 · PubMed
  7. Guillemard E, Tanguy J, Flavigny A, de la Motte S, Schrezenmeir J. Effects of consumption of a fermented dairy product containing the probiotic Lactobacillus casei DN-114 001 on common respiratory and gastrointestinal infections in shift workers in a randomized controlled trial. J Am Coll Nutr. 2010;29(5):455–68. doi:10.1080/07315724.2010.10719882 · PubMed
  8. Merenstein D, Murphy M, Fokar A, Hernandez RK, Park H, Nsouli H, et al. Use of a fermented dairy probiotic drink containing Lactobacillus casei (DN-114 001) to decrease the rate of illness in kids: the DRINK study. A patient-oriented, double-blind, cluster-randomized, placebo-controlled, clinical trial. Eur J Clin Nutr. 2010;64(7):669–77. doi:10.1038/ejcn.2010.65 · PubMed
  9. Prodeus A, Niborski V, Schrezenmeir J, Gorelov A, Shcherbina A, Rumyantsev A. Fermented milk consumption and common infections in children attending day-care centers: a randomized trial. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2016;63(5):534–43. doi:10.1097/MPG.0000000000001248 · PubMed
  10. Boge T, Rémigy M, Vaudaine S, Tanguy J, Bourdet-Sicard R, van der Werf S. A probiotic fermented dairy drink improves antibody response to influenza vaccination in the elderly in two randomised controlled trials. Vaccine. 2009;27(41):5677–84. doi:10.1016/j.vaccine.2009.06.094 · PubMed
  11. Hickson M, D'Souza AL, Muthu N, Rogers TR, Want S, Rajkumar C, et al. Use of probiotic Lactobacillus preparation to prevent diarrhoea associated with antibiotics: randomised double blind placebo controlled trial. BMJ. 2007;335(7610):80. doi:10.1136/bmj.39231.599815.55 · PubMed
  12. Rajkumar C, Wilks M, Islam J, Ali K, Raftery J, Davies KA, et al. Do probiotics prevent antibiotic-associated diarrhoea? Results of a multicentre randomized placebo-controlled trial. J Hosp Infect. 2020;105(2):280–8. doi:10.1016/j.jhin.2020.01.018 · PubMed
  13. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to fermented milk containing Lactobacillus casei DN-114 001 plus yoghurt symbiosis (Actimel®), and reduction of Clostridium difficile toxins in the gut of patients receiving antibiotics and reduced risk of acute diarrhoea in patients receiving antibiotics pursuant to Article 14 of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA J. 2010;8(12):1903. doi:10.2903/j.efsa.2010.1903 · PubMed
  14. Zmora N, Zilberman-Schapira G, Suez J, Mor U, Dori-Bachash M, Bashiardes S, et al. Personalized gut mucosal colonization resistance to empiric probiotics is associated with unique host and microbiome features. Cell. 2018;174(6):1388–1405.e21. doi:10.1016/j.cell.2018.08.041 · PubMed
  15. Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission vom 20. Dezember 2017 zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810); abgerufen am 24.10.2026.
  16. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Konsolidierte Fassung vom 17.05.2021 (CELEX 02012R0432-20210517); abgerufen am 24.10.2026.
  17. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ), Allende A, Alvarez-Ordóñez A, Bortolaia V, Bover-Cid S, De Cesare A, et al. Update of the list of qualified presumption of safety (QPS) recommended microbiological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 23: suitability of taxonomic units notified to EFSA until September 2025. EFSA J. 2026;24(1):e9824. doi:10.2903/j.efsa.2026.9824 · PubMed
  18. Ukai K, Okamoto K, Ichinose A, Yoshida M, Higurashi Y, Yoneda R, et al. Lacticaseibacillus paracasei bacteremia associated with probiotic use in a child with hypoganglionosis: case report and literature review. Pediatr Infect Dis J. 2025;44(2):e56–e59. doi:10.1097/INF.0000000000004548 · PubMed
  19. Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Lacticaseibacillus paracasei [Datenbank]. POL-NF-09446, letzte Änderung 26.01.2024 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
  20. EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde

Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.

Geprüft

  • Stammgenaue Suche in PubMed nach „CNCM I-1518“, „I-1518“, „DN-114001“, „DN-114 001“, „DN114001“, „DN 114 001“ und dem Handelsnamen (94 Treffer); klinische Studien mit Stammbezeichnung im Abstract aufgenommen.
  • Gleichsetzung CNCM I-1518 = DN-114 001 im Volltext von [1] (PMC7698120) belegt; Interessenkonflikte von [1]: Beratungsunternehmen im Auftrag von Danone Nutricia Research, zwei Autorinnen bei Danone.
  • Abstracts [6]–[12] mit allen übernommenen Zahlen geprüft; Herstellerbeteiligung: Erstautor von [6] und [7] mit Danone-Adresse; [8] laut Volltext (PMC2906750) investigatorinitiiert, von The Dannon Company finanziert, zwei Autoren bei Danone Research; [9] laut Abstract ein Autor bei Danone Research, Studienleiter von Danone finanziert; [11] drei Autoren mit Danone-Zuwendungen bzw. Beiratsmitgliedschaft.
  • Volltext [11] (PMC1914504, über pmc.ncbi.nlm.nih.gov abgerufen; Europe PMC antwortete mit Fehler 500): Prüfprodukt „probiotic yoghurt drink (Actimel, Danone, France) containing Lactobacillus casei DN-114 001 (L casei imunitass) …, S thermophilus …, and L bulgaricus“, Kontrolle „longlife, sterile milkshake“; 7/57 gegenüber 19/56 mit Durchfall (p = 0,007), C.-difficile-Durchfall 0 gegenüber 9/53; Funding u. a. Danone Vitapole; Ausschlusskriterium u. a. Lactoseintoleranz. Die Studie ist damit dem Stamm zugeordnet (Korrektur aus der Gegenprüfung).
  • EFSA-Gutachten [13] am Abstract geprüft (PMID 42004141): Antrag von Danone Produits Frais France nach Art. 14, Ergebnis „insufficient to establish a cause and effect relationship“; „one human intervention study with Actimel® which showed a statistically significant risk reduction for CDAD had considerable limitations“. Referenzliste auf PMC13085115: Hickson 2007 und „Bulpitt CJ and Hickson M, 2010, study report, unpublished“.
  • Abstract [12]: „Lactobacillus casei DN114001 (combined as a drink with two regular yoghurt bacterial strains)“, 106/549 gegenüber 103/577; Autoren nennen veränderte Antibiotikapolitik, weniger C.-difficile-Infektionen und bessere Infektionsprävention als mögliche Erklärung.
  • Genomvergleich [3] am Abstract: Stämme LcA und LcY aus zwei Handelsprodukten, eine InDel und 29 SNPs Unterschied.
  • Konsolidierte Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810) und VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 02012R0432-20210517) selbst über Cellar durchsucht: 0 Treffer für „paracasei“ und „Lactobacillus“ in der Unionsliste; einzige Angabe zu lebenden Kulturen sind Joghurtkulturen [15][16]. QPS-Update 2026 (PMC12824592): Status der Laktobazillen unverändert [17].
  • 25.10.2026, Entscheidung q060 (Tilman: nacharbeiten): Profil gegen den Leitfaden gegengeprüft (Mikrobiom-Abschnitt: ein Profil pro Stamm, Stammregel, Kombinationen, Standardbehauptungen, Rechtsstatus, Keimzahlregel, Risiken lebender Keime; Nachentscheidung 1: Der Stamm gehört zu den Nachträgen der ersten Paketstufe, das betrifft die Paketplanung, nicht die Evidenzstufe). Befunde und Korrekturen: Die beiden Ziele „NK-Zellen und Leukozyten“ und „Impfantikörper“ standen mit Evidenz 4, obwohl sie nur mit dem Getränk samt Joghurtkulturen gemessen wurden; nach der Stammregel jetzt Evidenz 0 für den Stamm allein, Kennwert präzisiert (die Evidenzkarte führt diese Befunde weiter am Knoten des Getränks). Im Impfversprechen ist der Antikörpertiter ausdrücklich als Marker benannt (K3). Die Kurzfassung ist auf drei Sätze gekürzt, ohne inhaltliche Änderung. Unverändert und leitfadenkonform: Name mit Hinterlegungsnummer, überholte Namen in synonyme, familie, alle vier Versprechen Stufe 0 „nicht untersucht“, evidenz_gesamt 3, Standardbehauptungen (Ansiedlung, Übertragbarkeit, Magen-Darm-Passage), Unionsliste mit Stand, keine Keimzahlen, Herstellerbeteiligung genannt. Kennzeichnung nach q012: Die Bewertungen beruhen für [3], [6], [7], [9], [10], [12] und [13] nur auf den Abstracts (nur Abstract geprüft); [1], [4] (seit der Korrekturrunde), [8], [11] und [17] auch im Volltext gelesen.
  • Korrekturrunde 25.10.2026 (Gegenprüfung): Volltext von [4] über pmc.ncbi.nlm.nih.gov (PMC1538725) gelesen, weil Europe PMC mit Fehler 500 antwortete. Befund: zehn Gesunde, nicht randomisiert, ohne Kontrollgruppe; Ileum-Auswertung bei vier, Stuhl bei sechs; Prüfprodukt mit Joghurtkulturen und einer rifampicinresistenten Spontanvariante des Stamms, von Danone Vitapole gestellt. Die Angabe „bis zu 51,2 %“ ist die scheinbare Überlebensrate im Ileum in den ersten zwei Stunden (bezogen auf einen Transitmarker, Spanne 51,2 bis 10,0 %); die Gesamtwiederfindung im Ileum lag bei rund 3,6 % der aufgenommenen Keime. Text, Studieneintrag, Pharmakokinetik und Evidenzkarte entsprechend präzisiert. Die Evidenz des Aufnahmewegs von 4 auf 3 gesetzt, weil die einzigen stammbezogenen Daten zur Passage aus dieser nicht randomisierten Studie stammen (wie evidenz_gesamt und systeme.mikrobiom); die RCTs mit dem Getränk belegen nur die Darreichung. Die Ziele „NK-Zellen/Leukozyten“ und „Impfantikörper“ bleiben bei 0.
  • 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-09446 „Lacticaseibacillus paracasei“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 26.01.2024). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.

Nicht verifiziert

  • Dass die im EFSA-Gutachten [13] bemängelte positive Studie genau [11] ist, ergibt sich nur aus der Referenzliste; der Gutachtentext selbst wurde nicht gelesen.
  • Ob der in [3] sequenzierte Stamm LcA genau CNCM I-1518 ist, nennt der Abstract nicht; die Zuordnung des Handelsprodukts zu I-1518 stammt aus [1].
  • [4] verwendete eine rifampicinresistente Spontanvariante des Stamms („DN-114 001 Rif“, laut Autoren mit gleicher Wachstumskinetik). Ob sie nach der Regel „Mutter- und Tochterstämme sind verschiedene Stämme“ für I-1518 zählt, ist nicht geklärt; die Passagedaten werden bis zu einer Entscheidung weiter dem Stamm zugerechnet.
  • Weitere EFSA-Gutachten zu Abwehr- oder Immunangaben für dieses Produkt wurden in PubMed nicht gefunden; das EFSA-Journal selbst wurde nicht durchsucht.
  • Einzelstudien der Metaanalyse [1] wurden nicht alle einzeln geprüft (u. a. ältere Studien an Kindern und Älteren ohne DOI).
  • Marktstatus und rechtliche Einordnung in Deutschland nicht geprüft.
  • Interessenkonflikte von [10] und [12] nicht im Volltext geprüft.

Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

Fehler gefunden oder etwas vermisst?

Wünsch dir einen Wirkstoff, schlag eine Verbesserung vor oder melde einen Fehler. Jede Rückmeldung wird gelesen.

Art der Nachricht

Die Website speichert nichts. Der Button öffnet dein E-Mail-Programm mit einer vorbereiteten Nachricht.