Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Steigert Oxytocin und Testosteron
kein NutzenDie zwölfwöchige doppelblinde, placebokontrollierte Studie fand in zwei Gabenstufen keine Wirkung auf Testosteron; nur die Triglyceride sanken in der höheren Stufe [11]. Sie schloss 57 Personen ein, ein Autor ist laut Interessenangabe beim Hersteller BioGaia angestellt [11]. Eine einarmige, offene Pilotstudie mit 10 Teilnehmenden fand ebenfalls keine bemerkenswerten Hormonveränderungen; sie hat keine Kontrollgruppe und trägt die Bewertung nicht mit [16]. Die Oxytocinbefunde stammen aus Mäusen [8][9] und sind damit Stufe 2; eine Oxytocinmessung beim Menschen unter diesem Stamm wurde nicht gefunden.[8][9]
Verbessert das Sozialverhalten über die Darm-Hirn-Achse
nicht untersuchtFür diesen Stamm allein gibt es dazu keine Humanstudie. Die einzige randomisierte Studie prüfte ein Produkt aus zwei Stämmen (ATCC PTA 6475 und DSM 17938); sie zählt deshalb nach der Stammspezifitätsregel nicht für die Stufe dieses Einzelstamms und ist im Kombinationsprofil geführt. Dort blieben Autismus-Schweregrad, repetitive Verhaltensweisen, Mikrobiom und Immunprofil unverändert, mehrere Maße des Sozialverhaltens besserten sich; eine Replikation fehlt, drei Autoren sind bei einem Unternehmen beschäftigt, einer ist Anteilseigner eines weiteren [10]. Der zugehörige Mechanismus ist bisher nur in Mäusen gezeigt und damit Stufe 2 [9].
Schützt die Knochen
uneinheitlichEine Studie an 90 Frauen zwischen 75 und 80 Jahren mit niedriger Knochendichte zeigte nach zwölf Monaten einen langsameren Verlust der volumetrischen Knochendichte der Tibia (Mittelwertunterschied 1,02 %; 95-%-KI 0,02 bis 2,03), sekundäre Knochenmaße ohne Signifikanz [13]. Die größere Studie an 239 Frauen kurz nach der Menopause verfehlte über zwei Jahre den primären Endpunkt, alle Gruppen verloren gleich viel Knochendichte [12]. Die Mausbefunde zum Knochen sind Stufe 2 [7].
Dichtet den Darm ab und lindert Reizdarm
kein NutzenIn einer exploratorischen Studie mit 65 Betroffenen (Stamm allein, Stamm in Kombination mit DSM 17938, Placebo) unterschieden sich Darmdurchlässigkeit im Dünn- und Dickdarm, Immunmarker und Symptome nicht von Placebo [15]. Die Studie wurde teilweise vom Hersteller BioGaia finanziert, zwei Autoren sind dort angestellt [15]. Die Mechanismen zur Barriere stammen aus Zellmodellen [4].
kleine Studien: Jede Studie, auf der Stufe und Ergebnis beruhen, hatte weniger als 100 Teilnehmende. Kleine Studien zeigen im Mittel größere Effekte als große; das Ergebnis ist deshalb unsicherer.
vom Hersteller finanziert: Alle Studien, auf denen das Ergebnis beruht, wurden laut ihrer Finanzierungs- oder Interessenangabe vom Hersteller des Produkts oder Wirkstoffs ganz oder teilweise bezahlt oder haben Beschäftigte des Herstellers unter den Autorinnen und Autoren. Herstellerfinanzierte Studien fallen im Mittel günstiger für das Produkt aus.
Wirkweise
Evidenzkarte: Limosilactobacillus reuteri ATCC PTA 6475
ATCC PTA 6475 ist ein Stamm menschlicher Herkunft aus der Art Limosilactobacillus reuteri, deren Gattungsname 2020 geändert wurde [1]; als lebende Zubereitung ist er ein Probiotikum im Sinne der ISAPP-Definition [2]. Das Genom wurde zusammen mit dem Typstamm der Art neu sequenziert; dabei bestätigte sich ein wiederholter Abschnitt im Adhäsingen cmbA [3]. Der Stamm ist nicht mit DSM 17938 verwandt im Sinne einer Mutter-Tochter-Beziehung: Beide sind getrennte Stämme derselben Art, die oft gemeinsam verkauft werden.
Die Laborbefunde sind ungewöhnlich gut ausgearbeitet. Der Stamm bildet aus Histidin Histamin und unterdrückt darüber in Darmepithelzellen und Mäusen die Proteinkinase-C-Phosphorylierung und histamingetriebene Signale; die Autorengruppe spricht von einem „mikrobiellen Antihistaminikum“, dessen Wirkung von der bakteriellen Diacylglycerolkinase abhängt [4]. In menschlichen Kolonzellen und im Mausdarm hielt der Stamm über seine Stoffwechselprodukte, darunter Ethanol, den Serotonintransporter SERT an der apikalen Membran [5]. Für den Knochen ist gezeigt, dass Kulturüberstand und die bakterielle Cyclopropanfettsäure Lactobacillinsäure die Bildung von Osteoklasten hemmen und Signalwege von TNF-α, NF-κB und MAP-Kinasen herunterregulieren [6]; bei eierstockentfernten Mäusen verhinderte der Stamm den Knochenverlust [7].
Das Oxytocin-Narrativ geht auf zwei Mausarbeiten zurück. In der einen genügte bereits ein Lysat abgetöteter Bakterien, um Oxytocin im Wirt hochzuregulieren und die Wundheilung zu verbessern; Oxytocin bildende Zellen nahmen zu [8]. In der anderen kehrte der Stamm soziale Defizite in mehreren Mausmodellen des Autismus um – nicht über eine Veränderung der Mikrobiota, sondern vagusabhängig und nur bei Tieren mit intaktem Oxytocinrezeptor [9]. Beides sind Mausbefunde zur Darm-Hirn-Achse und damit Stufe 2. Im einzigen Humanversuch dazu, einer doppelblinden Pilotstudie bei Kindern mit Autismus, wurde ein Produkt aus den beiden Stämmen ATCC PTA 6475 und DSM 17938 geprüft: Schweregrad der Autismus-Symptomatik, repetitive Verhaltensweisen, Mikrobiom und Immunprofil änderten sich nicht, mehrere Maße des Sozialverhaltens besserten sich; im begleitenden Mausversuch wirkte 6475, nicht aber der Elternstamm von DSM 17938 [10]. Drei Autoren sind bei Altos Labs beschäftigt, einer ist zusätzlich Anteilseigner von Mikrovia [10].
Für das Hauptversprechen gibt es eine klare Antwort: In einer zwölfwöchigen doppelblinden, placebokontrollierten Studie an gesunden Männern zwischen 55 und 65 Jahren veränderte der Stamm in zwei Gabenstufen den Testosteronspiegel nicht; nur die Triglyceride sanken in der höheren Stufe, alle anderen Parameter blieben unverändert. Ein Mitautor ist bei BioGaia beschäftigt [11]. Beim Knochen widersprechen sich die Studien: Bei 239 Frauen kurz nach der Menopause nahm die Knochendichte über zwei Jahre in allen Gruppen gleich ab, der primäre Endpunkt wurde verfehlt [12]; bei 90 Frauen zwischen 75 und 80 Jahren mit niedriger Knochendichte verlangsamte der Stamm nach zwölf Monaten den Verlust der volumetrischen Knochendichte der Tibia (Mittelwertunterschied 1,02 %; 95-%-KI 0,02 bis 2,03), bei sekundären Knochenmaßen ohne statistische Signifikanz [13]. Eine Nebenanalyse derselben Gruppe fand nach einem Jahr eine stabilere Darmmikrobiota als unter Placebo [14]. Bei Reizdarm mit Durchfall prüfte eine exploratorische Studie den Stamm allein und in Kombination mit DSM 17938: Darmdurchlässigkeit, Immunmarker und Symptome unterschieden sich nicht von Placebo; die Studie wurde von Beschäftigten des Herstellers mitverfasst [15]. Eine einarmige, offene Pilotstudie mit nur 10 Teilnehmenden zwischen 50 und 69 Jahren und ohne Kontrollgruppe fand keine bemerkenswerten Veränderungen der Sexualhormone; Körperfettanteil, Blutdruck und einzelne Entzündungsmarker sanken, was ohne Kontrollgruppe nicht bewertbar ist [16].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Histamin-H2-Rezeptor (über bakteriell gebildetes Histamin) | Rezeptor | Agonist | Tierversuch[4] | |
| Bakterielle Diacylglycerolkinase (senkt PKC-Phosphorylierung im Epithel) | Enzym | Hemmer | Tierversuch[4] | |
| Serotonintransporter SERT im Darmepithel | Transporter | Expression ↑ | Tierversuch[5] | |
| Osteoklastendifferenzierung (TNF-α-, NF-κB-, MAP-Kinase-Signale) | Signalweg | Hemmer | Labor[6] | |
| Vagusabhängiger, oxytocinrezeptorabhängiger Signalweg (Maus) | Signalweg | Aktivator | Tierversuch[9] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- SerotoninStoffwechselprodukte halten den Serotonintransporter SERT an der apikalen Membran (menschliche Zellen und Mausdarm)[5]
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- HistaminBakteriell gebildetes Histamin dämpft über H2-Rezeptoren Signale im Darmepithel[4]
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatonin
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativGedämpfte PKC- und NF-κB-Signale, gehemmte Osteoklastenbildung in Zellen und Mäusen[4][6]
- Stressachse
- Testosteron-AchseKeine Veränderung des Testosteronspiegels bei gesunden Männern zwischen 55 und 65 Jahren über zwölf Wochen[11]
- Endocannabinoide
- Darmbarriere
- MikrobiomNach einem Jahr stabilere Darmmikrobiota als unter Placebo bei älteren Frauen mit niedriger Knochendichte[14]
- Kurzkettige Fettsäuren
- Gallensäuren
- Darmhormone
- Darm-Hirn-AchseSoziale Wirkung in Mausmodellen vagus- und oxytocinrezeptorabhängig; Oxytocin-Hochregulierung in der Maus auch durch Lysat[8][9]
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Kautabletten, meist zusammen mit DSM 17938
Lebende Keime wirken im Darmlumen; eine systemische Aufnahme ist nicht beabsichtigt. In der Knochenstudie über ein Jahr blieb die Darmmikrobiota stabiler als unter Placebo, was eine Wirkung im Darm nahelegt [14]. Im Mausmodell genügte ein Lysat abgetöteter Bakterien für den Oxytocineffekt, Lebendigkeit war dort also nicht nötig [8].
Mensch, randomisiert
Studien am Menschen
Testosteron bei gesunden älteren Männern
Gemessen: Testosteron im Serum, Blutfette, Elektrolyte, Hormone
Ergebnis: Kein Effekt auf Testosteron in beiden Stufen; Triglyceride in der höheren Stufe gesunken, sonst keine Veränderungen.[11]
Mensch, randomisiert
Knochendichte kurz nach der Menopause
Gemessen: relative Änderung der volumetrischen Knochendichte der Tibia
Ergebnis: Primärer Endpunkt verfehlt: Knochendichte sank in allen Gruppen gleich, auch an Hüfte und Lendenwirbelsäule.[12]
Mensch, randomisiert
Knochendichte bei alten Frauen mit niedriger Knochendichte
Gemessen: relative Änderung der volumetrischen Knochendichte der Tibia
Ergebnis: Geringerer Verlust als unter Placebo (Mittelwertunterschied 1,02 %; 95-%-KI 0,02 bis 2,03); 70 Frauen beendeten die Studie; sekundäre Maße ohne Signifikanz.[13]
Mensch, randomisiert
Mikrobiota über ein Jahr (Nebenanalyse)
Gemessen: Zusammensetzung der Darmmikrobiota
Ergebnis: Unter dem Stamm blieb die Mikrobiota stabiler, unter Placebo verschob sie sich stärker.[14]
Mensch, randomisiert
Autismus-Pilotstudie (nur als Kombination geprüft)
Gemessen: Autismus-Schweregrad, Sozialverhalten, Mikrobiom, Immunprofil
Ergebnis: Schweregrad, repetitive Verhaltensweisen, Mikrobiom und Immunprofil unverändert; mehrere Maße des Sozialverhaltens besser. Geprüft wurde ein Produkt aus 6475 und DSM 17938.[10]
Mensch, randomisiert
Reizdarm mit Durchfall
Gemessen: Darmdurchlässigkeit, Immunmarker, Symptome
Ergebnis: Keine Unterschiede zu Placebo.[15]
Mensch, randomisiert
Offene Pilotstudie zu Sexualhormonen und Stoffwechsel
Gemessen: Sexualhormone, Marker des metabolischen Syndroms, Mikrobiota
Ergebnis: Keine bemerkenswerten Veränderungen der Sexualhormone; Körperfettanteil, Blutdruck und einzelne Entzündungsmarker sanken, Veränderungen der Mikrobiota beschrieben. Nur 10 Teilnehmende, einarmig und ohne Kontrollgruppe, von den Autoren selbst als Pilotstudie eingeordnet, die eine placebokontrollierte Prüfung nötig macht.[16]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Bakteriämie bei Risikogruppen
Das EFSA-QPS-Update 2026 beschreibt Einzelfälle von Infektionen durch Laktobazillen bei Menschen mit schweren Grunderkrankungen oder Immunschwäche und ändert den Status der Gruppe dennoch nicht [19]. Für die Art ist ein tödlicher Sepsisfall bei einem extrem früh geborenen Kind beschrieben, ohne Stammangabe [21]. Lebende Keime gehören nicht ohne ärztliche Begleitung zu Menschen mit zentralem Venenkatheter, Immunsuppression oder zu Frühgeborenen.
Mensch, nicht randomisiert
Histaminbildung
Der Stamm bildet aus Histidin Histamin; genau darauf beruht der beschriebene entzündungshemmende Effekt über H2-Rezeptoren [4]. Ob das bei Histaminintoleranz Beschwerden auslösen kann, ist nicht untersucht; Studien dazu wurden nicht gefunden.
Tierversuch
Verträglichkeit in Studien
In den Knochenstudien unterschieden sich unerwünschte Ereignisse nicht von Placebo [12][13]; in der Reizdarmstudie traten keine auffälligen Sicherheitsprobleme auf [15].
Mensch, randomisiert
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- widerlegt
„Dieser Stamm steigert Testosteron auf natürliche Weise“
Die dafür angelegte doppelblinde, placebokontrollierte Studie an Männern zwischen 55 und 65 Jahren fand in zwei Gabenstufen keinen Effekt; die Autorinnen und Autoren halten ausdrücklich fest, dass die Hypothese nicht gestützt wird [11]. Eine offene Pilotstudie fand ebenfalls keine bemerkenswerten Hormonveränderungen [16].
- nicht belegt
„Der Stamm hebt den Oxytocinspiegel („Oxytocin-Joghurt“)“
Oxytocin stieg in Mausversuchen, in einem Fall sogar nach Gabe abgetöteter Bakterien [8]; die soziale Wirkung war in Mausmodellen vagus- und oxytocinrezeptorabhängig [9]. Eine Oxytocinmessung beim Menschen unter diesem Stamm wurde nicht gefunden.
- nicht belegt
„Der Stamm siedelt sich dauerhaft im Darm an“
Die mukosale Besiedlung durch Probiotika ist individuell und oft trotz Nachweis im Stuhl nicht vorhanden [17]. Für diesen Stamm liegt nur eine Metagenomanalyse vor, die eine stabilere Mikrobiota unter Gabe beschreibt, nicht aber eine dauerhafte Ansiedlung [14].
- nicht belegt
„Was in Mäusen zum Sozialverhalten gezeigt wurde, gilt auch für Menschen“
Die Humanstudie prüfte eine Zweierkombination, fand keinen Effekt auf den Autismus-Schweregrad und ist eine nicht replizierte Pilotstudie [10]. Mausbefunde zur Darm-Hirn-Achse gelten als Stufe 2.
- teilweise belegt
„Der Stamm stärkt die Knochen“
Ein positiver Befund bei alten Frauen mit niedriger Knochendichte [13] steht gegen den verfehlten primären Endpunkt der größeren Studie bei früh postmenopausalen Frauen [12]. Für Gesunde ohne Knochenschwund gibt es keine Daten.
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Keine systemische Aufnahme beabsichtigt; der Stamm wirkt im Darmlumen.
- Halbwertszeit
- entfällt
- Abbau
- entfällt; beschrieben sind Stoffwechselprodukte des Stamms, darunter Histamin, Ethanol und Lactobacillinsäure [4][5][6].
- Weg ins Gehirn
- entfällt; die zentralen Wirkungen im Mausmodell verlaufen über den Vagusnerv, nicht über eine Aufnahme ins Hirn [9].
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, meist zusammen mit DSM 17938. Arzneimittelstatus nicht geprüft: nicht verifiziert.
- EU
- Kein Eintrag zu „Lactobacillus“ oder „Limosilactobacillus“ in der konsolidierten Unionsliste der neuartigen Lebensmittel, Stand 10.08.2026 [18]. Das EFSA-QPS-Update 2026 nennt für die Gruppe der Laktobazillen keine Statusänderung [19]. Keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu diesem Stamm in VO (EU) Nr. 432/2012 [20]. Limosilactobacillus reuteri gilt laut Novel-Food-Katalog der Kommission als nicht neuartig (POL-NF-15141, Abruf 26.10.2026) [22]. Der Eintrag gilt auf Artebene, nicht für den Stamm; der Katalog ist eine Orientierungshilfe der Kommission, kein Rechtsakt. In der QPS-Liste der EFSA (Fassung vom 17.09.2026) steht Limosilactobacillus reuteri mit der Qualifikation, dass die Stämme keine erworbenen Resistenzgene gegen klinisch relevante antimikrobielle Wirkstoffe tragen sollen [23]. QPS bewertet die Art, nicht den Stamm.
- USA
- Nicht verifiziert.
Verwandte Substanzen
Offene Fragen
- Warum wirkt der Stamm bei alten Frauen mit niedriger Knochendichte, nicht aber bei Frauen kurz nach der Menopause? Unterschiedliche Ausgangslage oder Zufallsbefund?
- Lässt sich der vagus- und oxytocinabhängige Mechanismus der Maus beim Menschen überhaupt messen (Oxytocin im Blut oder Speichel)?
- Wie viel des Sozialbefunds der Autismus-Pilotstudie geht auf 6475 und wie viel auf DSM 17938 zurück? Die Studie kann das nicht trennen.
- Ist die Histaminbildung des Stamms bei Menschen mit Histaminintoleranz relevant?
Referenzen
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- Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470 der Kommission zur Erstellung der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. ABl. L 351 vom 30.12.2017, S. 72. Konsolidierte Fassung vom 10.08.2026 (CELEX 02017R2470-20260810).
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Update of the list of qualified presumption of safety (QPS) recommended microbiological agents intentionally added to food or feed as notified to EFSA 23: suitability of taxonomic units notified to EFSA until September 2025. EFSA J. 2026;24(1):e9824. doi:10.2903/j.efsa.2026.9824 · PubMed
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1 (CELEX 32012R0432).
- Celis Castañeda LA, Morales Camacho WJ, Durán Ochoa NM. [Sepsis due to Lactobacillus reuteri in an extreme preterm newborn: case report]. Arch Argent Pediatr. 2019;117(5):e509–13. doi:10.5546/aap.2019.e509 · PubMed
- Europäische Kommission. Novel Food Status Catalogue: Limosilactobacillus reuteri [Datenbank]. POL-NF-15141, letzte Änderung 17.12.2025 [zitiert 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
- EFSA Panel on Biological Hazards (BIOHAZ). Updated list of QPS-recommended microorganisms for safety risk assessments carried out by EFSA. Appendix E – Updated list of QPS recommended biological agents (Panel Statement 24, Juni 2026), Blätter „QPS List“ und „Excluded from QPS“ [Datensatz]. Zenodo; Version vom 17.09.2026 [zitiert 26.10.2026]. doi:10.5281/zenodo.22812707 doi:10.5281/zenodo.22812707
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- Alle PMIDs und DOIs über PubMed und Crossref aufgelöst (Prüfskript).
- Hauptversprechen am Abstract: kein Effekt auf Testosteron in zwei Gabenstufen, Triglyceride in der höheren Stufe gesunken, Wortlaut „does not support the hypothesis“ [11].
- Knochen: primärer Endpunkt (volumetrische Knochendichte der Tibia über zwei Jahre) bei 239 früh postmenopausalen Frauen verfehlt, keine Gruppenunterschiede [12]; 90 Frauen zwischen 75 und 80 Jahren, 70 beendet, Mittelwertunterschied 1,02 % (95-%-KI 0,02 bis 2,03) [13].
- Autismus-Pilotstudie: geprüft wurde ausdrücklich ein Produkt aus den Stämmen ATCC PTA 6475 und DSM 17938; Schweregrad, repetitive Verhaltensweisen, Mikrobiom und Immunprofil unverändert, Sozialmaße besser. Im Mausteil wirkte 6475, nicht der Elternstamm von DSM 17938 (also ATCC 55730) [10].
- Mechanismen am Abstract bzw. Open-Access-Volltext: Histamin und Diacylglycerolkinase [4]; SERT über Stoffwechselprodukte, darunter Ethanol [5]; Lactobacillinsäure und Hemmung der Osteoklastenbildung [6]; Oxytocin nach Lysat [8]; Vagus- und Oxytocinrezeptorabhängigkeit [9].
- Pilotstudie [16] in der Gegenprüfung am Abstract und am Open-Access-Volltext (PMC12765532) nachgeprüft: „The trial was conducted with 10 eligible subjects (aged 50-69)“, einarmig, offen, nicht randomisiert, ein Zentrum; die Autoren nennen sie selbst „a pilot study with only 10 subjects“ und halten eine placebokontrollierte Studie für nötig; Interessenkonflikte: keine angegeben.
- Interessenkonflikte: Mitautor bei BioGaia in [11]; Beschäftigte von BioGaia in [15]; drei Autoren bei Altos Labs, einer Anteilseigner von Mikrovia in [10].
- Rechtsstatus: kein Treffer für „Lactobacillus“/„Limosilactobacillus“ in der konsolidierten Unionsliste (CELEX 02017R2470-20260810, Cellar-Abruf 24.10.2026); kein Treffer für „reuteri“ in VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 32012R0432); QPS-Update 2026 im Volltext (PMC12824592) gelesen.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Steigert Oxytocin und Testosteron“ → kleine_studien: [11] 57 eingeschlossen, 49 ausgewertet (Volltext PMC11103415); [16] trägt laut Begründung nicht, [8] und [9] sind Mausdaten. herstellerfinanziert: [11] ein Autor laut Interessenangabe bei BioGaia AB angestellt.
- Präzisions-Flags (m004, Umsetzung Claude 26.10.2026, zur Bestätigung durch Tilman): „Dichtet den Darm ab und lindert Reizdarm“ → kleine_studien: [15] n = 65 (Abstract). herstellerfinanziert: [15] laut Finanzierungsangabe teilweise von BioGaia AB finanziert, zwei Autoren dort angestellt (Volltext); [4] ist ein Zellbefund.
- Gegenprüfung 26.10.2026 (m004, Umsetzung Claude, zur Bestätigung durch Tilman): Belege der gesetzten Präzisions-Flags (Teilnehmendenzahlen bzw. Finanzierungs- und Interessenangaben) aus den Prüfnotizen in die Begründung übernommen, damit sie für Lesende nachprüfbar sind; Teilnehmendenzahlen erneut an den PubMed-Abstracts abgeglichen.
- 26.10.2026, Folgearbeit Bogen 2 (Prüfbericht E-20, Block E; eigener Abruf): Novel-Food-Katalog über die Backend-Schnittstelle der Kommission (979 Einträge) abgerufen, Statustexte auf der öffentlichen Katalogseite gegengelesen: POL-NF-15141 „Limosilactobacillus reuteri“ (Teil „Whole“, NOT_NOVEL_IN_FOOD, letzte Änderung 17.12.2025). EFSA-QPS-Liste (Zenodo, doi:10.5281/zenodo.22812707, Version 17.09.2026, Panel Statement 24) heruntergeladen und im aktuellen Blatt „QPS List“ bzw. „Excluded from QPS“ gelesen, nicht im ausgeblendeten alten Blatt „QPS_list“. Slug, name und Artnamen nicht geändert, deshalb keine LPSN-Abfrage.
Nicht verifiziert
- Teilnehmerzahlen der Testosteronstudie [11] und der Autismus-Pilotstudie [10] stehen nicht im Abstract; die Volltexte waren nicht zugänglich. Eine Zuordnung zu Registereinträgen wurde nicht bestätigt und deshalb nicht übernommen.
- Arzneimittelstatus in Deutschland (AMIce/PharmNet.Bund nicht abgefragt).
- Herkunft des Stamms (menschliche Muttermilch wird in der Sekundärliteratur genannt) wurde nicht in einer Primärquelle bestätigt.
- Der Sepsis-Fallbericht [21] nennt keine Stammbezeichnung und gilt nur für die Art.
- Zu [15] existiert eine veröffentlichte Korrektur (PMID 39982911); ihr Inhalt wurde nicht gelesen.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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