Nachschlagewerk, keine Anwendungsempfehlung: Das Profil beschreibt Wirkmechanismus und Studienlage und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Versprechen stammen aus Werbung und Foren und werden hier geprüft, nicht vertreten.
Versprechen im Check
Schneller einschlafen
kleiner NutzenMetaanalyse von 19 RCTs: Einschlafzeit rund 7 Minuten kürzer [8]. Bei Erwachsenen mit chronischer Insomnie in einer späteren Metaanalyse kein signifikanter Effekt, bei Kindern schon [9]; die AASM-Leitlinie rät bei Erwachsenen ab [10].
Weniger Jetlag
Nutzen belegtCochrane-Review: In neun von zehn RCTs weniger Jetlag nach Flügen über fünf oder mehr Zeitzonen, NNT 2; Nutzen hängt vom Zeitpunkt ab [11]. Der Review stammt von 2002.
Länger und besser schlafen
kleiner NutzenRund 8 Minuten mehr Gesamtschlaf und leicht bessere Schlafqualität (SMD 0,22) [8]; bei Erwachsenen mit chronischer Insomnie Schlafdauer und Schlafeffizienz nicht signifikant verbessert [9].
Wirkweise
Evidenzkarte: Melatonin
Melatonin wird nachts in der Zirbeldrüse gebildet und aktiviert zwei hochaffine G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, MT1 und MT2, über die es Schlaf und circadiane Rhythmen beeinflusst; auf diesen Rezeptoren bauen auch die synthetischen Agonisten Ramelteon, Tasimelteon und Agomelatin auf [1]. Beim Menschen verschiebt eingenommenes Melatonin die innere Uhr nach einer Phasen-Antwort-Kurve, die der von Licht fast entgegengesetzt ist: morgens gegeben verzögert es Rhythmen, am Nachmittag oder frühen Abend verschiebt es sie nach vorn [2]. Melatonin ist damit in erster Linie ein Zeitgeber, kein klassisches Schlafmittel.
Nach oraler Gabe ist die Spitzenkonzentration nach rund 50 Minuten erreicht, die Halbwertszeit beträgt etwa 45 Minuten; die Bioverfügbarkeit lag in einem systematischen Review bei 9 bis 33 %, im Mittel rund 15 %, und wurde von Alter, Koffein, Rauchen, oralen Kontrazeptiva, Nahrungsaufnahme und Fluvoxamin beeinflusst [3]. In einer Studie mit 12 gesunden Männern, die orales und intravenöses Melatonin verglich, lag die absolute orale Bioverfügbarkeit sogar nur bei rund 3 %, was auf einen ausgeprägten First-Pass-Abbau hinweist [4]. Fluvoxamin erhöhte bei 5 Gesunden die Spitzenkonzentration von oralem Melatonin im Mittel um das 17-Fache, weil es dessen Abbau hemmt [5]. Für andere Wege beschreibt ein systematischer Review höhere Plasmaspiegel über die Mundschleimhaut als nach dem Schlucken sowie eine langsame, wechselhafte Aufnahme über die Haut mit Ablagerung in der Haut [6]. In einer Überkreuzstudie mit 10 gesunden Frauen erreichte transdermales Melatonin seine Spitze erst nach rund 21 Stunden bei einer Bioverfügbarkeit von rund 10 %, rektales rund 36 % [7].
Eine Metaanalyse von 19 placebokontrollierten Studien mit 1683 Teilnehmenden mit primären Schlafstörungen fand eine um rund 7 Minuten kürzere Einschlafzeit, 8 Minuten mehr Gesamtschlaf und eine leicht bessere Schlafqualität [8]. Eine spätere Metaanalyse zu chronischer Insomnie fand bei Erwachsenen ohne Begleiterkrankungen keinen signifikanten Effekt auf Einschlafzeit, Schlafdauer oder Schlafeffizienz, wohl aber bei Kindern und Jugendlichen [9]. Die Leitlinie der American Academy of Sleep Medicine rät daher (schwache Empfehlung) davon ab, Melatonin bei chronischer Insomnie Erwachsener einzusetzen [10]. Deutlicher ist die Datenlage bei Jetlag: In einem Cochrane-Review verringerte Melatonin in neun von zehn Studien den Jetlag nach Flügen über fünf oder mehr Zeitzonen (NNT 2), mit größerem Nutzen nach Ostflügen; zur falschen Tageszeit eingenommen machte es dagegen müde und verzögerte die Anpassung [11].
Die Produktqualität ist ein eigenes Problem. Von 31 analysierten Präparaten wichen über 71 % um mehr als 10 % vom angegebenen Gehalt ab, die Spanne reichte von −83 % bis +478 %, und acht Präparate enthielten Serotonin [12]. In den USA stiegen die bei Giftnotrufzentralen gemeldeten Melatonin-Einnahmen von Kindern und Jugendlichen zwischen 2012 und 2021 um 530 %; fünf Kinder mussten beatmet werden, zwei starben [13]. Eine Übersicht zur Sicherheit beschreibt bei kurzfristiger Anwendung nur milde Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Schläfrigkeit, hält aber die Langzeitsicherheit bei Kindern für ungeklärt und rät in Schwangerschaft und Stillzeit mangels Daten ab [14]. In der EU hängt die Einstufung als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel laut einer aktuellen Übersicht von der Menge pro Einheit ab [15].
Angriffspunkte
| Ziel | Typ | Wirkung | Kennwert | Evidenz |
|---|---|---|---|---|
| Melatonin-Rezeptor MT1 (MTNR1A) | Rezeptor | Agonist | hochaffiner G-Protein-gekoppelter Rezeptor (Übersichtsarbeit) | Labor[1] |
| Melatonin-Rezeptor MT2 (MTNR1B) | Rezeptor | Agonist | hochaffiner G-Protein-gekoppelter Rezeptor (Übersichtsarbeit) | Labor[1] |
| Circadianes System (innere Uhr) | Signalweg | Aktivator | Phasen-Antwort-Kurve beim Menschen: morgens Verzögerung, nachmittags bis früher Abend Vorverlagerung | Mensch, nicht randomisiert[2] |
Wirkprofil
- Dopamin
- Noradrenalin
- Serotonin
- Acetylcholin
- Glutamat · AMPA
- Glutamat · NMDA
- GABA
- Histamin
- Orexin
- Adenosin
- Opioide
- Melatoninaktiviert MT1 und MT2; verschiebt beim Menschen die innere Uhr zeitabhängig nach einer Phasen-Antwort-Kurve[1][2]
- Neurotrophine
- Durchblutung
- Stickstoffmonoxid
- Energiestoffwechsel
- Insulin · Glukose
- Entzündung · oxidativ
- Stressachse
- Testosteron-Achse
- Endocannabinoide
- Autophagie · Seneszenz
- Immunsystem
- Lipidstoffwechsel
- Gerinnung · Fibrinolyse
- Methylierung
Aufnahmewege und Bioverfügbarkeit
Oral (geschluckt) · Tablette oder Kapsel, schnell freisetzend
≈ 15 % (9–33 %, Review); ≈ 3 % in einer Studie (Mensch)Spitze nach rund 50 Minuten, Halbwertszeit rund 45 Minuten [3]; ausgeprägter First-Pass-Abbau [4]. Spiegel werden von Alter, Koffein, Rauchen, oralen Kontrazeptiva, Nahrung und Fluvoxamin beeinflusst [3][5].[5]
Mensch, nicht randomisiert
Sublingual (unter der Zunge) · über die Mundschleimhaut
Laut systematischem Review höhere Plasmaspiegel als nach dem Schlucken; könnte den First-Pass-Abbau umgehen, Datenlage klein [6].
Mensch, nicht randomisiert
Transdermal (über die Haut) · auf die Haut aufgetragen
≈ 10 % (Mensch, n = 10)Sehr langsame Aufnahme mit Spitze nach rund 21 Stunden [7]; wechselhafte Aufnahme und Ablagerung in der Haut [6]. Vermehrte Müdigkeit nur nach diesem Weg [7].
Mensch, nicht randomisiert
Rektal · rektal
≈ 36 % (Mensch, n = 10)Spitze nach rund 24 Minuten in einer Überkreuzstudie mit gesunden Frauen [7].
Mensch, nicht randomisiert
Studien am Menschen
Metaanalyse primäre Schlafstörungen
Gemessen: Einschlafzeit, Gesamtschlaf, Schlafqualität
Ergebnis: Einschlafzeit −7,06 min (95-%-KI 4,37–9,75), Gesamtschlaf +8,25 min, Schlafqualität SMD 0,22.[8]
Mensch, randomisiert
Metaanalyse chronische Insomnie
Gemessen: Einschlafzeit, Schlafdauer, Schlafeffizienz, Schlafqualität
Ergebnis: Erwachsene ohne Begleiterkrankung: keine signifikanten Effekte; Kinder und Jugendliche: kürzere Einschlafzeit und längerer Schlaf.[9]
Mensch, randomisiert
Cochrane-Review Jetlag
Gemessen: Jetlag-Beschwerden, Schlaf
Ergebnis: Neun von zehn Studien: weniger Jetlag bei fünf oder mehr Zeitzonen; NNT 2.[11]
Mensch, randomisiert
Orale vs. intravenöse Gabe
Gemessen: Pharmakokinetik
Ergebnis: Absolute orale Bioverfügbarkeit rund 3 %; Eliminationshalbwertszeit 53,7 min.[4]
Mensch, nicht randomisiert
Alternative Gabewege
Gemessen: Pharmakokinetik, Sedierung, Nebenwirkungen
Ergebnis: Bioverfügbarkeit transdermal rund 10 %, rektal rund 36 %; keine Veränderung der Reaktionszeit, keine schweren Nebenwirkungen.[7]
Mensch, nicht randomisiert
Fluvoxamin-Wechselwirkung
Gemessen: Serumspiegel von Melatonin
Ergebnis: Spitzenkonzentration im Mittel 17-fach höher mit Fluvoxamin; Halbwertszeit nicht signifikant verändert.[5]
Mensch, nicht randomisiert
Risiken und Warnhinweise
Falsch deklarierter Gehalt und Verunreinigungen
In 31 analysierten Präparaten wich der Melatoningehalt um −83 % bis +478 % vom Etikett ab, zwischen Chargen eines Produkts um bis zu 465 %; acht Präparate enthielten Serotonin [12].
Labor
Einnahmen durch Kinder
In den USA stiegen gemeldete Melatonin-Einnahmen bei Kindern und Jugendlichen 2012–2021 um 530 %, vor allem unbeabsichtigt bei Kindern bis 5 Jahre; Krankenhausaufnahmen nahmen zu, fünf Kinder wurden beatmet, zwei starben [13].
Mensch, nicht randomisiert
Milde Nebenwirkungen
Kurzfristig vor allem Schwindel, Kopfschmerz, Übelkeit und Schläfrigkeit; in Langzeit-RCTs mit Placebo vergleichbar [14]. Zur falschen Tageszeit eingenommen kann es müde machen und die Anpassung an eine neue Zeitzone verzögern [11].
Mensch, randomisiert
Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder
Mangels Humandaten wird in Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten; Langzeitsicherheit bei Kindern und Jugendlichen ungeklärt [14].
Keine Daten
Epilepsie
Fallberichte deuten an, dass Menschen mit Epilepsie Schaden nehmen könnten; systematisch nicht untersucht [11].
Mensch, nicht randomisiert
Wechselwirkungen
- Fluvoxamin: Spitzenkonzentration von oralem Melatonin im Mittel 17-fach erhöht, weil der Abbau gehemmt wird (5 Gesunde) [5].
- Warfarin: Fallberichte über mögliche Schäden unter Warfarin; Wechselwirkung nicht systematisch untersucht [11].
- Koffein, Rauchen, orale Kontrazeptiva: Beeinflussen laut systematischem Review die Pharmakokinetik von Melatonin [3].
Faktencheck: verbreitete Behauptungen
- nicht belegt
„Melatonin ist ein starkes, natürliches Schlafmittel“
Die Einschlafzeit verkürzt sich im Mittel nur um rund 7 Minuten [8]; bei Erwachsenen mit chronischer Insomnie kein signifikanter Effekt [9], die AASM-Leitlinie rät ab [10]. Melatonin wirkt vor allem als Zeitgeber [2].
- belegt
„Melatonin hilft gegen Jetlag“
Cochrane-Review mit neun von zehn positiven RCTs und NNT 2 bei Flügen über fünf oder mehr Zeitzonen [11]; entscheidend ist der Zeitpunkt.
- widerlegt
„Was auf dem Etikett steht, ist auch drin“
Über 71 % von 31 Präparaten wichen um mehr als 10 % ab, Spanne −83 % bis +478 %, teils mit Serotonin verunreinigt [12].
- teilweise belegt
„Melatonin ist völlig harmlos, auch für Kinder“
Kurzfristig meist nur milde Nebenwirkungen [14]; die Langzeitsicherheit bei Kindern ist aber ungeklärt [14], und unbeabsichtigte Einnahmen durch Kinder führten in den USA zu mehr Krankenhausaufnahmen und Todesfällen [13].
- widerlegt
„Geschluckt kommt fast alles im Blut an“
Orale Bioverfügbarkeit im Mittel rund 15 % laut Review [3] und nur rund 3 % in einer Studie mit intravenösem Vergleich [4].
Pharmakokinetik
- Aufnahme
- Oral rasch, Spitze nach rund 50 Minuten; Bioverfügbarkeit niedrig und stark schwankend (≈ 3–15 %) [3][4].
- Halbwertszeit
- Rund 45 Minuten oral und intravenös (Review) [3]; 53,7 Minuten in einer Einzelstudie [4]; transdermal scheinbar deutlich länger wegen langsamer Aufnahme [7].
- Abbau
- Ausgeprägter First-Pass-Abbau [4]; Abbau durch Fluvoxamin gehemmt [5].
- Weg ins Gehirn
- Nicht verifiziert.
Rechtlicher Status
- Deutschland
- Als Arzneimittel verschreibungspflichtig (AMVV Anlage 1); ausgenommen sind bestimmte Präparate zur oralen Anwendung bei Jetlag bei Erwachsenen innerhalb der in der AMVV festgelegten Grenzen für Wirkstoffgehalt, Tagesmenge und Packungsgröße [16]. Ob und unter welchen Bedingungen melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig sind, ist nicht verifiziert.
- EU
- Zentral zugelassene Arzneimittel: Circadin (EMEA/H/C/000695, seit 29.06.2007) und Melatonin Neurim (EMEA/H/C/005603, seit 07.11.2022) zur kurzzeitigen Behandlung der primären Insomnie mit schlechter Schlafqualität ab 55 Jahren [17][19]; Slenyto (EMEA/H/C/004425, seit 20.09.2018) gegen Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung, bestimmten neurogenetischen Erkrankungen oder ADHS, wenn Maßnahmen der Schlafhygiene nicht ausreichen [18]. Laut einer Übersichtsarbeit gelten Präparate oberhalb eines Mengengrenzwerts in der EU als Arzneimittel unter Aufsicht der Europäischen Arzneimittel-Agentur, während niedriger dosierte Präparate häufig als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden [15].
- USA
- Von der FDA als Nahrungsergänzungsmittel reguliert und frei verkäuflich [13].
- Andere Länder
- Nicht verifiziert.
Zugelassene EU-Angaben
„trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen“
- Nährstoff
- Melatonin
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[20]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; zur Studienlage siehe das Versprechen „Schneller einschlafen“ (kleiner Nutzen, untersucht an Menschen mit primären Schlafstörungen)
„trägt zur Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung bei“
- Nährstoff
- Melatonin
- Rechtsgrundlage
- VO (EU) Nr. 432/2012[20]
- Einordnung
- rechtlich zulässig; deckt sich mit dem Versprechen „Weniger Jetlag“ (Nutzen belegt)
Offene Fragen
- Warum unterscheiden sich die Metaanalysen bei Erwachsenen mit Insomnie so deutlich, und welche Untergruppen profitieren?
- Bestätigt sich der Jetlag-Nutzen in neueren, großen Studien mit geprüfter Produktqualität?
- Wie sicher ist eine Langzeitanwendung bei Kindern und Jugendlichen?
Referenzen
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- Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung – AMVV), Anlage 1 (zu § 1 Nr. 1 und § 5), Eintrag „Melatonin“ mit Ausnahme zur oralen Anwendung bei Jetlag bei Erwachsenen. Stand: zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 19.5.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/anlage_1.html (abgerufen am 24.10.2026).
- European Medicines Agency. Circadin (Melatonin): Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht, EMEA/H/C/000695; zugelassen am 29.06.2007, Inhaber RAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL. Angaben aus dem EMA-Datenexport (JSON), Zeitstempel 24.10.2026. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/circadin (abgerufen am 24.10.2026).
- European Medicines Agency. Slenyto (Melatonin): Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht, EMEA/H/C/004425; zugelassen am 20.09.2018, Inhaber RAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL. Angaben aus dem EMA-Datenexport (JSON), Zeitstempel 24.10.2026. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/slenyto (abgerufen am 24.10.2026).
- European Medicines Agency. Melatonin Neurim (Melatonin): Europäischer öffentlicher Beurteilungsbericht, EMEA/H/C/005603; zugelassen am 07.11.2022, Inhaber RAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL. Angaben aus dem EMA-Datenexport (JSON), Zeitstempel 24.10.2026. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/melatonin-neurim (abgerufen am 24.10.2026).
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. ABl. L 136 vom 25.5.2012, S. 1. Konsolidierte Fassung vom 20.08.2025 (CELEX 02012R0432-20250820).
Wie dieses Profil geprüft wurde
Stand: 2026-10-26. Alle Quellen mit DOI oder PMID wurden automatisch über Crossref bzw. doi.org und PubMed aufgelöst.
Geprüft
- 26.10.2026: EU-Health-Claims zu Melatonin wörtlich aus der konsolidierten Fassung der VO (EU) Nr. 432/2012 (CELEX 02012R0432-20250820, EUR-Lex, DE und EN) übernommen: „Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen“ / „Melatonin contributes to the reduction of time taken to fall asleep“ und „Melatonin trägt zur Linderung der subjektiven Jetlag-Empfindung bei“ / „Melatonin contributes to the alleviation of subjective feelings of jet lag“ [20]; beide mit Verwendungsbedingungen (Mengenangaben, bewusst nicht übernommen).
- 25.10.2026 (Entscheidung q077): Melatonin Neurim bleibt in status.eu; EMA-Produktseite geprüft: EMEA/H/C/005603, „Authorised“, Inhaber RAD Neurim Pharmaceuticals EEC SARL, CHMP-Stellungnahme 15.09.2022, Marketing authorisation issued 07.11.2022, Monotherapie zur kurzzeitigen Behandlung der primären Insomnie mit schlechter Schlafqualität ab 55 Jahren [19]. AMVV Anlage 1 erneut abgerufen (Eintrag „Melatonin“ mit Jetlag-Ausnahme, Grenzen weiterhin nicht übernommen) [16]. Keine Änderung.
- 25.10.2026 (q012): Die Bewertungen in `versprechen` und `behauptungen` beruhen auf den Abstracts (nur Abstract geprüft); Volltext nur für die Übersicht [15].
- Rechtsstatus am 24.10.2026 an Primärquellen geprüft (Paket kat-p5): AMVV Anlage 1 im Volltext, Eintrag „Melatonin“ mit Ausnahme zur oralen Anwendung bei Jetlag bei Erwachsenen; die dort genannten Grenzen für Wirkstoffgehalt, Tagesmenge und Packungsgröße bewusst nicht übernommen [16]. EMA-Datenexport (Zeitstempel 24.10.2026): Circadin EMEA/H/C/000695, Slenyto EMEA/H/C/004425 und Melatonin Neurim EMEA/H/C/005603, jeweils Status „Authorised“, Zulassungsdaten und Anwendungsgebiete wie im Profil [17][18][19].
- Am Abstract: MT1/MT2 als hochaffine GPCR [1]; Phasen-Antwort-Kurve [2]; Tmax ≈ 50 min, T1/2 ≈ 45 min, Bioverfügbarkeit 9–33 %, ≈ 15 %, Einflussfaktoren [3]; 12 Männer, Bioverfügbarkeit ≈ 3 %, T1/2 53,7 min [4]; 5 Gesunde, Cmax 17-fach mit Fluvoxamin [5]; Schleimhaut höhere Spiegel, transdermal wechselhaft mit Hautdepot [6]; 10 Frauen, transdermal Tmax 21 h und ≈ 10 %, rektal 24 min und ≈ 36 % [7]; 19 Studien, 1683 Teilnehmende, −7,06 min, +8,25 min, SMD 0,22 [8]; 24 RCTs, bei Erwachsenen nicht signifikant [9]; AASM schwache Empfehlung gegen Melatonin [10]; 9 von 10 Studien, NNT 2, Ostflüge, falscher Zeitpunkt, Epilepsie- und Warfarin-Fallberichte [11]; 31 Präparate, −83 % bis +478 %, > 71 %, Charge bis 465 %, 8 mit Serotonin [12]; 260 435 Meldungen, +530 %, 5 beatmet, 2 Todesfälle, FDA-Status als Nahrungsergänzungsmittel [13]; milde Nebenwirkungen, Schwangerschaft [14].
- Im Volltext von [15]: EU-Einstufung nach Menge pro Einheit (Arzneimittel unter EMA-Aufsicht vs. Nahrungsergänzungsmittel); die Übersicht stützt sich dabei auf die EMA-Produktinformation zu Circadin.
- Alle DOIs über Crossref und alle PMIDs über PubMed geprüft (Prüfskript).
Nicht verifiziert
- Lebensmittelrechtlicher Status melatoninhaltiger Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland und nationale Zulassungen (AMIce/PharmNet) nicht geprüft; die AMVV belegt nur die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln.
- Der genaue Mengengrenzwert der EU-Einstufung wurde bewusst nicht übernommen (Dosisangabe) und nicht an der EMA-Quelle selbst geprüft.
- Ob die Daten zur Mundschleimhaut im Review [6] aus Humanstudien stammen, wurde nur am Abstract geprüft.
- Ob die zwei Todesfälle in [13] ursächlich auf Melatonin zurückgehen, geht aus dem Abstract nicht hervor.
- Der Cochrane-Review zu Jetlag [11] ist von 2002; neuere Aktualisierungen wurden nicht gesucht.
Keine Dosierungen, keine Bezugsquellen. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
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